Tierkenner

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Manymals – Serengeti Park

Manimals Serengeti ParkIn den 80er Jahren lief eine recht eigenartige, aber kultige Fernsehserie. Hauptfigur war ein Uniprofessor und Berater der Polizei in New York namens Dr. Jonathan Chase. Der konnte sich durch Konzentration in verschiedenste Tiere verwandeln, zum Beispiel in einen Falken, ein Pferd oder einen schwarzen Panther. Anfang der ’90er Jahre lief Manimal, wie die Serie im Original lief, dann auch im Deutschen Fernsehen.

Man könnte die Serie als Taufpaten für die Manimals/Manymals/Anymals/Animals-Reihe von Kartenspielen von Adlung Spiele ansehen. Die Namensähnlichkeit ist allerdings die einzige Übereinstimmung zwischen der TV- und der Spielereihe. In der Spielereihe geht es um die (manchmal recht überraschenden) Eigenschaften von Tieren – in der durch uns getesteten Fassung um Tiere, die im Seregeti Park Hodenhagen zu finden sind.

In der Adlung-typischen Pappschachtel findet sich – ebenfalls Adlung-typisch – nur sehr wenig Luft, und dazu

  • die Spielregel auf Deutsch und Englisch
  • 60 Tierkarten
  • sieben Übersichtskarten
  • eine Karte mit Informationen zum Serengeti Park, der als Zoologischer Garten anerkannt ist

Die Karten haben Adlung-typische Qualität. Sie zeigen auf einer Seite ein Tiebild, auf der Rückseite zum einen den Namen des Tieres (Tierart), eine Übersicht über die Eigenschaften des Tieres in Symbolform und, in größerem Format als diese Symbole, eine Aufgabenstellung, die ebenfalls als eines dieser Symbole dargestellt wird. Die Möglichkeiten gehen von „Lebt in $Erdteil“ über „giftig“, „Fleischfresser“ bis hin zur Anzahl der Arme bzw. Beine bzw. Flügel.

Von den Tierkarten werden etwa 40 mit der Bildseite nach oben ausgelegt. Der älteste Spieler wählt auf Geratewohl eine der Karten und dreht sie um. Das große Aufgabensymbol wird notfalls auf den Übersichtskarten gesucht und dann bekannt gegeben. Anschließend suchen alle Spieler gleichzeitig auf dem Tisch die Tiere, die das gesuchte Merkmal aufweisen. Man darf nur eine Hand nutzen, um die Karten aufzunehmen, immer nur eine Karte gleichzeitig aufnehmen und muss die Karten in der anderen Hand (verdeckt) sammeln. Nachsehen, ob man Recht hat darf man (noch) nicht, und natürlich darf man auch keine Karte zurücklegen.

Wenn alle Spieler meinen, keine weitere Karte mit dem gesuchten Merkmal auf dem Tisch finden zu können, kommt es zur Auswertung. Jetzt schaut jeder auf den gesammelten Karten nach, ob das gesuchte Symbol tatsächlich vorhanden ist. Für jede falsch eingesammelte Karte muss man diese und eine korrekt gesammelte Karte wieder ablegen. Wer am Ende nach dem Ablegen von Irrtümern und Strafen noch die meisten Karten übrig hat, erhält zwei Siegpunkte (behält zwei der korrekt gefundenen Karten), der Spieler mit den zweitmeisten gefundenen Tieren immerhin noch einen Siegpunkt.

Alle übrigen Karten werden wieder mit der Tierseite nach oben auf den Tisch gelegt. Drei Karten von den in der Vorrunde noch nicht verwendeten Karten werden dann noch hinzugefügt (um die Zahl wieder auf ca. 40 zu bringen), und die nächste Runde kann beginnen.

Nach sieben Runden ist dann Endabrechnung: Wer die meisten Punkte gewonnen ht, hat die Partie gewonnen.

Das Spiel lässt sich gut anpassen, wenn Spieler mit unterschiedlichen Kenntnisständen aufeinander treffen. Bei Partien Erwachsene gegen Kinder wird beispielsweise empfohlen, die Anzahl der gesammelten Karten bei den Erwachsenen um drei zu verringern, bevor Siegpunkte ermittelt werden. Es gibt mehrere Varianten, die in den Spielregeln vorgeschlagen werden, aber allgemein gilt immer, dass man Karten sammelt und hinterher prüft, ob man die richtigen Karten gefunden hat.

In dieser Edition fällt auf, dass alle Tiere das Symbol „Wirbeltier“ haben. Das stimmt auch: Man kann die Karten ohne weiteres auch mit einem anderen Satz auf der Reihe kombinieren, und da findet man dann auch Tiere wie beispielsweise Taranteln oder Seesterne. Die einzige Einschränkung ist, dass das Symbol für den normalen Lebensraum nicht gewählt werden sollte, weil es erst mit dieser Ausgabe hinzu gekommen ist.

Manche der Eigenschaften sind für viele Spieler sicherlich überraschend. Dass beispielsweise Alpakas schwimmen können, Berberaffen auch in Europa wild leben oder Schimpansen Allesfresser sind (also sowohl Fleisch als auch Pflanzen fressen) – das weiß nicht unbedingt jedermann. So erfährt man ganz nebenbei noch das eine oder andere Detail über die Tiere, mit denen man nicht gerechnet hätte. Und das ganze, ohne dass der Lerneffekt (der sicherlich gegeben ist) mit dem Holzhammer daher käme – gerade das kann manchem Spieler ein Spiel verleiden.

Das Spiel ist für alle möglichen Zielgruppen geeignet – Kinder, Gelegenheits- und Vielspieler. Es läuft schnell, kostet nicht viel, und hat auch noch einen Suchtfaktor. Alls dran, alles drin – alles zu empfehlen. Der Geschwindigkeitsfaktor – obwohl durchaus vorhanden – ist eher gering einzuschätzen: Schnell irgendwelche Tiere zu greifen ist meist eher kontraproduktiv, wenn man nicht weiß, welche Tiere man überhaupt nehmen sollte.

Hersteller Adlung-Spiele
Autor Bernhard Naegele
Künstler Maika Hallmann
Spieler 2-6
Denken 8
Glück 3
Geschicklichkeit 4
Preis ca. 7 €

Manimals Serengeti-Park bei www.Spiele-Offensive.de

Manimals Serengeti-Park bei Milan Spiele

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