Tag Archiv für Allgemeines

Spiel – Nachlese

Dann war da noch…

Wie jedes Jahr auch diesmal noch einige Kleinigkeiten, Randnotizen, Takeouts und ähnliches zur Spiel.

Man sollte ja meinen, dass nach weit über 20 Jahren die Organisation der Spiel das Ereignis im Griff hat. Aber doch: irgendetwas geschieht immer. Dieses Mal schien es wohl in erster Linie an der Messegesellschaft zu liegen. Zur Pressekonferenz begrüßte die Messe die Journalisten im komplett renovierten Saal, der such die neue, helle Vertäfelung wesentlich freundlicher wirkte. Allerdings hatte man so einiges in der Technik noch nicht so ganz im Griff, gerade was die Geräuschinstallation anging: der traditionelle Einspieler mit Clips aus der vorjährigen Spiel war ohrenbetäubend laut. Man sah auch keine Mikrofone stehen, um Fragen zu stellen, was dazu führte, dass Fragen der Journalisten von den Kollegen nur schwer zu verstehen waren. Man hofft, dass das nächstes Jahr besser klappt.

Überhaupt schien die Messe Essen ihre Technik neu organisiert zu haben. Auch an den Kassenhäuschen soll eine neue technische Installation Einzug gehalten haben, hörte ich. Dass diese den Kassierer(inne)n noch Einarbeitungsporobleme machte, soll einer der Hauptgründe für die langen Schlangen am Donnerstag gewesen sein.

Über die Messeräumlichkeiten gesprochen: der Platz war meistens knapp. Gerade am Samstag war manchmal nur unter Missachtung aller Höflichkeitsregeln überhaupt noch ein Vorankommen möglich. Hier wäre eine Ausweitung um eine Halle (auch zugunsten weiterer Aussteller) vielleicht sinnvoll – auch wenn meine Beine da sicher anderer Meinung sind: die würden eine kleinere Messe bevorzugen ;)

Auch diese Messe hatte wieder einige Themen, die sich druch die Hallen zogen. Nach vielen Jahren gab es wieder Spiele um Wein – und dann gleich ein rundes halbes Dutzend. Es ist schon interessant zu sehen, wie sich so etwas immer in Wellen entwickelt.

Ein anderes Thema war für eine ganze Reihe Verlage ein gemischtes Gefühl: 'haben wir nicht mehr' war überraschend oft zu hören. Auch Verlage, die seit Jahr und Tag dabei sind und daher einigermaßen einschätzen können, was wohl auf sie zukommt, waren von plötzlich knappen Vorräten gepeinigt. Wohl dem, der, wie beispielsweise Pegasus in Sachen Junta: Viva il Presidente oder Thunderstone, Asmodee in Sachen 7 Wonders (1300 Stück in 4 Stunden!) oder Spieltrieb, schnell aus dem Lager Nachschub holen konnte – und wehe, wenn dann der LKW unterwegs eine Panne hat, wie bei letzteren. Andere Verlage hatten zu weite Wege, um Nachlieferungen noch organisieren zu können, und so waren eine ganze Menge Spiele nicht mehr verfügbar. Treefrog hatte Vorbestellungen von London bereits frühzeitig gestoppt, um auf der Messe noch etwas verkaufen zu können – und hatte das letzte Exemplar der limitierten Auflage am Donnerstag im 11:20, das letzte der 'normalen' Ausgabe am Freitagmittag da. Countdowns waren häufiger zu sehen, so zum Beispiel bei Mars is ours von B2FGames.

LARP-Ausrüster waren dieses Jahr wieder weniger in Halle 6, wodurch wohlauch ein wenig Platz für Nicht-Rollenspieler frei wurde. Vielleicht nicht unbedingt der beste Platz, aber Jets von Spieltrieb oder auch Foodle passen irgendwie zu den Besuchern – das eine, weil es eben ein wenig Tabletop-artig ist, beim anderen geht es um richtige Ernährung.

Spiel – Tag 4


Abschlußarbeit
Kaum zu glauben, was man noch alles entdeckt, wenn man meint, bereits alles gesehen zu haben. Ich hatte heute mehrere Male den Effekt 'Wieso habe ich mit denen noch nicht gesprochen?‘

Geplant besucht haben wir heute allerdings Amigo. Die haben unter anderem einige kleinere neue Spiele, die 'Wiederauflagen' von bekannten Spielen sind. Friedemann Frieses Friesematenten erscheinen teilweise (als Teil 1), der Rest soll noch als 2 erscheinen. Die Illustrationen sind neu, ansonsten soll sich nichts geändert haben. Wizard Extreme benutzt einige Mechanismen von Wizard, ist aber wesentlich schneller. Die kleine Ausgabe von Privacy soll nicht nur mit der großen voll kompatibel sein, sondern auch noch eine Nummer pikanter. Und Bohnanza – Fun and easy soll eine Version speziell für Bohnanza-Neulinge sein.


dV hat neben Neuausgaben von King Me und Werwölfe auch eie Art Werwolf-Brettspiel' für 4-8 Spieler mit dem Namen Lupusburg und den Sieger von Lucca 2009, Kaboom.

Eine Nummer zu teuer für die meisten dürfte das Cricket-Spiel Wicked Wickets von Boadicea’s Backyard sein, das mit 'nur' 600 Euro ins Kontor schlägt. Dafür erhält man aber auch edelstes Material: ein ganzer Spieltisch in Handarbeit, individuelle Zinnminiaturen – und ein Spiel, bei dem es nicht auf Technik, sondern rein auf Brettspielfähigkeit ankommt, fast wie 'Cricket als Tabletop'.

Twilight Creations bietet unter anderem Zombiegeddon und Forever Young an – letzteres geht ausbnahmsweise nicht um Zombies sondern um Vampire.

Cranio Creations hat mit Escape from the Aliens in Outer Space ein Spiel, das an den Film Aliens erinnert…

Zuguterletzt wollen wir die Redaktion Phantastik nicht vergessen, die nicht nur einen Abenteuerband für Private Eye, sondern auch den siebten Master’s Survival Pack mit Gebäudegrundrissen und Abenteuerideen für Gaslicht anbietet.

Ansonsten gab es sicher noch vieles, was mir jetzt so schnell nicht einfällt. Vielleicht kommt in den nächsten Tagen noch eine Übersicht von Del’Roh, ansonsten kommt von mir noch das Gesamtresümee mit Kommentaren und Takeouts, und dann in allernächster Kürze bereits die ersten Rezensionen – die dann auch noch Erstverkaufstagsrezis sein werden!

Spiel – Tag 3


Kleinverlage

Wie immer, auch vom heutigen Tage eine Übersicht über die Besonderheiten, die uns auf der SPIEL ins Auge gefallen sind. Meine Füße spielen übrigens immer noch mit, ich bin ganz überrascht – vor allem, da sie sich am Donnerstag bereits laut beklagt hatten, und seither wieder weniger klagen.

Heute waren wir vor allem in den Hallen 4, 5 und 9, also bei den Kleinverlagen. Dazu haben wir aber auch ein paar Stände entdeckt, die uns in den ersten Tagen seltsamerweise völlig entgangen waren.

Begonnen haben wir bei Isensee, den wir gestern nicht mehr geschafft hatten. Geschenke für den Radscha wollen eingesammelt werden, und ein ausgefeilter Zugmechanismus sorgt dafür, dass die (zufällige) Anordnung der Zielfelder auf dem Spielplan keine extrem kurzen Partien verursacht.

Der zweite Stand, den wir völlig übersehen hatten, war der Stand von Midgard in der Rollenspielhalle. Und der Verlag scheint wirklich von einer Produktivphase erwischt worden zu sein: Die Liga freier Terraner für Perry Rhodan, Quellenbücher zu Thalassa und Nihavand, und Abenteuer 1890 sind ein bemerkenswerter Output.

Die Schweden von Gigantoskop haben mit Genesis ein Spiel zum ersten Buch Moses' herausgebracht. Als Engel versucht man, den Schöpfungsvorgang zu ordnen und zu unterstützen – es sei denn. man ist der 'Dunkle Engel'.

Wer die Grenzen Europas – oder der Amerikanischen Teilstaaten – gut kennt, hat bei Grenzenlos von CGE sicher einen unschätzbaren Vorteil, weil nicht wichtig ist, wie weit zwei Länder voneinander entfernt ist, sondern wie viele Länder mindestens dazwischen liegen.

Red Glove hat einen Deutschen Distributor gefunden: Abacus Spiele. Darum wird man wohl auch in Zukunft in Deutschland mit Jerusalem selbige Stadt in den Kreuzzügen besuchen können.

R&R Games bietet mit Covert Action einen Blick in die Welt der Geheimdienste und mit Masters of Venice in die Welt der Handelsfürsten in Venedig im 15. Jahrhundert.

Der Spielspass-Verlag hatte zwei Partyspiele im Angebot, im Partyalarm spielen zwei gemischte Teams in insgesamt 18 verschiedenen Disziplinen gegeneinander.

Das Team von Krok Nik Douil Editions schickt in Mâamout die Jäger des Jahres 10.000 v.Chr. auf Mammutjagd – die schwieriger gewesen zu sien scheint, als man sich das gemeinhin so vorstellt.

Valley Games Inc. hat mit Bugs ein Stichspiel um Insekten, im Stle des Großen Dalmuti. Und in Crows versucht man, Krähen mit glänzenden Objekten anzulocken und von den Feldern der Mitspieler fernzuhalten.

In Impossum von BiWo geht es um seltsame Tiernamen – wobei man nie sicher sein kann, ob das Tier, das die Mitspieler gerade nennen, auch tatsächlich existiert oder nicht.

So viel für heute, morgen ist ja auch noch ein Tag – der, an dem wir alle möglichen Reste noch abklappern müssen…

Spiel – Tag 2


Die 'Großen‘

Heute war also der zweite Tag der Internationalen Spieltage. Wie auch voriges Jahr haben wir diesen Tag genutzt, um uns um die Hallen 10-12 zu kümmern. Leider haben wir hier nicht die ganze "Strecke“ abgejagt, irgendwie ist uns die Zeit davongelaufen. Dennoch haben wir einiges interessante gesehen – und hoffentlich auch ein paar Kontake erneuern können.

Aber bevor ich mit den Spielen beginne, möchte ich auch auf diesem Weg noch einmal Friedemann Friese gratulieren, der vor wenigen Tagen seine Familie vergrößert hat…

Schmidt Spiele (zu denen auch Drei Magier und Hans im Glück gehören) hatte wie üblich eine Reihe Spiele. Boxxy ist ein schnelles Spiel mit Buchstabenwürfeln, das die Würfel in einem großen Plexiglawürfel hat, in dem auch die Sanduhr steckt. So kann man keine Teile verlieren. Die verbotene Insel stellt eine Erforschung einer Ruinenstadt nach, in dem die Spieler in verschiedenen Rollen eine ständig von Überflutungen bedrohte Insel untersuchen. Qwirkle ist ein leicht Scrabble-artiges Legespiel um Formen und Farben. In Loch Ness versucht man, seine Fotografen so am Ufer des Sees aufzustellen, dass man ein Fopto von nessie schießen kann. Natürlich ist Nessie selten zur Mitarbeit bereit…

Bei Out Of The Box sahen wir die Englische Version eines Spiels, das wohl im Laufe des nächsten Jahres auch auf Deutsch erscheinen wird: in Word on the Road sucht man Worte, um die Buchstaben in diesem Wort 'auf die eigene Seite zu ziehen'.

Bei Jumbo sahen wir vor allem Logo – das große Spiel der Marken, ein Quizspiel um Marken und Logos, das schwieriger sein soll als es auf den ersten Blick erscheint. In Bin ich Beethoven wird das alte Partyspiel, bei dem jemand einen Namen auf der Stirn trägt (so dass er den Namen nicht selbst lesen kann) und diesen herausfinden muss, mit einem Mini-Computer verknüpft, der die Worte in schneller Folge vorgibt.

Hiku-Spiele – der Verlag, der für seine Materialien (Lederbeutel, Halbedelsteine) und seine schönen Spiele bekannt ist, hat insgesamt fünf neue Spiele. Hierbei waren unter anderem Schäfchen ins Trockene, bei dem man als Schäfer versucht, seine Schafe zu vermehren und aus dem Gehege zu treiben.

Ravensburger zeigte unter anderem das Spiel Phase 10 – das Brettspiel, ein Spiel, das die Mechanik der wechselnden Regeln aus Phase 10 auf Brettspiele umsetzt.

Möglicherweise der Hauptgrund, dass uns die Zeit so knapp wurde, war Adlung Spiele. Der Herausgeber von kleinen Kartenspielen hatte wie üblich eine Menge neues zu sehen. Zum Beispiel Heiss auf Eis, bei dem Eishörnchen gebaut werden, Quirrly, ein Spiel, bei dem man aus verschiedenen Stapeln auf dem Tisch eine Reihe von aufeinanderfolgenden zahlen in der richtigen Reihenfolge finden muss, oder auch Haflinger & Co., ein Auktionsspiel um Pferde, das nicht nur für Mädchen interessant ist.

Mille Grazie entführt uns nach Norditalien. Zoch bietet hiermit ein Routenplanungsspiel, bei dem man nicht nur seine eigenen Routen sinnvoll planen muss, sondern sich nebenbei auch als Wegelagerer zu Lasten der  Mitspieler betätigen muss, um zu gewinnen.

Neben den 'Großen' sind ja auch immer eine Reihe kleiner Verlage immer an derselben Stelle zu finden. So hat der aktuell-spiele-verlag an der üblichen Stelle mit Gefährlich ehrlich ein Kommunikationsspiel, bei dem man nur sehr wenig reden muss.

Nach langer Zeit hat Franjos auch wieder ein neues Spiel: Cinco ist ein Legespiel, bei dem man mit Karten versucht, eine Fünferreihe zu legen. Trotz der Karten ist der Zufallsfaktor nur sehr gering.

Steffen Spiele hat mit Scho K.O. ein Legespiel für zwei Spieler, bei dem mit Schokoladequadraten aus weißer und Zartbitter-Schokolade große Flächen gelegt werden.

Dies waren, wie üblich, nur die Sachen, die am meisten ins Auge gefallen sind. Wie in allen Hallen gibt es aber noch viel mehr Interessantes zu entdecken. Wer also noch zweifelt: auch an den traditionell 'volleren' Tagen Samstag und Sonntag lohnt der Besuch sich noch, und das Fehlen von unter anderem Games Workshop scheint auf den Platz pro Besucher einen guten Einfluss zu haben.

Spiel – Tag 1


Rollenspielhalle
Heute war dann der erste Tag der Internationalen Spieltage. Da Herbstferien sind, war es schon ziemlich voll. Dies merkten vor allem die Leute, die eine Tageskarte kaufen wollten. Ein Bekannter berichtete, dass er vor halb zehn bereits in der Schlange an den Kassen stand, und erst gegen 12 Uhr (!) die Eintrittskarten kaufen konnte.

Donnerstag ist traditionell für uns der Tag der Rollenspielhalle, Nummer 6. Wir sind allerdings dieses Mal ziemlich schnell durch gekommen, und haben anschließend gleich noch einen Teil der Halle 4 mitgenommen. Auch hier war einiges interessante zu sehen.

Anders als in den letzten Jahren war dieses Jahr die Halle 6 nicht ausschließlich dem Rollenspiel, dem Tabletop  und dem LARP gewidmet. Zum einen waren hier einige Händler von Zweitehand-Spielen zu finden, zum anderen auch vereinzelt Hersteller von 'normalen' Spielen

Eine der wahrscheinlich am sehnlichsten erwarteten Neuveröffentlichungen ist die 'Berge des Wahnsinns‘-Kampagne von Cthulhu. Hierzu sind nicht nur der erste der drei Kampagnenbände und das Expedition Pack bei Pegasus erschienen, sondern auch von Erdenstern ein Soundtrack.

Uhrwerk hatte nicht nur die 4. Edition des Legend of the 5 Rings Regelwerk da, die in der nächsten Woche offiziell in den Verkauf gehen soll, sondern auch das gleich terminierte Stadt der Finsternis von Deadlands.

Prometheus Games hatte das Hellfrost Spielerhandbuchauf dem Stand, ein Buch, das ein anderes Format hat als die All-in-one-Settingbände, weil es eben kein komplettes Setting ist, sondern nur ein Spielerhandbuch.

13Mann hatte zwei Neuheiten zu Traveller: das Abenteuer Gefängniswelt, und ein eigenes (also nicht übersetztes) Quellenbuch zu Robotern.

In nicht direkt rollenspielbezogenen Neuheiten zeigte Soylent Games das schöne Interstellar Mayhem, und bietet auch eine sehr begrenzte Auflage von bemalten Miniaturen zu diesem Spiel an.

Bucephalus Games bietet mit Rorschach ein Spiel an, das nichts mit den Watchmen zu tun hat, sondern seinen Namen von den Tintenklecksen hat, die in der Psychoanalyse verwendet werden.

Von GMT war bei Udo Graebe Gamedesign ein wunderschönes Spiel zum 'Survival of the Fittest' zu sehen: in Dominant Species versuchen verschiedene Tierklassen, sich gegen eine sich verändernde Umwelt durchzusetzen.

Aus Südafrika kommt Foodle (Spiel und Firma haben denselben Namen), ein Quizspiel, das von einer Diätistin zum Thema Ernähung erstellt wurde.

Die Spieltrieb GbR bietet mit Jets ein Tabletop-Rennspiel an, das ein wenig wie eine Kreuzung aus Jean du Poëls uraltem Ben Hur und Spielen wie Frag! oder Roborallye wirkt.

Und aus Dänemark kommt Global Cooling von Globaludo Aps. (spricht sich globa-ludo aus, nicht Global Udo). In diesem Spiel ist es das Ziel, die Energieversorgung der Erde mit erneuerbaren und klimaneutralen Energien sicherzustellen.

In Halle 4 fiel unter anderem das Spiel Expedition Sumatra von Igramoon auf, bei dem man in einem veränderlichen Dschungel auf Tierjagd geht.

Grübel-Spiele hatte eine Reihe von Spielmaterial-Sets mit schönen Illustrationen – das interessanteste war mE ein Set mit 40 verschiedenen Musikinstrumenten.

Ein Stichspiel im Stile von Wizards ist das Spiel Zockato vom gleichnamigen Verlag. Man wettet Spielgeld darauf, wie viele Stiche man erhalten wird – was allerdings erschwert wird, weil zum einen die Regeln für das Stichspiel selbst von Runde zu Runde veränderlich sind, und weil man mit Spezialkarten die Planung für die Mitspieler weiter erschweren kann.

Homoludicus hat mit 4 Monkeys ein Spiel, in dem man versucht zu beweisen, dass man der intelligenteste Affe am Spieltisch ist.

Japon Brand zeigte mit Cat and Chocolate ein Spiel, bei dem man versucht, in einem Spukhaus die verschiedensten Gefahren zu meistern – mit Geschichten, die manchmal an Münchhausiaden erinnern. Witchcraft ist dahingegen ein Spiel um Verdächtigungen, bei dem man versucht, unter den Teilnehmern die Hexe aufzuspüren, während man die entsprechenden Verdächtigungen auf einen selbst versucht abzuleiten. Und in Regality vs. Religion: Revolution spielt man ein nettes. kleines Zweipersonenspiel, bei dem Klerus und Adel versuchen, sich Gegenseitig die Herrschaft über das Spielfeld streitig zu machen.

Für morgen habe ich, wie letztes Jahr auch, die drei großen Hallen am Eingang geplant, weil die samstags traditionell kaum noch zu navigieren sind. Das sind dann vor allem die 'Großen‘, aber auch hier gibt es einige interessante Kleinverlage.

Spiel – Tag 0

Pressekonferenz, Vorschau

Wie jedes Jahr, war auch heute wieder am Vortag der Messe-Eröffnung die Pressekonferenz und Eröffnung der Neuheitenshow. Außerdem sehen wir uns dann immer schon die Hallen ein erstes Mal an, auch um evtl. noch Termine zu vereinbaren, um mit Herausgebern zu sprechen.

Die Pressekonferenz brachte wenig überraschendes: wie noch jedes Jahr ist die SPIEL auch dieses Jahr wieder weiter gewachsen: 786 Aussteller aus 32 Nationen sind ein neuer Rekord, und mittlerweise sind beinahe die Hälfte der Aussteller (45 Prozent) aus dem Ausland. Vor allem der asiatische Raum – und hier zur Zeit anscheinend besonders China – stellt den größten Wachstumssektor.

Interessant war auch ein Kommentar von Michael Hopf von der Fachgruppe Spiel, der auf die Frage nach Exportumsätzen zugeben musste, dass es kaum physischen Export gibt, und dass der Transfer von Lizenzen traditionell nicht im Exportgeschäft mitgezählt wird.


Es sollen insgesamt mehr als 650 'neue Spiele' vorgestellt werden, wobei die SPIEL als 'neu' ein Spiel bezeichnet, das seit der letzten SPIEL erschienen ist, also zum Beispiel auch die Neuheiten aus Nürnberg mitzählt.


Die Neuheitenshow ist zwar immer noch sehr interessant, krankt aber seit einigen Jahren unter einer steigenden Neigung der Aussteller, die Spiele dort aufzubauen und anschließend wieder auf ihren Ständen zu arbeiten. Gefühlt 50 Prozent der Stände waren verwaist, so dass auch interessant aussehende Spiele zum Teil wenig Interesse finden konnten.


Ein paar Spiele sind mir aber dennoch sowohl auf der Neuheitenshow als auch in den Hallen aufgefallen, die ich in den nächsten Tagen auf jeden Fall noch näher ansehen will.


So hat Out Of The Box Games – der Verlag, der u.a. John Kovalic gehört – die Konkurrenten zu Ninja vs. Ninja herausgebracht – in Pirate versus Pirate streiten insgesamt drei Piratenmannschaften um Gold, Rum und Ehre.


Über Alkohol gesprochen: Wattsalpoag hat mit Last Call ein 'Spiel für Bartender' – ein schnelles Spiel um Mixgetränke.


Auch die neuen Spiele der Lego-Reihe sehen interessant aus: Hogwarts hat natürlich den Vorteil der literarischen Vorlage, aber auch Shave a Sheep sah sehr interessant aus, und punktet natürlich auch durch die Niedlichkeit.


Bei Kosmos gab es einiges Neue, das interessanteste waren wohl zum einen die Neuauflage der Siedler – und einer Schokoladenmarkt-Erweiterung, die wohl ausschließlich über Ritter Sport erhältlich sein soll -, zum anderen Schwarzer Freitag von Friedemann Friese.


Improvisationstheater ist in manchen Spielen ein Bestandteil, aber nur bei Freeze von Be-Witched das Hauptthema – und alle Teilnehmer nehmen auch in Rollen daran teil…


Die Gebrüder Lamont von Fragor haben eine neue Tierart in ihren Spielen – der Titel Antics! sagft wohl schon genug. Es sah  wieder aus wie ein komplexeres Spiel als das letzte. 


Eine wunderschöne Verpackung hat Captain Jacks Gold von Noris/Goldsieber: eine metallene Schatzkiste, und auch das Material sah sehr schön aus.


Tuonela Games zeigt unter anderem ein Update zu The Club: Unter dem Titel 'DJ Set' soll der Wertungsmechanismus verständlicher werden.


Mehr über diese und andere Spiele ab morgen, wenn die eigentliche Messe ihre Pforten öffnet.



In eigener Sache

e-Mail machr Probleme

Aus irgendeinem Grunde kommen zur Zeit e-mails, die an unsere normale Redaktionsadreese gesendet werden, nicht richtig an.  In den letzten Tagen sind weniger als 50% der Mails, von denen wir wissen, dass sie ankommen mussten, auch tatsächlich eingegangen.
Wir möchten daher bitten, bis auf weiteres e-mails zusätzlich an die Adresse roachware #at# gamebox #punkt# net zu senden. Das Impressum wird ebenfalls dahingehend angepasst.
Wir hoffen, diese Unannehmlichkeit so schnell wie möglich auflösen zu können.

Update 1 (03:10 Uhr): Als hätte jemand bei Gawab nur auf dieses Posting gewartet, sind soeben die vermissten Mails eingetroffen. Wir bitten, dennoch vorläufig beide Adressen zu verwenden, um Fehler zu vermeiden.

April April

Auflösung Aprilscherz

Dieses Jahr ist es ja am 1.4. knüppeldick gekommen. Aber natürlich war die Meldung um ein neues Set für Anno Domini der diesjährige Aprilscherz.

Das heisst natürlich, dass die anderen Meldungen alle echt waren.

Insbesondere die Meldung von der iPhone-App, die zu Mondpreisen verkauft wurde, ist laut dem inzwischen verlinkten Bericht wahr. Auch wenn sie wie ein Aprilscherz klingt.
Ebenso ist es leider Tatsache, dass die Einstellung von Worlds of Cthulhu angekündigt wurde, genauso wie die Pressemitteilung von dtp Entertainment zum Verkauf von Ferdoker Hellem auf der RPC. Da war mein AA wohl etwas zu feinfühlig. Auch gibt es tatsächlich eine Helden 5.0.7, und Andreas hat tatsächlich das Szepter abgegeben. Den Restder  Ankündigung im Helden-Forum (dass das Programm kommerziell werden solle) habe ich weggelassen – inzwischen stellte sich auch heraus, dass mein AprilAlarm hier genau rictig eingestellt war :)



Neues von Pegasus und Ulisses


Es kriselt anscheinend zwischen den beiden.Jedenfalls ist das der Eindruck, der sich auch dem unbedarften Leser aufdrängen dürfte, wenn er den letzten Pegasus Weekly (Nummer 5-7, 3.-23. Februar, ca. 965 KB PDF) ansieht.

Da nicht jeder den Newsletter herunterladen wollen wird, hier der entsprechende Text für den geeigten Leser:

Sehr geehrter Pegasus-Kunde,
leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass sich die
Firma Ulisses Spiele dazu entschieden hat, uns nicht
mehr mit Ihrem Verlagssortiment (u.a. "Das Schwarze
Auge“-Rollenspiel) zu beliefern. Wir weisen an dieser
Stelle darauf hin, dass wir schon die letzten Jahre "Das
Schwarze Auge“ mangels Vertriebsmarge(!) als Service für
Sie als Kunden im Sortiment geführt haben.
Wir möchten festhalten, dass es zwischen Pegasus und
Ulisses KEINEN Vertriebsvertrag o.ä. gab und wir stets
bemüht waren, Ulisses-Produkte gut und zuverlässig zu
liefern UND zu bewerben!
Die "Schwarze Auge“-Taschenbücher von Fantasy Pro-
ductions sowie die Spiele des Spielzeit- und Uhrwerk-
Verlags haben wir nach wie vor im Sortiment und freuen
uns, Ihnen hier unseren gewohnt guten Service bieten
zu dürfen!
Darüber hinaus arbeitet Pegasus Spiele weiterhin aktiv im
Rollenspielbereich und plant für 2010 die Veröffentlichung
des EINSTIEGSROLLENSPIELS "Quest – Zeit der Helden“!
Mit phantastischem Gruß
ihr PEGASUS SPIELE-Team



Besonders interessant ist, dass Spielzeit und Uhrwerk, die ja (mit) von Ulisses-Chef Patric Götz geleitet werden, hier nicht von betroffen sind. Ersterer ist ja ein Krefelder Verlag und Spieleladen, bei Ulisses hingegen ist Markus Plötz mitbeteiligt. Ob die unterschiedliche Politik hierauf zurückzuführen ist, konnte ich noch ncht eruieren, ich bleibe aber am Ball :)

Flamebait

Wie vergrault man seine Fans?

Es gehört mittlerweile zum guten Ton, dass ein Rollenspielverlag ein Forum anbietet, auf dem die Kunden sich über die Produkte unterhalten können. In der Regel gibt es in diesen Foren auch einen sogenannten 'Off Topic‘-Teil, der je nach Forum mehr oder weniger intensiv genutzt wird. Beispiele dafür sind hier bei Nackter Stahl (Frostzone / Arcane Codex), hier im offiiellen Pegasusforum, hier im angeschlossenen Cthulhu-Forum, hier bei Prometheus (Savage Worlds, 1W6, Barbaren, Elyrion, Funky Colts, Ratten …) – sogar im Midgard-Forum findet man einen derartigen Bereich. Die einzige Ausnahme ist das Forum von Feder und Schwert – und in Kürze auch das von Ulisses.

Beinger der schlechten Nachricht war der Forenadmin Ijiro, der gestern, am 18.12., die Nachricht überbrachte, dass 'im Januar' auf eine neue Forenengine umgestiegen werden würde, und im Zuge dieser Maßnahme auch der gesamte Off-Topic-Bereich wegfallen werde. Ziel sei, aus dem Forum ein 'Informationsforum' zu machen.

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