Re-View – ein Blick zurück auf 2016

Del’Roh kommentiert mal 2016
…und was hat das mit Spielen zu tun? Nun, teilweise auch damit… und mit Entwicklungen, Zeitgeschehen, was auch immer. Und da sowieso zum Jahreswechsel alle möglichen Leute da ihre Kommentare publizieren – tue ich, Del’Roh, das jetzt auch mal. Warum auch nicht – immerhin ist 2016 so einiges passiert, vieles davon eher unerfreulich, aber wenn man schon nach vorne blicken will, sollte man doch auch mal im Kopf behalten, was gerade passiert ist. Insofern – das was jetzt kommt, ist eine persönliche Meinung, die ihr natürlich nicht teilen müsst – wieso auch. Aber vielleicht interessiert euch ja auch mal meine Sichtweise anderer Dinge als „nur Spiele“.

Dass dank diverser Konflikte Flüchtlinge nach Europa, und eine Menge davon auch nach Deutschland strömen, ist, denke ich, hinreichend bekannt. Dass damit einige Leute ein Problem haben, und gerne alles über einen Kamm scheren, ist leider eine Tatsache. Insofern ist es natürlich zu begrüßen, wenn man spielerisch dabei helfen kann, gegen Vorurteile und Integrationsprobleme vorzugehen. Einen Ansatz dazu gibt es mit einem netten kleinen Spiel, dessen Rezi gleich im Anschluss an diesen Artikel folgt.

Dass die Spieleszene auch immer internationaler und bunter wird, haben wir nicht nur auf der diesjährigen SPIEL gemerkt. Auch scheinen sich Spieler-Typen breiter zu fächern oder zu vermischen. Es fiel mir dieses Jahr zB auf der RPC, aber auch auf der NordCon oder der FeenCon auf, dass vermehrt auch Brettspiele, die nicht unbedingt genre-verwandt mit den klassischen Rollenspielen sind, auf Cons Einzug halten. Rollenspieler, die Quadropolis spielen – schönes Spiel, aber auf der RPC? Ich war überrascht. Offenbar klappt hier das Crossover besser als mit den Computer“rollenspielern“. Und was das Internationale angeht – immer mehr internationale Verlage schaffen es, den Standard des German Games bzw Eurogames zu erreichen. Die Finnen schaffen das schon seit Jahren, die Japaner schaffen es nun aber auch (Minerva 2015 war der Anfang, Yokohama ist der nächste Schritt – Rezi dazu demnächst), und der Trend zum eher hochwertigen Spiel führt dazu, dass in Spielgruppen nicht mehr jeder das Spiel selbst haben „muss“ – zumindest sind das die Tendenzen, die ich beobachten kann. Es wird eher abgewägt „wer von unseren Mitspielern kauft sich welche Neuheit“ als dass alles einfach eingesackt wird – dafür sind viele Spiele einfach eine Ecke teurer geworden, als dass das noch so einfach ginge.

Die Rollenspiel-Elemente sind aber auch ins Brettspiel mehr eingeflossen – solche mit ansatzweise Tabletopcharakter werden häufiger, und die Qualität steigt – Koop-Spiele „gegen das Spiel“ oder „gegen einen Leiter“ Im Sinne von Dungeon Crawls sind wieder „In“, und sind um vieles komplexer geworden als seinerzeit beispielsweise Hero Quest, was ja viele heute noch kennen und spielen (wenn auch mit massenweise Hausregeln – war einfach zu einfach…). Abenteuercharakter haben auch diverse Escape-Room Spiele, die man fast als das Gesellschaftsspieläquivalent von Abenteuermodulen sehen kann – es bleibt zu beobachten, ob von daher vielleicht der ein oder andere zum Rollenspiel finden wird.

Dann mal etwas persönliches – und was auch das Blog betrifft. Ihr habt es ja sicherlich gelesen, letztes Jahr hatte unsere Lieblingskakerlake einen Schlaganfall. Dass Roach mir davon selber berichten konnte – und zwar schon wenige Tage danach – beruhigt zwar ein wenig, aber ich war trotzdem ganz schön von den Socken. Immerhin… er ist ja nur 10 Jahre älter als ich… und nicht nur mein Kollege, sondern auch mein bester Freund. Bitte alle Daumen drücken, dass er schnell wieder „voll einsatzfähig“ ist. Seit ich das Blog soweit größtenteils alleine geschrieben habe merke ich umso mehr, wie viel Arbeit Roach da reinsteckt… Danke dir dafür, Roach… du wirst wieder, das weiß ich.

Wer leider nicht wieder wird – das sind seit 2016 eine ganze Menge Leute. Es hat mich teilweise ganz schön geschockt, wer da alles einfach tot umfällt… das fing Anfang des Jahres mit David Bowie an (grüß Major Tom), kurz darauf Colin Vearncombe – wer das ist? Nun, Leute meiner Altersklasse kennen ihn vermutlich als „Black“, der hat Musik gemacht, mit der ich groß geworden bin… dann im Februar Peter Lustig. Ja, der mit dem Löwenzahn, kennt ihr auch noch (nein, bitte nicht abschalten). Dann mal ein Politiker, den ich ernstnehmen konnte (recht selten der Fall) – Hans-Dietrich Genscher im März. Als der im Amt war konnte man noch die FDP ernst nehmen, und ich denke, er hat geholfen, einen dritten Weltkrieg zu verhindern. Sowas fehlt heutzutage…
Im April dann Prince – der nächste aus der Musikerriege, einer der ganz Großen, auch wenn er eher klein war, seine Stimme umso größer… Purple Rain ist eines der geilsten Musikstücke überhaupt, dammit… und im Mai – wer die nicht kannte, hat nie Privatfernsehen geschaut – Erika Berger.
Der Juni war dann das „Finale der Fäuste“ – erst Cassius Clay aka Muhammed Ali, dann zwei Schauspieler, die ich sehr mochte – Götz George (Schimanski war ein Grund, überhaupt Tatort zu gucken, der war wenigstens nicht so fürchterlich „korrekt“, der war glaubhaft), dann Carlo Pedersoli, euch sicherlich besser bekannt unter seinem Künstlernamen – Bud Spencer. Irgendwie kenne ich fast niemanden, der den nicht mochte, und der hatte weit mehr drauf als „nur“ lustig irgendwelche Mooks zu verdreschen. Bin ja früher manchmal sogar mit ihm verglichen worden… Ciao, Bulldozer, Sheriff Craft, Kommissar Rizzo, oder wie auch immer er in seinen Rollen hieß.
Im Herbst dann ein großer Verlust für die Spieleszene – Harald Bilz. Wem der Name nicht direkt was sagt, dem sei gesagt, dass es den Heidelberger Spieleverlag in dieser Form ohne ihn sicher nicht gäbe. Ihr hattet ihn sicher mal gesehen, ohne es vielleicht zu wissen – der mit dem Hut. Der spielt jetzt auch in einer „anderen Liga“.
Im November waren dann einmal mehr Künstler an der Reihe – erst Oleg Popov, dann Leonard Cohen… Ende des Monats verschwand plötzlich Fidel Castro von der Bildfläche, ob das wohl ein Schock nach der US-Wahl war?
Und im Dezember – waren es für George Michael dann wirklich die „Last Christmas“, da ist wieder ein ganz Großer weniger… auch Musik, mit der ich groß geworden bin, herrlich provokant… zu guter letzt – Carrie Fisher weilt auch nicht mehr unter uns. Möge die Macht mit dir sein, Leia…

Eine ganze Menge „Promis“ weniger, vielleicht mehr, als man auf dem Schirm hatte, und es waren noch viel mehr, ich habe jetzt einfach mal diese heruasgepickt, weil es Leute sind, mit denen ich mich wieso auch immer zumindest mal beschäftigt habe, viele davon habe ich gemocht. Und ich… ich bin 2016 „die Antwort“ geworden, zumindest laut Douglas Adams. Und was machen die Amis? Die wählen Donald Trump… na happy new year sag ich da nur…

Okay. Trübsal blasen ist nicht. Eben hat es geschneit… der erste Schnee… ich freu mich drüber, auch wenn viele fluchen. Schnee gehört dazu. Ist schließlich Winter. Genauso wie Spielen zum Leben dazugehört. Es geht weiter, das Spielen geht sowieso weiter, und ich bin gleich auf dem Spielemarathon in Mülheim, und Ende der Woche auf der Morpheus in Herne… zum Spielen. Vielleicht sieht man sich.

2 comments

  1. Jan Ludwig sagt:

    Douglas Adams (Anhalter, Galaxis) starb bereits 2001.Du meinst wohl Richard Adams (Watership Down)… Zu Carrie fehlt noch ihre Mutter, Debbie Reynolds, und ungefähr am selben Tag Knut Kiesewetter. Mir fehlen da noch Rick Parfitt (Status Quo), Greg Lake ( nachdem Keith Emerson frühr im Jahr verstarb, ist nur noch Carl Palmer übrig.) , die Gabor, Henry Heimlich (jedem Ersthelfer ist der Heimlich-Rettungsgriff vertraut, und John Glenn … und das sind dann nur Namen aus dem Dezember…

    • Del'Roh sagt:

      Hallo Jan,
      Dass Douglas schon so lange tot ist weiß ich – ich hab ihn auch in anderer Hinsicht erwähnt (schau mal genau). Und ein vollständiger Nekrolog würde mindestens ein Buch füllen, von daher… 2016 war da schon „schlimmer“ als einige… ich dachte schon, 2015 mit Christopher Lee, Udo Jürgens, Joe Cocker und Lemmy wäre da nicht zu toppen,… naja, leider wohl doch…

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