In die Pfanne hauen…

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Fungi

Fungi…tut man ja so manches mal seinen Gegenspieler. Bei Fungi tut man das auch in anderer Weise – um ersteres zu können, muss man nicht nur ausreichend Pfannen haben, sondern auch genug Pilze, die man in eben diese hauen kann, um möglichst viele Punkte zu erreichen.

Ja, ihr habt richtig gelesen, man kann Pilzpfannen nicht nur essen, sondern damit auch Punkte machen, zumindest in diesem Spiel, und wenn man danach Appetit bekommen hat, kann man natürlich auch wirklich ein paar Pilze in die Pfanne hauen, vielleicht bekommt man ja beim Spielen Ideen.

Zunächst einmal ein kurzer Blick aufs Spielmaterial – es besteht komplett aus Karten (echte Pilze wären auch nicht so haltbar); diese haben gute Spielkartenqualität und sind sehr ansprechend illustriert. Neben den 6 Übersichtskarten (3 für jeden Spieler), 18 "Stöcken" und 1 Karte mit "Schuhen", die beidseitig sind, findet man in der Schachtel noch 86 Waldkarten und 8 Nachtkarten, die sich anhand ihrer Rückseiten unterscheiden. Die Nachtkarten zeigen je einen unterschiedlichen Pilz, die Waldkarten zeigen auch größtenteils Pilze, aber auch andere nützliche Fundstücke, wie Körbe, Butter, Cidre oder die schon erwähnten Pfannen.

Leider ist die "Rezeptidee" von Fungi ein wenig monoton – es werden keine Mischpilzpfannen geduldet, vielmehr muss man mindestens drei Pilze derselben Art in die Pfanne hauen, und auch alle gleichzeitig, ein Nachlegen ist nicht möglich. Das heißt einerseits, dass es maximal eine Morchelpfanne im Spiel gibt (von diesem leckeren Pilz sind nur drei Exemplare im Spiel), und andererseits, dass man schon möglichst gezielt versucht, Pilze einer bestimmten Art zu sammeln, um diese dann zu verarbeiten. Wie viel welcher Pilz wert ist, hängt auch davon ab, wie viele Exemplare es von seiner Art gibt (die Zahl ist jeweils auf der Karte zu sehen, ebenso die Wertigkeit des Pilzes wie auch sein Wert in Stöcken) Stöcke? Ja, kann man bekommen, wenn man mindestens 2 gleiche Pilze dafür eintauscht, und mit denen kommt man auch an weiter entfernte Waldkarten.

"Entfernt" ist eine Waldkarte, wenn sie nicht direkt zu den Füßen liegt, und das tun jeweils nur zwei, aber die nächsten sechs (vom Stapel) sind schon "sichtbar" und mit Stöcken unter Umständen auch früher erreichbar. Aber für gewöhnlich sammelt man eine Waldkarte "zu den Füßen" ein, wenn man nicht gerade Pilze eintauscht, brät, eine Pfanne auslegt oder den Verwesungsstapel aufnimmt. Dieser entsteht dadurch, dass man an Pilzen "vorbeigeht" (spieltechnisch gehen die Pilze an den Schuhen vorbei, aber es geht schon der Sammler, nicht der Wald, zumindest in der Theorie).

Dieser Stapel kann bis zu 4 Karten groß werden, bevor er – wenn die nächste Karte käme – komplett entsorgt wird (und dann auch nicht mehr erreichbar ist); da man maximal 8 Karten auf der Hand halten darf (+ je 2 mehr pro Korb, den man findet), ist das Aufnehmen aber nicht immer so einfach möglich, und von daher sollte man aufpassen, wenn sich dort eine lohnende Kombination von Karten ansammelt (also z.B. mehrere gleiche Pilze, oder auch mal etwas Butter oder Cidre, mit denen man Pilzpfannen ab 4 respektive 5 Pilzen für Extrapunkte verfeinern kann).

Fliegenpilze kommen nicht in die Pfanne – vielmehr reduzieren sie das Handkartenlimit für die Runde, in der sie genommen werden, und auch noch die nächste, um 4 – was zunächst unangenehm wirkt, aber tatsächlich auch mal (wenn auch selten) nützlich sein kann, denn wenn man einmal Pilze loswerden will, geht das ja nur in Gruppen von je 2 oder gar 3 (Stocktausch oder Pfanne) – zumal, vielleicht will man die Pfanne ja eher für wertvollere Pilze nutzen – klar, Hallimasch ist häufig, ist dementsprechend auch (fast) nichts wert. Und wenn die Hand voll ist… zu guter Letzt gibt’s auch noch den Mond, der schlicht erlaubt, die oberste Nachtkarte zu nehmen – die spieltechnisch wie zwei Pilze ihrer Art zählt, aber nur eine Karte ist, also auf jeden Fall nützlich (eine gute Strategie ist, wenn es gelingt früh Nachtkarten zu bekommen, nach diesen auszuwählen, welche Pilze man sammeln will).

Ist der Wald durchquert (sprich: der Kartenstapel aufgebraucht), wird abgerechnet – Gewinnpunkte bringen lediglich die Pilzpfannen, und zwar durch simples Addieren der Werte der enthaltenen Pilze (und Extras Butter und Cidre). Es hat nicht notwendigerweise der gewonnen, der mehr Pfannen hat, wenn der andere die wertvolleren gebraten hat.

Insgesamt spielt sich Fungi recht flüssig, eine Partie in der Regel unter einer halben Stunde. Die Illustrationen sind gut gelungen, und man erfährt sogar etwas mehr über Pilze – in der Anleitung erfährt man auch ihre gängigen Namen, denn auf den Karten findet man nur ihre wissenschaftlichen Bezeichnungen. Und da sind sicher für die meisten noch Unbekannte dabei. Sicherlich kennt man Pfifferlinge, Steinpilze oder Shiitake, aber was bitteschön ist denn ein "Klapperschwamm"? Dass sich dahinter der asiatische Maitake verbirgt, ist doch mal interessantes Trivia.

Insgesamt ist Fungi ein schön gestaltetes, kleines Zweipersonenspiel, das sich gut mal für zwischendurch eignet, und möglicherweise auch Appetit auf Pilze macht (der Kommentar "jetzt hab ich Hunger" kam das ein oder andere mal beim Spiel). Außerdem ist es ein gutes Mitbringsel, die Schachtel ist nicht allzu groß, und der Preis ist auch gut vertretbar. Meinen Testern hat es jedenfalls gut gefallen, zumal trotz Karten der Glücksfaktor nicht allzu groß ist.

Hersteller Pegasus
Autor Brent Povis
Künstler Jarek Nocon, Hans-Georg Schneider
Spieler 2
Denken 6
Glück 3
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 9,95 €

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