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Shuffle Heroes

Shuffle HeroesDieses Spiel gehört nicht in die Shuffle-Reihe von Hasbro, sondern hat nur den Namen mit dieser Reihe gemeinsam. Vom Spiel her würde ich es eher noch als entfernten Verwandten von Smash Up! beschreiben. Finanziert wurde das Spiel im August vorigen Jahres über Kickstarter, die ersten Ewxemplare des fertigen Spiels wurden auf der SPIEL an Pledger ausgehändigt, und seit November wird das Spiel auch verschickt. Mitte Dezember soll das letzte gepledgte Paket verschickt worden sein. Einige Pledger hatten es allerdings Ende Januar noch nicht in Händen – das kann allerdings auch an der großen Entfernung liegen (Australien).

In dem Spiel treten jeweils zwei Teams von zwei Helden in einem cthuloid-steampunkigen Setting gegeneinander an, mit dem Ziel, die Gegenseite auszuschalten. Welche zwei Helden, entscheidet sich erst bei Spielbeginn durch eine Smash-Up-artige Kombination von zwei Helden. Man gewinnt, indem man entweder die Lebenspunkte der Gegenseite verringert oder das Kartendeck der Gegenseite stark verkleinert. Neben einem Kampfspiel ist es also auch eine Art Deck-Destroyer.

In der Schachtel steckte:

  • eine Spielanleitung auf Deutsch
  • 7 Heldenkarten
  • 70 Spielkarten (10 je Held)
  • 7 vollillustrierte Heldenkarten
  • 2 Übersichtskarten
  • 6 Schildmarker
  • 22 Lebenspunktemarker
  • 6 Lebenspunktemarker für 10/5 Punkte

Die Illustrationen sind schön und sehr stimmungsvoll. Leider aber sind die Fonts sehr dünn gewählt, so dass sowohl das Regelheft als auch die Karten bei normaler Beleuchtung bereits schlecht zu lesen sind. Die Marker stecken in recht dünnen Stanzbögen, sind aber leicht herauszulösen und funktional.

Wer wissen will, wie der Effekt der Schriftart ist: die englische Spielanleitung nutzt die gleiche Schriftart und -größe, das Regelheft misst 10 cm × 15,5 cm. Auf dem Bildschirm, wo man beliebig zoomen kann, ist es wesentlich leichter zu lesen.

Ursprünglich sollte das Spiel ein klein wenig kleiner sein, mit nur sechs Helden; der siebte ist durch ein Stretchgoal erreicht worden. Das Spiel kann auch recht einfach – wenn man die Frage der Spielbalance einmal vergisst – mit weiteren Helden erweitert werden.

Zu Spielbeginn werden erst fünf der sieben Helden zufällig ausgewählt. Von diesen wählt der Startspieler sich einen, der andere Spieler zwei und schließlich der Startspieler einen der letzten beiden Halden. Die zu diesen beiden Helden eines Spielers gehörenden Karten werden zusammengemischt als Spieldeck des Spielers. Auf die Helden werden Lebenspunkte gelegt entsprechend der Angabe auf der Karte, außerdem zieht der Startspieler vier und der zweite Spieler sechs Karten als Handkarten.

Wer am Zug ist, muss zunächst einmal aufräumen: alle Karten, die von der letzten Runde noch ausliegen, auf den Ablagestapel legen, wenn sie nicht das Schlüsselwort bleibend enthalten sowie alle Schildmarker zu entsorgen. Anschließend hat man die Wahl, eine von drei Aktionen auszuführen: Eine Karte ausspielen, Heldenaktion durchführen oder die Hand auffüllen.

Wenn man eine Karte ausspielt, tut man zunächst einmal genau das: Eine Karte wird ausgespielt und der Effekt, der auf ihr steht (beispielsweise Schaden zufügen) wird angewandt. Allerdings enthalten manche Karten Effekte, die mit anderen Karten zusammenarbeiten, und es gibt Karten, auf denen das Schlüsselwort Vorwärts enthalten – dieses besagt, dass man gleich noch eine Aktion ausführen darf.

Jeder Held hat eine besondere Fähigkeit, die dauerhaft wirkt – oder zumindest unter bestimmten Voraussetzungen, auch wenn man eine Karte ausspielt. So erhalten Karten Garmors, wenn dieser weniger als 10 Lebenspunkte hat, einen besonderen Effekt zusätzlich, während ab der 3. Gasquiel-Karte einer Runde auf diesen der „Schatten“-Effekt an Stelle des normalen ausgeführt wird. Allerdings hat jeder Held auch einen „Aktion“-Effekt, den man einmal pro Zug anwenden kann (zweite mögliche Aktion der Liste). Bei den meisten dieser Helden gibt es dann den Vorwärts-Effekt.

Als dritte Option kann man, wenn man 4 oder weniger Karten auf der Hand hat, beliebig viele Handkarten abwerfen und die Hand wieder auf sechs auffüllen. Dies löst keinen Vorwärts-Effekt aus.

Wenn im Rahmen einer Kartenaktion Schaden zugefügt wird, muss dieser immer einer Karte oder einem Helden zugewiesen werden. Wenn ich mit einer Kartenaktion vier Punkte Schaden zufüge, kann ich damit also nur eine Karte (mit einem Trefferpunkt) beschädigen („zerstören“), oder aber einem Helden vier Punkte Schaden zufügen. Eine zerstörte Karte kommt in einen besonderen Stapel (der „Leere“); diese Karten stehen nicht mehr zur Verfügung, so lange sie in dieser Leere stecken. Anders als bei vielen anderen Spielen gibt es aber auch eine ganze Reihe Möglichkeiten, Karten aus der Leere auf den Ablagestapel und damit ins aktive Spiel zurückzuholen. Das ist nicht tot, das ewig liegt…

Besonders gemein sind hierbei Effekte, mit denen man Karten aus der Leere des Gegners spielt – diese gehen anschließend in den eigenen Ablagestapel, nicht in den des Gegners, und können später weiterverwendet werden. Ebenso gibt es Effekte, mitdenen man Karten des Gegners wegnehmen kann und den eigenen hinzufügen.

Das Spiel endet, wenn entweder beide Helden eines Spielers keine Lebenspunkte mehr haben, oder wenn ein Spieler 15 oder mehr Karten in der Leere hat. Auch wenn es wirkt, als sei es einfacher, über die Karten in der Leere zu gewinnen (effektiv 15 Schadenspunkte) als über die Helden (je nach Heldengruppe 26 bis 29 Lebenspunkte), ist es andererseits deutlich leichter Karten aus der Leere zurückzuholen (wenn man die richtigen Helden hat), so dass man seine Angriffsstrategie auf die eigenen und die gegnerischen Helden abstimmen muss. Damit ist auch keiner der Helden wirklich übermächtig noch nutzlos, auch wenn manche Helden nur gegen bestimmte Kombinationen auf der Gegenseite wirklich glänzen können. Die Wahl der Helden zu Spielbeginn ist daher wesentlich.

Dies bedeutet, dass ein erfahrener Spieler (der die Stärken und Schwächen der Helden kennt) einem Neuling überlegen ist. Auch sind die Verkettungen von Karteneffekten für einen Spieler von Sammelkartenspielen oder von Kartenspielen wie Smash-Up leichter eingängig.

Dennoch ist das Spiel auch für einen Gelegenheitsspieler interessant. Bei ähnlicher Erfahrung ist das Spiel aber ausgeglichen und damit auch für Anfänger gut geeignet. Meiner Gruppe hat das Spiel daher recht gut gefallen.

Hersteller ADC Blackfire Entertainment und CBG Czech Board Games
Autor Jan VanÄÄek
Künstler Hana Novotná, Michal Kocourek, Roland Rawen Havran, Anna Dvořáková, Ondřej Hrdina
Spieler 2
Denken 8
Glück 6
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 16,95 €

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