Familienbande

Die 7 Abschiedbriefe des Mr. Pomeroy

Die 7 Abschiedsbriefe des Mr. Pomeroy

Pünktlich einmal im Jahr erscheint bei der Redaktion Phantastik ein neuer Abenteuerband für Private Eye. Dieses Jahr erschien mit Band 9 unter dem Titel Die 7 Abschiedsbriefe des Mr. Pomeroy ein Abenteuer, das die Helden wieder einmal aus London aufs Land entführt, wo es einen verwirrenden und verworrenen Fall aufzuklären gilt.

Pomeroy ist ein alter englischer Familienname, der in dieser Form oder einer Variation (Pumroy, de Pomerai, Pommery…) recht häufig ist. Deutschen Ohren kommt er wahrscheinlich als erstes aus dem alljährlich zu Silvester ausgestrahlten Dinner for One bekannt vor, es gab und gibt aber auch einige amerikanische und britische Politiker dieses Namens, Schauspieler, Musiker, Historiker etc.

Auf den 48 Seiten (mit Umschlag 52) des Abenteuerbandes findet sich diesmal tatsächlich nur ein einziges Abenteuer, das für viel Verwirrung bei den Detektiven sorgen kann. Dabei sieht alles am Anfang doch so einfach aus: Edward Pomeroy wurde im Torbogen des verfallen Familienschlosses – das bereits seit Jahrhunderten nicht mehr im Besitz der Familie ist – erhängt aufgefunden. Einen Abschiedbrief gibt es auch.

Leider aber wird der Bote, der die traurige Nachricht der Familie überbringen soll, von einem Bediensteten abgefangen, der ihm mitteilt… dass sich Edward in der Nacht in seinem Zimmer selbst ermordet habe und gleich sechs Abschiedsbriefe hinterlassen habe. Die Leiche liege noch in seinem Schlafzimmer.

Damit gibt es also zwei Leichen – von denen eine durch eine Giftschlange, die andere durch einen Constable bewacht wird – und ein paar zu viele Abschiedsbriefe, um die Selbstmordtheorie noch glaubhaft zu machen. Und so kommt, was sich wohl nicht vermeiden ließ: die SC werden von London aus auf den Weg geschickt, Licht ins Dunkel zu bringen.

Im Abenteuer gibt es erst eine Übersicht über die Geschichte hinter dem Fall – denn, wie bei Private-Eye-Fällen üblich, handelt es sich nicht um eine impulsive Tat, sondern sie hat eine langjährige Vorgeschichte -, gefolgt von einer Zeittafel des eigentlichen Tatherganges. Hier wird dann auch für den Spielleiter erklärt, wer die zweite Leiche ist, wer hinter welchem Ereignis steht, bis die Detektive eintreffen etc.

Anschließend gibt es eine Übersicht über die Zeugenaussagen – zwar nach Örtlichkeiten sortiert, aber nicht unbedingt in der Reihenfolge, in der sie sich den Spielern präsentieren. Hier finden sich die sozusagen 'fixen' Indizien, die sich im Laufe des Abenteuers nicht verändern (sollten). Danach erst wird die weitere Handlung erzählt, die sich natürlich zumindest teilweise parallel zu den Nachforschungen der Detektive abspielt. Hier muss vor allem der Spielleiter anstrengen, um die Übersicht zu behalten und weder zu vergessen, den Spielern die richtigen Spuren zum richtigen Zeitpunkt zu präsentieren, noch, die Pläne der NSC zu verfolgen. Gerade, wenn das Testament des Verblichenen eröffnet wird, kann dies recht schwierig werden.

Die Personen des Dramas – tote wie lebende – werden anschließend noch einmal (teilweise mit Spielwerten) vorgestellt. Nun folgt noch eine Übersicht über die Alibis und Aussagen der verschiedenen Personen in Stichworten.

Materialien und Handouts machen den nächsten Teil des Abenteuers aus – wobei die sieben Abschiedsbriefe stark verkleinert – vier auf einer Seite – wiedergegeben werden. Auch die anderen handschriftlichen Werke, auf die die Detektive im Laufe des Abenteuers stoßen können, sind ähnlich verkleinert. Wer seiner Gruppe diese Handouts in physischer Form geben will, wird sie wohl oder über scannen und vergrößern müssen, denn Downloads dieser Briefe haben ich leider bislang keine gefunden – und die Texte sind in der verkleinerten Form recht schlecht zu lesen, auf 'normale Größe' vergrößert hingegen gut.

Auch einen Plan des heutigen Sitzes der Pomeroys, eine Relationship Map und ein Fahrplanauszug sind hier zu finden. Schließlich bietet eine Liste mit Internet-Links noch die Option, sich bei Interesse weiter mit der Gegend und Familie auseinanderzusetzen.

Das Material ist für einen sehr langen oder zwei normale Spielabende ausreichend, und sorgt für eine ganze Menge Kopfzerbrechen bei den Detektiven. Für Freunde von Detektivabenteuern – auch in anderen Systemen als Private Eye – ist es daher uneingeschränkt zu empfehlen.

Hersteller Redaktion Phantastik
Autor Oliver Quick
Illustrationen und Künstler Christine Schlicht, Sylvia Schlüter, Manfred Escher
Spieler RPG
Denken RPG
Glück RPG
Geschicklichkeit RPG
Preis 12,95 €

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