Bausteine

Blocks

BlocksSchönes Material, interessante Spiele – so könnte man die Spiele des Verlags Steffen-Spiele ganz kurz beschreiben. Der Verlag brinbgt in der Regel jedes Jahr nur ein, zwei Neuheiten heraus. Die Spiele des Verlages, von denen wir in den letzten Jahren schon u.a. Copa, Soluna, Pescado, Kulami, oder auch SchoK.O. besprochen haben, sind aber immer ein Highlight. So auch auf der letzten Spiel.

Eine eher schlicht gehaltene Schachtel mit recht hohem Gewicht – so steht Blocks in den Regalen. Auf den Seiten steht in vier Sprachen: "Zwei taktische Bauspiele für 2 Personen“ – nur die englische Version weicht ab, indem sie die Spiele als "strategic“ bezeichnet. Da aber dass Englische genau die gleiche Unterscheidung macht zwischen strategy und tactics, ist hier die deutsche Fassung korrekter.

In der Schachtel fanden wir folgende Teile:

  • die Spielregel auf Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch
  • 40 "weiße“ Spielsteine‘
  • 40 "schwarze“ Spielsteine
  • eine dicke Filzmatte

Die Regeln kann man von der Webseite des Spiels herunterladen. Hier gibt es alle vier Sprachversionen getrennt, plus Spielregeln für zwei weitere Spiele mit demselben Material. Meine Rezension beschränkt sich aber auf die beiden mitgelieferten Spiele.

Die Spielsteine sehen aus wie Bausteine und sind aus Holz, 2,7 × 2,7 × 5,4 mm3 groß. 'Weiß' heisst naturfarben hell, 'schwarz' wurde dunkel gebeizt. Im Endeffekt wirken die Spielsteine wie zwei aneinander gesetzte Würfel, wenn auch ohne Trennlinie. Für beide Spiele muss man die Spielsteine auch als Doppelwürfel betrachten.

Die Filzmatte ist quadratisch mit einer Seitenlänge von 18 cm und eine Dicke von einem halben cm. Beim Öffnen der Schachtel sieht die Matte aus wie ein Stück Dämmmaterial, um die Holzklötze an der Bewegung zu hindern, aber beim zweiten Spiel ist sie sehr nützlich. Also nicht wegwerfen!

Das erste beschriebene Spiel heißt 'Kwinty'. Bei diesem erbauen die Spieler eine Wand mit dem Ziel, eine Fünferreihe zu erreichen. Wer am Zug ist, setzt einen Spielstein in die Wand, die nur einen Teilwürfel dick sei darf und maximal neun Teilwürfel breit und hoch. Außerdem müssen die Spielsteine, wenn sie gesetzt werden, einen bereits gesetzten Spielstein berühren – natürlich mit Ausnahme des ersten Spielsteins. Auch darf kein Spielstein überhängen, die Steine müssen immer komplett auf dem Boden oder auf anderen Spielsteinen aufliegen. Die einzige weitere Regel ist, dass zwei Spielsteine der gleichen Farbe sich nicht mit den kleinen Seiten berühren dürfen.

Spielziel ist es, ähnlich wie bei Vier gewinnt, eine Reihe von Teilwürfeln zu bilden, die waagerecht, senkrecht oder diagonal verlaufen darf. Aber bei diesem Spiel müssen es fünf Teilwürfel sein – da jeder Spielstein aus zwei Teilwürfeln besteht, wäre es ansonsten zu einfach.

Das Spiel ist für Vier-Gewinnt-Meister ein wenig irreführend, da man trotzdem bereits bei einer Dreierreihe aufpassen muss, und die Doppelsteine erfordern bei manchen Situationen ganz andere taktische Winkelzüge.

Das zweite Spiel heißt Turris, Bedi diesem Spiel wird ein Turm mit der Grundfläche von 3×3 Teilwürfeln gebaut; dieser Turm sollte auf der Filzmatte gebaut werden, damit man den Turm einfach drehen kann. Auch hier gibt es ein paar Grundregeln.

Zum einen müssen auch hier alle Spielsteine immer so gesetzt werden, dass sie bereits gesetzte Spielsteine berühren; auch hier darf kein Spielstein teilweise frei schwebend gebaut werden sondern muss immer mit der ganzen Grundfläche aufliegen. Zusätzlich muss hier aber ein vertikal gestellter Spielstein immer mit Seitenkontakt zu einem bereits verbauten Stein haben, während horizontal liegende Steine 'überlappend' verbaut werden muss, also auf zwei anderen Steinen aufliegen muss. Es dürfen nur maximal drei Ebenen unvollständig sein – wenn bereits drei Ebenen unvollständig sind, darf man keine neue Reihe anfangen.

Der 'Zentralwürfel' einer Ebene hat eine besondere Rolle. Zum einen darf der Zentralwürfel einer Ebene erst gebaut werden, wenn bereits mindestens ein Teilwürfel am Rand verbaut ist – der zu bauende Stein zählt nicht, auch nicht, wenn er quer gebaut wird.

Zum anderen erhält der Spieler, der den Mittelwürfel einer Ebene baut, einen Bonuszug. In diesem darf man entweder noch einen Stein bauen oder einen Spielstein des Gegners entfernen und dem Gegner zurückgeben. Das darf aber nicht der zuletzt vom Gegner verbaute Stein sein, und der Gegner darf die frei gewordene Stelle nicht sofort wieder bebauen. Auch darf durch die Wegnahme die Regel der maximal drei unvollständigen Ebenen nicht gebrochen werden.

Das Spiel endet, wenn alle Steine verbaut sind. Wenn durch die Mittelwürfel die Spieler unterschiedlich viele Steine übrig haben sollten, darf der übrig bleibende Spieler seine restlichen Steine nacheinander verbauen.

Hierbei merkt man schnell, dass die Filzmatte wirklich sinnvoll ist – wenn man die Seiten betrachten will, müsste man ansonsten ständig um den Tisch herum laufen. Mit der Matte kann man den Turm recht gut drehen, so lange man nicht zu ruckartig an der Matte zieht.

Anschließend werden die fünf sichtbaren Seiten des Turms (die vier Seitenflächen und die oberste Seite) gewertet. Es wird für jeden Spieler geschaut, welches die größte zusammenhängende Fläche seiner Farbe auf der zu wertenden Seite ist (berechnet in Teilwürfeln). Es gibt für jeden Teilwürfel dieser Fläche einen Punkt.

Wenn (bei den obersten Ebenen) eine Fläche unvollständig ist, aber weiter 'innen' Steine liegen, werden diese Steine als Teil der Seitenfläche mitgezählt – es wird also ganz einfach gewertet, 'was man sieht'. Dies gilt natürlich erst recht für die Dachseite des Turms.

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt – es kann hierbei natürlich auch ein Unentschieden geben, aber das ist extrem selten.

Kwinty ist ein eher schnelles, leichteres Spiel, das nicht nur vom Spielziel her gut mit Vier Gewinnt zu vergleichen ist, sich daher auch für ein schnelles Zwischendurchspiel und für Gelegenheitsspieler eignet. Turris hingegen entpuppt sich schnell als ein sehr taktisches, komplexes Spiel, das auch für Vielspieler noch eine Herausforderung darstellt.

Mit haben beide Spiele gut gefallen, und durch die edele Aufmachung ist Blocks auch ein sehr gutes Geschenk.

Erhältlich ist das Spiel im Webshop von Steffen Spiele, oder auch bei Spielwarenläden in ganz Deutschland.

Hersteller Steffen Spiele
Autor Fred Horn, Steffen Mühlhäuser
Künstler Steffen Mühlhäuser, Bernhard Kümmelmann
Spieler 2
Denken 8
Glück 0
Geschicklichkeit 3
Preis ca. 34 €

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