Sand in der Badehose

Sandcastles

SandcastlesDer Sommer kommt langsam näher – ist es Zeit, sich auf den Strandurlaub einzustellen? Man muss noch nicht anfangen, die Badehosen zu packen oder den Kartoffelsalat anzumachen – aber man kann sich ja schon einmal als Architekt üben, um im Sommer dann die Sandburgen richtig schön hinzubekommen.

Und um das zu tun, holt man dann das Spiel Sandcastles hervor, das voriges Jahr erschienen ist. Nicht nur baut man hier Sandburgen, sondern stehlt auch Teile der Burgen der anderen; alles mit dem Ziel, am Ende die größten und schönsten Sandburgen gebaut zu haben.

In der kleinen Schachtel (man könnte es als Badetaschenformat bezeichnen) steckt

  • eine Spielregel auf Englisch
  • 20 Bonuskarten
  • 112 Sandburgenkarten
  • eine Übersichtskarte

(Das sind zumindest die Stückzahlen, die wir gehzählt haben, eine Übersicht, ob das die „richtigen“ Zahlen sind, gibt es leider nicht.) Die Spielregel kann auch auf Deutsch von der Webseite des Spiels heruntergeladen werden. Das sollte man auch tun, auch wenn man gut Englisch kann, denn die Spielregel ist doch arg klein gedruckt.

Die Karten sind alle quadratisch und stabil. Sie Sandburgenkarten zeigen entweder ein Sandburgenstück mit einer Krabbe, einem Eimer oder einer Möwe, oder einen Angriffskreis mit einem dieser drei Strandsymbole. Die Bonuskarten zeigen verschiedene Bedingungen, zu denen man Bonuspunkte erhalten kann (Formen einer Sandburg, Sandburg mit einer bestimmten Anzahl bestimmter Symbole, Sandburgturm einer bestimmten Höhe). Die Rückseiten der Bonuskarten zeigen an, in welche Gruppe sie gehören.

Zu Spielbeginn werden zunächst die Sandburgenkarten gemischt – die Karte „Große Welle“ wird zunächst einmal aussortiert. Jeder Spieler erhält drei Karten als Handkarten, außerdem werden drei Karten in die Tischmitte als Auswahl gelegt. Anschließend wird die Große Welle unter die letzten (untersten) zehn Karten des Nachzugstapels gemischt.

Abhängig von der Spielerzahl (hierfür ist die Übersichtskarte gedacht) werden Bonuskarten der verschiedenen Arten genommen und ausgelegt, hinzu kommen die Karten für die größte Burg und den höchsten Turm. Die übrigen Bonuskarten werden nicht benutzt.

Beginnend mit dem Startspieler (laut Startspieler-Witz der Spieler, der zuletzt am Strand war – im englischen Original sogar barfuß am Strand) hat jeder Spieler eine Aktion, mit der man wahlweise seine Sandburg ausbauen kann, eine gegnerische Sandburg angreifen oder eine Karte austauschen.

Wer seine Sandburg ausbauen will, nimmt eine entsprechende Karte von der Hand. Sandburgen-Karten haben an ein bis vier Seiten Anschlussstücke, an die man entsprechend anbauen muss. Seemöwen-Karten darf man statt eines Ausbaus in der Ebene auch verwenden, um eine höhere Etage aufzubauen – auch hier müssen die Anschlüsse an die umliegenden Karten passen, auch wenn die Form des Sandburgenstücks sich ändert.

Man darf auch beliebig viele Sandburgen beginnen – Punkte gibt es am Spielende nur für fertige Sandburgen.

Wenn eine Sandburg vollendet wurde (keine Maueranschlüsse mehr offen sind) wird überprüft, ob diese Burg für einen der Boni qualifiziert. Wenn ja, wird die entsprechende Bonuskarte bei dem Spieler abgelegt, der ihn gerade erobert hat – normale Boni können einfach von anderen übernommen werden, die Boni für die größte Sandburg und den höchsten Turm müssen den jeweils vorherigen Rekord überbieten. Außerdem legt man dann die Sandburgenteile auf einen eigenen Sandburgenstapel (die „Sandbank“, wo sie bei Spielende Siegpunkte bringen.

Eine noch nicht abgeschlossene Sandburg kann angegriffen werden, indem man eien Angriffskarte ausspielt. Welches Stück der Sandburg man angreifen kann, höängt von den Symbolen ab: Eimer schlagen Möwen, Möwen schlagen Krabben, Krabben schlagen Eimer. Der angegriffene Spieler kann sich mit einer entsprechenden Karte nach dem gleichen Papier-Stein-Schere-Prinzip verteidigen, worauf der Angreifer wieder nach diesem Prinzip die Verteidigung ausschalten kann etc. bis eine Seite keine Karte mehr legen kann oder will. Die Angriffskarten kommen in die Sandbank des Gewinners, das Sandburgenstück bleibt abhängig vom Gewinner entweder in der Sandburg liegen oder kommt in eine Sandburg des Gewinners.

Austauschen darf man schließlich eine beliebige Handkarte entweder mit einer der offen liegenden Karten oder auch mit der obersten Karte des Nachzugstapels.

Bei Zugende werden erst die Handkarten wieder auf drei aufgefüllt – man darf hierbei von den ausliegenden Karten nehmen oder auch vom Zugstapel. Wenn weniger als drei Karten offen liegen, wird dann die Auslage wieder aufgefüllt. Nach einem Angriff füllt zunächst der Verlierer seine Handkarten wider auf, wobei die Auslage erst aufgefüllt wird, wenn er seine Hand voll hat. Danach kommt der Sieger an die Reihe, und auch dann wird ggf. noch einmal die Auslage aufgefüllt.

Irgendwann wird die Große Welle gezogen – ab diesem Augenblick sind alle (anderen) Spieler noch einmal an der Reihe, dürfen ihre Handkarten aber nicht mehr auffüllen.

Wenn alle ihren letzten Zug ausgeführt haben, wird gewertet: jede Karte in der Sandbank zählt einen Punkt, die Bonuskarten je nach Karte. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Man muss immer im Auge behalten, wer welche Sandburg baut – nichts ist so ärgerlich wie wenn man eine Sandburg fertiggestellt hat und ein anderer Spieler nimmt einem mit dem nächsten Zug die Bonuskarte für die Form oder den Inhalt wieder ab. Auch indem man den Mitspielern Teile ihrer Burg wegnimmt, kann man diese gut ärgern – besonders, wenn man mit dem gestohlenen Teil die eigene Sandburg abschließen kann.

Es gibt auch eine interessante Zwei-Personen-Variante mit einem gemeinsamen Bauprojekt, und eine Solovariante, bei der man versucht, alle Bonuskarten zu sammeln, bevor die Große Welle zuschlägt.

Allgemein ist der Glücksfaktor aber recht hoch, weshalb man das Spiel eher als Spiel für Gelegenheitsspieler und vor allem als Familienspiel einordnen muss. Für Vielspieler ist der Glücksfaktor in der Regel zu hoch. Familien können aber unbesorgt zuschlagen.

Hersteller Yay Games
Autor Andrew Harman
Künstler Andrew Harman
Spieler 1-7
Denken 6
Glück 8
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 25,90 €

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