Kieselscrabble

Flattr this!

GobbleStones

GobbleStonesWas haben Krokodile und viele Vögel gemeinsam? Sie fressen Steine. Nicht, weil sie diese besonders schmackhaft finden (dazu fehlt es zumindest an der Grillsoße), sondern weil sie diese zur Verdauung benötigen. Die Steine sorgen im Magen nämlich dafür, dass die Nahrung zerkleinert und damit überhaupt erst verdaulich wird.

Ob das auch bei Goblins so ist, darüber schweigt sich R’n’R Games beim Spiel GobbleStones in allen Tönen aus. Wichtig ist aber, dass Goblins hier Steine essen und sie auch noch lecker finden. Die leckersten Steine zu finden und zu verzehren ist das Ziel dieses Spiels.

In der Spieleschachtel steckte:

  • ein Wertungsblock
  • ein Spielsteinbeutel
  • 100 farbige Spielsteine (je 20 in 5 Farben)
  • 9 doppelseitige, quadratische Spielbrett-Stück
  • die Spielregel auf Englisch, Holländisch, Französisch und Deutsch
  • vier Stellbretter

Die Spielsteine sind flache Plastikplättchen, die auf einer Seite farbig sind – metallisch glänzend in rot, gelb, grün, blau und türkis. Leider sind sie auch recht kratzempfindlich – schon beim Mischen der Steine im Beutel können kleine Kratzer entstehen. Weniger Effekt und mehr Haltbarkeit wäre nett.

Der Beutel ist groß und aus dickem, strapazierfähigem Material. Die Stellbretter (aus Plastik) sehen ähnlich aus und funktionieren genauso wie die von Scrabble. Die Spielplanstücke schließlich zeigen auf beiden Seiten je ein 5×5 Felder großes Raster mit farbigen Feldern, die mit Zahlen bezeichnet sind., wobei die Verteilung der Zahlen auf beiden Seiten gleich ist, und auf fünf der Karten auch das Mittelfeld auf beiden Seiten die gleiche Farbe hat. Zusätzlich benötigt man noch einen Schreibstift.

Zum Spielbeginn wird aus den 9 Tafeln ein quadratisches Spielfeld zusammen gelegt. Zwar steht in der Spielanleitung „zufällig“, aber es macht für das Spiel auch nichts aus, wenn man die Auslage beliebig anders zusammenbaut. Jeder Spieler erhält ein Gestell. Die Spielsteine werden im Beutel gemischt und jeder Spieler zieht sich fünf Steine.

Der erste Spieler darf einen seiner Steine auf ein Feld in der Mitte eines der neun Spielbrett-Quadrate setzen, das die gleiche Farbe hat. Anschließend wird reihum gespielt.

Wer an der Reihe ist, darf bis zu fünf Steine von seinem Gestell auf die Spielfläche legen. Dabei muss man aber ein paar Dinge beachten:

  1. Die Reihe muss an einen bereits liegenden Spielstein flächig anschließen und darf keine Lücken aufweisen
  2. Jeder Stein muss auf ein Feld der gleichen Farbe gelegt werden
  3. Durch die Auslage darf kein einziges Quadrat von 2×2 Feldern komplett abgedeckt werden

Man erhält so viele Punkte, wie auf den Feldern unter den Spielsteinen steht. Anschließend darf man Steine nachziehen, allerdings je weniger, je mehr Steine man auf das Spielfeld gelegt hat. Die gelegte Anzahl wird von 5 abgezogen, das Ergebnis gibt an, wie viele Steine man neu ziehen darf. Wenn man also 5 Steine gelegt hat, darf man nichts nachziehen, hat man nur einen Stein gelegt, darf man vier ziehen etc. Die gewonnenen Punkte kann man natürlich auf dem Block aufschreiben.

Was in den Regeln nicht erwähnt wird, aber auf Nachfrage bei Boardgamegeek gesagt wurde: auf einigen Spielbrettstücken sind auf einer der beiden Seiten graue Felder mit einem Wert von 0 zu finden. Dies sind keine Blockaden, sondern können ebenfalls mit Steinen belegt werden – allerdings bringt ein Stein, der hier abgelegt wird, auch null Punkte.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler nicht mehr so viele Spielsteine ziehen kann wie er eigentlich sollte. Das heißt, dass nach einem Spieler, der fünf Steine gelegt hat, auf jeden Fall noch ein Spieler an die Reihe kommt, auch wenn der Beutel bereits leer ist (der Spieler zieht nach dem Legen von 5 Steinen ja nicht mehr nach).

Bei Spielende erhält man für jeden Spielstein auf seinem Gestell noch eien Punkt. Der Spieler mit den meisten Punkten hat gewonnen.

Das Spiel erfordert vor allem ein gutes Auge, damit man die erfolgreichsten (wertvollsten) Auslagemöglichkeiten sieht. Als zweites Kriterium muss man auch abschätzen, wie viele Steine man sinnvoll legt – je mehr Steine man legt, desto weniger hat man in der nächsten Runde zur Verfügung. Auf die Dauer hebt sich der Effekt zwar wieder auf, weil man nach dem Legen weniger Steine wieder mehr Steine auf das gestell bekommt, aber da die Punkte nicht gleichmäßig verteilt sind, kann es wichtig sein, gut zu planen, wann man eine besonders lange Reihe legen will. Daher funktioniert das Spiel auch zu zweit besser als zu dritt oder gar zu viert – man hat ganz einfach deutlich mehr Chancen, seinen nächsten Zug zu planen und vorzubereiten.

Einen Schwachpunkt hat das Spiel allerdings: Analyseparalytiker können das Spiel zu einem plötzlichen Halt zwingen.

Auch wenn die Spielregel dem Spiel ein Thema gibt, ist das Spiel ein recht abstraktes Legespiel mit dem Ziel, möglichst viele Punkte zu machen. Dennoch gefällt es auch den jüngeren Teilnehmern meiner Testrunde recht gut – es ist vor allem als Familienspiel sehr gut geeignet. Vielspielern dürfte das Spiel tendenziell zu glückslastig sein, aber auch in dieser Gruppe wird es seine Fans finden können.

Etwas fortgeschrittener (und auch füpr Vielspieler interessanter) ist die Bluffversion: man legt seine Steine verdeckt aus und ist nicht gezwungen, unbedingt immer alle Steine auf Felder der richtigen Farbe zu legen. Wenn niemand die Auslage anzweifelt, erhält man normal seine Punkte. Wenn aber ein Mitspieler anzweifelt, werden die in diesem Spielzug gelegten Steine aufgedeckt. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten.

Wenn alle Steine auf Feldern der korrekten Farbe liegen, erhält der Spieler, der gelegt hat, seine Punkte, und der Spieler, der gezweifelt hatte, muss sich ebenso viele Punkte abziehen. Wenn aber mindestens ein Stein auf einem Feld einer falschen Farbe liegt, muss der Spieler, der gelegt hatte, alle Steine zurücknehmen und seinen Zug beenden, ohne Steine nachzuziehen.

In dieser Version ist der Bluff eine zusätzliche Komponente, die erfahreneren Spielern eine weitere Dimension im Spiel eröffnet. Auch so würde ich das Spiel noch in die Gruppe der Familienspiele einordnen, mit einem etwas größeren Anreiz für Vielspieler.

Hersteller R&R Games
Autor Stephen Glenn
Künstler Tina Bongorno
Spieler 2-4
Denken 7
Glück 6
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 19,90 €

Spiel bei Milan Spiele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.