Spiel am Stock

Persönliche Nachbetrachtung zur SPIEL

Jetzt liegt sie also hinter uns, die SPIEL 2018. Wie auch schon letztes Jahr habe ich nur einen Teil der Zeit nutzen können, um auf der SPIEL anwesend zu sein. Um genau zu sein: ich war am Samstag ab etwa 11:00 Uhr und am Sonntag dann ab etwa 10:00 Uhr vor Ort und habe zumindest besucht, was in der kurzen Zeit zu besuchen war.

Hierbei habe ich dann meine jeweilige Begleitperson mehr belastet als voriges Jahr – voriges Jahr hatte ich mir ja vom Messeservice einen Rollstuhl ausgeliehen, und in einigen Hallen hatte ich das Glück, meiner Begleitperson für kurze Zeit frei geben zu können, weil viele Stände so dicht beieinanderstanden, dass ich die Abstände selbst bewältigen konnte. Dieses Jahr hingegen humpelte ich an meiner formschönen Krücke durch den Tag, und da ich immer noch auf der linken Seite so gut wie nichts tun kann, war ich dann genötigt, meine Begleitperson als "Lastesel" anzustellen. Ich muss den beiden (an jedem Tag jemand anders) allerdings ein hohes Lob aussprechen: Klagen habe ich zumindest keine gehört.

Es waren einige Stände, an denen ich unbedingt vorbeischauen wollte, und gefühlt habe ich diese auch geschafft. Ich muss allerdings zugeben, dass ich, wenn ich voll einsatzfähig gewesen wäre und entsprechend mehr Zeit gehabt hätte, auch viele andere Stände noch besucht hätte, an denen ich dieses Mal widerwillig vorbeieilen musste. Deshalb hoffe ich, dass mein Mit-Redakteur sie besucht hat.

Eine Reihe Spiele zur Rezension habe ich selber "schießen" können. ein Foto der Strecke steht nebenan. Auch wurde mir für einige bald startende Kickstarter-Projekte zugesagt, ich würde noch Informationen erhalten, damit ich eine Rezension rechtzeitig zum Start des Projekts schreiben kann. Auch für Crowdfinancing-Projekte gilt ja bekanntlich unser Ersttagsversprechen – auf das ich an dieser Stelle auch noch einmal explizit hinweisen möchte.

Über Kickstarter gesprochen: es waren auf der Messe auch einige Projekte zu sehen, die zur Zeit laufen. Insbesondere fand ich das Projekt von Ukrainian Gear interessant, die nicht nur Deckboxen zum Selberbauen anbieten, sondern auch Würfeltürme, bei denen sich Teile bewegen, wenn der Würfel hindurch fällt … und einen Universal-Spielleiterschirm mit eingebautem Würfelturm, der auch sehr gut aussieht. Eine Rezension dieses Spielleiterschirms folgt wahrscheinlich morgen oder übermorgen, denn zum einen läuft das Projekt noch und zum anderen sind die Preise recht günstig.

Auch bei Startnext läuft zur Zeit ein Projekt für das Brettspiel ImpeRunde, das besonders umweltfreundlich produziert wird und komplett aus Holz hergestellt wird. Von der Art her erscheint es mir eine handfeste Weltwirtschafts-Simulation mit globalpolitischen (und auch militärischen) Untertönen.

Und über Würfeltürme gesprochen: auch von e-Raptor habe ich mehrere Würfeltürme mit beweglichen Teilen zur Rezension erhalten, darunter ein "Sternentor", dass für SF-Rollenspiele sehr schön aussieht. Diese Türme – bzw. die Bausätze – sind im nebenstehenden Bild links zu sehen.

Interessant sah sah auch der Stand von Gauss Toys aus, die wohl irgendwann über Kickstarter ein Brettspielsystem mit Computerunterstützung finanzieren wollen, deren Prototyp bereits dort war. Spezielle Magnetsteine zeigen dem System dann an, welche Spielsteine wo und wie zu bewegen sind, was dann wahlweise über einen Computer, eine Konsole oder auch ein Tablet angezeigt werden kann.

Besonders nett fand ich auch die Besuche zum einen bei biwo-Spiele, die leider nur die angekündigte Erweiterung zu Capio am Stand hatten, die für dieses Jahr geplante Neuerscheinung fiel leider aus Termingründen aus – sie hat es gerade eben nicht bis zur Messe geschafft, und zum anderen bei Palatia, die nach acht Jahren ein neues Spiel vorstellten, dass seine pfälzische Herkunft auch wieder nicht verleugnen kann.

Andere Spiele, auf die zu testen ich mich freue, sind der "Tanz der Glühwürmchen", der nichts mit dem ähnlich betitelten Film zu tun hat, von Backspindle Games, Ninja Squad vom gleichen Herausgeber, Go Go Eskimo von Tactic, Ninja Rush, wieder vom gleichen Herausgeber – und eben auch alle anderen Spiele, die auf den Bildern gezeigt werden.

Ninjas scheinen dieses Jahr so ein wenig ein Thema der Messe gewesen zu sein, jedenfalls habe ich eine ganze Menge Spiele mit diesem Thema gesehen. Auch waren Spiele mit einem Diebes-Thema anscheinend ziemlich populär unter den Herausgebern – auch wenn beispielsweise den Griechen von Artipia Games die Ironie ihres Titels "A Thief's Fotune" nicht entging. Bei einem Gespräch am Strand bestätigte der Verlag – wie auch Hub Games, dass nicht nur bei ihnen Geld gestohlen worden war, sondern sogar bei insgesamt sechs Herausgebern sei laut Artipia Geld gestohlen worden. Auch wusste Artipia zu berichten, dass einer dieser Herausgeber nicht nur die Umsätze eines Tages verloren habe, sondern des ganzen Wochenendes. Da dürfte es dann auch egal sein, wie groß der Herausgeber ist: das dürfte die Kalkulation der Messe sicher durcheinanderbringen.

über das Ergebnis unseres Preisausschreibens kann ich bislang natürlich noch nichts sagen – Einsendeschluss ist ja erst heute Abend.

Kleine Notiz am Rande: auch ich bin das Opfer von – in diesem Fall wohl von Taschendieben – geworden. Ich hatte eine kleine Geldbörse, in die ich Visitenkarten steckte, die ich von Gesprächspartnern an den Ständen erhielt. Als ich am Sonntagabend diese Geldbörse ausräumen wollte, war sie verschwunden. Allerdings habe ich dadurch kein Geld verloren, sondern "leider" nur die Kontaktdaten einiger meiner Gesprächspartner, was auch nicht gerade schön ist. Ich hoffe, niemand besonders wichtigen zu vergessen.

Ein anderes spielunabhängiges Thema waren allerdings auch Erkrankungen auf einigen Ständen. Einige Mitarbeiter, die ich eigentlich erwartet hatte, waren nicht anzutreffen – in einem Fall wegen mehrerer Erkrankungen in der Familie. Sogar der Chef eines großen deutschen Rollenspielverlages hat am Freitag aus Gesundheitsgründen die Messe verlassen müssen – und damit auch ein anderweitig krankheitsbedingt verkleinertes Team am Stand zurückgelassen. Anscheinend hat das schlechte Wetter der letzten Tage vor der Messe seine Opfer gefordert.

Allgemein muss man sagen, dass die SPIEL wieder einmal gewachsen ist: nicht nur in der Hallenzahl und -Fläche auch ein neuer Besucherrekord wurde aufgestellt (190.000 nach 182.000 im Vorjahr). Sie wächst also immer weiter.

Und ich überlege immer noch, ob ich mich auf diesem Wege auch noch einmal bei den Leuten entschuldigen soll, denen ich ungewollt auf meinen Wegen in den Messehallen mit meiner Krücke auf dem Fuß gestanden habe. Es ist kaum zu glauben, wie zielgerichtet manche Leute über die Messe hetzen – und dabei Scheuklappen zu tragen scheinen. Ich weiß nicht, wie viele Leute mir gegen die Krücke getreten sind und sich dann wunderten, dass da etwas war. Dabei setze ich die Krücke im Endeffekt gar nicht so weit vor mich hin. Glücklicherweise hat mich niemand umgerannt, wenn ich gefallen wäre, wäre das weniger schön geworden.

Daher konnte ich mich nur glücklich schätzen, dass ich mit meiner ebenfalls krankheitsbedingten Einschränkung wenigstens an der Messe teilnehmen konnte. Sie hat jedenfalls wieder viel Spaß gemacht – und ich hoffe, nächstes Jahr wieder massiver teilnehmen zu können.

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