Big Brother in der WG

Rumble in the House

Rumble in the HouseNicht in jeder Wohngemeinschaft ist alles eitel Sonnenschein. Oftmals gibt es da Mitglieder, die sich gegenseitig nicht ausstehen können und die alles daran setzen, den anderen aus der Wohngemeinschaft zu vergraulen. So etwas kann natürlich die Stimmung in der Wohngemeinschaft drücken, und das wieder führt zu weiteren Reibereien, Nickeligkeiten und Gehässigkeiten. Im Extremfall bleibt nur ein Bewohner übrig, und der muss dann zusehen, wie er die Miete bezahlt – oder neue Mitbewohner findet, die dann den ganzen Kreislauf neu starten.

Genau um so eine Wohngemeinschaft geht es in dem Spiel Rumble in the House. Jeder Spieler hat ein paar Bewohner der WG unter seinem Schutz, und versucht, diese so lange wie möglich im Hause zu halten. Nur leider haben die anderen Spieler eben ihre eigenen Favoriten. So geht es abwärts, bis nur noch ein Bewohner übrig ist.

In der kleinen, beinahe quadratischen Schachtel (ca. 14 cm × 14,2 cm × 5 cm) findet man

  • 12 Raumkarten
  • 12 Spielfigurenmarker
  • 12 Spielfigurenfüße
  • 12 Personenmarker
  • eine Punktetafel
  • 6 Wertungsmarker
  • 6 Spielfarbenmarker
  • ein Regelheft

Die Spielfarbenmarker und Wertungsmarker sind gleich: runde, stapelbare Mini-Pöppel. Leider sind die braunen und violetten dieser Spielsteine leicht zu verwechseln, und auch orange und rosa benötigen gute Beleuchtung,

Die Spielfiguren stellen alle möglichen seltsamen WG-Bewohner dar, von Cthulhu über einen Ninja bis hin zu einem Pinguin mit Dynamit (von der Testrunde liebevoll Frobisher getauft). Raumkarten, Spielfigurenmarker und Personenmarker stecken in Stanzbögen, aus denen sie sich mit ein wenig Kraft gut herauslösen lassen – bei uns blieben keine verräterischen Nasen an den Markern hängen.

Die Punktetafel zeigt Werte von 1 bis 30, wobei jeder fünfte Punktewert grün markiert ist. Die Spielfigurenmarker, die eigentlich als Spielfiguren verwendet werden sollen, muss man in die Füße stecken, wo sie nur mit Mühe hinein passen – sie sind ein klein wenig zu dick ausgefallen, oder der Spalt in den Füßen etwas zu schmal.

Zunächst baut die Spielrunde aus den zwölf Räumen ein Haus zusammen, wobei die genaue Konfiguration der Gruppe überlassen ist. In die Zimmer werden anschließend die Spielfiguren gestellt – je eine pro Zimmer. Welche Figur in welchem Zimmer steht, ist hierbei egal – sie gehören ja auch noch zu keinem Spieler.

Anschließend erhält jeder Spieler verdeckt zwei Personenmarker, die er sich selbst ansehen darf, den anderen aber nicht zeigen sollte. Auch erhält jeder Spieler zwei gleichfarbige 'Pöppel' als Spielfarben- und Wertungsmarker. Letzteren stellt man neben die Punktetafel, ersteren behält man zu Erinnerung bei sich.

In einer Runde beginnt der Spieler mit den wenigsten Punkten – in der ersten ein zufällig bestimmter Spieler. Wer am Zug ist, muss eines von zwei Dingen tun, wobei eines nicht immer möglich ist:

Zum einen darf man eine beliebige (!) Spielfigur, die in ihrem Zimmer alleine ist, in einen benachbarten Raum bewegen.

Wenn in einem Zimmer zwei oder mehr Personen stehen, darf man stattdessen auch eine beliebige dieser Personen aus dem Haus entfernen. Da die Reihenfolge, in der die Figuren abgewählt werden, am Ende der Runde wichtig ist, werden entfernte Figuren in ihrer Reihenfolge neben dem Haus aufgestellt.

Wenn alle Figuren außer einer aus dem Haus gewählt wurden, werden die Punkte abgerechnet. Die ersten beiden Figuren, die aus dem Haus gingen, erhalten keine Punkte, dann gibt es einen, zwei und so weiter bis zu zehn für die letzte Figur. Aber: jeder Spieler erhält nur die Punkte für seine beste Person. Die Punkte werden auf der Punktetafel eingestellt,

Anschließend werden alle Bewohner wieder ins Haus gestellt, die Personenmarker werden wieder gemischt und verdeckt verteilt, und die nächste Runde beginnt.

Insgesamt werden drei dieser "Rumbles“ gespielt, und es gewinnt, wer am Ende die meisten Punkte hat.

Da man nicht weiß, welche Figuren zu welchem Mitspieler gehören, ist es ein wichtiger Teil der Spielstrategie, herauszufinden, welchem Mitspieler welche Figuren gehören. Bluff und Gegenbluff gehören also als wichtige Taktiken unabdingbar dazu. Insoweit erinnert das Spiel manch einen Gelegenheitsspieler an Spiele wie Heimlich & Co. oder noch eher an King Up / King Me.

Leider führt die Struktur, dass die 'Besatzung' des Hauses immer bis zum letzten mann dezimiert wird, zu einem unangenehmen Nebeneffekt. Wer bereits beide Figuren aus dem Haus verloren hat, hat immer noch eine Königsmacher-Rolle, wenn man erkennt, welchem Spieler welche Figuren gehören. Das ist aber immer noch besser als die Alternative, die meine Spielrunde ganz kurz überlegte, als sie das entdeckte: wenn Leute, die ihre Figuren beide verloren haben, sich 'outen‘, gibt es gar kein Rundenende, weil bei nur noch zwei Figuren immer der Spieler entscheidet, wer ausscheidet, der die Begegnung der letzten beiden Figuren nicht herbeiführte. Dieser Königsmacher-Effekt ist beim bereits genannten King Up weniger ausgeprägt; zum einen, weil man mehrere Figuren hat, mit denen man Punkte gewinnen kann, zum zweiten, weil die Wertungsfiguren meist mit anderen Spielern teilt, und zum dritten, weil man durch die Veto-Karten nie sicher sein kann, ob eine bestimmte Situation tatsächlich zum Spielende führen wird…

Aber trotzdem ist Rumble in the House ein interessantes Spiel, das vor allem für Gelegenheitsspieler geeignet sein dürfte. Mit seiner Spieldauer von einer knappen halben Stunde (Analyseparalytiker einmal außen vor gelassen) dürfte es aber schnell genug sein, dass auch Vielspieler es akzeptieren können. Als Aufwärmspiel ist es auch für eine Spielrunde geeignet.

Hersteller Heidelberger in Lizenz von Flatlined Games
Autor Oliver "Ken Rush“ Saffre
Künstler Kwanchai Moriya
Spieler 2-6
Denken 8
Glück 6
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 16,95 €

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