Da staunste Bauklötze…

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Block Out!

Block OutIn den letzten Jahren haben wir immer wieder festgestellt, dass aus dem "hohen Norden“ einiges neues auf die SPIEL kam – insbesondere aus Finnland. Viele dieser Spiele fielen dadurch auf, dass sie sehr hochwertiges Material verwenden, aber auch, dass sie ganz neue Spielkonzepte anbieten oder mehrere bekannte auf bisher unbekannte Weise miteinander verbinden. Ein weiteres Beispiel dafür ist Block Out! von Tactic, deren Verbreitungs- und Verkaufsgebiet bisher hauptsächlich Skandinavien und Osteuropa umfasst.

Auf den ersten Blick denkt man: Was ist denn das? In einer mittelgroßen rechteckigen Schachtel befinden sich 55 Karten (davon 43 Klotzkarten und 12 Aktionskarten) und 9 Bauklötze aus Holz, sowie die Spielregel (auf Finnisch, Schwedisch, Norwegisch Dänisch, Französisch, Niederländisch, Englisch und Polnisch). Das soll ein Spiel sein?

Dann schaut man genauer hin, und erkennt, dass der Schlüssel in den Bauklötzen liegt: Diese wirken auf den ersten Blick zwar würfelförmig, aber sind es keineswegs, sondern… naja, eben nicht so ganz gerade, und das ist der Clou. Zwar ist eine Seite der Klötze wirklich quadratisch, aber die anderen eben nicht, sondern leicht krumm, abgerundet, schief – nicht extrem, aber doch genug, um das Spielprinzip zu ermöglichen. Außerdem gibt es keinen Klotz doppelt – es gibt sie in drei Farben (schwarz, braun und gelb) und jeweils in klein, mittel und groß.

Die Klotzkarten zeigen jeweils eine Klotzauswahl – die kann sehr konkret sein (z.B. kleiner gelber Klotz), lassen einzelne Möglichkeiten offen (z.B. beliebiger schwarzer Klotz oder beliebiger großer); sie kann auch freie Auswahl bedeuten. Die Aktionskarten zeigen entweder Passen oder Richtungswechsel. Wer an der Reihe ist (Startspielerwitz: Wer als nächster Geburtstag hat) spielt eine Karte aus und dann auch den entsprechenden Klotz – der erste wird einfach auf die Tischmitte gesetzt (wie herum entscheidet der aktive Spieler), und jeder weitere dann auf den jeweils obersten Klotz, nur mit einer Hand und so, dass nur die Oberfläche des obersten Klotzes berührt wird – also kein Rangieren am schon stehenden (meist ziemlich schiefen) Turm, der zwar durchaus wackelig sein darf, aber eben nicht umfallen. Kann man keine der Handkarten spielen (weil diese Klötze zeigen, die schon verbaut sind), muss man so lange Karten ziehen bis man eine spielen kann. Wirft man den Turm um, bekommt man drei Strafkarten, aber darf auch den neuen Turm mit einer Karte beginnen.

Was auf den ersten Blick simpel klingt, ist weit komplexer. Durch die nicht rechtwinklige Form der Klötze verhalten sie sich doch ein wenig anders als man zunächst denken mag, und gewusst wie kann es durchaus Sinn machen, größere auf kleinere zu stapeln (so man denn die Wahl hat). Und Fallenstellen kann zu einem Eigentor werden, wenn der Spieler, den man reinlegen wollte, dann eine Richtungswechselkarte spielt und man selber das Problem hat, das man gerade verursacht hat. Gewonnen hat so oder so derjenige, der keine Karten mehr hat – oder dem es tatsächlich gelingt, alle 9 Klötze zu stapeln (sehr schwierig, aber 7 hatten wir schon bei einem Testspiel).

Das Material ist sehr schön und hat eine angenehme Haptik – etwas unorthodoxe Bauklötze eben, und die Karten haben gute Spielkartenqualität. Dass eine Runde ca 20-30 Minuten dauert macht das Spiel zu einem guten Opener oder Lückenfüller, wobei das "Ich will nochmal“-Gefühl durchaus dazu führen kann, dass man es direkt noch einmal spielen will. Grobmotoriker haben leider keine Chance, aber wer zumindest einigermaßen ruhige Hand und durchaus auch ein Gefühl für Statik hat, hat hier gute Chancen – egal ob Gelegenheits- oder Vielspieler. Durch die Karten und die unterschiedlichen Klötze ergeben sich auch taktische Optionen – wenn man irgendwann erahnen kann, welche Karte(n) ein Spieler noch auf der Hand hat, kann man z.B. diese Klötze gezielt verbauen und ihn so dazu zwingen, weitere Karten zu ziehen, und zur rechten Zeit zu passen oder die Richtung zu wechseln ist natürlich auch ein Weg zum Sieg (und ja, man darf einen Richtungswechsel auch mit noch einem Richtungswechsel beantworten).

Insgesamt hat Block Out! meinen Testspielern sehr viel Spaß gemacht und wird sicherlich öfter mal auf dem Spieltisch landen. Geschick wie auch Planung werden gleichermaßen gefordert, und der Glücksfaktor ist eher gering (lediglich welche Karten man wann erhält ist eben Zufall), also sicherlich ein Spiel das man lernen kann.

Hersteller Tactic
Autor Forrest-Pruzan Creative
Künstler k. A.
Spieler 2-6
Denken 6
Glück 2
Geschicklichkeit 7
Preis ca. 10 GBP

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