Kraterkraxelei

Haus der Sonne

Haus der Sonne ist die Übersetzung des Namens des Vulkans Haleakala aus dem Hawaiianischen. Und um eben diesen Vulkan geht es in diesem hübschen Zweipersonenspiel aus dem Hause Feuerland – die beiden Spieler übernehmen die Rollen von Schamanen, die Statuen möglichst hoch auf dem Hang des Vulkans aufstellen wollen, ohne dass diese von der Lava erwischt werden.

Wie wir es von Feuerland schon gewohnt sind, weiß das Spiel mit sehr ansprechender Artwork und schönem Material zu überzeugen. Das sicherlich etwas ausgefallene Thema wird dementsprechend recht anschaulich umgesetzt – ein Blick in die rechteckige Schachtel (nennen wir das jetzt Feuerland-Format?) zeigt, dass diese recht gut gefüllt ist:

– 1 großer Insel-Spielplan
– 1 Wertungstafel/Kartenablage
– 1 Fischerboot (Holz)
– 4 Lavachips (Holz)
– 2 Schamanenfiguren (Holz)
– 2 x 8 Statuen (Holz)
– 2 x 6 Holzscheiben
– 2 Zählsteine
– 5 Wertungskarten
– 1 Lava-Presterinnen-Karte
– 42 Palmenkarten
– 1 Startspielerkarte
– 1 Bogen mit Aufklebern
– die Spielanleitung in Deutsch

Die Lavachips, Lavascheiben, Zahlenscheiben und Statuen erhalten vor dem ersten Spiel je einen Aufkleber. Die Holzteile sind in rot und gelb gehalten (Lavachips orange, Fischerboot weiß), die Karten haben gute Spielkartenqualität.


Zu Beginn des Spiels werden die Palmenkarten nach Palmenanzahl geordnet, dann seperat gemischt und die ersten 12 Karten um die Insel ausgelegt – je zwei in jede Bucht. Die Schamanen starten jeweils auf ihrem Strandfeld, und wollen nun ihre Statuen möglichst gewinnbringend platzieren (jede höher, desto Punkt). Um das zu erreichen ist aber schon ein wenig Taktik vonnöten – wichtig sind die passenden Palmenkarten zur rechten Zeit, wobei es für deren Erwerb unerheblich ist, wo der Schamane gerade steht – der zeigt nur an, wo eine Statue gesetzt werden kann.

Um an die Karten (und das, was sie bewirken) zu gelangen, muss man entsprechend Zahlenscheiben an den Strand legen – vorerst geschieht dann nichts – man darf allerdings noch seinen Schamanen bewegen (bis zu zwei Felder, davon maximal eins „aufwärts“), es sei denn, man legt die Scheibe auf den Abschnitt, wo das Fischboot gerade ankert. In diesem Fall bewegt sich nicht der Schamane, sondern das Boot, und zwar so weit, wie die gerade gelegte Scheibe. An dem Strandabschnitt, wo es dann ankommt, werden die dort bereits liegenden Scheiben ausgewertet – wer hier die Mehrheit hat, hat die Wahl, welche der beiden Karten er bekommt, der andere erhält automatisch die andere – es sei denn, hier hatte nur ein Spieler Scheiben gelegt, oder es handelt sich um identische Karten (dann erhält nur der erste Spieler eine Karte). Last but not least kann man auch eine liegende Scheibe wieder aufnehmen – unter Umständen die einzige Wahl, denn wenn man keine Scheiben mehr legen kann, hat man nur noch die alternative Möglichkeit, das Fischerboot ein Feld weiterzuziehen – ob man dies dann will, ist eine andere Frage.

Die Karten haben unterschiedliche Effekte – Fischkörbe, Perlen oder die Nautilus-Schnecke werden einfach gesammelt (für Punkte), für Muscheln kann man sich Bonuskarten kaufen (unterschiedliche Boni sind unterschiedlich teuer); eine Statuen-Karte lässt den Schamanen da, wo er gerade steht, eine Statue errichten. Die Lavapriesterin erlaubt, einen Lavachip zu verschieben – Moment, Lava? Ja, die kommt dann ins Spiel, wenn eine Lavakarte aufgedeckt wird (was erst passieren kann, wenn Karten abgeräumt und wieder aufgefüllt werden). Ein entsprechender Chip kommt dann in das Segment, wo die Lava aufgedeckt wurde.

Nach dem Abarbeiten der 2-Palmen Karten kommt es zur ersten Wertung (inklusive Vulkanausbruch – pro Lavachip in einem Segment wird von oben beginnend eine eventuell dort befindliche Statue zerstört), die zweite Wertung erfolgt zum Spielende (ebenfalls inklusive Vulkanausbruch). Bevor gewertet wird, kann man aber noch Wertungskarten kaufen, sofern man das noch nicht vorher getan hat (und diese noch da sind), mit denen man Bonuspunkte erhalten kann. Wenn man mit Lavascheibe spielt (optional), kann man das Auftauchen der Lava taktischer steuern (die Karten mit Lava kommen dann aus dem Spiel).

Das ganze geht eigentlich schneller, als man bei dem doch etwas opulenten Spielaufbau denken mag, hat aber einiges an taktischer Finesse – allein schon durch die Regel, dass man die Scheiben nie so legen darf, dass die Summe der Zahlen in einem Segment die gleiche wie die des Gegners wäre (es darf kein Unentschieden geben). Da man so den Gegner stellenweise auch „blockieren“ kann, und durch das Verschieben der Lava durch die Priesterin gibt es hier eine ordentliche Ärgerkomponente. Dennoch ist die angegebene Spieldauer von 40 Minuten durchaus realistisch, wer das Spiel gut kann, spielt es in einer halben Stunde.

Insgesamt ein amüsantes und schön umgesetztes Zweipersonenspiel für ab und an etwas schadenfrohe Taktiker, die nicht immer stundenlang spielen wollen. Das Material ist hochwertig, hat eine angenehme Haptik wie auch Optik und preislich kann man auch nicht meckern – wem fehlt also noch ein Geschenk für ein spielendes Paar…?

Hersteller Feuerland
Autoren Florian Racky, Marc Klerner
Künstler Dennis Lohausen
Spieler 2
Denken 7
Glück 2
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 29,90 €

Haus der Sonne bei >Spiele-Offensive

Haus der Sonne bei Milan-Spiele

Haus der Sonne für EUR 19,90 bei Amazon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.