Kein Shakespeare

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As you wish

As You WishWenn Wrestler Filme machen, ist das Ergebnis oftmals eher grausig – ich denke da an Filme wie Mr. Babysitter (Hulk Hogan), Santa’s Slay (Bill Goldberg), Abraxas, Guardian of the Universe (Jesse The Body Ventura) oder auch The Marine (John Cena). Ein paar gute Filme sind eher die Ausnahme, wie beispielsweise They Live (Rowdy Roddy Piper) oder auch Die Braut des Prinzen (The Princess Bride) mit André the Giant. Letzterer Film ist das Thema von einer Reihe von kleinen Kartenspielen aus dem Hause GameSalute.

GameSalute finanziert viele Projekte über Kickstarter, sowohl eigene als auch – ein wenig ähnlich der Spieleschmiede in Deutschland – für Dritte. Die eigenen Projekte hatten eine Zeitlang einen schlechten Ruf, weil sie sich teilweise extrem verspäteten, aber das hat sich mit der Zeit anscheinend gegeben: die drei Spiele in dem Projekt, bei dem auch As you Wish finanziert wurde, wurden absolut pünktlich ausgeliefert.

In dem Spiel geht man ganz klassisch auf eine Queste, ähnlich der in dem Buch und Film. Mit Zitaten und Bildern aus dem Film geht es auf die Reise, mit dem Ziel möglichst viele Punkte zu gewinnen – wobei jeder Spieler seine eigenen Ziele hat, was Punktelieferanten angeht. (Über Zitate gesprochen: "As You Wish" klingt ein wenig wie ein paar Titel von Shakespeare – As You Like It und What You Will…)

In der kleinen quadratischen Schachtel findet man:

  • die Spielregel auf Englisch
  • 10 Charakterkarten
  • 75 Questenkarten

Die Spielregel ist gut verständlich, auch wenn sie nur auf Englisch verfügbar ist. Die Karten haben gute Qualität.

Die Charakterkarten zeigen je eine der Hauptfiguren des Films, von Buttercup über Inigo Montoya und Fezzik bis zu Westley. Zusätzlich steht auf jeder dieser Karten, welche Symbole man mit diesem Charakter sammeln sollte. Die Questkarten zeigen größtenteils ein Szenenfoto des Films und ein Zitat, sowie ein Symbol, das die Spieler eventuell sammeln wollen, und kein bis drei Gift-Symbole. Außerdem sind die nummeriert – leider gibt es hierbei einen kleinen Fehler: Die Nummer 74 erscheint auf zwei Karten, die 75 fehlt dafür. Im Zweifelsfall sollte man die Karte "A Battle of Wits" als Nummer 75 ansehen – das wird aber nur extrem selten wichtig werden.

Jeder Spieler erhält zufällig eine der Charakterkarten. Die weiteren Charakterkarten werden in der Partie nicht benötigt.

Jetzt werden die Quest-Karten gemsicht und jeder Spieler erhält eine als Start seiner persönlichen Reise. Die Karten werden offen vor dem jeweiligen Spieler abgelegt. Anschließend beginnt das Spiel

In jeder Runde zieht der Spieler, der in der letzten Runde die Karte mit der höchsten Nummer erhalten hat, eine Karte pro Spieler plus zwei (bei fünf oder sechs Spielern drei) zusätzliche Karten. Von diesen legt der Spieler dann zwei (bei fünf oder sechs Spielern drei) Karten verdeckt aus, den Rest offen.

Anschließend darf sich jeder Spieler eine Karte auswählen und zu seinem Abenteuerpfad hinzufügen – beginnend mit dem Spieler, der in der vorherigen Runde die am niedrigsten nummerierte Karte gewählt hatte aufsteigend. Die Karten werden hierbei schuppig übereinander gelegt, so dass man die Symbole, die man sammeln will (und die Giftsymbole) im Wertungsbalken noch sieht. Der 'Startspieler', also der Spieler, der die Karten gezogen und ausgelegt hat, muss sich von den letzten drei bzw. vier Karten zwei nehmen, die letzte/n wird abgeworfen.

Wenn hierbei die Anzahl der offen liegenden Giftsymbole bei einem Spieler die drei überschreitet, muss er bereits ausliegende Karten mit Giftsymbolen umdrehen, bis er maximal drei Giftsymbole offen liegen hat – die soeben genommene Karte darf nicht umgedreht werden.

Neben normalen Karten (blauer Wertungsbalken) gibt es hier auch noch Karten mit weißem und dunkelblauem Balken: Diese geben dem Spieler ggf. Extrapunkte, entweder für Symbole, die er selber sammelt oder für Symbole, die seine beiden Nachbarn sammeln.

Das Spiel endet mit der Runde, in der ein Spieler die neunte Karte in seine Auslage legen kann – offene und verdeckte Karten werden hierbei gezählt.. Anschließend wird gwertet.

Hierbei zählen nur die offen liegenden Symbole abhängig von den Angaben auf der Charakterkarte und den eventuell vorhandenen weiteren Karten aus dem Abenteuerpfad. Wegen Gifteffekten umgedrehte Karten zählen weder für den Spieler, der sie gesammelt hat noch für andere Spieler als Symbole. Da in den meisten Fällen der Abenteuerpfad eine Mindestanzahl Karten beinhalten muss, damit bestimmte Symbole gewertet werden können, ist zu beachten, dass umgedrehte Karten für diese Mindestlängen mitgezählt werden.

Wer hierbei die meisten Punkte sammelt, hat gewonnen. Bei Gleichstand zählt man, wie viele Filmfotos den eigenen Charakter zählen; wer hiervon mehr hat, gewinnt. Und ja,

Filmspoiler

wer Westley spielt, darf den Mann in Schwarz mitzählen

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Das Spiel sammelt bei vielen Spieler schon Pluspunkte für sein Thema, und weil die Zitate recht bekannt sind. Aber auch das Spiel selbst ist nicht ohne – der 'Startspieler' muss sich jede Runde überlegen, welche Karten er verdeckt legen will und welche offen. Das kann unter anderem auch davon abhängen, in welcher Reihenfolge die Spieler in einer Runde Karten nehmen dürfen – wenn man es denn abschätzen kann, dass der richtige Nachbar bestimmte Karten erhält. Auch kann es nützlich sein, bestimmte Karten umzudrehen und so weniger Punkte zu gewinnen, wenn man hiermit einem Nachbarn ebenfalls Punkte "wegnehmen" kann.

Insofern ist die Rolle des 'Startspielers' schon ein wenig zweischneidig – man kann zwar versuchen zu steuern, wer welche Karten erhält, hat aber am Ende der Runde das Problem, dass man um Karten mit Giftsymbolen herum planen muss…

Das Spiel hat zugegebenermaßen eine große Schwachstelle: Spieler mit Analyseparalyse können hier sehr gut den Sand im Getriebe geben, vor allem, wenn sie 'Startspieler' sind. Auch ohne einen solchen Spieler ist eine Partie selten in den angegebenen 30 Minuten beendet – eine dreiviertel Stunde haben wir schon gbraucht.

Für Freunde des Films ist As You Wish sicher ein Muss, aber auch Gelegenheits- und Vielspieler, die den Film nicht kennen, dürften an dem Spiel Gefallen finden. Uns hat es jedenfalls gut gefallen.

Hersteller GameSalute
Autor Daniel Solis
Künstler Felicia Cano
Spieler 2-6
Denken 8
Glück 5
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 25 €

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