Perlen und Diamanten

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Die Portale von Molthar

Die Portale von MoltharEine Streitmacht zusammenzustellen, mit der man einen Gegner besiegen kann – ein nicht allzu seltenes Spielthema. Meist ist so ein Spiel zweiteilig – man baut seine Armee auf und muss sich anschließend noch mit dem Gegner auseinandersetzen – ob das jetzt die Mitspieler sind, oder auch das Spiel selber, wie bei Thunderstone. In manchen Spielen hat man auch bereits die Armee, und muss nur noch den Gegner bekämpfen. Seltener sind Spiele, bei denen es nur darum geht, die Streitmacht zusammenzustellen.

Molthar ist ein Fantasy-Reich, in dem seit langer Zeit die Dunkelheit herrscht. Die Spieler sind Helden, die ihre Streitmacht zusammenstellen wollen, mit denen sie diese Dunkelheit besiegen können. Das Spiel endet allerdings bereits, wenn man die Truppe aufgebaut hat – es wird dann davon ausgegangen, dass sie auch stark genug ist.

In der westentaschengroßen Schachtel findet sich

  • die Spielregel auf Deutsch
  • 56 Perlenkarten mit werden von 1 bis 8
  • 54 Charakterkarten
  • fünf Spielermatten

Die Spielermatten sind aus Papier und einmal gefaltet – entölang diesen Knicks reißen sie leicht ein. Allerdings sind die Matten auch nicht wirklich notwendig – man kann das Spiel auch ohne sie spielen.

Die Karten sehen gut aus und sind auch angenehm stabil. Die Perlenkarten zeigen eben nur eine Perle und die Wertzahl. Die Charakterkarten zeigen je einen fantastischen Charakter (von den sieben Zwergen über Rotkäppchen, Captain Hook, Medusa und geflügelte Affen aus Oz bis hin zu Ents und dem verrückten Hutmacher findet man Wesen aus den verschiedensten Mythologien. Es macht schon Spaß, die Charaktere überhaupt zu erkennen und zu platzieren.

Auf jeder Charakterkarte stehen auch die Kosten, die man bezahlen muss, um sie zu erwerben, die Siegpunkte, die man von ihnen erhält und meist auch noch eine besondere Fähigkeit. Edabvei ist die Karte zweigeteilt: das Portrait und die Kosten stehen auf einer Hälfte, Siegpunkte und Eigenschaften auf der anderen umgedreht.

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler eine Spielermatte (das "Portal“), wobei der Startspieler die Rückseite verwendet (auf der Rückseite jeder Matte steht das gleiche wie auf der Vorderseite, plus einem Startspielermarker…). Die Perlen- und Charakterkarten werden getrennt gemischt, vier Perlen- und zwei Charakterkarten werden aufgedeckt. Die restlichen Karten bilden zwei Nachziehstapel.

Wer am Zug ist, hat drei Aktionen, mit jeder darf er eine von vier möglichen Aktionen ausführen. Welche, welche Reihenfolge und wie oft, ist hierbei dem Spieler überlassen.

Zum ersten darf man mit einer Aktion eine Perlenkarte auf die Hand nehmen. Die Karte wird sofort durch eine neue vom Perlen-Nachziehstapel ersetzt. Wenn hierbei eine der drei Perlenkarten mit einem Austauschsymbol aufgedeckt wird, werden anschließend sofort die beidem Charakterkarten auf den Charakterkarten-Abwurfstapel gelegt und zwei neue Charakterkarten aufgedeckt. Das Handkartenlimit ist bei Zugende (am Ende aller drei Aktionen) fünf Handkarten.

Als zweite Möglichkeit kann man mit einer Aktion alle vier ausliegenden Perlenkarten entfernen und durch vier neue ersetzen.

Als dritte Option kann man auch eine der beiden Charakterkarten – oder auch die oberste verdeckte Karte vom Charakter-Nachziehstapel – auf das eigene Portal legen. Damit 'reserviert' man den Charakter für sich. Allerdings dürfen auf einem Portal immer nur zwei Charakterkarten liegen; wenn man trotzdem eine neue Charakterkarte reservieren will, muss man vorher eine Charakterkarte auf den Charakter-Abwurfstapel werfen.

Schließlich kann man auch einen reservierten Charakter aktivieren. Hierfür muss man eine bestimmte Kombination aus Perlenkarten aus der Hand ablegen. Welche das ist, steht auf der Charakterkarte – es kann eine Kombination bestimmter Karten sein, oder auch eine Gruppe mit einer bestimmten Summe, oder drei Paare oder…

Aktivierte Charaktere werden vom Portal weg daneben gelegt und andsersherum gedreht, so dass man ihre spezielle Fähigkeit und die Siegpunkte sehen kann. Diese Fähigkeit kann dauerhaft wirken oder nur einmal – dann müssen sie direkt nach der Aktivierung ausgeführt werden.

Diese Fähigkeiten reichen von 'Diese Karte züählt wie eine Perlenkartte vom Wert X beim Aktivieren weiterer Charakter, ohne dass Du sie ausgibst' über 'Handkartenlimit +1' bis hin zu 'der nächste Spieler hat eine zusätzliche Aktion in seinem Zug' oder 'Stehle einem Mitspieler eine Charakterkarte von seinem Portal'.

Außerdem gibt es Charakterkarten, für die man einen 'Diamanten' erhält. Diese werden ausgedrückt, indem man eine Karten vom Charakter-Zugstapel nimmt und verdeckt vor sich ablegt. Diesen Diamanten darf man beim Aktivieren von Charakteren 'ausgeben‘, um den Wert einer Perlenkarte um eins zu erhöhen (auf maximal 8). Verwendete Diamanten gehen auf den Charakter-Ablagestapel.

So sammelt man seine Truppe, mit dem Ziel möglichst viele Siegpunkte zu sammeln. Das Spiel tritt in die Endphase ein, wenn ein Spieler seinen zwölften Siegpunkt erreicht. Danach wird die laufende Runde noch abgeschlossen und eine komplette Runde gespielt, dann endet das Spiel wirklich. Wer dann die meisten Siegpunkte hat, gewinnt bei Gleichstand entscheidet die Zahl der Diamanten.

Man muss bei diesem Spiel sowohl im Auge behalten, was man mit den eigenen Karten anfangen kann bzw. zu können glaubt, als auch, was die Mitspieler eventuell planen. Meist ist es aber eher kontraproduktiv, zu versuchen, einem Mitspieler einen Charakter vor der Nase weg zu schnappen – wenn der Mitspieler bereits die notwendigen Perlen gesammelt hat, wird es nur um so schwieriger, selber die notwendigen Perlen zu sammeln.

Allerdings führt diese Möglichkeit gerade bei Analyseparalytikern zu extensiven Gedankenspielen nach dem Motto "wenn ich die Karte nehme, bleibt ihm die Karte übrig“. Sogar Leute, die nicht so leicht zu Analyseparalyse neigen, können ihr bei diesem Spiel zum Opfer fallen.

Angesichts dieser Warnung klingt es vielleicht widersinnig, aber grundsätzlich ist das Spiel sowohl für Gelegenheits- wie für Vielspieler gut geeignet (auch wenn bei gemischtem Spiel die Vielspieler einen deutlichen Vorteil haben). Mit einer Spieldauer von einer knappen Stunde (Analyseparalytiker einmal ausgenommen) ist es auch kein Zwischendurchspiel, aber für einen normalen Spieleabend ist es hervorragend geeignet.

Hersteller Amigo Spiele
Autor Johannes Schmidauer-König
Künstler Dennis Lohausen
Spieler 2-5
Denken 7
Glück 4
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 9,99 €

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