Quadratisch, praktisch …

Aborea-Spielleiterschirm

Wahrscheinlich ist der Spielleiterschirm das Zubehörteil für Rollenspiele, über das es die meisten verschiedenen und die am weitesten auseinandergehenden Meinungen gibt. Ist er notwendig, nützlich oder stört er?

Auch ich habe im Laufe meiner Zeit als Spielleiter den Weg über die verschiedensten Stadien genommen: in Urzeiten, als DSA noch fünf gute Eigenschaften hatte und D&D in roten und blauen broschierten Heften in Kartons verkauft wurde (das erste D&D-Hardcover erschien ja mit der Rules Cyclopedia erst 1991), war auch für mich der Spielleiterschirm ein absolutes Muss. Später hatte ich mich dann so an ihn gewöhnt, dass ich mich ohne ihn regelrecht nackt fühlte – aber auch ohne leiten konnte. Wieder später machte ich dann den Schritt hin zu „die Dinger sind ja nützlich, aber nicht unbedingt notwendig“ … Und wer mich heutzutage auf Cons antrifft, wird feststellen, dass ich eigentlich lieber ohne Spielleiterschirm spielleite, auch weil ich das Gefühl habe, dass der Kontakt zu den Mitspielern unmittelbarer ist. Aber: auch das ist natürlich Geschmackssache.

Und so kommen auch immer wieder neue Spielleiterschirme heraus; uns hat jetzt der Aborea-Spielleiterschirm vorgelegen in der Edition „Meer der Geister“.

Auf den ersten Blick könnte man den Schirm für ein Schallplattenalbum halten: er misst ca. 30 cm mal 30 cm bei 1 cm Dicke – wenn ein Vinyl-Sammler ihn versehentlich zwischen seine Sammlung stellt, fällt er überhaupt nicht auf, in der Dicke könnte man ihn für ein Doppelalbum halten.

Die Farbgebung und die Szene machen den Spielleiterschirm ziemlich stimmungsvoll, ohne die Spieler dabei durch eine aggressiv-farbige Gestaltung vom Geschehen im Abenteuer abzulenken.

Auf der Innenseite des Spielleiterschirms (drei Paneele,also etwa 1 m Breite) finden sich einige Tabellen, die für das Spiel auf Aborea nützlich sind. Dies sind unter anderem eine Währung-Umrechnungstabelle, eine Tabelle zu Manöverschwierigkeiten, eine Tabelle zur Vergabe von EP, Reichweiten-Malusse (sic!) eine Tabelle zu Wegstrecken auf Reisen, eine Tabelle zu Rüstungen und Waffen, eine Einkaufsliste sowie einige vorgefertigte NSC und fertige Kreaturen. Außerdem findet man hier einige grundlegende Regel-Spickzettel zu Verteidigungswert, Trefferpunkten, Giften und ähnlichem.

Dies dürften wohl tatsächlich die Tabellen sein, die man als Spielleiter am häufigsten benötigt, wenn man Abenteuer improvisiert – Kreaturen- und NSC-Werte hat man ja in der Regel bei einem vorgefertigten Abenteuer bereits im Abenteuertext stehen. Wirklich nützlich ist natürlich die Einkaufsliste und tendenziell auch die Rüstungsliste, denn es wird schon öfter einmal vorkommen, dass ein Spieler einkaufen will.

Es gibt da allerdings auch etwas, dass man in vielen Spielleiterschirmen zusätzlich findet, das ich hier aber vermisst habe: ein kurzes Einsteiger-Abenteuer, mit dem man beispielsweise auch auf einer Con neue Spieler anfixen könnte.

Was für einen Spielleiterschirm auch noch wichtig ist, sind natürlich Standfestigkeit und Material. Der Spielleiterschirm besteht zwar aus Karton, aber aus ziemlich dickem und festem Material. Mit etwa 550 g wiegt er auch eine ganze Menge, wenn er auch nicht so massiv geraten ist, dass ich meine Mitspieler damit verprügeln würde, wenn ich so etwas denn überhaupt täte. Auch der Test zur Standfestigkeit wurde von dem Schirm mit Bravour bestanden.

Alles in allem ist der Aborea-Spielleiterschirm damit ein sicherlich nützliches, wenn auch nicht unbedingt lebensnotwendiges Zubehör. Auch als Weihnachtsgeschenk der dankbaren Truppe für den schwer arbeitenden Spielleiter macht er sicher eine gute Figur.

HerstellerAborea.de, Sebastian Witzmann
Autor k.A.
Autor k.A.
SpielerRPG
DenkenRPG
GlückRPG
GeschicklichkeitRPG
Preis9,95 €

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