BREAKING: weitere Diebstähle auf der SPIEL

Dieb

Bilöd wurde unter CC0 freigegeben – wir stehlen hier nicht!

Wir hatten ja heute morgen berichtet (im Rahmen unseres Messerundgangs), dass gestern einem Aussteller auf der SPIEL ca. 3000 € gestohlen worden waren.

Soeben meldete Artipia Games (1D137), dass ihnen etwas ähnliches widerfahren ist. Der Meldung zufolge war der Dieb nicht alleine, sondern wurde von einem Komplizen begleitet, der mit einem Taser ausgerüstet war.Auch sei der Dieb von einem Mitarbeiter eines Verlages wiedererkannt worden, dem gestern bereits Geld gestohlen wurde – es wird nicht explizit gesagt, aber die Formulierung legt nahe, dass es sich um einen Mitarbeiter von Hub Games (3P101) gehandelt haben dürfte.

Das ist leider nicht das erste Mal, dass sie sich Diebe auf der SPIEL "mausig" gemacht haben. Vor zwei Jahren war ja bereits der Verlag Ludicreations (1D122, 1D129) ebenfalls Opfer solcher Arsch Übeltäter.

Natürlich heißt das nicht, dass einfache Besucher nicht ebenfalls in das Visier von Dieben geraten können – in diesem großen Gedränge sollte man nicht überrascht sein, wenn der eine oder andere hauptberufliche Taschendieb die Gelegenheit zu einem Raubug nutzt. Es empfiehlt sich also auf jeden Fall, weiterhin die Augen offen zu halten.

Update, 18:10 Uhr: Artipia twitterte soeben, dass ein Verdächtiger in Polizeigewahrsam sich befinde, das Geld aber bis jetzt nicht aufgefunden sei.

SPIEL Tag 1

Aus alt mach neu

Das gilt zumindest für die Messehallen. Ich war am ersten Tag der Spiel vor allem in den Hallen 5 und 6 unterwegs, also am „hinteren Ende“ der Messe. Moment mal… Ende? Die ging doch letztes Jahr bis Halle 8, und ist gewachsen, wie kann denn… ja, diese Frage stellten sich einige Besucher. Die Antwort ist eigentlich einfach, und dem Veteranen auch sofort klar, wer neu ist guckt allerdings komisch.

Die Hallen 4-6 sind erneuert worden, insgesamt gibt es jetzt „nur noch“ 8 Hallen, wo einmal 12 waren. Und die ehemalige 6 & 8 entsprechen nun ungefähr der neuen 5, wo sich auch viele der Aussteller, die da vormals waren, wieder finden. Allerdings sind viele Anbieter aus dem Rollenspiel- und Tabletopsektor auch in der „neuen“ 6 gelandet, die komplett neu erstellt wurde, und deren großzügige Aufteilung hilft, weniger Staus zu verursachen.
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Messe Tag 0

Alte Bekannte, neue Zahlen, Das Böse regiert und wieder alles Scheisse

Wer uns schon länger verfolgt und die SPIEL kennt, weiß, was sich dort immer am Mittwoch vor der Publikumseröffnung abspielt. Zunächst gibt es eine Pressekonferenz, in der vor allem interessante Zahlen zu Sprache kommen (so zum Beispiel die mittlerweile 80.000m² Ausstellungsfläche der SPIEL, das diesjährige Umsatzplus von bisher schon beachtlichen 16%, und einige weitere Rekorde), und ein paar besonders bemerkenswerte oder trendtypische Spiele angesprochen werden. Und dann geht’s zur Neuheitenschau, die zum Glück seit sie in der 1A stattfindet nicht mehr in allgemeinem Gedränge ausartet.
Trends dieses Jahr? Nun, Legacy-Spiele sind nach wie vor offenbar beliebt, mittlerweile sogar bis hin zum „Unique Game“ – schade, sowas lässt sich nicht mal wirklich rezensieren, höchstens was Materialqualität angeht. Dann scheint es eine gewisse Tendenz zu Spielszenarien zu geben, wo die Spieler eher die traditionell „Bösen“ spielen und sich irgendwie verteidigen müssen… und tatsächlich wieder Scheisse, zumindest wenn es nach Mattell oder Pegasus geht.
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Tragetisch

CharacTable

Was passiert, wenn eine Firma, die sich eigentlich auf "ernsthafte" Produkte spezialisiert hat, eine Idee für ein Rollenspiel Zubehör hat und dieses dann auch umsetzt? Wenn sie nicht weiß, ob das Produkt sich überhaupt verkaufen wird, macht sie wahrscheinlich erst einmal das, was viele andere Firmen auch tun würden: es wird ein Kickstarter angeleiert, in dem man erst einmal das Wasser testet, gut das Produkt sich verkaufen wird.

Genau das hat der "violette Truthahn" auch getan. Purple Turkey ist der Name einer englischen Firma, die sich historisch auf die Herstellung von Lesepulten spezialisiert hat. Und weil bei dieser Firma auch Rollenspieler arbeiten, hat man dort den CharacTable ersonnen, der Rollenspielern einen Tisch bieten soll auch dort, wo es gar keinen Tisch gibt. Finanziert wurde das ganze, wie bereits gesagt, über Kickstarter und das Projekt wurde 20-fach bezahlt.

(Im Sinne einer full disclosure: während ich normalerweise die Produkte, die bespreche, von den Herstellern zur Verfügung gestellt erhalte, habe ich den hier abgebildeten CharacTable im Rahmen des Kickstarters selbst bezahlt.)

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Alle Jahre wieder

Vorschau zur SPIEL 2018

Nächsten Donnerstag öffnet die SPIEL wieder ihre Pforten. Wie schon in den letzten Jahren findet sie genau während der Herbstferien in Nordrhein-Westfalen statt, sodass auch zu erwarten ist, dass wieder viele Schüler die Ferienzeit nutzen werden um sich dort umzuschauen.

Und wie jedes Jahr bietet die SPIEL wieder eine Menge altbekannter und auch neuer Spiele, altbekannter und auch neuer Gesichter – und sie wächst wieder einmal.

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R.I.P Greg Stafford

Nachruf
Greg Stafford, American role-playing game designer in Helsinki, Finland. '''Photographer''': Matti Järvinen. '''Date''': 21st of July 2005. '''Kuvaus''': Greg Stafford, yhdysvaltalainen roolipelisuunnittelija Helsin - used under CC-BY

Greg Stafford, American role-playing game designer in Helsinki, Finland. Fotograf: Matti Järvinen. 21.06.2005. ‚ Nutzung unter CC-BY-2.5

Wie ich soeben aus dem Newsletter von Chaosium erfahren musste, ist Greg Stafford gestern plötzlich und unerwartet verstorben.

Stafford wurde im Februar 1948 in Connecticut geboren. Mit dem Schreiben an fantastischen Spielen begann er 1966 mit Texten über seine Fantasy-Welt Glorantha. Nachdem mehrere Verlage seine Produkte abgelehnt hatten, war er einer der Gründer des bekannten Verlages Chaosium. Zunächst wurde Glorantha in Spielen wie White Bear and Red Moon bekannt gemacht, 1978 wurde für diese Welt RuneQuest von Steve Perrins geschrieben. Später wurde aus diesen Regeln durch Stafford und Lynn Willis das Basic Role-Playing-System kondensiert, das 1980 mit nur 16 Seiten veröffentlicht wurde.

Aus Staffords Feder stammt unter anderem auch das Miniaturenspiel Merlin oder auch King Arthur Pendragon. Auch war er Mitautor des Rollenspiels Ghostbusters. 1989 wurde sein Prince Valiant-Rollenspiel veröffentlicht. Auch entschied er sich dazu eine Romanreihe zu Cthulhus Ruf zu produzieren, da die Originalgeschichten in den 1990 er Jahren relativ unbekannt gewesen waren.

1998 verließ Stafford Chaosium, behielt aber die Rechte an Glorantha und gründete die Spielefirma Issaries, wo er zusammen mit Robin Laws das System Hero Wars (später: HeroQuest) produzierte.

1999 bezeichnete die Fachzeitschrift Pyramid ihn als eine der „einflussreichsten Personen des Jahrtausends, zumindest im Bereich der Abenteuerspiele“.

Im Juni 2015 kehrte er zusammen mit Sandy Petersen und anderen zurück zu Chaosium, wo er bis zuletzt als Präsident und Geschäftsführer tätig war. Er war sicherlich einer der größten Designer für Rollenspiele, wenn nicht sogar einer der größten Spieledesigner überhaupt. John Wick sagte einmal: „je älter ich werde, desto öfter höre ich, dass sie junge Rollenspieldesigner sagen, etwas sei noch nie zuvor getan worden – und dann zeige ich auf etwas, das Greg Stafford schon vor ein paar Dekaden getan hat.“

Auch wir hier bei Roachware wurden durch seine Arbeit nicht unwesentlich beeinflusst. Unser Mitgefühl gilt vor allem seiner Frau Suzanne und seinen Kindern Nora, Alisha, Jason und ihren Familien.

Greg, wir werden dich vermissen!

Kopfwürfel

capio

Heute in zwei Wochen öffnet bekanntlich die SPIEL wieder ihre Pforten. Und wie jedes Jahr gibt es wieder eine Menge neuer Spiele zu bestaunen, auszuprobieren und natürlich auch zu kaufen.

(Wegen meines angeschlagenen Gesundheitszustandes werde ich leider auch dieses Jahr wohl nur einen Tag persönlich anwesend sein können, Mitredakteur DelRoh hingegen plant meines Wissens zur Zeit, an allen vier Tagen vor Ort zu sein. Erkennbar sind wir wie immer an den Baseball-Kappen mit unserem Kakerlaken-Logo und dem Schriftzug Roachware. Wer uns erkennt und uns etwas sagen möchte, kann uns ja ganz einfach ansprechen.)

Vor ein paar Tagen klingelte die Post an meiner Türe mit einem unerwarteten Päckchen. Absender war der kleine Verlag biwo spiele aus Mannheim, von dem wir vor einigen Jahren das Spiel Impossum besprochen hatten. Dieser Verlag hatte auf der letzten Spiel ein Spiel gezeigt, das damals nur in einer Kleinauflage von 100 Stück vorrätig war und jetzt zur SPIEL anscheinend wirklich verkauft werden kann, und von dem ich hiermit eine Rezension anfertigen kann.

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In eigener Sache

Probleme mit der Diktatur

Dieser Text hat nichts mit Spielen zu tun, sondern eher damit, wie ich meine Texte hier erstelle. Wie ihr wahrscheinlich bereits wisst (und was euch wahrscheinlich bereits zu den Ohren heraushängt), bin ich seit über 2 Jahren linksseitig gelähmt, dank eines Schlaganfalls infolge einer Hirnblutung. Diese einseitige Lähmung hat natürlich zur Folge, dass mir einige Alltagstätigkeiten nicht so einfach fallen wie früher üblich. Neben den ganz normalen Problemen in einer solchen Situation, wie zum Beispiel beim Kochen, oder auch beim Haushalt, hat dies zur Folge, dass ich mit einer normalen Tastatur nur "unnormal" arbeiten kann. Ein Ein-Finger-Adler-Suchsystem ist nicht gerade förderlich für die Arbeitsgeschwindigkeit und führt außerdem zu recht vielen Vertippern.

Eine recht gute Option in einem solchen Fall stellt ein sogenanntes Diktierprogramm dar, mit dem man beispielsweise über ein Headset dem Computer diktiert und dieser dann das Diktat in geschriebenen Text umwandelt. So schreibe ich zum Beispiel auch diesen Text mit der Hilfe eines Diktierprogramms.

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Lots Of Luck, All Of It Bad…

Killing Lee Garvin

Es gibt Leute, die haben gefühlt seinerzeit, als der Herrgott das Pech verteilte, stundenlang laut " hier hier" gebrüllt, und als dann das Glück verteilt wurde, waren sie so heiser, dass sie nicht mehr bemerkt worden. Lee Garvin scheint ein Paradebeispiel für diese Personen zu sein. Nicht nur hat er als Spieledesigner einen Beruf, in dem nur die absoluten Superstars ihrer Branche von den Erlösen leben können, auch lebt er in Amerika mit der dortigen berühmten-berüchtigten Gesundheitsversorgung (nach dem Motto: wer sie nicht bezahlen kann, hat eben Pech gehabt) – und oftmals fühlt man sich bei seinen Erlebnissen benötigt, Jürgen Wegman zu paraphrasierten: erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.

Um ihm in seiner derzeitigen Notlage ein wenig auszuhelfen, hat jetzt Greg Porter, einer seiner Freunde, ein Spiel entworfen und bietet es über Kickstarter an. Von den Erträgen soll es Lee ermöglicht werden, wieder auf die Füße zu kommen.

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Eifeldrachen

Dracon #12

Dracon 12nach längerer Wartezeit – meine Gesundheitsprobleme sind noch nicht ganz behoben, insbesondere meine Innereien leiden noch unter den Lähmungserscheinungen, meine linke Körperseite ist sowieso ziemlich beeinträchtigt – komme ich endlich einmal dazu, wieder etwas zu schreiben. Und zwar war ich vom 13. bis 15. April diesen Jahres auf der Dracon in Paustenbach

Paustenbach?. Wo liegt das denn? Nun, das ist ein Ort ganz in der Nähe von Aachen, ein paar Kilometer weiter gehen Süden in die Eifel hinein. Daher ist der Ort auch relativ gut zu erreichen – nicht weit von der großen Autobahn aus Köln Richtung Belgien entfernt –, und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln soll der Ort relativ gut zu erreichen sein. Das habe ich allerdings lieber nicht ausprobiert: mit meiner Behinderung habe ich bei öffentlich-rechtlichen Verkehrsmitteln schon ein paar böse Überraschungen erlebt. Stattdessen haben mich ein paar Bekannte, die ebenfalls dorthin wollten, zu Hause abgeholt und mitgenommen. Auf diesem Weg daher noch einmal vielen Dank an die beiden, für die das ein alles andere als trivialer Umweg war.

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