…und hüte dich vor dem Intriganten…!

Mit List und Tücke

Dieser Rat ist durchaus ernstzunehmen – zumindest, wenn man vorhat, eine Partie Mit List und Tücke zu spielen. Die Neuheit aus dem Hause Kosmos kommt in einer handlichen kleinen Schachtel daher, die gut in die Tasche passt und sich dementsprechend gut mitnehmen lässt.

Was also soll man denn tun mit „List und Tücke“? Nun, strenggenommen… störende Individuen um die Ecke bringen… oder zumindest „entfernen“, um es mal diplomatisch auszudrücken, immerhin möchte man ja selbst den meisten Einfluss haben, und nicht irgendwer. Dazu befinden sich in der Schachtel folgende Materialien:

– 20 Charakterkarten
– 1 Karte „Kapelle“
– 1 Startspielerkarte
– 8 Übersichtskarten
– 3 x 13 Einflussplättchen
– 12 Beseitigungsplättchen (8 1er, 4 3er)
– Die Spielregel in Deutsch

Die Plättchen sind aus Karton und müssen noch aus einem Stanzbogen herausgelöst werden, was aber problemlos geht; die Karten sind großformatig und von sehr guter Qualität. Die Charakterkarten zeigen jeweils eine „Person“ (dargestellt als antropomorphes Tier) und nennen deren Fähigkeit, wie auch die Einflusspunkte, die man durch sie erhalten kann; außerdem haben sie eine Ordnungszahl – die ungeraden haben eine helle, die geraden eine dunkle Rückseite.

Das interessante ist die Kartenverteilung – jeder Spieler erhält jeweils 2 helle und zwei dunkle Karten, muss davon aber je eine mit seinem linken bzw rechten Nachbarn tauschen. Von daher ergibt sich die interessante Situaton, dass man zumindest ein wenig darüber weiß, wer welche Karte hat – und das ist auch wichtig. Immerhin möchte man ja vermeiden, dass seine einflussreichen Charaktere beseitigt werden – und so ziemlich jeder hat irgendeinen „Feind“, der genau dazu in der Lage ist, aber eben nur, wenn das „Opfer“ in der jeweiligen Runde des Kapitels (wie die Spielrunden genannt werden) gerade ausliegt (in einigen Sonderfällen ist es aber genau andersherum). Also kann man manche Karte recht „sicher“ spielen, wenn man die gefährliche Karte schon gespielt weiß – oder zumindest den Spieler in der Runde vor sich.

Allerdings – um die Unberechenbarkeit noch zu erhöhen – wechselt der Startspieler dahingehend, dass diese Position in jeder Kartenrunde der erhält, der den höchstrangigen Charakter gespielt hat. so etwas muss man also auch im Hinterkopf behalten. Dass Charakterkarten auch ausgetauscht und gemopst werden können, macht es nicht einfacher, und wenn dann mal eine „Beseitigung“ gelingt, so werden alle bis dahin gespielten Charaktere des betreffenden Spielers umgedreht (und bringen so am Rundenende keinen Einfluss) – besonders fatal, wenn das ganz zum Schluss geschieht.

Dem aufmerksamen Leser ist natürlich aufgefallen, dass ja nur 16 Karten verteilt werden (oder 12 bei 3 Spielern) – der Rest spielt aber trotzdem „mit“, und zwar verdeckt unter der Kapelle (und können durch so manche Fähigkeit ausgetauscht werden). Bei drei Spielern spielen 4 Karten nicht mit (die Variante, dass das jeweils zufällige sind, macht es interessanter). Und da soll man auch noch Punkte sammeln?

Aber sicher, immerhin können ja nicht alle beseitigt werden… die offen liegenden Symbole am Ende eines Kapitels ergeben Einflusspunkte, die sich der jeweilge Spieler nehmen darf (weltlich, kirchlich oder magisch). Nur – wieviel diese dann nachher wert sind, entscheidet sich dadurch, wie diese zu Spielende verteilt sind – jeder Marker ist so viele Punkte wert, wie von seiner Art noch im Vorrat liegen (sind also alle weg, ist das eine Nullnummer). Man möchte also, wenn man schon ein paar Marker hat, verhindern, dass davon noch welche verteilt werden. Und wie geht das am besten? Richtig, indem man die passenden Charaktere beseitigt… was übrigens auch Punkte bringt, und diese sind als einzige „berechenbar“.

Insgesamt ein schöner, eher schneller Hirnzwirbler für schadenfrohe Spieler mit hohem Ärgerpotential; der Hinweis „spielt einfach mal drauf los, die Feinheiten lernt ihr beim Spiel“ ist durchaus ernstzunehmen, von daher wird man in späteren Partien sicher aufmerksamer spielen. Der Glücksfaktor ist zwar vorhanden, aber gerade das lädt zum opportunistischen Taktieren ein – man muss aus dem, was man bekommt, eben möglichst viel „rausholen“, und dafür manchmal eben um die Ecke denken. Das Material ist sehr gut gelungen, die Illustrationen der großformatigen Karten sind sehr schön „passend“ – es zählt mal wieder zu den Spielen, die schon beim Anschauen neugierig machen, und das zu recht. Noch dazu – es ist recht günstig und passt in eine kleine Schachtel, also ein schönes Mitbringsel oder Geschenk. Auf meinem Spieltisch wird es sicherlich öfter mal landen…

Hersteller Kosmos
Autor Michael Rieneck
Künstler Franz Vohwinkel
Spieler 3-4
Denken 6
Glück 3
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 12,99 €

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