Russisches Obst

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Fruit Mix

Seit einigen Jahren sind auch russische Spieleverlage auf der SPIEL zu finden – wie viele andere Länder auch mit einer langsam wachsenden Präsenz. Wobei … Lifestyle Boardgames Ltd ist eine ganze Firmengruppe, von denen eine ein Herausgeber von Spielen ist – hinzu kommt ein Distributor, ein Einzel- und ein Großhandel in Spielen. Begonnen hat das ganze vor etwa zehn Jahren mit einem online Spielehandel.

Neben lizenzierten russischen Ausgaben von anderen Spielen wie 6 nimmt, Bohnanza oder auch Fzzzt! produziert der Verlag seit ein paar Jahren auch eigene Spiele. Eines davon ist Fruit Mix – oder auf Russisch Фруктовый микс -, das in einer auffälligen, würfelförmigen Schachtel daherkommt. Mit einem Erdbeer- oder Wassermelonen-Motiv auf der Außenseiter sieht die Dose aus wie eine Bonbonschachtel. Das Gummiband, das die Dose zusammenhält, verstärkt den Eindruck noch. (Und wenn man nachsieht, wurde eine gleiche Schachtel früher schon einmal – nur mit anderem Aufdruck – für ein Spiel namens Bonbons verwendet.)

In der Schachtel ist, wenn man das erste Mal gespielt hat, eine Menge Luft. Zusätzlich sollte das folgende in der Schachtel stecken:

  • 48 Obstkärtchen
  • die Regel auf Russisch und Englisch

Auf der Spiel wurde eine deutsche Fassung der Spielregel getrennt mit ausgegeben. Auf der Downloadseite für das Spiel bei Boardgamegeek finden sich allerdings zur Zeit auch nur die russische und englische Version.

Die Karten sind dick – ähnlich dick wie in einem Memory-Spiel, aber deutlich kleiner. Sie steckten bei Auslieferung zu je vier in Stanzbögen, aus denen sie sich aber gut – vor allem ohne Nasen und Risse – herauslösen ließen.

Die Karten zeigen jeweils eine Frucht(art) auf einem Teller und einer farbigen Tischdecke. Die Teller können rund, quadratisch, kreuzförmig und fünfeckig sein, und es gibt insgesamt zwölf Obstsorten: Kirsche, Melone, Erdbeere, Orange, Birne, Blaubeere, Pflaume, Kiwi, Banane, Granatapfel, Zitrone und Apfel. Die Tischdecken schließlich sind rot, gelb, grün und blau. Während jede Frucht und jede Farbe nur einmal zusammenkommen – was auch für Kombinationen Frucht/Tellerform gilt – gibt es jede Kombination von Farbe und Tellerform dreimal.

Zu Spielbeginn werden die Karten gut gemischt, dann werden fünf von ihnen offen auf dem Tisch ausgelegt. Jeder Spieler erhält verdeckt gleich viele Kärtchen, ein ggf. vorhandener Überschuss kommt in die Schachtel zurück. Nachdem jeder Spieler Gelegenheit hatte, sich die Kärtchen auf dem Tisch einzuprägen, werden ide Kärtchen umgedreht (liegen also verdeckt), und das Spiel beginnt.

Wer an der Reihe ist, deckt aus dem Stapel mit den eigenen Kärtchen das oberste auf und legt dies neben ein verdeckt liegendes Kärtchen auf dem Tisch. Danach wird das solcherart angezeigte Kärtchen umgedreht, und es wird nachgesehen.

Wenn die beiden Kärtchen auch nur in einem Merkmal übereinstimmen, hat der Spieler Pech gehabt – er steckt das Kärtchen, das auf dem Tisch lag, unter den eigenen Stapel. Das Kärtchen des Spielers bleibt vorerst offen auf dem Tisch liegen.

Wenn alle drei Merkmale unterschiedlich sind, ist das ein Erfolg für den Spieler: die auf dem Tisch umgedrehte Karte kommt in die Spieleschachtel; und die Karte des Spielers bleibt offen auf dem Tisch liegen. So nimmt der Stapel des Spielers langsam ab.

Wenn alle fünf Kärtchen auf dem Tisch offen liegen, dürfen alle Spieler wieder versuchen, sie sich einzuprägen, dann werden sie verdeckt gedreht, und das Spiel geht weiter.

Da man oftmals nur noch eine oder zwei Kärtchen auf dem tisch verdeckt liegen hat, kann es sein, dass man meint/weiß, dass man kein gültiges Paar bilden kann. In diesem Fall darf man das eigene aufgedeckte Kärtchen umdrehen, unter den eigenen Stapel stecken und das nächste aufdecken. Man kann absprechen, dass man das maximal dreimal tun darf.

So geht das Spiel reihum weiter, bis ein Spieler sein letztes Kärtchen auf diesem Weg los wird. Dieser Spieler hat gewonnen.

Das Spiel funktioniert sozusagen über ein umgedrehtes Memory-System: es darf keines der drei Merkmale übereinstimmen. Das ist gerade für Memory-Experten eine ziemliche Umstellung, aber dennoch haben auch hier Kinder, wie auch beim Memory, einen interessanten Vorteil gegenüber Erwachsenen. Taktisch gegen die Mitspieler zu spielen ist allerdings ziemlich schwierig – es geht höchstens, wenn ein Mitspieler nur noch eine Karte hat, und man selber dann versucht, ihm die einzigen möglichen Paare wegzunehmen, indem man die Karte selbst umdreht. Aber das ist meist eher Wunschdenken als eine praktisch umsetzbare Taktik.

Das Spiel hat Spaß gemacht, und mit etwa einer halben Stunde dauerte es auch nicht zu lange. Für Vielspieler eignet es sich vor allem als Aufwärmung vor einem Spieleabend, es ist aber wohl eher für Gelegenheitsspieler gedacht.

Hersteller Lifestyle Boardgames
Autor Martin Nedergaard Andersen
Künstler Natalia Zelenina
Spieler 1-6
Denken 9
Glück 3
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 11 € (Preis auf der SPIEL)

Zur Zeit des Schreibens war das Spiel noch nicht bei deutschen Quellen zu finden,.

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