Höhere Artistik

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Voila

VoilaManchmal überraschen Verlage uns mit ihren Spielen – besonders, wenn wir von einem Verlag Spiele einer bestimmten Art gewohnt sind und dann auch erwarten, der Verlag dann aber etwas ganz anderes produziert. So geschah es dieses Mal u.a. bei den Letten von Brain Games. Eigentlich kennen wir sie ja als Produzenten von Spielen für Gelegenheitsspieler, bei denen das Denkvermögen gereizt wird. Ein 'echtes' Geschicklichkeitsspiel kennen wir von ihnen eher nicht.

Aber genau das ist Voila!, ein Spiel im Zirkusmilieu. Auf der Jagd nach Punkten verschiebt man Zirkusartisten und macht so manche anderen Stunts, wobei Geschwindigkeit und Geschicklichkeit wichtiger sind als große Denkleistungen. Spaß kann auch so etwqas machen – wir haben uns dies Spiel deshalb auch genauer angesehen.

In der Schachtel fanden wir:

  • 6 Akrobatenfiguren
  • ein Bogen mit 12 Aufklebern für die Figuren
  • 10 Gegenstandsplättchen
  • ein Übersichtsplättchen
  • 80 Aktionskarten
  • eine Sanduhr
  • ein Stoffbeutel
  • 25 Spielsteine (12 gelbe, 8 rote, 5 blaue
  • die Spielregel auf Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch, Estnisch, Lettisch und Litauisch

Die Spielsteine sind einfache Glasperlen, wie man sie im Heimwerkermarkt oder als Dekoartikel erhalten kann. Die Artistenfiguren sind rechteckige Holzblöcke, die mit den Aufklebern beklebt werden sollen – da die Richtung laut Spielregel unerheblich ist, kann man das aber auch sein lassen. Auf jeden Fall sind die Aufkleber kleiner als die Blöcke, so dass es relativ einfach ist, die Aufkleber vernünftig anzubringen. Die Karten haben gute Qualität, die Pappplättchen stecken in einem Stanzbogen, aus dem sie gut herausgelöst werden können.Der Stoffbeutel ist ordentlich verarbeitet und blickdicht.

Die Sanduhr allerdings – laut Spielregel soll sie 45 Sekunden laufen. Während des Spiels kam uns die Zeit allerdings schon recht lange vor, so dass wir noch während des Spiels die Stoppuhr-App herausholten. Wir Stoppten eine Laufzeit von 1:13,33 – also knapp 75 Sekunden. Mit 63% Überlauf gibt einbem die Sanduhr deutlich mehr Zeit als vorgesehen. Da sie aber für alle Spieler gleichermaßen gilt, ist der Effekt nichzt ganz so heftig, so lange entweder alle wissen, dass sie so lange läuft oder alle glauben, sie laufe schneller. Da die tatsächliche Zeit aber für das Spiel recht lange ist, haben wir mit einer Smartphone-App weiter gemacht.

Zo Spielbeginn werden die Aktionskarten gemischt und bereitgelegt, um sie herum werden die 10 Gegenstandplättchen ausgelegt, so dass jeder gut an alle heran kommen kann. Das Übersichtplättchen wird auch für alle gut sichtbar ausgelegt – es erklärt in Symbolform, was man während einer Runde tun kann. Die Spielsteine kommen in den Beutel.

Wer am Zug ist, erhält die Akrobatensteine und den Beutel mit den Spielsteinen. Die Sanduhur wird gestartet – aber so, dass der Spieler am Zug sie nicht sehen kann. So lange sie läuft, hat der Spieler am Zug jetzt Zeit, Spielsteine zu ziehen und ggf. Aktionskarten zu ziehen und auszuführen. Hierbei gilt:

Ein gelber Spielstein kann bei Zugende ggf. in Siegpunkte getauscht werden. Man darf weiter ziehen.

Ein roter Spielstein besagt: ziehe eine Aktionskarte und führe diese Aktion aus. (Welche Aktionen, erkläre ich weiter unten).

Ein blauer Spielstein besagt: ziehe zwei Aktionskarten und führe sie beide aus (erst eine ziehen und ausführen, dann die nächste).

Wenn man einen Spielstein abgehandelt hat und denkt, noch einen Spielstein im Laufe der Sanduhr abgehandelt zu bekommen, darf man weiter machen. Wenn man denkt, nicht noch einen Spielstein abgehandelt zu bekommen, ruft man "Voila!" und beendet seinen Zug. Wenn man sich aber übernommen hat und die Sanduhr abgelaufen ist, bevor man die letzte Aktionskarte abgeschlossen hat, (bei blauen Spielsteinen muss man beide Aktionen abgeschlossen haben) hat man Pech gehabt – alle Karten kommen auf den Ablagstapel.

Wenn man aber rechtzeitig gestoppt hatte, erhält man zum einen die Aktionskarten sowie für je zwei gelbe Spielsteine eine weitere Aktionskarte vom Stapel. Auf diesen Karten stehen Siegpunkte vermerkt.

Wenn die Aktionskarten zurückgelegt wurden oder die Siegpunkte vereinnahmt wurden, kommen die Spielsteine zurück in den Beutel, und der nächste Spieler darf sein Geschick beweisen.

Nachdem alle Spieler dreimal am Zug waren, endet das Spiel. Es gewinnt, wer die meisten Punkte hat. Bei Gleichstand entscheidet die Zahl der Aktionskarten.

Sollte man eine besonders große und schnelle Gruppe haben, kann es vorkommen, dass die 80 Aktionskarten nicht ausreichen. In diesem Fall schreibt man die Punkte auf und mischt die Karten neu als neuen Nachzugstapel.

Welche Aufgaben gibt es? Hier ein paar Beispiele: Man kann den soeben gezogenen Spielstein zehn cm hoch werfen und wieder auffangen. Die Akrobaten müssen ib einer bestimmten Form ausgestellt werden (und mindestens zwei Sekunden stehen bleiben). Man kann mit den Akrobaten und Gegenstandplättchen einen Tunnel bauen und einen Akrobaten hindurchschieben. So gibt es eine ganze Reihe verschiedener Aufgaben. Einen Sonderfall bildet Finde den Gegenstand: Auf diesen Karten ist ein Gegenstand abgebildet, der sich auf einem Gegenstandsplättchen wiederfindet. Wer als erster seine Hand auf das richtige Plättchen legt, erhält die Karte (und die dazu gehörenden Siegpunkte).

Es dürfte nach der Beschreibung niemanden überraschen, dass – wie in der Einführung bereits abgesprochen – Geschicklichkeit und Geschwindigkeit hier essentiell sind, während man nicht allzu viel nachdenken muss noch sollte, angesichts des engen Zeitrahmens, der einem pro Zug bleibt. Man sollt sich nur über die Chancen im klaren sein, bestimmte Spielsteine zu ziehen – vor allem die blauen Spielsteine können einen guten Plan übel zerstören… Insofern ist auch Glück natürlich ein wesentlicher Teil des Spiels.

Das Spiel eignet sich gut als Familienspiel, auch Kinder können das Spiel bereits gut spielen. Aber auch Vielspieler, die ein Spiel suchen, bei dem sie nicht so viel nachdenken müssen (und denen Jenga langsam langweilig wird), können hier unbesorgt zuschlagen. Und auch gemischte Gruppen werden feststellen, dass der Geschicklichkeits-Faktor ein ziemlicher Gleichmacher ist – auch Kinder können hier gegen Vielspieler gut mithalten.

Diese Version ist übrigens eine neue Ausgabe von Dschungelschatz, das bei Haba erschienen war. In der neuen Aufmachung spricht es allerdings Familienspieler eher an, was dem Spiel ganz gut zu Gesicht steht…

Hersteller Brain Games
Autor Roberto Fraga
Künstler Reinis Pétersons
Spieler 2-6
Denken 3
Glück 6
Geschicklichkeit 8
Preis ca. 25 €

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