Mauloha!

Flattr this!

Hawaiki

HawaikiSpiele, bei denen man seine Karten so schnell wie möglich los werden muss, gibt es wie Sand am Meer. Daher muss man bei solchen Spielen immer schauen, in welchen Punkten sie sich von der breiten Masse abheben – während Uno und Mau-Mau ja eher kosmetische Unterschiede aufweisen, unterscheiden sie sich von beispielsweise Karrierepoker oder auch Tichu doch in großem Maße.

Aus Frankreich kommt mit Hawaiki ein Spiel, das sich eher in der Tradition der ersteren beiden Spiele versteht, aber doch ein paar interessante Änderungen hat. Und damit sind nicht nur die Motive der Karten gemeint, die auch ungewöhnlich sind.

In der kleinen quadratischen Schachtel (ca. 13,5 cm × 13,5 cm × 5,5 cm) findet sich folgendes Material:

  • 70 Spielkarten
  • 2 Übersichtskarten als Spickzettel
  • 60 Punktemarker
  • die Spielregel auf Französisch, Englisch, Niederländisch, Italienisch und Deutsch

Die Spielregel kann auch von der Webseite des Spiels heruntergeladen (PDF, 650 kB) werden. Leider hat die deutsche Übersetzung einen Fehler: Beim Flush (s.u.) wird einmal statt "zwei Karten“ "eine Karte“ genannt, was erst auffällt, wenn man später die 'Höflichkeitsregel' liest.

Die Punktemarker stecken in Stanzbögen, aus denen sie sich gut herauslösen lassen. Die Karten haben normale Qualität.

Schön sind die Kartenbilder geworden: die Karten zeigen jeweils zweimal die Werte von 1 bis 7 in fünf Farben, wobei jede Farbe auch als Kartenbild eine Tierart zeigt: Lila sind Hammerhaie, grün Schildkröten, orange Salamander, gelb Kolibris und blau sind Rochen. Die Farben selbst sind kräftig, die Tierbilder machen einen deutlichen hawaiianischen Eindruck. Nettes Detail: auf dem Rücken jedes Tieres ist die jeweilige Wertzahl in die Zeichnung eingearbeitet, was einen hübschen Effekt ergibt.

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn zehn Punktechips sowie für jede Runde sechs Handkarten, zusätzlich werden drei (!) Karten als Ablagestapel auf den Tisch gelegt. Der Rest bildet einen Nachziehstapel.

Wer jetzt an der Reihe ist, muss, wenn möglich, eine Karte auf einen der drei Ablagestapel legen, wobei die üblichen Mau-Mau-Regeln (Farbe oder Wert muss gleich sein) gelten – wer nicht bedienen kann, zieht eine Karte nach, und der nächste Spieler ist an der Reihe.. Allerdings kann man durch die Tatsachen, dass jede Karte zweimal im Stapel enthalten ist und dass es drei Ablagestapel gibt, besondere Ablagen erreichen. Dafür sind dann die 'üblichen' Sonderkarten (Farbwahl, Ziehe 2/4 Karten…) hier nicht vorhanden.

Wer beim Ablegen nicht nur die gleiche Farbe oder den gleichen Wert legt, sondern die genaue Karte doppelt, kann – am besten direkt vor der Ablage – ein Paar ansagen und darf gleich danach noch einmal spielen. Wer eine 'Straße' (drei Karten mit aufeinanderfolgenden Werten) mit den obersten Karten der Ablagestapel bildet und dies ansagt, darf man nicht nur noch einmal spielen, sondern außerdem noch einen Spieler bestimmen, der eine Karte nachziehen muss. Wer so einen Flush (drei gleichfarbige Karten) bildet, darf sogar zwei Spieler für eine Zusatzkarte (oder einen Spieler für zwei Zusatzkarten) nominieren und noch einmal spielen. Und bei einem Drilling (alle drei Ablagestapel zeigen Karten des gleichen Wertes) erhalten alle anderen Spieler eine zusätzliche Karte, bevor der aktive Spieler noch eine Karte legt. Allerdings gilt dies nur, wenn diese Kombination nicht bereits durch den Spielzug des vorherigen Spielers entstanden war – nur eine neue Straße mit mindestens einem neuen Wert (bei 2-3-4 beispielsweise durch Legen einer 1 auf die 4 oder einer 5 auf die 2) wird in diesem Fall noch aktiv.

Wer die Ansage vergisst und dabei erwischt wird (indem ein anderer Spieler diese Ansage nachholt), muss eine Karte nachziehen – es lohnt also nicht, eine Ansage zu überspringen, weil man sowieso nicht nocht einmal spielen kann.

Eine Runde endet, wenn ein Spieler seine letzte Karte auf einen der drei Stapel abwirft – jeder Spieler muss nun so viele Wertungsmarker abwerfen wie er noch Karten in der Hand hat. Wenn ein Spieler seinen letzten Marker abwirft, endet das Spiel, und es gewinnt der Spieler, der noch die meisten Marker besitzt.

Eine kleine 'Gemeinheit' hält die Spielregel noch bereit: Wer durch Straße, Flush oder Drilling eine Karte erhält, muss "Danke“ sagen, bei zwei Karten sogar "Vielen Dank“. Wer diese 'Höflichkeitsregel' vergisst, muss sogar noch einmal eine resp. sogar drei Karten nachziehen. Das geht natürlich nicht jedem gleich gut über die Lippen…

Hawaiki ist eindeutig eine Mau-Mau-Variante mit ein paar Besonderheiten, insbesondere die drei Ablagestapel sind ein wenig ungewöhnlich. Dennoch ist das Spiel eindeutig glücksbetont und auch schon für Kinder geeignet. Für das Familienfest oder als Absacker für den Spieleabend mag es auch geeignet sein, allerdings werden Vielspieler den Glücksfaktor als deutlich zu hoch empfinden.

Ich habe das Spiel in Deutschland nicht gefunden, aber es gibt eine ganze Reihe französischer Versandhändler mit Internetpräsenz, die das Spiel verkaufen.,

Hersteller Ilopeli
Autor Lionel Borg
Künstler David Boniffacy
Spieler 2-6
Denken 4
Glück 9
Geschicklichkeit 9
Preis ca. 13,50 €

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.