Archiv für The Roach

Finanzexperten

moneyDie wöchentliche Crowdfunding-Übersicht

Es ist Zeit für die wöchentliche Übersicht. Wie angekündigt, dieses Mal bereits am Freitag, da ich am Wochenende in Bonn auf der FeenCon sein werde. Dadurch ist die Liste auch ein wenig kürzer als sonst, aber nicht viel…

Bevor ich auf Projekte eingehe, die noch ein wenig Liebe benötigen, will ich ein Projekt nennen, das irgendwie in alle Kategorien passt, und bei dem ich nicht weiß, wie ich es sinnvoll einsortieren soll: Quiver Gaming Gear plant Gaming Mats, die als Unterlage nicht nur für Tabletops, sondern auch für Rollen- und Gesellschaftsspiele stylisch und stimmungsvoll wirken sollen. Interessanterweise sind die Portokosten nach Westeuropa (wie z.B. Deutschland) niedriger als die Kosten für Versendung nach Großbritannien/Irland.

Und jetzt wieder die Projekte, die ein wenig Unterstützung gebrauchen könnten und bald enden.

Bislang ist der Stand beim Eastern Fantasy Soundtrack EUF zwar noch unter 50%, aber dennoch fehlen nur noch ca. 400 Dollar. Wer noch nahtlos loopable Tracks mit östlichem Einschlag benötigt…

Und dann ist da ein Projekt, das ich unter 'Und da war dann noch' erwähnt hatte: Kanjilicious ist eine Spiele-App die dazu dienen soll, Japanische Schriftzeichen zu erlernen. Auch wenn die App zunächst einmal nur für iPhone ist, hege ich immer noch die Hoffnung, dass sie auch für Android erscheinen wird – irgendwann.

» Weiterlesen

Finanzexperten

money

Die wöchentliche Crowdfunding-Übersicht

Wie jede Woche, auch diesmal wieder die neuen Crowdfunding-Projekte im Spielebereich. Es war gerade im Brettspielbereich eine sehr fleißige Woche, fand ich, während der Rollenspielbereich ziemlich still blieb.

Ich weiß noch nicht, wie und wann nächste Woche die Übersicht on-line gehen wird. Nächste Woche ist immerhin NordCon, und ich werde wohl schon gegen Freitagmittag losfahren. Vielleicht schaffe ich es ja auf der Con selber, noch die Übersicht zusammenzustellen.

» Weiterlesen

Finanzexperten

money

Weitere Crowdfunding-Projekte

Wieder hat es eine ganze Menge neuer Projekte auf den verschiedenen Crowdfunding-Plattformen gegeben. So viele, dass ich sie wieder vorstellen will.

Ich probiere zur Zeit noch verschiedene Formate aus, was die Sortierung der Projekte angeht. Man kann Projekte nach Startdatum, sortieren, oder nach Plattform, oder nach Genre, oder alphabetisch, oder… Heute sortiere ich einmal nach Genres, wobei mir schon auffällt, dass diese Sortierung einige Überlappungen notwendig macht.

» Weiterlesen

Spiel – Tag 0

SPIELPressekonferenz und Neuheitenschau

Es ist 'mal wieder so weit. Zweite Oktoberhälfte, Essen, Internationale Spieltage. Ab morgen 10:00 Uhr öffnet wieder die weltgrößte Endverbraucher-Messe für Spiele ihre Pforten, bis Sonntagabend. Für Freunde des geflegten Brett-, Karten- Rollen- oder auch Kinderspiels gibt es hier wieder alles, was man sich nur wünschen kann. Und wie üblich war heute um 11:00 die Pressekonferenz und anschließend die Neuheitenschau.

Auf dieser Neuheitenschau waren natürlich auch die Redakteure von Roachware, und haben sich umgesehen. Neben einigen interessanten Spielen haben wir aber auch noch andere Dinge aufgespürt – und ein paar Tipps, wenn man ein besonderes Spiel erwerben will. Wir haben nämlich bereits Kandidaten ausgemacht für den Preis "als erstes ausverkauft“.

» Weiterlesen

Altherrenriege

Old Men of the Forest

Die "alten Herren aus dem Wald“ sind ein Name, mit dem Orang-Utans gelegentlich bezeichnet werden. Diese Bezeichnung führt sich zurück auf den malaiischen Namen, bestehend aus den Worten 'Orang' (Mensch) und 'hutan' oder 'utang' (Wald). Leider sind beide Arten (Sumatra- und Borneo-Orang-Utans gelten als zwei eigenständige Arten) vom Aussterben bedroht, auch wenn es gerade für diese 'sanften Riesen' Rettungspläne und -organisationen gibt. Zum Beispiel gibt es die Urangutan Foundation UK, zu deren Treuhändern unter anderem auch der bekannte Schriftsteller Sir Terry Pratchett gehört.

Der Englische Verlag Treefrog Games hat zu diesem Thema ein Kartenspiel herausgebracht, mit dem gleichzeitig auch die Arbeit der Urangutan Foundation UK unterstützt wird. Nachdem es auf der SPIEL verkauft wurde, ist es jetzt auch über den Webshop von Treefrog Games erhältlich. (Bevor jetzt Fragen kommen: ja, auch Roachware hat dieses Spiel ganz normal voll bezahlt – anders als die meisten anderen Spiele, von denen uns Rezensionsexemplare entweder kostenfrei oder zu einem ermäßigten Preis angeboten werden, fanden wir es sinnvoll, in diesem Fall den vollen Preis zu zahlen: das gute Ziel ist auch uns wichtig.)


Die Schachtel ist klein, aber gut gefüllt: 50 'Spielerkarten' und 16 Orang-Utan-Karten. Die Spielerkarten gibt es in 5 'Farben‘: Dollar, Fahrzeug, Banane, Wald und Abholzung, jeweils in den Zahlenwerten von 1 bis 10. Die Orang-Utan-Karten zeigen Orang Utans (Überraschung), wobei die Karten mit steigendem Alter der abgebildeten 'alten Männer' auch mehr Siegpunkte wert werden. Die Karten haben normale Qualität, aber gerade die Orang-Utan-Karten sehen auch sehr schön aus – die Zeichnungen von Mike Atkinson und das Design von Solid Colour sind nicht nur treffend sondern auch stimmungsvoll.

Das Spiel verläuft relativ einfach, sorgt aber dennoch für Kopfzerbrechen: es ist ein Stich-Kauf-Spiel. Was ist das: zunächst einmal werden die Spielerkarten gemischt an die teilnehmenden Spieler verteilt – in den Spielregeln ist es nicht ganz deutlich, aber es ist wohl so gedacht, dass bei vier Spielern nur vier Kartenfarben verwendet werden sollen (bei drei Spielern entsprechend nur drei, zu dritt ist das Spiel aber sehr glücksabhängig), wobei wohl die 'Abholzungskarten' auf jeden fall dabei sein sollten. Die Orang-Utan-Karten werden ebenfalls gemischt und die obersten drei Karten ausgelegt. Dann spielt jeder Spieler eine Karte von der Hand, wobei Farben hier nicht bedient werden müssen. Wer die höchste Karte ausgespielt hat, gewinnt den Stich – und nimmt sich eine der Karten, die die anderen Spieler abgelegt haben. Dann erhält auch der Spieler mit der zweithöchsten Karte eine der Karten der anderen Spieler. Hierbei ist dann allerdings die Höhe der genommenen Karten nicht mehr wichtig, es geht dann nur noch um die Kartenfarbe. Allerdings muss man auf jeden Fall als erster / zweiter eine Karte nehmen, auch wenn nur Abholzungskarten verfügbar sind, die in der Endabrechnung mehr Minuspunkte bringen und die nicht für den Kartenkauf verwendet werden können.

Jeder, der eine Karte aus einem Stich erhalten hat, darf nämlich anschließend eine der drei ausliegenden Orang-Utan-Karten kaufen. Auf den Karten steht jeweils, wie viele Karten von welchen Farben bezahlt werden müssen. Leider kann man 'überzählige' Karten aber nicht zurückhalten, um sie später zu verwenden: man bezahlt immer mit allen Karten, und nicht zum Kauf benötigte Karten werden anschließend unter die gekaufte Karte gelegt, wo sie bei der Endabrechnung als jeweils ein Minuspunkt (zwei für Abholzung) zu Buche schlagen. Man hat also sozusagen die 'Ressourcen' eingesetzt, und überzählige Ressourcen werden vergeudet, was zu Abzügen führt…

Nachdem beide Spieler, die eine Karte gewonnen haben, ihre Chance hatte, eine Orang-Utan-Karte zu kaufen, werden die Orang-Utan-Karten wieder auf drei aufgefüllt, und der nächste Stich wird gespielt.

Nach zehn Runden hat kein Spieler mehr Handkarten, und man kann die Punkte zusammenzählen: Punkte für die Orang-Utan-Karten, zwei Minuspunkte für jede Abholzung, die man nehmen musste, und ein Minuspunkt für jede überzählige Ressource, ob sie beim Kauf einer Orang-Utan-Karte überzählig war oder am Ende nicht eingelöst werden konnte. Die Punkte werden aufgeschrieben, und die Karten für die nächste Runde gemischt. Empfohlen werden zwei Spiele, man kann aber auch ein längeres Spiel spielen, indem man entweder vorher eine feste höhere Rundenzahl festlegt, oder ein Punktziel bestimmt.

Das Spiel ist richtig nett geworden, und dadurch, dass man die eigene Karte nicht nehmen kann, wenn man einen Stich gewinnt, ist man auch von den Mitspielern abhängig. Andererseits kann man, wenn man mitzählt, mit ein wenig Geschick seinen Mitspielern unerwünschte Karten zuspielen, oder 'taktisch' einen Stich verloren geben, weil man erwartet (oder mitgezählt hat), dass da wahrscheinlich nur Abholzungen gespielt werden. Von der Raffinesse her würde ich es daher ohne weiteres auf einem Niveau leicht über dem von Skat einordnen. Allerdings ist für den Anfänger am ehesten die Tatsache ein wenig ungewohnt, dass man die Farbe nicht bedienen muss – hieran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Da die Gewinne aus dem Spiel komplett an die Orangutan Foundation UK gehen, hat man so nicht nur ein hübsches Spiel, das auch verknöcherte Stammtisch-Skatklopfer als Alternative interessant finden können, sondern auch noch etwas gutes für die Orang-Utans getan.

Hersteller Treefrog Games
Autor Martin Wallace
Spieler 4-5 (drei möglich, aber abzuraten)
Denken 6
Glück 6
Geschicklichkeit 0
Preis 12 € plus versand (2,50 € bei Treefrog selbst)

Spiel – Nachlese


Dann war da noch…

Wie jedes Jahr auch diesmal noch einige Kleinigkeiten, Randnotizen, Takeouts und ähnliches zur Spiel.

Zur Einstimmung zunächst einmal ein paar Vergleiche zu den 'Problemen' der letzten SPIEL, die ja bekanntlich unter einigen technischen Problemen litt. Dieses Mal waren die Probleme dann auch gut 'weggearbeitet‘: ich sah nur die normalen Schlangen, und auch bei der Pressekonferenz gab es keine technischen Probleme mehr.

Irtgendwie scheint die Messe (womit ich vor allem die Messehallen, weniger die Organisation meine) ein wenig TARDIS-Technologie eingekauft zu haben: die bekannten Stände schienen durch die Bank größer zu sein, es waren mehr Stände (mehr als die paar Prozent, die durch die teilweise Öffnung der Halle 7 möglich gewesen wären) – und dennoch schien es vor allem am Donnerstag und Freitag so, als habe sich der verfügbare Platz gefühlt veranderthalbfacht. Nur durch die fehlenden Schülermassen (es waren ja keine Herbstferien zur SPIEL) können die zusätzlichen Räume kaum entstanden sein.

Allerdings war der Verkehr dann gerade am Samstag eher durch eine allgemeine Infarktsituation geprägt. Nicht nur, dass man alle anderthalb Meter auf Gangschwätzer und Abruptstopper stieß (zwei Worte, die mein Redakteur als 'überaus treffend' bezeichnete), irgendwie hingen wir auch ständig hinter anderen Journalisten, die die Standinhaber 'blockierten' (was gerade bei Vlogs wie Sofahelden und Cliquenabend zu Verzögerungen führte) – und wenn man beschloss, die eine Gruppe zu überholen und den 'blockierten' Stand später heimzusuchen, hing man prompt hinter dem nächsten… Eine Situation, die man nur mit zwei Methoden akzeptieren kann: mit Humor oder mit einem Herzinfarkt. Ich bevorzuge natürlich erstere Methode.

Auch diese Messe hatte wieder einige Themen, die sich durch die Hallen zogen. Dieses Jahtr war es allerdings weniger ein Thema sondern eine Spieltechnik: Deckbuilding Games schienen sehr populär zu sein – von den Vorreitern wie Dominion und Thundersteon über Tanto Cuore und Dynamite Nurse bis hin zu Freiedemann Frieses Freitag gab es wohl keine Halle, in der nicht indestens mein, eher mehr, Deckbuilding Game angeboten oder gezeigt wurde.

Ein anderes Thema, das allerdings voriges Jahr auch schon auftrat, war das 'ausverkauft‘-Thema. Allerdings traf es dieses Jahr nicht nur Kleinverlage – Messeneulingen wie den Herstellern der Cocodice kann so etwas schnell einmal passieren, und einige 'übliche Verdächtige' (*hüstel* Fragor Games *harrumpf*) waren auch dabei … aber dass auch so erfahrene Verlage wie dV Editrice (Bang!) oder gar Noris / Zoch (Geistesblitz / Safranito !) beim fröhlichen 'Ausverkauft‘-Reigen mittanzten, war denn doch überraschend.

Die 'Rollenspiel‘-Halle 6 hatte dieses Jahr wieder mehr LARP-Stände, sowie eine ganze Menge Essensstände (zu typischen Messepreisen). Von den Anwesenden hörte man allerdings, dass man, wenn man wählen müsste, eher die RPC schießen lassen würde, ganz einfach wegen der Kosten. Ich hoffe, dass das nicht zu einer Zweiteilung des Markts führt – Hersteller, die nur auf der RPC zu finden sind, und Hersteller, die nur auf die SPIEL gehen. Es wäre schade. Irgendwie scheinen beide Bereiche sowieso zusammen zu wachsen – dieses Jahr waren eine ganze Reihe Stände auf der SPIEL zhu sehen, die entweder auch oder gar nur Apps zu bekannten Brettspielen aboten. Meist hiess es dann "Ja, für iPad/iPhone haben wir die Apps schon, für Android kommen sie bald…“

Spiel – Tag 4


Abschlußarbeit

Voriges Jahr war heute der Tag der 'wer fehlt denn noch‘-Suche. Dieses Jahr haben wir erst einmal den halben Tag damit verbracht, die noch fehlenden Stände abzuklappern. Aber wir glauben, dass wir irgendwie doch noch alles geschafft haben.

Irgendwie hatte ich heute auch weniger Probleme mit den Füßen als gestern – was ich von meinem Mit-Redakteur leider nicht sagen kann. Ein Ersatzteillager mit neuen Füßen wäre uns aber beiden wohl sehr willkommen gewesen. Das hat uns aber nicht daran gehindert, noch alle möglichen Stände abzuklappern und allen möglichen Leuten lästig zu fallen.


So haben wir bei Spieltrieb GbR uns das neue Essence ansehen können, das ein interessantes Kommunikationsspiel zu sein scheint.

F Hein Spiele (der Dr. aus der URL ist weggefallen, nachdem Dr. Hein die Firma an seinen Nachfolger übertragen hat), hatte mit Rifftaucher ein schönes Spiel um spiegelbildliche Puzzles, die man um die Wette legen muss.

Irongames, benannt nach dem Inhaber Bernd Eisenstein, hatte zwei Spiele mit klassischem Hintergrund: in Pax versuchen entflohene römische Sklaven sich zu retten, Pergamemnon ist ein Deckbuilding Game um die antiken Völker.

Red Glove hat dieses Jahr ein Risorante Italia.

Vom weißen Pfau, also Albe Pavo kommt Saké and Samurai, in dem alles darauf ankommt, welcher Samurai den besonders ehrenhaften letzten Becher Sake erhält.

Bei Cubicle 7 hatte eine ganze Reihe interessanter Sachen. Wir haben uns (für Rezensionen) u.a. The Laundry und Airship Pirates gesichert. Letzteres ist ein Steampunk-System,. ersteres ein auf Basic RolePlaying basierendes (also in groben Zügen mit Call of Cthulhu kompatibles) System um britische Behörden im Kampf gegen Bürokratie und Cthulhu.

Surprised Stare hatte mit Papertclip Railways ein Spiel um EIsenbahnbau, bei dem sie Bahnlinien mit Büroklammern dargestellt werden. Ein interessantrer Ansatz, der dafür sorgt, dass das Speil sich an die vorhandene Spielfläche anpassen kann.

Ansonsten gab es sicher noch vieles, was mir jetzt so schnell nicht einfällt. Vielleicht kommt in den nächsten Tagen noch eine Übersicht von Del’Roh, ansonsten kommt von mir noch das Gesamtresümee mit Kommentaren und Takeouts.

Ein kleiner Teaser noch: vor kurzem hat das inzwischen fünfte Jahr für diesen Blog begonnen – am 23. September 2012 werden wir 5 Jahre alt. Ich kann und will noch nicht viel sagen – es kann ja immer noch das eine oder andere dazwischen kommen – aber wir haben ein paar Ideen, wie wir unseren 5. Geburtstag richtig interessant machen können…

Spiel – Tag 3


Kleinverlage

Wie immer, auch vom heutigen Tage eine Übersicht über die Besonderheiten, die uns auf der SPIEL ins Auge gefallen sind. Meine Füße mochten mich heute nicht mehr so sehr, das könnte aber auch daran liegen, dass wir heute relativ viel herumgestanden haben und auf alle möglichen Gespräche warten mussten.

Deshalb sind wir wir wohl heute auch sehr langsam voran gekommen – statt, wie in den letzten Jahren, Hallen 4, 5, 8 und 9 fertig zu bekommen (und damit die gesamte Messe abgedeckt zu haben, so dass wir am Sonntag nur noch die Stände anlaufen mussten, die vorher nicht verfügbar waren bzw. bei denen wir noch ein Rezensionsexemplar mitnehmen mussten), haben wir heuer Halle 5 nur knapp angerissen, und müssen uns um diese morgen noch kümmern. Was genau so lange gedauert hat, ist uns nicht ganz klar – eventuell lag es daran, dass es heute gefühlt nicht nur voller war als voriges Jahr, sondern auch dass gefühlt viel mehr Gangschwätzer und Abruptstopper den Weg versperrten.


Hallen 4 und 9 sind traditionell vor allem von ausländischen Verlagen belegt, mit einigen wenigen deutschen Verlagen dazwischen. (Halle 8 ist komplett durch die Comic*Action belegt). Daher haben wir auch viele ausländische Spiele gesehen, die aber ebenfalls zu gefallen wussten.

So hatte Japon Brand seine Produkte an zwei Ständen, einem eigenen und einem vom amerikanischen Distributor. Bei den Amerikanern lagen vor allem die neuen Deckbuilding Games aus, allen voran Dynamite Nurse Returns, ein Spiel um Krankenschwestern in einer Fantasy-Welt, und Tanto Cuore, bei dem man einen Haushalt führt und sich mit den Kümmernissen und Nöten der Dienstmädchen herumschlagen muss. Letzteres war in einer Englischen Fassung erhältlich, während die Krankenschwestern zur Zeit nur Japanisch sprechen (fehlende englische / deutsche Regeln und Kartenbeschreibungen sind auf dem Internet zu finden). Auch fand man hier Kemomimi Panic, ein Detektivspiel in einer Stadt voller Kemomimi (‚Tierohren‘, also Menschen mit solchen). Shakespeare Carduta schließlich ist ein, nein sind zwei Kartenspiele zu Zitaten aus Shakespeares Tragödien bzw. Komödien.

Von den Nachbarn aus China, von Yokagames kommt War of the Khan Succession, ein Brettspiel zu den Nachfolgekriegen nach dem Tode Dschingis Khans.

Ebenfalls aus Asien, aus Korea nämlich, kommt Hetrix, am Stand des Koranischen Pavillons zu finden. Ein interessantes abstraktes Legespiel um möglichst lange Punktketten.

Der letzte Asiate, den ich hier nennen möchte, ist Black Dove Games aus Singapur, deren For Fame & Fortune uns sehr gut gefiel – ein Kartenspiel, bei dem man gute Kartenkombinationen sammeln möchte (wer sagte da Poker?), das aber einige sehr interessante Techniken aufweist, die das Spiel doch ganz anders spielen lassen als Poker.

Aus Amerika kommt bekanntlich Wattsalpoag, die dieses Jahrganz überrascht dreinblickten: auch sie wurden dieses jahr vom 'Ausverkauft‘-Virus erfasst.  A Fistful of Doll Penguins war bereits gestern ausverkauft.

Aus Frankreich kommt Burdigala von Id&aL Editions, die so weit ich weiss nur eine Website haben für ihr Spiel Kahmaté. Im kleinen Gallischen Dorf Burdigala (also weit entfernt von Kleinbonum, Babaorum, Laudanum und Aquarium), aus dem irgendwann einmal Bordeaux werden soll, sollen noble Gebäude entstehen, die das Ansehen der Römer steigern. Die Spieler sind (natürlich) mit dieser Aufgabe betraut.

Ebenfalls in Frankreich beheimatet ist iello, die in einer schönen Verpackung mit Magnetverschluss Innovation verkaufen, ein Spiel um Erfindungen.

Aus England (Bedfordshire) kommt Numenko, ein Spiel, das man ganz grob als 'Scrabble mit Zahlen' beschreiben könnte. Anders als viele andere 'Zahlenscrabble' scheint Numenko aber tatsächlich spielbar zu sein, was durch zwei raffinierte, aber einfache Tricks erreicht wird; der eine davon sind 'Multi-purpose computing signs'.

Die Italiener von Cranio Creations bieten mit einer neuen Version von Horse Fever ein Spiel für alle Rennbahnbegeisterten.

Wer dahingegen eher den Benzingeruch von Speedway-Rennen liebt, sollte sich bei der CBG anstellen, die mit Speedway Champion ein Spiel um eben diese Rennen haben. Auch sahen wir dort ein Spiel um Lupin III.

Das ist nur ein kleiner Auszug dessen, was wir alles gesehen haben, aber was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Jetzt gehe ich erst einmal meine Füße hochlegen, damit ich den morgigen Tag noch überlebe.

Spiel – Tag 2


Die 'Großen‘

Heute war also der zweite Tag der Internationalen Spieltage. Wie auch voriges Jahr haben wir diesen Tag genutzt, um uns um die Hallen 10-12 zu kümmern. Anders als letztes Jahr haben wie dieses Jahr – so glauben wir – so ziemlich mit allen gesprochen, die dort einen Stand hatten. Bei ein paar davon haben wir zwar erst kurz nachdenken müssen, ob bzw. wo sie waren.

Was uns allerdings sicherlich auch dabei geholfen hat, war, dass zumindest gefühlt die Stände der Großverlagen und Komglomerate noch größer waren, und ein paar 'Kleine‘, die man sonst hier fand, dieses Jahr nicht gesichtet wurden – bzw. ihren Hauptstand in einer anderen Halle hatten.

Schmidt Spiele (zu denen auch Drei Magier und Hans im Glück gehören) hatte ja dieses Jahr mit Quirkle eines der Spiele des Jahres im Sortiment. Neben diesem gab es ein weiteres Spiel, das ähnlich aussieht, sich aber ganz anders spielt. Crosswise ist ein sehr taktisches Partnerspiel auf einem Sudoku-artig eingeteilten Spielbrett. Anders ist es bei Space Mission, das auch anders als Crosswise kein abstraktes Spiel ist:mWeltraumreisende erforschen fremde PLaneten, suchen Bodenschätze und erwerben so Rum und mit etwas kartenglück den Sieg. Ligretto Twist kombiniert das Prinzip von Ligretto mit dem von Twister: die Hand, die eine Karte abgelegt hat, bleibt auf der Karte und blockiert diesen so, bis die andere Hand eine Karte auf einen anderen Stapel legt, dort verbleibt und diesen blockiert… Hawaii,d as unter dem Label Hans im Glück erscheint, ist ein Aufbauspiel um die Insualaner.

Out Of The Box war leider dieses Jahr nicht mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten, wodurch pegasus einen etwas größeren Stand hatte. Schade, denn die Spiele von Out of the Box Games gehören zu meinen persönlichen Lieblingen – und das nicht nur, weil John Kovalic einer der Eigentümer des Verlages ist.

Hiku-Spiele – ein anderer meiner Favoriten, wegen des schönen Spielmaterials – war auch nicht zu finden.

Indie Boards and Cards war ein Opfer einer Entwicklung, die voriges Jahr massiv einsetzte, und dieses Jahr fortgesetzt wurde: vorzeitig audsverkauft. Hier war es Flash Point: Fire Rescue, das von diesem Schicksal ereilt wurde. Immerhin hatte man noch die schönen Spiele Haggis und vor allem The Resistance – ein Werwolf-artiges Spiel im Geheimdienstmilieu, das bereits ab 5 Spielern spielbar ist -, die man sich dort noch holen kann.

Diesmal verbrachten wir weniger Zeit beim Stand von Adlung Spiele, konnten aber dennoch einige interessante Spiele sehen. Fliegende Teppiche ist beispielsweise ein strategisches Geschicklichkeitsspiel, bei dem man versucht, seinen fliegenden Teppich auf möglichst wertvollem Gelände landen zu lassen. Kikerikimäh ist ein Spiel um Tiere, Beschreibungen der Behausungen, Tierlaute nachmachen, Bewegungen nachstelen etc. – alles wird nötig, damit man seine Handkarten so schnell möglich ablegen kann. Tuareg ist ein eher taltisches Kartenspiel in der Wüste, und Marienkäfer und so ist ein Suchspiel, bei dem es um eben diese siebengepunkteten Tiere geht.

Über Siebenpunkte gesprochen: Siebenpunkt ist der Name eines Spiels von Urs Hostetters Verlag Fata Morgana, bei dem man versucht, seinen Acker so anzulegen, dass er möglichst viele verschiedene Tiere anzieht.Außerdem gibt es wieder ein neues Anno Domini: diesmal ist das Thema der Süden.

Der aktuell-spiele-verlag hatte diesmal ein Spiel für die Familie (mit mindestens einem 7-14jährigen).

Steffen Spiele hat mit Schokoly – süß & fies das kürzlich besprochene Scho K.O. mit Vollmilchschokolade und frei plazierbaren Smarties aufgewertet. Außerdem bietet der Verlag Kulami an – allerdings muss ich zugeben, dass ich bei dem Schachtelaufdruck 'Das Glasperlenspiel' an den Roman von hermann hesse denken muss – und weniger an die Band oder das Album von James Blackshaw.

Über musik gesprochen: während ich dies schreibe, horche ich gerade in die ersten Stücke von Into the Light von Erdenstern hinein – was ich bis jetzt gehört habe, gefällt, das Album ist allerdings eher in Halle 6 zu erwerben.

Ich hatte ja gerade die 'Ausverkauft‘-Epidemie angesprochen: das größte Opfer dürfte dieses Jahr wohl dV Giochi sein, deren neue Ausgabe von Bang bereits ausverkauft war, als wir dort auftauchten. Fast noch wichtiger für mich ist der Preiträger von Lucca, dieses Jahr heisst das 'miglior gioco inedito' The Gang, und sieht wieder sehr vielversprechend aus. Und es ist noch(!) erhältlich.

Wirklich schöne Spiele macht die Clemens Gerhards KG, wunderschöne Hinrverzwirner aus Holz und evtl. Glas. Neu dieses Jahr unter anderem Paletto und Schwarze Löcher, die mir sehr gut gefielen. (Kutze Bitte: sollte jemand aufgrund dieses Berichts oder einer Rezension dort einkaufen, wäre es nett, uns als Informationsquelle zu nennen – Gerhards Spiel und Design hat viele Stammkunden, die sowieso kaufen und keine Online-Rezensionen lesen, und manist sich dort nicht sicher, ob sich Online-Rezensionen für den Verlag überhaupt lohnen.)

Isensee hat dieses Jahr ein sehr klein verpacktes Spiel, das fast nicht in dei Schachtel passt: das Spielmaterial von Aktienrausch beult die Schachtel deutlich nach außen aus.

Friedemann Friese, den heute jemand wegen seiner Haarfarbe 'den wandernden Wackelpudding' nannte (wer, weiss ich nicht, ich stand zufälligerweise ganz in der Nähe), hat mit Freitag sein erstes echtes 'Solo-Spiel' herausgebracht. Man versucht, Robinson bei seinem Abenteuer auf der einsamen Insel zu helfen, ihn überleben zu lassen und zu verstärken, dass er am Spielende die gefgährlichen Piraten besiegen kann. Die Mechanismen einnern dabei teilweise an ein Deckbuilder-Spiel, weisen aber auch genug Unterschiede auf, dass ich es nicht als reines DB-Spiel bezeichnen möchte. Außerdem gibt es vom 'Verlag mit dem F' noch Funkenschlag: Die ersten Funken, ein Funkenschlag-Ableger in der Steinzeit, bei dem auf veränderlichen Spielplänen auf der Funkenschlag-Basis gespielt wird.

Abschließen möchte ich mit einem weiteren schönen SPiel aus derselben Ecke (demselben Stand, um genau zu sein) wie die letztgenannten beiden Spiele: Andrea Meyer von BeWitched hat mit Frigiti ein herrlich schräges Spiel um erfundene Wörter. Für mich eines der Highlights der SPIEL.

Dies waren, wie üblich, nur die Sachen, die am meisten ins Auge gefallen sind. Wie in allen Hallen gibt es aber noch viel mehr Interessantes zu entdecken. Wer also noch zweifelt: auch an den traditionell 'volleren' Tagen Samstag und Sonntag lohnt der Besuch sich noch, und die meisten der genannten Spiele sind noch erhältlich.

Spiel – Tag 1

Rollenspielhalle und mehr

Wir haben ja mittlerweile einen Standardplan, wie Del’Roh und ich die Spiel 'abarbeiten'. Am ersten Tag 'grasen' wir die Rollenspiele-Halle ab und, wenn dann noch Zeit übrig ist, die benachbarte Halle. Da dieses Jahr zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder ein Teil der Halle 7 offen war, haben wir diese 'Kleinhalle' vor die Halle 4 geschaltet.

Irgendwie erschien uns die Halle 6 dieses Jahr ziemlich 'leer'. Es gab eine Menge Verkaufsstände – nicht nur Rollenspielläden und LARP-Läden sondern auch wieder mehr Sammelkartenstände. Außerdem hatte ich in einigen Gängen das Gefühl, dass sie breiter wären als noch voriges Jahr. Das kann allerdings auch daran liegen, dass in NRW keine Schulferien sind und daher die Schulkinder so erst ab Freitagmittag erwartet werden.

Daher haben wir uns bei einigen Ständen viel Zeit lassen können. Zum Beispiel bei 13Mann: hier gab es nicht nur das vollfarbige Spielleiterhandbuch von Rolemaster zu bewundern, sondern auch die neue (‚limitierte‘) Ausgabe des Traveller-Spielerhandbuches. Das sah richtig gut aus, soweit wir es in der Kürze der Zeit sehen konnten. Auch die Illustrationen – bei dem Psionik-Buch ja noch ein kleiner Kritikpunkt – sahen sehr gut aus.

Neben dem Stand von Uhrwerk hatte ein SPIEL-Neuling seine Zelte aufgeschlagen: Cubicle 7, Herausgeber von u.a. dem Doctor Who Role Playing Game, aber auch von Schätzchen wie The Laundry oder Hell and Hockeysticks.
 
Auch bot Uhrwerk eine Reihe eigener Produkte an, die alle gut aussahen und von denen ich hier nur Sorcerer Wars stellvertretend nennen möchte – wer sich für Rollenspiele interessiert, kennt das aktuelle Programm von Uhrwerk sowieso zum Beispiel vom Edieh-Blog. Am Uhrwerk-Stand hat auch noch ein gewisser Hubert Featherly mein Interesse geweckt.

Schräg gegenüber war der Stand vom Mantikore-Verlag. Wir haben uns schon lange gefreut auf die neue deutsche Ausgabe von Paranoia – in Deutschland war Paranoia bislang ja recht unbekannt -, die wirklich schön geworden ist.

Jan Christoph 'Janni' Steines, seines Zeichens Verlagsleiter von Pegasus, hat ein ziemlich düsteres Abenteuer für Private Eye geschrieben. Auf 80 Seiten gibt es hier hohe Politik und viel Geheimdienstalktivitäten im Viktorianischen England.

Gehen wir 'mal in die nebenanliegenden Hallen…

Ganz zu Tagesbeginn hatten wir einen Termin bei NeuroSky und Home of Attention, die die Chips für den MindStorm von Mattel produziert hatten, aber mit ihren Produkten höhere Ziele verfolgen. Die 'Kopfhörer' con neuroSky schienen jedenfalls besser zu funktionieren, und sollen sowohl eingesetzt werden, um echte Fälle von ADS behandeln zu können wie auch, langfristig, zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, durch beispielsweise Herzinfarkte frühzeitig erkennen zu können und so den Fahrer zum Anhalten zu bringen bevor er durch den Anfall einen Unfall verursacht.

Ein anderer technischer Aussteller war die German RepRap Foundation, die dort drei 3D-Printer präsentierten. Diese sind natürlich vor allem für die Aussteller interessant: 3D-Druck hat gute Chancen, die Zukunft des Prototyping zu bestimmen.

In Hallen 4 und 7 findet man viele 'Ausländer‘, sprich: Hersteller, die nicht in Deutschland ansässig sind. Unter anderem sahen wir dort die Cocodice von Sandton Group Kft aus Budapest. Dies sind magnetische Würfel, die immer abwechselnd schwarz und weiss in beliebiger Ausrichtung aneinander festhaften – und schon ausverkauft waren. Auf der Neuheitenshow hatte jemand ihnen den kompletten Messevorrat (1.000 Stück) abgekauft!

Schön auch die Spiele aus Griechenland: afgames hat eine ganze Reihe Spiele mit einem unterschwelligen edukativen Auftrag, wie zum Beispiel Akropole, ein Spiel, in dem man einzelne Gebäude der Akropolis zu erobern versucht mit dem Ziel, am Ende die meisten und wertvollsten Gebäude gesammelt zu haben. Die Regeln eröffnen hierbei jede Menge Möglichkeiten, den lieben Mitspielern das Leben schwer zu machen.

Über Spiele mit informativem Charakter gesprochen: der Drei-W-Verlag arbeitet u.a. mit der Schuldenberatung Essen zusammen, für die er das Spiel Kohlopoly herausgibt, ein Spiel, in dem man am Ende gleich viel Spaß- und Geldchips übrig haben will. Für Gewaltprävention und das Erlernen des Umgangs mit Gefühlen bietet man das Poker mit Herz, das auch sehr nett aussah.

Aus Dänemark kommt Der dicke Pinguin, ebenfalls ein 'Kennenlern-Spiel‘, das schon durch die Spielfiguren für Aufsehen sorgt.

Für manchen Deutschen ist ja auch Bayern tiefstes Ausland, und so fand man auch Funtomas-Spiele und Kiehly hier. Ersterer produziert mit Fußball-Poker ein schnelles Bietspiel um Fußballprofis mit wirklich nett gezeichneten Fußballer-Karikaturen. Letzterer hat mit Moeraki-Kemu ein wunderschönes Legespiel mit Kugeln – abstrakt, aber eben wunderschönes Material, und der Preis war auch sehr zivil. Wir hätten auch als Pressepreis höhere Beträge erwartet…

Ich möchte den heutigen Rundgang abschließen mit den Cambridge Games aus den USA, die eine ganze Reihe sehr schöner Spiele im Vorverkauf hatten. Pala ist ein Stichspiel, in dem man die Trumpffarbe während des Stichs noch verändern kann – von Grund- zu Mischfarben oder umgekehrt, das muss ich noch näher betrachten.

Mogen trifft man uns dann in den Hallen 10-12 an, also bei den 'Schwergewichten' unter den Verlagen.