Tag Archiv für 2010

Spiel 2010 – Nachbetrachtung

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Betrachtungen einer unabhängigen Messebesucherin

Spiel 2010
Die Messe für Spiel und Spaß
von AmiraLee

Es ist Sonntag morgen kurz nach acht. Wie immer eigentlich schon viel zu spät, wenn man um zehn bei Öffnung der Türen zur Spiel da sein möchte, keinen Presseausweis und auch keine Dauerkarte besitzt und auf ein Transportmittel angewiesen ist. Also nichts wie raus aus den Federn, rein in die Klamotten und ab durch die Mitte. Am Ende einer fast einstündigen Fahrt steht dann noch die leidige Parkplatzsuche, mehr oder weniger unterstützt durch einige freundlich winkende Herren in Warnwesten und eine Fahrt mit dem Shuttlebus zum Eingang. Nun, der nächstgelegene Eingang wäre der Eingang Ost gewesen, wo ich mich eigentlich mit einem Freund treffen wollte und daher gerne ausgestiegen wäre. Aber nun was soll ich sagen? Wo mehr als 4 Personen aufeinander treffen greift Murphy´s Gesetz um so besser. Also, der Bus entführte mich zum Eingang Mitte, also raus aus dem Bus, und ab zurück zum Osteingang. Unterm Strich hätte ich auch den Bus Bus sein lassen können und wäre besser gleich vom Auto aus gelaufen. So hätte ich dann wenigstens noch meinen Freund von der Presse getroffen und würde jetzt seinen Artikel lesen, anstatt selbst etwas zu schreiben.

Nun gut, hier soll es ja um die Spiel 2010 gehen und nicht um Murphy´s Gesetz, also…

Abgesehen von den sehr vielen Menschen aller Herren Länder und der sehr geräuschstarken Umgebung war es wieder mal sehr informativ.

Neben sehr vielen neuen und alten Spielen von allen nur erdenklichen bekannten und unbekannten Verlagen konnte man noch die volle Bandbreite sämtlicher europäischer Sprachen und noch einige andere darüber hinaus vernehmen.

So passierte es mir doch tatsächlich, dass ich an einen Stand geriet, der mit einem sehr interessant klingenden Wissensspiel zum Thema Ernährung warb. Als ich dann Interesse bekundete und gerne ein paar Informationen haben wollte fragte der freundliche Verkäufer, ob er denn auch Englisch sprechen könne, da er kein Deutsch spräche. Nun, kein Problem, also alles auf Englisch. Doch kurz darauf wurde mir bewusst, dass es dieses Spiel tatsächlich nur auf eben Englisch gab. Meiner Nachfrage bezüglich einer doch etwas leichter zu spielenden deutschen Version wurde mit dem Hinweis begegnet, dass es dieses Spiel zur Zeit nur in Englisch und Afrikaans gäbe. Da ich von der Spielidee dennoch begeistert bin, werde ich wohl etwas abwerten und dann die netten Leute dieser Firma noch einmal kontaktieren um zu erfahren, ob es mittlerweile vielleicht doch eine deutsche Ausgabe gibt.

Nun, neben den Klassikern der Brett- und Kartenspiele waren auch wieder Comics, Rollenspiele und elektronische Spiele sowie viele Bewegungsspiele vertreten. Viel Spaß machte auch das Ausprobieren einiger Jongliersachen und JoJos, sowie Geschicklichkeitsspiele. Natürlich war es nicht immer leicht die Dinge, die einen interessierten auch ausprobieren zu können, denn an mancher Stelle waren einfach sehr viele Interessierte auf kleinem Raum oder nur wenige Mitarbeiter auf zu viele Besucher. Jedoch bot auch der Spieletrödel eine Möglichkeit recht günstig an das ein oder andere Spiel zu kommen um es dann vielleicht doch lieber zu Hause um stillen Kämmerlein im Kreise von Freunden und Familie intensiv zu testen.

Spiel 2010 – Nachschlag

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von Del’Roh

Die internationalen Spieletage in Essen… jedes Jahr sind das 5 Tage im Oktober (eben inklusive des Pressetages), nach denen ich meine Füße am liebsten an der Garderobe abgeben möchte… aber sie machen auch einen Mordsspaß.

Traditionsgemäß gab es wieder eine Suppe auf der Pressekonferenz (Kompliment an die Küche, die Shrimps waren super), und nun wissen wir immer noch nicht was ein "Dubbel“ ist – wohl wissen das aber die Kinder, die "Ruhrpott-Party“ entworfen haben. Bleibt zu hoffen, daß dieses Projekt fortgesetzt wird, denn wie viel liebevolle Arbeit die Kinder in ihr Spiel gesteckt haben konnte dann jeder auf der Neuheitenschau bewundern.

Auch viel Bewunderung gab es für Mattels Vorstoß in die Sektion der "Gedankensteuerung“ – mit Mindflex wurde hier der erste Schritt getan. Entsprechend umlagert war der kleine Parcours, der mit einem Ball durchquert werden sollte – sowohl auf der Neuheitenschau wie auch an den darauffolgenden Tagen auf der eigentlichen Messe.

Der Gesamteindruck der Messe war sehr variabel – zwar waren auch einige Verlage der "üblichen Verdächtigen“ diesmal tatsächlich ohne eine Neuheit aufgekreuzt (wobei die Aussage "besser mal keine Neuheit als was halbgegorenes“ durchaus wahr ist), aber dafür hatten andere mehr als nur Kai in der Kiste und damit so manche Überraschung parat. Zudem wurden wir in unserer "Stammhalle“, der guten alten 6, ziemlch überrascht – da waren doch einige eher "untypische“ Stände reingerutscht; umso mehr hat es mich gefreut, Spieltrieb dort zu entdecken, und auch deren Neuheit, Jets, das sicher Fans von Spielen wie Car Wars, KRASH oder Blood Race begeistern dürfte, denn hier geht es um Rennen durch die Wüste in hochgetunten "Jets“, die sich gegenseitig das Rennen umso schwerer machen… wer meint, daß Podracer-Rennen brutal sind, kann ja hier mal mitmachen – wir sehen uns dann am neunten Tor…

Die goldene Gurke für inkompetentes Standpersonal geht diesmal an Days of Wonder – daß Leute mit Pressekarte vielleicht was anderes wollen als ein Spiel zu kaufen, sollte eigentlich sogar einer Aushilfe klar sein, und während zwei Angestellte, von denen – der Shirtfarbe nach zu urteilen – wenigstens einer was zu melden hatte, munter Spiele zusammenpackten und verkauften, dauerte es eine gefühlte halbe Stunde bis denn mal erklärt wurde, außer der neuen Smallworld-Erweiterung habe man nichts, und Rezimaterial auch nicht – sicher, wir haben ja auch so viel Zeit, einfach nur am Stand rumzustehen… Da sind doch viele kleinere Verlage weit umsichtiger und freundlicher, obwohl sie weit weniger Personal auf dem Stand haben… An dieser Stelle auch mal ein Appell an die Verlage, die ihre Produkte über einen großen Generalvertrieb laufen lassen: Sagt euren Vertreibern, daß ihr auch Rezis wollt, denn ohne Rezensionsexemplar können wir nicht arbeiten, und mehrere große Vertreiber stellen sich da in schöner Regelmäßigkeit reichlich dumm, bzw. vor allem taub an…

Bei BeWitched gab es diesmal unter anderem Impro-Theater, dafür verschwand immer mehr die reale Stimme der Designerin – an dieser Stelle noch mal gute Besserung – und gleich auch ein Lob an die Spiele, auch hier freuen wir uns sehr über die Reziexemplare; ebenso ein "Danke“ an den Zoch Verlag (dessen "Spieleerklärer“ übrigens unsere goldene Stimmgabel erhält, das war sehr gut erklärt, ausführlich und trotzdem auf den Punkt und genau die Spiele die uns interessierten, weiter so!); bei Adlung haben wir uns wirklich mal wieder "festgezockt“, was auch für die Spiele spricht, wodurch wir tatsächlich einige der Stände noch am Samstag abklappern "mußten“ – hat aber geklappt, und wir bekamen eine Rezi des von uns gefühlt "schwersten“ Spiel der Messe (und das meint nicht den Schwierigkeitsgrad, sondern das Gewicht pro Packungsvolumen) – Geschenke für den Radscha von Isensee.

Den wieder mal sehr vollen Samstag verbrachten wir also mehr oder weniger in den "Überbrückungshallen“ 4, 5 und 9, wo wir vor allem viel internationales Spielmaterial fanden – und die diesjährigen Träger des goldenen Rettichs für Dreistigkeit, der geht an eine Gruppe Belgier, die sich in der 9 konsequent vordrängelte und offenbar meinte, sie wären alleine auf der Welt – was waren wir froh als wir die endlich überholt hatten. Noch ein Hinweis an die "kleineren“ verlage – wenn ihr eure Produkte über Distributoren vertreiben laßt, bringt eine entsprechende Notiz an, das spart uns (Warte)zeit, denn Zeit ist so ziemlich das "teuerste“, was wir so zur Verfügung haben – auch auf dieser Messe fiel das wieder auf. Highlights des Tages: Das sensationelle Tempo, in der die Japaner bei Japon Brand Cat and Chocolate verkauft haben – erst stand die Ware noch beim Zoll rum, kam dann am Samstag Vormittag und war Samstag Nachmittag schon ausverkauft – immerhin hatten wir Donnerstags eine kurze Demo bekommen, aber ohne Ware auch keine Rezis, Zoll sei Dank. Allerdings setzte sich dieses Motto "Ausverkauft/sold out“ doch an einer ganzen Reihe Stände fort, teils schon Freitag Nachmittag, dann wieder irgendwann im Laufe des Samstages… den Rekord der Schotten von vor einigen Jahren (Noch vor der Eröffnung, sondern am Mittwochabend dank anderer Aussteller und Presse schon ausverkauft zu sein) toppte zwar niemand, aber dennoch – die Nachfrage nach Spielen, insbesondere nach solchen von "auswärts“, steigt und steigt.

Lustige "Takeouts“ vom Sonntag: Eine besonders aufmerksame Standbetreuerin vom Korea-Pavillion: Die hatten wir am Donnerstag nach Caterpillar – Age of Tank vom letzten Jahr gefragt, weil wir immer noch eine Rezi machen wollten… erst hieß es, davon hätten sie dieses Jahr keine da, und als ich am Sonntag am Stand von Moskito stand, kam sie plötzlich irgendwo aus der Menge, erkannte mich wieder und meinte, sie hätten doch welche am Stand – entsprechend schnell war ich dann da, und erwischte so gerade noch die Demo Copy… Mädel, wenn du nächstes Jahr wieder da bist geb ich dir einen aus. Zweites Kuriosum: Der Standbetreuer von La Mancha (der spanisch anmutende Verlagsname läßt uns darauf schließen daß die Firma aus – Richtig, Singapur kommt…) konnte verdammt gut deutsch – naja, es war ja auch ein Tiroler, und weil er wirklich alle Exemplare von "Showboat“ (dessen Designer offenbar Italiener ist) schon vergeben hatte, gabs zum Trost dann belgisches Bier… soviel zum Thema "international“…

Auch ein kleiner "Wermutstropfen“ – es gab diesmal kaum Nachmeldungen. Da in der Spielebranche oft mit einer sehr heißen Nadel gestrickt wird, war das in der Vergangenheit alles andere als unüblich, seitenlange "Nachmeldungen“ mit Neuheiten, die auf den letzten Drücker doch noch kamen, reingereicht zu bekommen – diesmal war diese Liste extrem überschaubar, nicht mal eine A4 Seite… und laut Merz-Verlag wollen sie das wohl auch von jetzt an so halten, also eine frühere Deadline. Ob das der Spielemesse unbedingt so gut tut, bleibt abzuwarten.

Da die SPIEL wie schon seit geraumer Zeit auch diesmal wieder mit der COMIC ACTION zusammen stattfand, von mir auch hierzu ein kleiner Überblick, zumal unsere Kakerlake sich ja etwas weniger für Comics interessiert… einige limitierte Sonderauflagen wurden – samt Zeichnerautogrammen – unters Volk gebracht, aber insgesamt scheint der Trend, dort "Schnäppchen“ wie auf mancher Börse ergattern zu können, zurückzugehen – auch die Merchandise und insbesondere die Manga-Szene waren eher weniger und stellenweise auch einfach nur überteuert vertreten, weshalb manche Händler sie auch schlichtweg aus dem Programm nehmen – die eigentliche Ursache für diese Preispolitik bleibt leider ein wenig im Dunkeln. Schön hingegen war sicherlich die Artist Gallery hinten in der Halle 8, wo sich Zeichner vieler verschiedener Genres austoben konnten und die Kunden auch den direkten Kontakt mit den KünstlerInnen haben können – nicht jeder hat das Glück, eine Zeichnerin am Donnerstagabend auf dem Rückweg von der Messe im Zug kennenzulernen (an dieser Stelle darf sich natürlich Themis gegrüßt fühlen, und nochmals danke für die Zeichnung!).

So… nun warten wir unter anderem noch auf Post, obwohl wir schon Dutzende interessanter Reziexemplare direkt mitnehmen konnten, werden uns noch einige Verlage – insbesondere die eher "großen“ – Rezis zuschicken, denn auf der Messe haben sie gar nicht so viele dabei… insofern freuen wir uns auf viele schöne Spieletests, und ihr, liebe Leser, sicher auch wieder auf eine Menge Rezensionen…

(Ach ja… hat jemand mal ein paar Ersatzfüße?)

Spiel – Nachlese

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Dann war da noch…

Wie jedes Jahr auch diesmal noch einige Kleinigkeiten, Randnotizen, Takeouts und ähnliches zur Spiel.

Man sollte ja meinen, dass nach weit über 20 Jahren die Organisation der Spiel das Ereignis im Griff hat. Aber doch: irgendetwas geschieht immer. Dieses Mal schien es wohl in erster Linie an der Messegesellschaft zu liegen. Zur Pressekonferenz begrüßte die Messe die Journalisten im komplett renovierten Saal, der such die neue, helle Vertäfelung wesentlich freundlicher wirkte. Allerdings hatte man so einiges in der Technik noch nicht so ganz im Griff, gerade was die Geräuschinstallation anging: der traditionelle Einspieler mit Clips aus der vorjährigen Spiel war ohrenbetäubend laut. Man sah auch keine Mikrofone stehen, um Fragen zu stellen, was dazu führte, dass Fragen der Journalisten von den Kollegen nur schwer zu verstehen waren. Man hofft, dass das nächstes Jahr besser klappt.

Überhaupt schien die Messe Essen ihre Technik neu organisiert zu haben. Auch an den Kassenhäuschen soll eine neue technische Installation Einzug gehalten haben, hörte ich. Dass diese den Kassierer(inne)n noch Einarbeitungsporobleme machte, soll einer der Hauptgründe für die langen Schlangen am Donnerstag gewesen sein.

Über die Messeräumlichkeiten gesprochen: der Platz war meistens knapp. Gerade am Samstag war manchmal nur unter Missachtung aller Höflichkeitsregeln überhaupt noch ein Vorankommen möglich. Hier wäre eine Ausweitung um eine Halle (auch zugunsten weiterer Aussteller) vielleicht sinnvoll – auch wenn meine Beine da sicher anderer Meinung sind: die würden eine kleinere Messe bevorzugen ;)

Auch diese Messe hatte wieder einige Themen, die sich druch die Hallen zogen. Nach vielen Jahren gab es wieder Spiele um Wein – und dann gleich ein rundes halbes Dutzend. Es ist schon interessant zu sehen, wie sich so etwas immer in Wellen entwickelt.

Ein anderes Thema war für eine ganze Reihe Verlage ein gemischtes Gefühl: 'haben wir nicht mehr' war überraschend oft zu hören. Auch Verlage, die seit Jahr und Tag dabei sind und daher einigermaßen einschätzen können, was wohl auf sie zukommt, waren von plötzlich knappen Vorräten gepeinigt. Wohl dem, der, wie beispielsweise Pegasus in Sachen Junta: Viva il Presidente oder Thunderstone, Asmodee in Sachen 7 Wonders (1300 Stück in 4 Stunden!) oder Spieltrieb, schnell aus dem Lager Nachschub holen konnte – und wehe, wenn dann der LKW unterwegs eine Panne hat, wie bei letzteren. Andere Verlage hatten zu weite Wege, um Nachlieferungen noch organisieren zu können, und so waren eine ganze Menge Spiele nicht mehr verfügbar. Treefrog hatte Vorbestellungen von London bereits frühzeitig gestoppt, um auf der Messe noch etwas verkaufen zu können – und hatte das letzte Exemplar der limitierten Auflage am Donnerstag im 11:20, das letzte der 'normalen' Ausgabe am Freitagmittag da. Countdowns waren häufiger zu sehen, so zum Beispiel bei Mars is ours von B2FGames.

LARP-Ausrüster waren dieses Jahr wieder weniger in Halle 6, wodurch wohlauch ein wenig Platz für Nicht-Rollenspieler frei wurde. Vielleicht nicht unbedingt der beste Platz, aber Jets von Spieltrieb oder auch Foodle passen irgendwie zu den Besuchern – das eine, weil es eben ein wenig Tabletop-artig ist, beim anderen geht es um richtige Ernährung.

Spiel – Tag 4

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Abschlußarbeit
Kaum zu glauben, was man noch alles entdeckt, wenn man meint, bereits alles gesehen zu haben. Ich hatte heute mehrere Male den Effekt 'Wieso habe ich mit denen noch nicht gesprochen?‘

Geplant besucht haben wir heute allerdings Amigo. Die haben unter anderem einige kleinere neue Spiele, die 'Wiederauflagen' von bekannten Spielen sind. Friedemann Frieses Friesematenten erscheinen teilweise (als Teil 1), der Rest soll noch als 2 erscheinen. Die Illustrationen sind neu, ansonsten soll sich nichts geändert haben. Wizard Extreme benutzt einige Mechanismen von Wizard, ist aber wesentlich schneller. Die kleine Ausgabe von Privacy soll nicht nur mit der großen voll kompatibel sein, sondern auch noch eine Nummer pikanter. Und Bohnanza – Fun and easy soll eine Version speziell für Bohnanza-Neulinge sein.


dV hat neben Neuausgaben von King Me und Werwölfe auch eie Art Werwolf-Brettspiel' für 4-8 Spieler mit dem Namen Lupusburg und den Sieger von Lucca 2009, Kaboom.

Eine Nummer zu teuer für die meisten dürfte das Cricket-Spiel Wicked Wickets von Boadicea’s Backyard sein, das mit 'nur' 600 Euro ins Kontor schlägt. Dafür erhält man aber auch edelstes Material: ein ganzer Spieltisch in Handarbeit, individuelle Zinnminiaturen – und ein Spiel, bei dem es nicht auf Technik, sondern rein auf Brettspielfähigkeit ankommt, fast wie 'Cricket als Tabletop'.

Twilight Creations bietet unter anderem Zombiegeddon und Forever Young an – letzteres geht ausbnahmsweise nicht um Zombies sondern um Vampire.

Cranio Creations hat mit Escape from the Aliens in Outer Space ein Spiel, das an den Film Aliens erinnert…

Zuguterletzt wollen wir die Redaktion Phantastik nicht vergessen, die nicht nur einen Abenteuerband für Private Eye, sondern auch den siebten Master’s Survival Pack mit Gebäudegrundrissen und Abenteuerideen für Gaslicht anbietet.

Ansonsten gab es sicher noch vieles, was mir jetzt so schnell nicht einfällt. Vielleicht kommt in den nächsten Tagen noch eine Übersicht von Del’Roh, ansonsten kommt von mir noch das Gesamtresümee mit Kommentaren und Takeouts, und dann in allernächster Kürze bereits die ersten Rezensionen – die dann auch noch Erstverkaufstagsrezis sein werden!

Spiel – Tag 3

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Kleinverlage

Wie immer, auch vom heutigen Tage eine Übersicht über die Besonderheiten, die uns auf der SPIEL ins Auge gefallen sind. Meine Füße spielen übrigens immer noch mit, ich bin ganz überrascht – vor allem, da sie sich am Donnerstag bereits laut beklagt hatten, und seither wieder weniger klagen.

Heute waren wir vor allem in den Hallen 4, 5 und 9, also bei den Kleinverlagen. Dazu haben wir aber auch ein paar Stände entdeckt, die uns in den ersten Tagen seltsamerweise völlig entgangen waren.

Begonnen haben wir bei Isensee, den wir gestern nicht mehr geschafft hatten. Geschenke für den Radscha wollen eingesammelt werden, und ein ausgefeilter Zugmechanismus sorgt dafür, dass die (zufällige) Anordnung der Zielfelder auf dem Spielplan keine extrem kurzen Partien verursacht.

Der zweite Stand, den wir völlig übersehen hatten, war der Stand von Midgard in der Rollenspielhalle. Und der Verlag scheint wirklich von einer Produktivphase erwischt worden zu sein: Die Liga freier Terraner für Perry Rhodan, Quellenbücher zu Thalassa und Nihavand, und Abenteuer 1890 sind ein bemerkenswerter Output.

Die Schweden von Gigantoskop haben mit Genesis ein Spiel zum ersten Buch Moses' herausgebracht. Als Engel versucht man, den Schöpfungsvorgang zu ordnen und zu unterstützen – es sei denn. man ist der 'Dunkle Engel'.

Wer die Grenzen Europas – oder der Amerikanischen Teilstaaten – gut kennt, hat bei Grenzenlos von CGE sicher einen unschätzbaren Vorteil, weil nicht wichtig ist, wie weit zwei Länder voneinander entfernt ist, sondern wie viele Länder mindestens dazwischen liegen.

Red Glove hat einen Deutschen Distributor gefunden: Abacus Spiele. Darum wird man wohl auch in Zukunft in Deutschland mit Jerusalem selbige Stadt in den Kreuzzügen besuchen können.

R&R Games bietet mit Covert Action einen Blick in die Welt der Geheimdienste und mit Masters of Venice in die Welt der Handelsfürsten in Venedig im 15. Jahrhundert.

Der Spielspass-Verlag hatte zwei Partyspiele im Angebot, im Partyalarm spielen zwei gemischte Teams in insgesamt 18 verschiedenen Disziplinen gegeneinander.

Das Team von Krok Nik Douil Editions schickt in Mâamout die Jäger des Jahres 10.000 v.Chr. auf Mammutjagd – die schwieriger gewesen zu sien scheint, als man sich das gemeinhin so vorstellt.

Valley Games Inc. hat mit Bugs ein Stichspiel um Insekten, im Stle des Großen Dalmuti. Und in Crows versucht man, Krähen mit glänzenden Objekten anzulocken und von den Feldern der Mitspieler fernzuhalten.

In Impossum von BiWo geht es um seltsame Tiernamen – wobei man nie sicher sein kann, ob das Tier, das die Mitspieler gerade nennen, auch tatsächlich existiert oder nicht.

So viel für heute, morgen ist ja auch noch ein Tag – der, an dem wir alle möglichen Reste noch abklappern müssen…

Spiel – Tag 2

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Die 'Großen‘

Heute war also der zweite Tag der Internationalen Spieltage. Wie auch voriges Jahr haben wir diesen Tag genutzt, um uns um die Hallen 10-12 zu kümmern. Leider haben wir hier nicht die ganze "Strecke“ abgejagt, irgendwie ist uns die Zeit davongelaufen. Dennoch haben wir einiges interessante gesehen – und hoffentlich auch ein paar Kontake erneuern können.

Aber bevor ich mit den Spielen beginne, möchte ich auch auf diesem Weg noch einmal Friedemann Friese gratulieren, der vor wenigen Tagen seine Familie vergrößert hat…

Schmidt Spiele (zu denen auch Drei Magier und Hans im Glück gehören) hatte wie üblich eine Reihe Spiele. Boxxy ist ein schnelles Spiel mit Buchstabenwürfeln, das die Würfel in einem großen Plexiglawürfel hat, in dem auch die Sanduhr steckt. So kann man keine Teile verlieren. Die verbotene Insel stellt eine Erforschung einer Ruinenstadt nach, in dem die Spieler in verschiedenen Rollen eine ständig von Überflutungen bedrohte Insel untersuchen. Qwirkle ist ein leicht Scrabble-artiges Legespiel um Formen und Farben. In Loch Ness versucht man, seine Fotografen so am Ufer des Sees aufzustellen, dass man ein Fopto von nessie schießen kann. Natürlich ist Nessie selten zur Mitarbeit bereit…

Bei Out Of The Box sahen wir die Englische Version eines Spiels, das wohl im Laufe des nächsten Jahres auch auf Deutsch erscheinen wird: in Word on the Road sucht man Worte, um die Buchstaben in diesem Wort 'auf die eigene Seite zu ziehen'.

Bei Jumbo sahen wir vor allem Logo – das große Spiel der Marken, ein Quizspiel um Marken und Logos, das schwieriger sein soll als es auf den ersten Blick erscheint. In Bin ich Beethoven wird das alte Partyspiel, bei dem jemand einen Namen auf der Stirn trägt (so dass er den Namen nicht selbst lesen kann) und diesen herausfinden muss, mit einem Mini-Computer verknüpft, der die Worte in schneller Folge vorgibt.

Hiku-Spiele – der Verlag, der für seine Materialien (Lederbeutel, Halbedelsteine) und seine schönen Spiele bekannt ist, hat insgesamt fünf neue Spiele. Hierbei waren unter anderem Schäfchen ins Trockene, bei dem man als Schäfer versucht, seine Schafe zu vermehren und aus dem Gehege zu treiben.

Ravensburger zeigte unter anderem das Spiel Phase 10 – das Brettspiel, ein Spiel, das die Mechanik der wechselnden Regeln aus Phase 10 auf Brettspiele umsetzt.

Möglicherweise der Hauptgrund, dass uns die Zeit so knapp wurde, war Adlung Spiele. Der Herausgeber von kleinen Kartenspielen hatte wie üblich eine Menge neues zu sehen. Zum Beispiel Heiss auf Eis, bei dem Eishörnchen gebaut werden, Quirrly, ein Spiel, bei dem man aus verschiedenen Stapeln auf dem Tisch eine Reihe von aufeinanderfolgenden zahlen in der richtigen Reihenfolge finden muss, oder auch Haflinger & Co., ein Auktionsspiel um Pferde, das nicht nur für Mädchen interessant ist.

Mille Grazie entführt uns nach Norditalien. Zoch bietet hiermit ein Routenplanungsspiel, bei dem man nicht nur seine eigenen Routen sinnvoll planen muss, sondern sich nebenbei auch als Wegelagerer zu Lasten der  Mitspieler betätigen muss, um zu gewinnen.

Neben den 'Großen' sind ja auch immer eine Reihe kleiner Verlage immer an derselben Stelle zu finden. So hat der aktuell-spiele-verlag an der üblichen Stelle mit Gefährlich ehrlich ein Kommunikationsspiel, bei dem man nur sehr wenig reden muss.

Nach langer Zeit hat Franjos auch wieder ein neues Spiel: Cinco ist ein Legespiel, bei dem man mit Karten versucht, eine Fünferreihe zu legen. Trotz der Karten ist der Zufallsfaktor nur sehr gering.

Steffen Spiele hat mit Scho K.O. ein Legespiel für zwei Spieler, bei dem mit Schokoladequadraten aus weißer und Zartbitter-Schokolade große Flächen gelegt werden.

Dies waren, wie üblich, nur die Sachen, die am meisten ins Auge gefallen sind. Wie in allen Hallen gibt es aber noch viel mehr Interessantes zu entdecken. Wer also noch zweifelt: auch an den traditionell 'volleren' Tagen Samstag und Sonntag lohnt der Besuch sich noch, und das Fehlen von unter anderem Games Workshop scheint auf den Platz pro Besucher einen guten Einfluss zu haben.

Spiel – Tag 1

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Rollenspielhalle
Heute war dann der erste Tag der Internationalen Spieltage. Da Herbstferien sind, war es schon ziemlich voll. Dies merkten vor allem die Leute, die eine Tageskarte kaufen wollten. Ein Bekannter berichtete, dass er vor halb zehn bereits in der Schlange an den Kassen stand, und erst gegen 12 Uhr (!) die Eintrittskarten kaufen konnte.

Donnerstag ist traditionell für uns der Tag der Rollenspielhalle, Nummer 6. Wir sind allerdings dieses Mal ziemlich schnell durch gekommen, und haben anschließend gleich noch einen Teil der Halle 4 mitgenommen. Auch hier war einiges interessante zu sehen.

Anders als in den letzten Jahren war dieses Jahr die Halle 6 nicht ausschließlich dem Rollenspiel, dem Tabletop  und dem LARP gewidmet. Zum einen waren hier einige Händler von Zweitehand-Spielen zu finden, zum anderen auch vereinzelt Hersteller von 'normalen' Spielen

Eine der wahrscheinlich am sehnlichsten erwarteten Neuveröffentlichungen ist die 'Berge des Wahnsinns‘-Kampagne von Cthulhu. Hierzu sind nicht nur der erste der drei Kampagnenbände und das Expedition Pack bei Pegasus erschienen, sondern auch von Erdenstern ein Soundtrack.

Uhrwerk hatte nicht nur die 4. Edition des Legend of the 5 Rings Regelwerk da, die in der nächsten Woche offiziell in den Verkauf gehen soll, sondern auch das gleich terminierte Stadt der Finsternis von Deadlands.

Prometheus Games hatte das Hellfrost Spielerhandbuchauf dem Stand, ein Buch, das ein anderes Format hat als die All-in-one-Settingbände, weil es eben kein komplettes Setting ist, sondern nur ein Spielerhandbuch.

13Mann hatte zwei Neuheiten zu Traveller: das Abenteuer Gefängniswelt, und ein eigenes (also nicht übersetztes) Quellenbuch zu Robotern.

In nicht direkt rollenspielbezogenen Neuheiten zeigte Soylent Games das schöne Interstellar Mayhem, und bietet auch eine sehr begrenzte Auflage von bemalten Miniaturen zu diesem Spiel an.

Bucephalus Games bietet mit Rorschach ein Spiel an, das nichts mit den Watchmen zu tun hat, sondern seinen Namen von den Tintenklecksen hat, die in der Psychoanalyse verwendet werden.

Von GMT war bei Udo Graebe Gamedesign ein wunderschönes Spiel zum 'Survival of the Fittest' zu sehen: in Dominant Species versuchen verschiedene Tierklassen, sich gegen eine sich verändernde Umwelt durchzusetzen.

Aus Südafrika kommt Foodle (Spiel und Firma haben denselben Namen), ein Quizspiel, das von einer Diätistin zum Thema Ernähung erstellt wurde.

Die Spieltrieb GbR bietet mit Jets ein Tabletop-Rennspiel an, das ein wenig wie eine Kreuzung aus Jean du Poëls uraltem Ben Hur und Spielen wie Frag! oder Roborallye wirkt.

Und aus Dänemark kommt Global Cooling von Globaludo Aps. (spricht sich globa-ludo aus, nicht Global Udo). In diesem Spiel ist es das Ziel, die Energieversorgung der Erde mit erneuerbaren und klimaneutralen Energien sicherzustellen.

In Halle 4 fiel unter anderem das Spiel Expedition Sumatra von Igramoon auf, bei dem man in einem veränderlichen Dschungel auf Tierjagd geht.

Grübel-Spiele hatte eine Reihe von Spielmaterial-Sets mit schönen Illustrationen – das interessanteste war mE ein Set mit 40 verschiedenen Musikinstrumenten.

Ein Stichspiel im Stile von Wizards ist das Spiel Zockato vom gleichnamigen Verlag. Man wettet Spielgeld darauf, wie viele Stiche man erhalten wird – was allerdings erschwert wird, weil zum einen die Regeln für das Stichspiel selbst von Runde zu Runde veränderlich sind, und weil man mit Spezialkarten die Planung für die Mitspieler weiter erschweren kann.

Homoludicus hat mit 4 Monkeys ein Spiel, in dem man versucht zu beweisen, dass man der intelligenteste Affe am Spieltisch ist.

Japon Brand zeigte mit Cat and Chocolate ein Spiel, bei dem man versucht, in einem Spukhaus die verschiedensten Gefahren zu meistern – mit Geschichten, die manchmal an Münchhausiaden erinnern. Witchcraft ist dahingegen ein Spiel um Verdächtigungen, bei dem man versucht, unter den Teilnehmern die Hexe aufzuspüren, während man die entsprechenden Verdächtigungen auf einen selbst versucht abzuleiten. Und in Regality vs. Religion: Revolution spielt man ein nettes. kleines Zweipersonenspiel, bei dem Klerus und Adel versuchen, sich Gegenseitig die Herrschaft über das Spielfeld streitig zu machen.

Für morgen habe ich, wie letztes Jahr auch, die drei großen Hallen am Eingang geplant, weil die samstags traditionell kaum noch zu navigieren sind. Das sind dann vor allem die 'Großen‘, aber auch hier gibt es einige interessante Kleinverlage.

Spiel – Tag 0

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Pressekonferenz, Vorschau

Wie jedes Jahr, war auch heute wieder am Vortag der Messe-Eröffnung die Pressekonferenz und Eröffnung der Neuheitenshow. Außerdem sehen wir uns dann immer schon die Hallen ein erstes Mal an, auch um evtl. noch Termine zu vereinbaren, um mit Herausgebern zu sprechen.

Die Pressekonferenz brachte wenig überraschendes: wie noch jedes Jahr ist die SPIEL auch dieses Jahr wieder weiter gewachsen: 786 Aussteller aus 32 Nationen sind ein neuer Rekord, und mittlerweise sind beinahe die Hälfte der Aussteller (45 Prozent) aus dem Ausland. Vor allem der asiatische Raum – und hier zur Zeit anscheinend besonders China – stellt den größten Wachstumssektor.

Interessant war auch ein Kommentar von Michael Hopf von der Fachgruppe Spiel, der auf die Frage nach Exportumsätzen zugeben musste, dass es kaum physischen Export gibt, und dass der Transfer von Lizenzen traditionell nicht im Exportgeschäft mitgezählt wird.


Es sollen insgesamt mehr als 650 'neue Spiele' vorgestellt werden, wobei die SPIEL als 'neu' ein Spiel bezeichnet, das seit der letzten SPIEL erschienen ist, also zum Beispiel auch die Neuheiten aus Nürnberg mitzählt.


Die Neuheitenshow ist zwar immer noch sehr interessant, krankt aber seit einigen Jahren unter einer steigenden Neigung der Aussteller, die Spiele dort aufzubauen und anschließend wieder auf ihren Ständen zu arbeiten. Gefühlt 50 Prozent der Stände waren verwaist, so dass auch interessant aussehende Spiele zum Teil wenig Interesse finden konnten.


Ein paar Spiele sind mir aber dennoch sowohl auf der Neuheitenshow als auch in den Hallen aufgefallen, die ich in den nächsten Tagen auf jeden Fall noch näher ansehen will.


So hat Out Of The Box Games – der Verlag, der u.a. John Kovalic gehört – die Konkurrenten zu Ninja vs. Ninja herausgebracht – in Pirate versus Pirate streiten insgesamt drei Piratenmannschaften um Gold, Rum und Ehre.


Über Alkohol gesprochen: Wattsalpoag hat mit Last Call ein 'Spiel für Bartender' – ein schnelles Spiel um Mixgetränke.


Auch die neuen Spiele der Lego-Reihe sehen interessant aus: Hogwarts hat natürlich den Vorteil der literarischen Vorlage, aber auch Shave a Sheep sah sehr interessant aus, und punktet natürlich auch durch die Niedlichkeit.


Bei Kosmos gab es einiges Neue, das interessanteste waren wohl zum einen die Neuauflage der Siedler – und einer Schokoladenmarkt-Erweiterung, die wohl ausschließlich über Ritter Sport erhältlich sein soll -, zum anderen Schwarzer Freitag von Friedemann Friese.


Improvisationstheater ist in manchen Spielen ein Bestandteil, aber nur bei Freeze von Be-Witched das Hauptthema – und alle Teilnehmer nehmen auch in Rollen daran teil…


Die Gebrüder Lamont von Fragor haben eine neue Tierart in ihren Spielen – der Titel Antics! sagft wohl schon genug. Es sah  wieder aus wie ein komplexeres Spiel als das letzte. 


Eine wunderschöne Verpackung hat Captain Jacks Gold von Noris/Goldsieber: eine metallene Schatzkiste, und auch das Material sah sehr schön aus.


Tuonela Games zeigt unter anderem ein Update zu The Club: Unter dem Titel 'DJ Set' soll der Wertungsmechanismus verständlicher werden.


Mehr über diese und andere Spiele ab morgen, wenn die eigentliche Messe ihre Pforten öffnet.



Summen, Sojalinsen, Sphinxen, Sand und mehr

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Neues zur Spiel

In zwei Wochen ist es ja schon so weit, die Messe Internationale Spieltage 2010 öffnet ihre Pforten am 21. Oktober für das interessierte Publikum. Man merkt es auch daran, dass inzwischen die Ankündigungen für neue Spiele in meiner Inbox eintreffen.

Da es jedes Jahr 'zig Spiele sind, die zur Spiel neu erscheinen (und noch viel mehr, die auf der Neuheitenshow gezeigt werden – 'neu' im Sinne der SPIEL sind alle Spiele, die seit der letzten SPIEL erschienen sind -, melde ich hier nur, wenn ich etwas neues von kleinen und neuen Herausgebern höre, und lasse die 'großen' Herausgeber einfach draußen vor. Dass die etwas neues haben, dürfte wohl als bekannt vorausgesetzt werden (und vielleicht mache ich kurz vor der Messe auch dazu noch eine Übersicht).


Soylent Games stellt seine Spiele zwar nicht, wie der Name andeutet, aus Soja und Linsen, und auch nicht – wie im Film – aus, äh, humanoiden Grundstoffen her, hat mit Interstellar Mayhem aber dennoch ein Spiel im SciFi-Genre angekündigt. Das Spiel, das mich bei Proberunden in einer frühen Betaversion (auf der RPC) ein wenig an ein "Frag im Weltraum“ erinnerte, wird hier das erste Mal verkauft, der Preis soll unter 40 Europ liegen (39,95 €).

Henning Poehl von Sphinx hat Im Bann der Mumie angekündigt, ein Spiel aus der Schwarzen Reihe, in dem eine von einer verfluchten Mumie bewachte Grabstätte ausgeraubt werden soll. Das Reich der SPiele hat ein Interview mit ihm, in dem das Spiel ein wenig erklärt wird. Auch gibt es dort einen Coupon, mit dem man einen Nachlass von einem Euro erhalten kann.

Gleich drei Spiele hat Cwali angekündigt. Corné van Moorssel hat mit Sun, Sea and Sand ein Resosurcenverwaltungsspiel um Freizeitorte am Meer, mit Summy ein Scrabble-artiges Rechenspiel und last but not least mit Tricky Safari ein Spiel um Tierfotos, das die schönen Porzellanfiguren (Minimals) aus Tricky Trek verwendet. Cwali hat auch schon die Preise bekannt gegeben, zu denen die Spiele auf der SPIEL verfügbar sein werden: SS&S 30,-, Summy 28,- und Tricky Safari 26,- Euro. Zwei dieser Spiele kommen auf 44,- Euro, und alle drei auf 50,-. Allerdings werden von Summy nur 501 Stück und von Tricky Safari nur 300 Exemplare verfügbar sein: wer zu spät kommt, hat Pech. Ob sie bei Erfolg noch einmal aufgelegt werden, ist noch nicht bekannt. (Man kann über e-Mail auch vorbestellen…). Und noch etwas: auf der Webseite steht es zwar nicht, aber in der Ankündigung teilte Corné auch mit, dass bei Ankäufen ab 40 Euro auch die Powerboats-Erweiterung gratis mitgegeben wird.

Und noch etwas: das alte Spiel Factory Fun von Cwali, das in der Originalauflage ausverkauft ist und für das bereits voriges Jahr auf der SPIEL Liebhaberpreise bezahlt wurden, kommt zurück. Allerdings nicht direkt von Cwali, sondern in einer Neuausgabe von Z-Man Games.

Last but not least hat Emma Games, alias Martyn F., angekündigt, dass es dieses Jahr leider kein neues Spiel von ihm geben werde, und dass Emma Games darum auch keinen Stand haben werde. Man könne allerdings die Spiele (mit Ausnahme des ziemlich teuren TWRS, das seinen Preis vor allem mit der wirklich luxuriösen Ausstattung begründet) allerdings bei Vertriebspartnern auf der Messe finden. Je nach Spiel muss man hierfür bei Z-Man Games, spielmaterial.de oder den Heidelbergern vorbeischauen – alle drei findet man in Halle 9.

Riesige Präsentations-Chance

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RPC 2010

Auch dieses Jahr wieder lud die Enjoy Event Marketing GmbH nach Köln zur Role-Playing Convention. Zwar waren es diesmal nur zwei Tage – Samstag 10-20 Uhr und Sonntag 10-18 Uhr – während es voriges Jahr drei Tage gewesen waren, aber angesichts der für manche wohl enttäuschenden Ruhe (manche mochten auch von 'Leere' sprechen) am Freitag war dies nicht ganz unerwartet. Mir persönlich war der Freitag schon ganz gelegen gekommen, um an den klassisch überlaufeneren Ständen anzulaufen, aber es war auch dieses Jahr alles einigermaßen erreichbar.

Die relative Ruhe war allerdings wohl auch zwei anderen Tatsachen zuzuschreiben. Zum einen waren wie auch voríges Jahr die Gänge zwischen den Ständen relativ groß, so dass sich 'Essener Verhältnisse' kaum einstellen konnten. Zum anderen würde es mich auch nicht wundern, wenn einige potentielle Besucher aus größerer Entfernung beschlossen, statt mit der Bahn oder dem Auto zu fahren, lieber ganz zu Hause zu bleiben. Der Flugverkehr war an diesem Wochenende schließlich durch den Ausbruch des Eyjafjallajökull zum Erliegen gekommen.

Diese fehlende Fluganbindung machte sich auch auf den Ständen bemerkbar. So manch ein Gast aus, zum Beispiel, Hamburg oder Berlin, erreichte das Messegelände nur verspätet, da er/sie eigentlich mit dem Flugzeug hatte kommen wollen – gerade für schwerer beladene Workshop-Kandidaten und Co. war die Anreise mit der Bahn schon ziemlich unbequem. Andere verschoben ihre Workshops in den Sonntagvormitteg, um einigermaßen beizeiten wieder im Zug nach Hause sitzen zu können. Zum Beispiel tauschte dtp Publishing die Vorstellung des Drakensang-Add-ons und von Ergo Draconis 2 aus um der Zugsituation Rechnung zu tragen.

News – Drakensang

Beide Spiele sahen in den Demos schon sehr schön aus – und das Tuch wurde auch gehoben, was die Erweiterung der Schauplätze im Drakensang-Add-on betrifft. Wie bereits mehrfach vermutet, hat man auch Gelegenheit, sich ein wenig in Tie’Shianna um zu sehen. Das Add-on soll auch parallel mit einem laufenden Fluss der Zeit spielbar sein – das heisst, dass es Verknüpfungen gibt, um die Questen und Sidequesten aus Phileassons Geheimnis mit der Gruppe aus AFdZ zu spielen und zwischen den beiden Geschichten hin und her zu wechseln. Man kann also die auf dem Fluss liebgewonnenen Begleiter – Forgrimm, Cuanu, Ardo, Fayris/Jaakon – mitnehmen und mit ein, zwei (oder so) neuen Gruppenmitgliedern aus Foggwulfs Schar erweitern. Was man so sah war ziemlich ansprechend, und ich freue mich bereits auf das fertige Produkt.

dtp und ein Stand auf dem Mittelaltermarkt verkauften auch wie angekündigt 'Helles Ferdoker'. Zwar zu gepfefferten Preisen (4,50 Euro pro Flasche), aber schmecken tat das Bier schon. Und angesichts der kleinen Auflage, die nur sinnvoll produziert werden konnte, ist der Preis auch schon irgendwie verständlich. Es wurde davon gesprochen dass dtp sich überlege, eventuell die Produktion auszuweiten, wofür dann aber auch der Preis sinken müsste. Allzu groß wird die Produktion auch dann nicht werden können, so dass man dann wirklich extrem gut kalkulieren müsste, wie viel man nehmen kann… (Meine persönliche Meinung ist: wenn das so produziert werden kann, dass es für 1,50 Euronen zum Beispiel an Converanstalter verkauft werden kann, die es dann zu demselben Preis – oder auch mit kleinem Aufschlag für 2 Euri – auf Cons verkaufen, dürfte das wahrscheinlich sogar einigermaßen akzeptabel sin, was den Preis angeht. Das Bier selber ist ganz angenehm, und wirklich ein 'Helles' – der Hopfenanteil ist deutlich niedriger als bei einem Pils oder Export, was dem Geschmack eine eigene Note verleiht. Mich persönlich erinnerte der Geschmack an Bier, das ich in Ungarn in einer Brauereitaverne getrunken habe.

Neben dem Bier verkaufte dtp auch noch anderes Merchandizing, unter anderem Restbestände des Inrah-Spiels wie es bei der Personal Edition mitgeliefert wurde (ein Vergleichstest gegen das 'offizielle' Inrah-Deck von Ulisses kommt in den nächsten Tagen), T-Shirts mit dem Aufdruck 'Tavernenkönig‘, Ferdoker Bierkrüge, und so weiter. An einem Glücksrad konnte man auch – mit sehr viel Glück – einen MP3-Player gewinnen, der das Drakensang-Logo eingraviert und den Drakensang-Soundrack eingespeichert hatte. Von diesen wurden auch ein paar bei den Vorträgen verlost.

Zum Abschluss des Drakensang-Teils dieses Postings noch eins. Ulisses verkaufte vorab bereits einen Kampagnen-Hintergrundband zum Fluss der Zeit, mit dem man eine Kampagne vor dem Hintergrund leiten kann. Kein Lösungsbuch, und auch kein Abenteuer wie der 'Kult der goldenen Masken‘, sondern wirklich ein Hintergrundband! Auch diesmal vollfarbig, mit vielen Illustrationen aus dem Computerspiel.

News – andere

Ulisses zeigte auch das Einsteigerset zu Space:1889, das später in diesem Jahr erscheinen wird. Dieses Einsteigerset erinnert nicht nur in der Aufmachung an das von Hollow Earth Expeditions. Die neue Ausgabe von Space:1889 wird auch ein komplett anderes Regelset benutzen als frühere Ausgaben; man wird das Ubiquity-Regelwerk verwenden, das beispielsweise auch bei HEX verwendet wird. Auch soll demnächst der zweite Band zum John Sinclair Erzählspiel erscheinen, mit drei Abenteuern, und man konnte sich den Raumhafen Adamant einmal näher ansehen.

Das Science-Fiction-Rollenspiel Nova, das ich zum ersten Mal vor zwei Jahren in Münster auf der RPC gesehen habe, ist mittlerweile abgeschlossen und erschienen, und zwar in Zusammenarbeit mit Prometheus Games. Ein richtig schweres Regelwerk, das ganz nett aussah. 'Mal sehen, ob ich da mehr Material zu erhalten kann.

Pegasus Spiele hatte einige Neuheiten im Gepäck, von denen ich jetzt einmal beispielhaft die Würfelsets zu Shadowrun nennen möchte: Metalldosen mit 12 W6ern, bei denen auf den 5en und 6en neben der Ziffer auch das Shadowrun-Logo steht, während die 1 eine leere Fläche zeigt, so dass man mit einem Blick erkennen kann, wie das Ergebnis aussieht. Der Pegasus-eigene Preis von 9,95 Euro für das Set erscheint vielleicht auf den ersten Blick hoch, aber für perlmuttgeflämmte W6 zahlt man normalerweise auch schon einen Euro oder mehr, so dass ca. 83 Cent pro Würfel (wenn man die Dose als gratis rechnet) wahrlich nicht mehr so teuer wirken dürften…

Eine interessante Demo zeigte Soylent-Games in Zusammenarbeit mit Tellurian: ein Brettspiel, das noch dieses Jahr erschienen soll und das … nunja, man könnte es am besten beschreiben als Frag im Weltraum. Auf einem zweidimensionalen Hexfeld mit Asteroiden und Spawn-/Teleportpunkten spielen die Schiffe 'Lasertag'. Wer als ersten drei Mitspieler gefraggt hat, gewinnt, wobei zwar keine Waffen und sonstige Ausrüstung auf dem Spielfeld auftauchen, das aber über die Spielmechanismen für ein derart leichten und lockeren Spiel erstaunlich viel Vorplanung und raffinierte Tricks erlauben.

Erdenstern kündigte ihre nächste CD mit Rollenspiel-Hintergrundmusik an. Viele Fans wird wohl erfreuen, dass der Titel der neuen CD 'Into the White' sein wird – ein Titel, um den schon seit einiger Zeit auf dem Erdenstern-Forum gebeten wird…

Einer meiner besonderen Lieblinge ist ja bekanntlich Cthulhu (für das ich ja auch auf Rollenspiel-Conventions Support mache). Hier wurde noch einmal bestätigt, dass diesen Sommer noch ein Abenteuer zum neuerschienenen Innsmouth-Band erscheinen soll, sowie der erste Teil der 'Berge des Wahnsinns‘-Kampagne, die in Fankreisen einen beinahe eben großen Ruf genießt wie die Orient-Express-Kampagne. Außerdem hieß es, dass noch dieses Jahr zur Cthulhu-Con (die am selben Wochenende stattfindet wie die FeenCon) die sogenannte Cthulhu-Jahreskampagne starten soll, eine Reihe von fünf inhaltlich zusammenhängenden, aber unabhängig spielbaren Abenteuern in Arkham, New York, Hamburg, Berlin und Wien – zu Arkham und Berlin gibt es ja bereits Hintergrundmaterial, Wien soll noch dieses Jahr erscheinen, das gleiche gilt für die Übersetzung des New-York-Bandes. Und Hamburg – da kann man zumindest zur Zeit noch versuchen, die Cthulhuide Welten 8 aufzutreiben, in denen einige Artikel zu Hamburg in den '20ern stehen. Es wird einen 'Ausweis' geben, in denen man sich die Teilnahme an den Einzelabenteuern quittieren lassen kann. Außerdem soll sich mit den Abenteuern insgesamt ein größeres Bild ergeben, das in den Einzelabenteuern nicht sichtbar wird, so dass man die Abenteuer ohne weiteres in beliebiger Reihenfolge spielen kann.

Die Messe

Wie auch letztes Jahr teilte die Con sich auf über zwei Hallen: eine mit Computerspielen, die andere mit P&P, CoSim, LARP und so weiter. Glücklicherweise war schönes Wetter, weil im (stark erweiterten) Außengelände eine ganze Menge 'Viktualienstände' zu finden waren, Bühnen mit Musik, ein Mittelaltermarkt etc.

Die Preise der Stände, wo es etwas zu essen oder zu trinken gab, waren… ich glaube, 'Messepreise' ist deutlich, ohne dass ich meiner Meinung auf eine Art und Weise Luft machen müsste, die zu rechtlichen Problemen führen würde. Das Preisniveau lag gefühlt nur minimal unter dem vom vorigen Jahr, aber vielleicht war das auch nur das Ergebnis der allgemeinen Inflation im Alltagsleben. Außer dem Ferdoker Hellen (wegen des Sammlereffekts) beschränkte mein Interesse an den auf der Börse angebotenen Lebensmitteln auf einen Blick aufs Preisschild und ein schauderndes Abwenden.

Auch die Eintrittspreise waren wie auch voriges Jahr ziemlich hoch. Im Vorfeld angemeldete Spielleiter für Rollenspielrunden erhielten allerdings freien Eintritt, was für diese oftmals die einzige Möglichkeit war, hineinzukommen. Der Parkplatz (die 'freien' Parkplätze vor dem Messeeingang, die voriges Jahr etwa halb so viel kosteten, waren geschlossen) war mit 8 Euro/Tag deutlich teurer als der in Essen zur Spiel, hatte aber ein Vielfaches an Personal aufzubieten (Essen: idR zwei, drei Mitarbeiter auf einem Parkplatz der Kölner Größe, während in Köln rund 10 Anweiser, Kassierer, Ordner, Aufsichten etc. beschäftigt waren). Man wurde nicht auf den Parkplatz geschickt, wo man sich seinen Stellplatz hätte suchen müssen: man wurde bis in die spezielle Parklücke durchgewunken, was eine Menge Verärgerung verhinderte.

Man hatte wohl vom vorigen Jahr gelernt, was die Platzierung der Seminarräume anging: statt im Gang zwischen PC- und P&P-Halle (wo im Vorjahr der Lärm, aus der PC-Halle doch recht störend gewirkt hatte) befanden die Abtrennungen für die Seminarräume sich dieses Mal in der P&P-Halle, was dem Lärmniveau doch sehr zugute kam. Es gab zwar noch immer eine gewisse Menge Hintergrundgeräusch, aber das war dieses Mal erträglich. Auch der Ansager für Lesungen, der bei Seitenbacher in die Lehre gegangen zu sein schien (‚In Leseraum 2 liest Hansi Müller aus seinem Buch Ich und Du. Hansi Müller liest aus seinem Buch Ich und Du in Leseraum 2. Aus seinem Buch Ich und Du liest in Leseraum 2 Hansi Müller' als eine Ansage) war dieses Jahr nicht zu hören.

A propos Lärm: am Samstag bin ich zwei, dreimal kurz durch die PC-Halle gegangen, und wurde vom Lärm fast erschlagen – er erschien mir heftiger als im Vorjahr. Mein Verdacht, dass mein voranschreitendes Alter dafür verantwortlich sein könnte, wurde am Sonntag allerdings erschüttert, als ich eine dreiviertel Stunde am Stück zu einem Vortrag auf der Bühne von buffed.de in der PC-Halle war, und es – auch verglichen mit Samstag – überraschend ruhig war.

Ein wenig hatte man dieses Jahr auch das Gefühl, dass der (sicherlich auch so gewollte) Synergie-Effekt zwischen P&P- und Computer-Rollenspiel dieses Jahr stärker ausgeprägt war als 2009. Man sah jedenfalls mehr Leute, die rein optisch eher in der anderen halle zuhause schienen, durch die Gänge schlendern und sich für das 'andere' Hobby interessieren. Dieser Crossover-Effekt ist meiner Meinung nach immer noch das stärkste Argument für die RPC: wo sonst erhält der Computer-Spieler eine so gute Chance, sich ins P&P vorzutasten und umgekehrt?

Grundsätzlich war die Orga hervorragend aufgestellt, die größten gemerkten Stolperdrähte waren externe Einflüsse, die man nicht beeinflussen oder vorhersehen konnte (Eyjafjallajökull…). Wer es sich finanziell leisten kann (und über die 'Freikarten für Spielleiter‘-Aktion gibt es auch Optionen für die, die es finanziell nicht können), sollte sie nächstes Jahr auf jeden Fall nicht verpassen.