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Rome – Rise to Power

Rome - Rise to Power
Macht im alten Rom zu haben – das war für die Patrizierfamilien in eben dieser ewigen Stadt das erstrebenswerteste Ziel. Um das zu erreichen mußte man sich möglichst hervortun – sei es im Bereich der Eroberung für das Reich, in der Politik oder auch schlicht „für das Volk“, das ja bei Laune gehalten werden will. Dies findet in „Rome – Rise to Power“ eine spielerische Umsetzung.

In der Anleitung behauptet Golden Egg, dass das Rise to Power Würfel-Einsetz-System trotz Würfel (sprich Glücksfaktor) eben dieser Glücksfaktor reduziert sein soll – was mir vom Ansatz her gefällt. Bleibt die Frage: Wird dieses wünschenswerte Ziel denn auch erreicht?

Schauen wir doch erst einmal in die Schachtel – dem geneigten Spieler eröffnet sich der Blick auf:

– 1 Spielplan
– 3 Machtwürfel-Leisten
– 20 Provinzkarten
– 25 Senatskarten
– 31 Arenakarten
– 32 Säulenbogen-Spielsteine (je 8 in 4 Farben, Holz)
– 20 Spielermarker (je 5 in 4 Farben, Holzscheiben)
– 16 Machtwürfel (je 4 in 4 Farben)
– 1 Spielrundenmarker
– Spielanleitung in Englisch und Deutsch

Zum Thema Spielanleitung direkt eins vorneweg: ordentlich übersetzt, aber einen Fehler in der Übersicht der Senatsfunktionen: Der Legat hat irrtümlich den Text vom Konsul erhalten (der seinen aber auch behalten hat) – die Funktion des Legaten ist in der englischen Anleitung richtig zu lesen, er gibt bei Aktivierung eine +1 auf der Militärleiste.
Ansonsten ist das Material von guter Qualität – die Karten sind angenehm griffig, die Leisten stabil, der Spielplan schön gestaltet, und die Holzteile nicht zu klein.

Nun aber zum eigentlichen Spiel: Es gibt drei Bereiche, in denen man als römischer Patrizier seinen Einfluß geltend machen kann: Militär und damit verbundene Feldzüge, den Senat und die damit verbundene Politik, und die Arena, sprich das Collosseum, indem man dort Gladiatorenspektakel organisiert. Dementsprechend gibt es auch eine Militär-, eine Senats- und eine Schwarzmarktleiste, auf denen man versuchen kann, das gewünschte zu erreichen.

Über die Militärleiste kann man – im Namen Roms – verschiedene Provinzen erobern, aus denen sich dann nach und nach das römische Reich bildet. Auf dem Spielplan – der den antiken Mittelmeerraum zeigt – kann man diese wiederfinden, und somit auch einigermaßen den Überblick behalten, wer denn wo schon wieviel Einfluß hat, und was „noch kommt“, denn die Reihenfolge, in der diese Provinzen erobert werden können, ist durchaus chronologisch – die „teureren“ kommen später ins Spiel (und das ist sogar historisch einigermaßen korrekt). Außer einer Punktewertigkeit und einer Bereichszugehörigkeit haben Provinzen auch noch eine Kategorie (Villa, Heerlager oder Collosseum) und Resourcen (Oliven, Wein oder Juwelen).

Diese Kategorien sind wichtig für die verschiedenen Politiker, die man für sich zu gewinnen versucht – um ihre Handlungsmöglichkeiten nutzen zu können, braucht man ein oder mehrere passende Provinzen. Hat man diese im Besitz, so kann man die jeweilige Funktion des Senatsmitglieds einmal pro Zug nutzen.

Auf dem Schwarzmarkt schließlich versucht man, möglichst interessante Gladiatoren und/oder Tiere zu ergattern, um die Massen für sich zu begeistern. Ob das gelingt wird jeweils am Ende von Runde 3 und 5 festgestellt, in denen man versucht, eine möglichst interessante Kombination aus Gladiatoren/Tieren aus seinen gesammelten Karten auszulegen.

All diese Karten bekommt man über die Würfel – die zu Beginn jedes Zuges geworfen werden, Nun also zur Mechanik, die ja den Glücksfaktor verringern soll: Man würfelt zu Beginn jeder der 5 Runden mit allen 4 Würfeln. Wer die niedrigste Gesamtsumme hat, beginnt, und die weitere Reihenfolge ergibt sich aus den steigenden Summen. Nun setzt man einen Würfel auf eine der Leisten – wobei folgende Regel gilt: Jeder Spieler darf nur einen Platz der Leiste belegen (daher haben sie auch nur je 4 Felder), Man legt den Würfel immer auf das am weitesten freie Feld vorne (links), und wenn der Wert des Würfels kleiner ist als der schon liegender Würfel, verschiebt er diese weiter nach rechts. Außerdem dürfen später „zugelegte“ Würfel den Wert des ersten gelegten nicht übersteigen.

Durch die Funktionen von Senatskarten kann man diese Regeln stellenweise ein wenig biegen – so erlaubt zum Beispiel ein Konsul, dass der nächste Würfel ausnahmsweise mal höher sein darf – gerade später im Spiel sehr nützlich auf der Militärleiste, wenn man denn bestimmte Provinzen ergattern will. Einige andere erlauben Wiederholungswürfe, was sicher den ewigen „Schlechtwürflern“ helfen kann. Da die Leisten innerhalb einer Runde nicht aufgefüllt werden, kann und muss an hier taktieren – es kann durchaus passieren, dass ein Spieler nachher beim Abräumen leer ausgeht – bei der Militärleiste, weil er zu wenig (an Wert = militärische Stärke) gelegt hat, um die jeweiligen Provinzen zu erobern, und beim Senat, weil er mit „kleinen Würfeln“ unterboten wurde, und diese zuerst zugreifen dürfen. Beim Schwarzmarkt zählt die Gesamtsumme als Budget, für das „gekauft“ werden darf, aus einem 5 Karten ANgebot, wobei hier aber auch verdeckte Karten (wenn auch teurer) gekauft werden können.

In Runde 3 und 5 erfolgt nun eine Wertung, wo man Punkte am Forum (durch mehr Waren als die Konkurrenz) und am Collosseum sammeln kann – und zum Schluss gibt es noch eine Endwertung, bei dem es Bonuspunkte für Mehrheiten in eroberten Gebieten gibt. Auch einige Senatskarten ermöglichen bei der Abrechnung (unter Umständen sogar recht viele) Bonuspunkte, man sollte also immer darauf achten, wer hier welchen Plan verfolgt. Ein „Patentrezept“ gibt es zum Glück nicht, da die Reihenfolge, in der die verschiedenen Provinzen und Politiker zur Verfügung stehen zwar grob, aber nicht exakt festgelegt ist, insofern ist hier Opportunismus gefragt.

Das Ziel, den Glücksfaktor zu reduzieren, ist zumindest teilweise gelungen. Es reicht nicht aus, einfach viel zu würfeln, da man so nie beginnen darf; allerdings braucht man für die mächtigeren Gebietskarten durchaus die hohen Werte, von daher kann ein „Niedrigwürfler“ auch nicht alles abräumen. Durch die Senatskarten kann man eine Art kleines „Deck“ bauen, das (hoffentlich) hilft, die eigene Spielweise zu unterstützen. Insofern ein recht gut spielbares Gesamtkonzept, nicht glücksfrei, aber taktischer als einige vergleichbare „würfellastige“ Spiele, und außerdem durch die von vorneherein begrenzte Rundenzahl nicht zu langwieriges Spiel – die angegebene Spielzeit von einer Stunde wird selten erreicht, wenn man das Spiel kann. Der Wiederspielwert ist durchaus vorhanden, und es ist in dem eher angenehmen Schwierigkeiteslevel, der den Vielspieler noch nicht langweilt, den Gelegenheitsspieler aber auch noch nicht überanstrengt. Von daher ist Rome – Rise to Power durchaus geeignet, Leute zusammen an den Spieltisch zu bekommen, die sich sonst eher weniger auf ein Spiel einigen können.

Hersteller Golden Egg Games
Autor Elad Goldsteen
Illustration & Grafik Naomi Robinson, Giota Vorgia
Spieler 2-4
Denken 5
Glück 4
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 39,99 €

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