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Spoiler(s) – The Beginning

Vom spanischen Verlag Zacatrus kommt dieses kleine aber feine Spiel, über dessen Titel der Verlag sich anscheinend nicht ganz im klaren ist. In jedem Fall steht der Name der Mehrzahl (Spoilers) beispielsweise auf allen vier Deckelseiten auch im Strichcode für die Kasse versteckt, sowie als Titel über der Spielanleitung. Dahingegen steht der Name in der Einzahl (Spoiler) groß auf dem Deckel und auch auf dem Boden des Spiels.

Gut möglich, dass dies der Unterschied zwischen der deutschen und der englischsprachigen Version ist. Im Englischen steht der Titel in allen Versionen in der Mehrzahl. Ähnliches gilt, glaube ich, auch für das "große" Spoiler, das auf der Spiel groß beworben wurde, wobei auch große (Popcorn-) Plastikbecher mit Angabe der Standnummer verteilt wurden. Das hier besprochene Spiel mit dem Zusatz "The Beginning" ist allerdings laut Aussage des Verlages ein völlig eigenständiges Spiel und daher auch komplett selbstständig spielbar.

Die Spielschachtel ist ein wenig entworfen wie die Klappe bei Filmaufnahmen und misst etwa 10,2 cm × 13 cm × 2,2 cm. Drinnen findet man:

  • die Spielregel auf Deutsch
  • 54 Fragenkarten
  • sechs Extrapunktarten
  • ein kleiner Wertungsblock
  • ein kleiner Bleistift

Die Karten haben einfache Spielkartenqualität, wobei jede Karte auf einer Seite einen Film, der eher in die Qualitätsstufe eines C-oder D-Films fällt, beschreibt mit Titel, Regisseur, Herstellungsjahr und -Land und einer Angabe des Genres. Die Filme sind alle relativ neu (der älteste genannte Film ist Mord auf Flug 502 aus dem Jahr 1975, die meisten Filme stammen aber aus diesem Jahrtausend). Auf der Rückseite der Karten findet man dann jeweils drei Fragen zum Film mit drei vorgegebenen möglichen Antworten, von denen nur eine stimmt, auch entsprechend markiert ist.

Der Bleistift hat die Größe eines Ikea-Bleistifts, ist aber rund und lackiert.

Der Punkteblock schließlich kann ohne weiteres durch einen Notizzettel ersetzt werden.

Das Spiel verläuft grundsätzlich so, wie man es bei einem einfachen Quizspiel erwartet. Reihum wechselt die Rolle des Fragenstellers, des sogenannten "Spoilers". Wer an der Reihe ist, erhält eine Fragenkarte und liest in drei Einzelrunden die drei Fragen mit den dazugehörigen Antworten vor. Zu den drei Antworten bestimmt er außerdem Punktwerte (3/2/1), die er auf die drei Antworten frei verteilen darf. Punktwerte – die er auch bekannt geben muss – geben an, wie viele Punkte ein Spieler erhält, der sich für die entsprechende Antwort entscheidet … aber nur dann, wenn es die richtige Antwort ist. Hier ein Beispiel:

Die erste Frage zum Film "Im tiefen Tal der Superbabes" (Deep In The Valley, USA, 2009; Komödie von Christian Forte) lautet: Lester und Carl wurden in eine parallele Realität innerhalb eines Erotikfilm(sic!) gebeamt. Was ist Lesters Theorie? A) dass es sich um einen Scherz von Versteckte Kamera handelt (1 Punkt) B) dass sie durch einen elektrischen Schlag gegötet (sic!) wurden und nun im Himmel sind (zwei Punkte) C) das alles Effekt der Droge ist, die sie konsumiert haben (drei Punkte).

(Anmmerkung: Zwar gibt es bei dieser Frage, wie man sieht, gleich mehrere Tippfehler, aber allgemein sind die Fragen ziemlich gut übersetzt.)

Die angegebenen Werte in Punkten hat der Spoiler festgesetzt. Die Spieler entscheiden sich jetzt jeder für eine der drei Antworten. Anschließend erhält jeder Spieler, der sich für Antwort B entschieden hat, zwei Punkte, denn das ist die richtige Antwort auf die Frage. Spieler die sich für Antwort A oder C entschieden haben, erhalten nichts – stattdessen erhält der Spoiler für jeden dieser Spieler einen Punkt.

Ein wenig ist die Zuteilung der Punkte auf die verschiedenen Antworten natürlich auch ein wenig ein (hoffentlich erfolgreicher) Bluff des Spoilers – die Filme sind in der Regel sehr unbekannt, so das die Antworten nur geraten werden können. Wenn ich als Spoiler jetzt der richtigen Antwort viele Punkte gebe, würde ich im ungünstigsten Falle ebenfalls viele Punkte verteilen – aber schreckt der Gedanke, dass ich den Mitspielern wohl kaum freiwillig so viele Punkte anbieten würde Mitspieler eventuell von der richtigen Antwort ab?

Beim Zuteilen von drei Punkten hilft es vielleicht, dass jeder Spieler als Spoiler innerhalb einer Partie zweimal zwei Extrapunkte gewinnen kann, indem er der richtigen Antwort drei Punkte zuweist. Ob und wie oft er diese Extrapunkte bereits eingesammelt hat, wir mit demn Extrapunktkarten angezeigt, so dass ein Spieler abschätzen kann, ob es für den Spoiler interessant und lohnend wäre, die richtige Antwort mit drei Punkten zu belohnen.

Wenn die drei Fragen einer Karte abgehandelt sind, wird der nächste Spieler zum Spoiler und erhält eine neue Karte. Nach einer vorher festgelegten Anzahl von Runden (laut Spielregel, wenn jeder Spieler dreimal Spoiler war)endet das Spiel und es gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte gesammelt hat.

Mit nur 54 Karten/Filmen ist die Auswahl natürlich ziemlich klein und wenn man das Spiel öfter spielt, kennt man relativ schnell die richtigen Antworten. Das ist eigentlich schade: in der Schachtel wäre ohne weiteres Platz gewesen für etwas mehr als die doppelte Anzahl Karten. Wie bei vielen Quizspielen wäre also eine größere Auswahl an Fragen nur von Vorteil..

Allerdings darf man für den geringen Preis wohl auch kaum allzu große Forderungen stellen: grundsätzlich würde ich sagen, dass der Preis ganz angemessen ist.

Das Spiel wird auf der Schachtel als Partyspiel angepriesen, persönlich finde ich es bei nur sechs Spielern ein wenig zu klein diesen Titel verdient zu haben. Als ungewöhnliches Quizspiel hat es aber sicher seinen Platz – für eine Familienfeier oder auch für einen Silvesterabend im Freundeskreis ist es aber sicherlich gut geeignet.Man sollte nur gut aufpassen, damit man die deutsche Version des Spiels erhält.

Hersteller Zacatrus
Autor Manu Palau
Künstler Manu Palau
Spieler 3-6
Denken 6
Glück 5
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 9,95 €


Spoiler – The Beginning bei www.Spiele-Offensive.de

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