He, das ist meine Beute!

Stingy
Stingy
Was tun Piraten für gewöhnlich nach einem gelungenen Raubzug? Richtig, die Beute aufteilen. Darum geht es in Stingy, einem netten kleinen Ärgerspiel aus dem niederländischen Verlag playthisone.

Moment mal… so einfach verteilen… Kapitän bekommt dies, Maat, jenes… nein. Das wäre einerseits zu einfach, und dann wäre es kein Knizia. Bei Stingy wird opportunistisch getauscht, aber schauen wir doch erst mal in die kleine, aber prall gefüllte quadratische Schactel. Darin befinden sich:

– 115 Spielplättchän aus Karton
– 1 Stoffbeutel
– 6 Übersichtskärtchen
– Die Spielregeln in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch.

Die Plättchen zeigen jeweils einen Schatztyp vor einer bestimmten Farbe – diese bilden Sets von 3-6 Stück, nur die Piratenflagge gibt es siebenmal, dafür aber auch nur in schwarz. Ziel ist es, durch geschicktes zusammentauschen komplette Sätze der Schätze zu sichern, um dafür Punkte zu bekommen.

Zu Beginn erhält jeder Spieler sechs Plättchen, die er offen vor sich auslegt und möglicherweise schon gruppiert, wenn schon gleiche dabei sind. Die übrigen liegen verdeckt in der Mitte. Wer an der Reihe ist, sucht sich bei einem anderen Spieler ein Plättchen (oder eine Gruppe derer) aus, worauf dann der besagte Spieler sich etwas gleichwertiges zurücktauschen darf (die Wertigkeiten der Plättchen sind unterschiedlich) – allerdings nicht genau das gerade getauschte. Je nach Verteilung kann man so durchaus eine größere Plättchenmenge antauschen, gibt dafür dann mehrere – einzelne – Plättchen ab. Und zuletzt nimmt man sich noch 1-2 neue Plättchen, je nach Spielerzahl.

Hier liegt auch das – kleine – Manko des Spiels: Was wann ins Spiel kommt, ist Zufall, und von daher kann man mit Glück durchaus mehr reißen, als dem ein oder anderen lieb wäre. Was wann ins Spiel kommt, ist nicht absehbar, erst gegen Ende – da ja bekannt ist, wieviel wovon im Spiel ist – kann ein wenig gepokert werden. Komplette Sätze werden umgedreht und sind damit sichere Punkte, aber alles andere bleibt „angreifbar“ (und in einer Spielvariante möglicherweise sogar, ohne etwas dafür zu erhalten – noch opportuinistischer also).

Natürlich gewinnt am Ende, wer am geschicktesten getauscht und sich die meisten Punkte gesichert hat; der Ärgerfaktor ist alles andere als klein, aber man kann oft auch direkt „heimzahlen“, insofern sollte man Stingy nicht gerade mit schlechten Verlierern spielen. Die Analyseparalytiker halten hier nicht allzu sehr auf, da ja alles offen ausliegt – insofern ist eine Partie Stingy eher als Filler oder Absacker geeignet, aber zum Glück ist es kein No-Brainer. Ganz nebenbei passt es auch gut in jede Tasche noch „mit rein“ und ist auch nicht allzu teuer – von daher, wem der Glücksfaktor nicht zu hoch ist – zugreifen.

Hersteller PLAYthisONE
Autor Reiner Knizia
Künstler Franz und Imelda Vohwinkel
Spieler 2-6
Denken 5
Glück 4
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 14,00 €

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