Fürstentum im Kartenformat

Die Burgen von Burgund – Das Kartenspiel

Ein Trend der jüngeren Vergangenheit ist es, beliebte Spiele, die aufzubauen ein etwas größerer Aufwand ist, oder die schlicht viel Platz zum Spielen erfordern, als Alternativversionen mit Würfeln oder Karten herauszubringen, die das Thema und auch zumindest in etwa das Spielprinzip beibehalten.

Ein schönes Beispiel dazu ist Die Burgen von Burgund – Das Kartenspiel aus dem Hause Ravensburger, respektive Alea. Das beliebte Gesellschaftsspiel, von eingefleischten Fans liebevoll „BuBu“ genannt, nun als reine Kartenversion, in einer handlichen kleinen Schachtel, und natürlich auch günstiger als das „Original“. Und was verbirgt sich in dem kleinen Karton?

Karten, und zwar viele. Insgesamt 240 Stück, im Einzelnen:
– 12 Burgen
– 12 Minen
– 12 Klöster
– 18 Wissenskarten
– 18 Schiffe
– 18 Weiden
– 24 Gebäude (8 verschiedene je 3x)
– 18 Waren
– 20 Tiere
– 7 Bonuskarten
– 6 Auslagekarten
– 5 Durchgangskarten
– 1 Startspielerkarte
– 15 Siegpunktkarten (8×1, 7×2 Siegpunkte)
– 22 Arbeiter
– 16 Silberkarten
– 4×3 Spielerkarten
– dazu noch die Spielregel in Deutsch.

Die Karten sind allesamt von guter Spielkartenqualität – und eher klein, was gut ist, da auch mit diesem kleinen Format zumindest ein durchschnittlicher Tisch als Spielfläche nötig ist.

Die Spielkarten sind Spielelemente – stellen also eine Art Spielfeld und verschiedene Marker dar; die „Aktionskarten“ sind zweigeteilt – und zeigen jeweils neben ihrem Motiv noch einen Würfel. Dies simuliert einen Würfelwurf, und man muß dartan denken, dass diese Karten eben beides sein können, je nachdem wann sie ins Spiel kommen – bekommt man sie auf die Hand, ist das Motiv unerheblich, nur der Würfel zählt (das ist etwas, was gerade Neuspieler oft durcheinanderbringen).

A propos Hand: Die „Handkarten“ werden mitnichten alle aufgenommen, vielmehr in einem Stapel vor sich abgelegt und man nimmt nur je zwei Karten auf, von denen man pro Runde eine spielt. Die Karten, um die es geht, werden von der Spielerzahl abhängig ausgelegt, und dann kann man mit den „Würfeln“ auf der Hand daraus Projekte aussuchen, später von diesen Projekten welche ins eigene Fürstentum platzieren (und deren Effekte auslösen), oder auch handeln (sprich Waren verkaufen – das ist übrigens auch die Methode, Startspieler zu werden). Alternativen, wenn gerade gar nichts passt, sind, neue Arbeiter zu nehmen, etwas Silber zu bekommen oder – das ist eher gegen Spielende attraktiv – Arbeiter und Silber noch in Siegpunkte umzuwandeln.

Wer nun meint, dass dies doch sehr glückslastig ist, hat die Arbeiter nicht auf der Rechnung. Pro eingesetztem Arbeiter kann ein Würfel um eins rauf oder runter“gedreht“ werden (wobei von 1 nach 6 auch nur ein Arbeiter nötig ist). Somit kann man schon ein wenig mehr kontrollieren, muss aber seine Ressourcen managen – und im Auge behalten, was die Mitspieler so machen, denn ist ein Projekt einmal weg, ist es – naja, eben weg, dann muss man auf ein weiteres hoffen. Insofern – Opportunisten an die Front, hier macht der die meisten Punkte, der das, was gerade zur Verfügung steht, am besten ausnutzt.

Bei einigermaßen gleich konzentrierten Spielern tendieren die Spiele dazu, recht knapp auszugehen – man muss sich schnell damit abfinden, dass nicht alles, was man gerne hätte, so funktionieren wird, von daher gilt es, das beste draus zu machen (und vielleicht auch noch zu verhindern, dass die Mitspieler mehr Punkte machen können). Die bekommt man nämlich durch Dreiergruppen gleicher Projektarten, und wenn man damit schneller als die Mitstreiter ist, gibts dafür auch noch Boni. Weitere Punkte kann man auch noch erreichen, indem man Sätze aus verschiedenen Tieren zusammenbekommt, die von den Weiden oder manchen Gebäuden „geliefert“ werden.

Man muss also eine ganze Menge im Kopf behalten, Konzentration ist gefragt, Boni (auch die Bonusaktionen für 3 Silber) zum richtigen Zeitpunkt zu nutzen ist essentiell. Von daher – durchaus etwas anspruchsvoller als man zunächst von so einem handlichen kleinen Spiel denken mag. Meinen Testern – und auch mir – hat es durchweg gefallen; vor allem ist es schnell mal eben mitgenommen, ausgepackt, und spielt sich unter einer Stunde, und kann durchaus verschiedene Spielertypen ansprechen. Preislich ist Die Burgen von Burgund – Das Kartenspiel auch ein sehr gutes Angebot – vielleicht auch gerade für diejenigen, die sich vor einem „großen“ Spiel noch etwas scheuen. Noch ein weiteres interessantes Feature: Es gibt sogar eine Solospielvariante (in der man gegen „Egon“ (Ein Gegner Ohne Nase), einen virtuellen Gegenspieler, spielt).

Hersteller Ravensburger
Autor Stefan Feld
Künstler Harald Lieske
Spieler 1-4
Denken 5
Glück 4
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 12,99 €

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