Sätze ohne Wörter

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Set³

Set³Wenn zu einem Klassiker eine neue Variante erscheint, kann das gut sein, oder auch schlecht. Manchmal handelt es sich nur um einen Neuaufguss mit geänderten Namen, aber identischem Spielverlauf (ich denke hierbei zum Beispiel an die verschiedenen thematischen Monopolys), manchmal handelt es sich um ein ganz neues Spiel, das außer dem Thema nichts mit dem Ursprungsspiel zu tun hat (Monopoly Millionaire, Monopoly Shuffle).

Besondere Vorsicht ist oftmals geboten bei Spielen die 'den bekannten Klassiker auf eine völlig neue Ebene katapultieren' – oftmals ist dieses Katapult nicht auf- sondern abwärts gerichtet und die neue Ebene liegt Meilen unter der des ursprünglichen Spiels. Oder das Spiel hat wirklich so wenig mit dem angeblichen Vater zu tun, dass man die Spiele kaum noch vergleichen kann. Einen Weg irgendwo dazwischen hat Set mit der Version Set³ (in der Spielregel steht nicht, wie man das ausspricht; von der englischen Bezeichnung ausgehend, schlage ich 'Kubikset' vor) eingeschlagen.

In der relativ kleinen Schachtel befinden sich:

  • die Spielregel auf Deutsch
  • ein Spielplan
  • 42 SET-Würfel
  • ein Stoffbeutel, in den die Würfel passen sollen

Die Spielregel kann man auch von der Webseite des Spiels downloaden.

Das Spielbrett ist zweifach gefaltet, weil es ansonsten nicht in die Schachtel gepasst hätte. Dadurch bleibt es aber zu Anfang nicht platt auf dem Tisch liegen, was ein wenig störend sein kann. Die Würfel sind weiße Plastikwürfel mit etwas über 2 cm Kantenlänge, und zeigen auf den sechs Seiten verschiedene SET-Symbole: (|ein, zwei oder drei| |Rauten, Ovale oder Wellen| in der Farbe |rot, grün oder lila|), wobei auf jedem Würfel maximal auf einer Seite (oftmals auch auf keiner) der Schriftzug "Wild“ steht.

Der 'Stoff' des Würfelbeutels scheint ein schwarzes Kunstfaser-Geflecht zu sein. Allerdings ist der Beutel recht klein – wenn man alle 42 Würfel hinein tut, ist er so voll, dass man die Würfel kaum noch mischen kann.

Worum geht es in dem Spiel? Ähnlich zu dem Kartenspiel muss man hier 'Sets' von Würfeln finden / bilden. Ein Set besteht hierbei immer aus drei Würfeln, die in jeder der drei Eigenschaften Anzahl, Form und Farbe getrennt entweder alle drei gleichen oder alle drei verschieden sind. Beispiel: Ein rotes Oval, ein grünes Oval und ein violettes Oval gleichen sich in Anzahl und Form, unterscheiden sich aber komplett in der Farbe, das ist also ein Set.

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler fünf Würfel, es wird gleichzeitig gewürfelt und dann schaut jeder Spieler, ob er unter seinen Würfeln ein Set findet. Wer als erster ein Set findet, wird Startspieler und darf das Set auslegen. Beginnend bei ihm verläuft eine Runde wie folgt:

Jeder weitere Spieler darf ein bis drei Würfel anlegen. Am Ende müssen alle neu angelegten Würfel Teil von mindestens einem Set sein, und mindestens eines der neu gebildeten Sets muss mindestens einen Würfel enthalten, der bereits auf dem Spielfeld gelegen hatte.

Wenn alle ihre Würfel ausgelegt (und die entsprechenden Punkte eingestrichen) haben, zieht jeder Spieler, beginnend mit dem Startspieler, seine Würfel auf fünf auf und würfelt die neu hinzugekommenen Würfel einmal. Dann darf jeder Spieler noch einmal beliebig viele seiner Würfel würfeln, dann beginnt die neue Runde mit dem gleichen Startspieler wie die vorherige.

Wilde Würfel (Joker) können grundsätzlich jeden beliebigen Wert annehmen, wenn sie in das Gitter gelegt werden. Wer später ein genau passendes Symbol erwürfelt, kann am Zug den Würfel austauschen, muss aber den wilden Würfel neu würfeln. Natürlich kann der dann (eventuell mit neuem Würfeln in mehreren Runden) wieder wild werden.

Punkte gibt es für die gebildeten Sets, und zwar ist jedes Set genau so viele Punkte wert, wie es Würfel enthält, wobei ein soeben gelegter wilder Würfel im allerersten Set, das mit ihm gebildet wird, keine Puntke bringt. Außerdem gibt es auf dem Spielbrett Sonderwertungs-Felder, die dem ersten, der auf ihnen ein Set bildet, Extrapunkte geben. Wenn am Rundenende beim Verteilen der neuen Würfel mindestens ein Spieler nicht mehr auf fünf Würfel auffüllen kann, beginnt die letzte Runde. Und wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

Grundsätzlich klingt das Spiel ganz nett, eine Art Scrabble mit Set-Regeln. Aber in der Durchführung ergeben sich ein paar kleine Probleme, die man aber mit ein wenig Hausregeln umgehen kann.

Es ist ein gewaltiger Vorteil, als erster in der Runde dran zu sein: Wenn man sich entscheidet, ob und wie viele Würfel man neu würfeln möchte, weiß man genau, zu welchen bereits liegenden Steinen die eigenen Steine passen müssen. Jeder weitere Mitspieler hat das – im Laufe der Runde immer weiter steigende – Problem, dass man nur sehr ungenau voraussehen kann, welche Symbole man gebrauchen können wird.

Besser wäre es daher wohl, mit einem wechselnden Startspieler zu spielen. Dann aber wiederum ist es ganz im Gegenteil kein Vorteil, als erster spielen zu dürfen, da man als erster Spieler nur drei Punkte machen kann, während jeder weitere Spieler mehr Punkte erzielen kann. Die Punkte für das allererste Set zu verdoppeln, scheint hier ein guter Ausgleich.

Wer ein Such- und Reaktionsspiel im Stile des originalen SET erwartet, liegt hier falsch. Set³ spielt sich wirklich eher wie Scrabble, aber mit der Erschwerung durch das Bilden von Sets.

Der Glücksfaktor ist doch recht hoch, auch wenn für Gelegenheitsspieler die Herausforderung, Sets zu entdecken überwiegen könnte. In der Tabelle unten gebe ich daher hinter die Vielspieler-Wertung auch eine Gelegenheitsspieler-Wertung (in Klammern) an, die das widerspiegeln soll.

Vielspielern wird Set³ verglichen mit Spielen wie Scrabble oder Numenko wenig neues bieten. Gelegenheitsspieler und Familien hingegen dürfte Set³ recht gut gefallen, wenn man die Reaktionen meiner Testrunden betrachtet. Mit dem Preis ist es auch ein gutes Geschenk zum Fest.

Hersteller Amigo
Autor Marsha J. Falco
Künstler k.A.
Spieler 2-4
Denken 5 (7)
Glück 8 (5)
Geschicklichkeit 0
Preis (UVP) 15,99 €

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