Samurai-Gomoku

Quint-X

Quint-XEs wird den einen oder anderen bereits aufgefallen sein: seit letzter Woche erscheinen hier beinahe keine Rezensionen mehr. Der Grund ist einfach: Ich bin durch die Spiele, die bei mir liegen, durch, und mein Mit-Redakteur hat eine, nunja, etwas niedrigere Frequenz. Seit der RPC habe ich zwar eine ganze Reihe Rollenspielmaterial hier, aber das kann man nicht ganz so schnell rezensieren.

Daher bin ich ganz froh, wenn Spieleherausgeber mir neue Spiele zuschicken, zwecks Rezension. Dies gilt selbstverständlich doppelt für Spiele, die für unser Erstverkaufstags-Versprechen in Frage kommen. Wer aber andere Spiele, die in unser normales Œuvre fallen (Brett-, Karten- und Rollenspiele, aber keine Sammel(karten)spiele und keine Computerspiele) besprochen sehen möchte, kann sie gerne an die Adresse im Impressum senden. Wenn man vorher uns noch kurz kontaktiert, wäre das nett, aber nicht unbedingt notwendig.

Ein Verlag, der vorige Woche Spiele geschickt hat, ist Gerhards Spiel und Design, deren Spiele sich in der Regel durch zwei Eigenschaften auszeichnen: zum einen sind sie meist rechte Hirnverzwirner, zum anderen aus Holz und Glas und so schön, dass man sie gar nicht in der Spieleschachtel verwahren möchte, sondern eher als Konversationsstück auf einem Sideboard oder ähnlichem ausstellen möchte.

Die Schachteln von Gerhards unterstützen diesen Wunsch auch: statt künstlerisch entworfenen und damit auch relativ teuren bunten Schachteln kommen die Gerhards-Spiele in relativ unscheinbaren, braunen Kartonschachteln, mit nur einem Aufkleber, der anzeigt, welches Spiel darin steckt. Da Gerhards in erster Linie an Kenner verkauft und nicht auf Laufkundschaft in Spieleläden und Supermärkten angewiesen ist, ist diese Entscheidung verständlich – und so kann ein größerer Anteil des Verkaufspreises in das wirklich hochwertige Material investiert werden. Im Falle von Quint-X ist das:

  • ein massives Spielbrett aus geölter Buche (ca. 20 cm × 20 cm x 2×cm)
  • je 12 Glasmurmeln in zwei Farben (orangebraun und schwarz)
  • ein kleiner schwarzer Baumwollbeutel, um die Kugeln aufzubewahren
  • die Spielregel

Das Spielbrett zeigt fünf Quadrate in Form einer Fünf auf einem klassischen Würfel, wobei die Quadrate jeweils überlappen, wie bei einem Samurai-Sudoku. In jedem dieser fünf Quadrate befinden sich wiederum fünf Felder in der gleichen Anordnung, wobei in jeder Überlappungszone jeweils ein Feld steht, das zu beiden Quadraten gehört. Insgesamt sind also 21 Felder auf dem Spielfeld. Die Felder sind rund eingefräst, damit die Kugeln gut liegen.

Die Spielregel ist, wie bei den meisten wirklich kniffligen Denkspielen, sehr einfach. Wer an der Reihe ist, setzt einen Spielstein (eine Kugel) in ein Quadrat, das durch den letzten Zug des Gegenspielers vorgegeben wurde (der allererste Zug ist daher frei wählbar). Wenn ich also beispielsweise einen Stein auf das Feld im 'Nordosten' des Quadrates gelegt wurde, muss mein Gegner seinen nächsten Stein in das Nordost-Quadrat setzen. Wenn der seinen Stein auf das Zentralfeld setzt, muss ich anschließend einen Stein in das Mittelquadrat setzen. Und so weiter.

Ich muss, wenn möglich, meinen Stein auf ein leeres Feld setzen. Nur, wenn das nicht möglich ist, darf ich einen Stein meines Gegners wegnehmen und durch meinen eigenen ersetzen – der weggenommene Stein geht an den Spieler zurück. Und den letzten Stein, den der Mitspieler eingesetzt hat, darf ich nur wegnehmen, wenn kein anderer Stein in dem Feld liegt – womit ich dann sowieso gewonnen hätte.

Ziel ist es, entweder als erster eines der fünf Quadrate komplett mit fünf eigenen Steinen besetzt zu haben, seine zwölf Steine komplett auf dem Spielbrett unterzubringen oder in dem Augenblick, in dem das letzte Feld auf dem Spielbrett besetzt wird, in mindestens drei Quadraten die Mehrheit zu haben. Da es in extremis allerdings möglich ist, mit nur sieben Steinen bereits die Mehrheit in drei Quadraten zu halten, und mit neun Steinen auch die beiden restlichen Quadrate so blockiert sein können, dass der Gegner kein Quadrat komplett füllen kann. Wer in dem extrem unwahrscheinlichen Fall gewinnt, dass ein Spieler seinen letzten Stein setzt und der andere dann die Mehrheit Quadrate beherrscht, ist nicht ganz klar.

Das Spiel ist einfach zu erlernen, aber die Wahl der 'richtigen' Felder ist alles andere als einfach. Immerhin legt man damit fest, wo der Gegner setzen darf, der damit wiederum meine Möglichkeiten bestimmt – ich kann also versuchen, den Gegner dazu zu zwingen, mir entsprechende Öffnungen zu geben, was aber der Gegner genausogut versucht. Man versucht also, mehrere Schritte im oraus ze berechnen, und schnell beginnt der Kopf zu rauchen.

Für den Liebhaber solcher Hirnverzwirner und den Liebhaber schönen Spielmaterials ist Quint-X hochinteressant, aber auch Gelegenheitsspieler werden das Spiel mögen, da es leicht zu erlernen ist.

Erhältlich ist das Spiel über den Webshop des Herstellers.

Hersteller Clemens Gerhards KG
Autor Hartmut Kommerell
Künstler k. A.
Spieler 2
Denken 10
Glück 0
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 29 €

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