Tag Archiv für Amigo

Kegelpinguine

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Icecool

Der lettische Verlag Brain Games, der uns in den letzten Jahren immer wieder mit schönen neuen Spielideen überrascht hat, hat dieses Jahr endgültig den Vogel abgeschossen: einen flugunfähigen zwar (namentlich einen Pinguin), aber „Icecool“ ist tatsächlich (und meiner Meinung nach auch völlig zurecht) Kinderspiel des Jahres 2017 geworden. Dementsprechend ist es auch wenig verwunderlich, dass in Amigo ein deutscher Vertriebspartner gefunden wurde.

Das Thema ist insofern „eisig“, als dass das Spiel in einer Pinguinschule spielt, und diese natürlich auf Eisflächen errichtet ist. Die Pinguine sind aber alles andere als „brave“ Schüler, sondern vielmehr verfressen, und haben es auf ein paar extra Fische abgesehen.

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Flotter Dreier?

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3 sind eine zuviel

3 sind eine zuvielAls ich das Spiel auspackte und die Spieler die Karten sahen, war die erste Reaktion: "Ist das 6 nimmt?" Die Vermutung mag naheliegend sein – einige Mechanismen ähneln denen des genannten Spiels -, aber 3 sind eine zu viel ist ein ganz eigenständiges Spiel, das nur oberflächlich dem Spiel um die Hornochsen ähnelt.

Auch hier legt man Karten in reihen an, und sortiert diese nach dem Wert, und wenn die Reihe zu lang wird – hier sind es allerdings fünf Karten -, muss / darf man Karten aus der Auslage nehmen. Bei der Endabrechnung heißt es dann aber: 3 sind eine zu viel.

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Perlen und Diamanten

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Die Portale von Molthar

Die Portale von MoltharEine Streitmacht zusammenzustellen, mit der man einen Gegner besiegen kann – ein nicht allzu seltenes Spielthema. Meist ist so ein Spiel zweiteilig – man baut seine Armee auf und muss sich anschließend noch mit dem Gegner auseinandersetzen – ob das jetzt die Mitspieler sind, oder auch das Spiel selber, wie bei Thunderstone. In manchen Spielen hat man auch bereits die Armee, und muss nur noch den Gegner bekämpfen. Seltener sind Spiele, bei denen es nur darum geht, die Streitmacht zusammenzustellen.

Molthar ist ein Fantasy-Reich, in dem seit langer Zeit die Dunkelheit herrscht. Die Spieler sind Helden, die ihre Streitmacht zusammenstellen wollen, mit denen sie diese Dunkelheit besiegen können. Das Spiel endet allerdings bereits, wenn man die Truppe aufgebaut hat – es wird dann davon ausgegangen, dass sie auch stark genug ist.

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Der Schwächste fliegt

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Karma

KarmaEs kann nur einen geben – dieser Satz, der als Deutscher Titel eines Kultfilms geflügelt wurde, beschreibt ganz gut die Grundvoraussetzung von Karma – es kann eben nur einen … Verlierer (!) geben. Alle anderen Spieler sind gemeinsam Gewinner.

Um dies zu tun, muss man zusehen, alle Karten abzuwerfen – was leider dadurch erschwert wird, dass die Mitspieler immer wieder dafür sorgen, dass man neue Karten auf die Hand bekommt. Sogar, wenn man bereits alle Karten losgeworden ist, heißt das nicht, dass man sicher ist…

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Alea irromana

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Römisch Pokern

Römisch PokernDer Ausspruch Alea iacta est wird heutzutage gemeinhin Caesar zugeschrieben – obwohl er, als gebildeter Römer, gar nicht den lateinischen Ausdruck gebraucht hätte, sondern das griechische "ἀνερρίφθω κύβος“ (anerriphto kubos), das so auch von Plutarch und Appian zitiert wird, während Sueton die lateinische Version bevorzugte. Allerdings zeigt Menander, dass der Ausspruch in der griechischen Fassung deutlich älter war, und schon im 3. Jh. v. Chr. belegt ist. Überhaupt ist 'Alea' der Würfelwurf, oder das Würfelspiel, der Würfel selber heißt auf Latein meist tessera.

Gaius Julius hin oder her, das Würfelspiel Römisch Pokern, das bei Amigo erschienen ist, hat mir den "alten Römern“ nicht allzu viel zu tun – einmal abgesehen davon, dass man sich mit den römischen Zahlen auskennen sollte, aber auch das nur in geringem Maße. Immerhin war das Würfel-(Glücks-)Spiel zur Zeit der Republik die meiste Zeit eigentlich verboten, außer zum Fest der Saturnalia.

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Buchstabendreher

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Kerflip

KerflipBuchstaben zu Worte zusammensetzen – dabei schnell sein – beides sind nicht unbedingt neue Mechanismen. Bei diesen Buchstabenspielen kommt es daher vor allem drauf an, durch eine andere, interessante Kombination der Bestandteile ein neues Spielerlebnis zu schaffen.

So versucht auch Kerflip aus dem Hause Amigo durch eine neuartige Struktur zu punkten – aber auch durch ein paar raffinierte Designdetails, die nicht für das Spiel selber, sondern für dsas Aufräumen hinterher nützlich sind.

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Sätze ohne Wörter

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Set³

Set³Wenn zu einem Klassiker eine neue Variante erscheint, kann das gut sein, oder auch schlecht. Manchmal handelt es sich nur um einen Neuaufguss mit geänderten Namen, aber identischem Spielverlauf (ich denke hierbei zum Beispiel an die verschiedenen thematischen Monopolys), manchmal handelt es sich um ein ganz neues Spiel, das außer dem Thema nichts mit dem Ursprungsspiel zu tun hat (Monopoly Millionaire, Monopoly Shuffle).

Besondere Vorsicht ist oftmals geboten bei Spielen die 'den bekannten Klassiker auf eine völlig neue Ebene katapultieren' – oftmals ist dieses Katapult nicht auf- sondern abwärts gerichtet und die neue Ebene liegt Meilen unter der des ursprünglichen Spiels. Oder das Spiel hat wirklich so wenig mit dem angeblichen Vater zu tun, dass man die Spiele kaum noch vergleichen kann. Einen Weg irgendwo dazwischen hat Set mit der Version Set³ (in der Spielregel steht nicht, wie man das ausspricht; von der englischen Bezeichnung ausgehend, schlage ich 'Kubikset' vor) eingeschlagen.

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Anders gerechnet

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PharaoCodePharao Code / Pharaoh Code

Ein und dasselbe Spiel, einmal das (koreanische) Original, einmal die deutsche Lizenzausgabe. Da sollte man doch annehmen, dass die Spiele völlig gleich sind? Aber das sind sie nicht.

Im Korea-Pavillon zeigte voriges Jahr der Verlag Korea Board Games unter anderem ein Rechenspiel mit dem Namen Pharaoh Code. Die deutschen Rechte an diesem Spiel sicherte sich dann Amigo, die die deutsche Version des Spiels herausgebracht haben. Da mir jetzt beide Versionen vorliegen, kann ich sie einmal vergleichen – und feststellen, wo sie anders sind. Dabei muss ich feststellen, dass es sein kann dass Dinge, die auf den ersten Blick überflüssig erscheinen, im Endeffekt doch sinnvoll sein können.

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Neues von Magie und Pegasus

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Eilmeldung

Pegasus hat soeben über Twitter und die eigene Webseite bekannt gegeben, dass der Verlag ab Mitte März die Distribution für Magic:the Gathering in Deutschland und Österreich auf sich nimmt.

Zur Zeit findet man M:tG noch bei Amigo, das wird sich dann wohl bald ändern…


Wer der Szene schon länger folgt, wird sich vielleicht an alte Zeiten zurückerinnern: zu Beginn der Magic-Welle war Pegasus schon einmal Distributor der Karten für Deutschland. Auch die ersten Turniere wurden damals noch unter Federführung von Pegasus veranstaltet.

Damit ist nur acht Monate nach D&D auch das zweite große Zugpferd der Wizards of the Coast im Pegasus-Stall zurecht gekommen. Vor allem für Händler ist das natürlich schön, da so alle WotC-Produkte aus einer Quelle bezogen werden können, statt für verschiedene Produkte verschiedene Lieferanten auschreiben zu müssen. Auch verspricht Pegasus eine schnellere Belieferung der Händler, so dass die Versorgung vorläufig sichergestellt erscheint.

Scharf geschossen

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Privacy – Scharf wie Chili

„Scharf wie Chili“ nennt sich dieses Spiel, das sowohl alleine als auch als Add-On mit dem eigentlichen "Privacy“ spielen läßt – es ist aber definitiv keine jugendfreie Edition, denn die 200 neuen Fragen, um die es dabei geht, sind in den meisten Fällen durchaus unter der Gürtellinie gelagert (und ansonsten sind sie zumindest moralisch/legalitätsbezogen auch eher "kribbelig“). Umso schwieriger und auch pikanter also, seine Mitspieler einzuschätzen. Und die Altersangabe "FSK 16+“ ist durchaus ernstzunehmen.

Worum also geht es? Auf den Karten finden sich Fragen bzw Aussagen, die man eindeutig mit ja oder nein beantworten kann. Dazu gibt es Ja- und Nein-Chips, die man dann verdeckt in die Mitte legt, dann wird geschüttelt, und nachgesehen, wieviele Jas dabei sind… wer vorher dazu – verdeckt, mit Karten – den richtigen Tip abgegeben hat, bekommt die meisten Punkte, wer nur knapp daneben lag auch noch, sonst geht man eben leer aus. Und schon geht es weiter – die Zahl auf der Rückseite der nächsten Karte gibt an, welche der Fragen/Aussagen als nächste drankommt.


Klingt simpel? Ist es eigentlich, aber die Fragen sind… nun, eben schon etwas "scharf“, und wie gut kent man hier seine Mitspieler, bzw wie gut kann man sie einschätzen? Immerhin wird ja anonym "geantwortet“, also weiß man nicht, von wem welche Antwort stammt, bleibt die Frage – mit wem spielt sich das am besten? 

Hätten Sie Skrupel bei Aussagen wie "Ich habe schon mal aus Rache ein Nacktfoto eines Expartners ins Netz gestellt oder jemandem gezeigt“ oder "Ich hatte als Erwachsener schon mal Sex mit jemandem, der noch keine 16 Jahre alt war“ ehrlich zu antworten?

Die "ideale“ Spielgruppe hierfür gibt es sicher nicht, aber etwas größer sollte sie schon sein (8-10 hat sich am interessantesten erwiesen), außerdem in lockerer Stimmung und möglichst nicht zu zugeknöpft (Spießer sind da wohl ziemlich berechenbar,daß es nur so Neins hagelt). Am interessantesten wird’s, wenn sich die Leute entweder schon lange "richtig gut“ kennen, oder so "gar nicht“ – irgendwo "dazwischen“ ist eher etwas ungünstig, und vielleicht sollte man es auch nicht gerade frisch miteinander anbändelnden Pärchen vorsetzen. Wenn man aber die passende Spielermischung zusammenbekommt (ausgewogenes Geschlechterverhältnis ist zwar keine Pflicht, aber einigermaßen wünschenswert), macht es durchaus Spaß, und heizt sicherlich die Stimmung an – definitiv "partygeeignet“.

Was das Material angeht – einfach, aber zweckmäßig; man muß lediglich aufpassen, daß die Antwortchips nicht unter die Räder kommen, sie sind doch recht klein (dafür aber schön stabil), sollten die also im Eifer des Gefechts vom Tisch segeln – naja, nicht direkt danach staubsaugen wäre da empfehlenswert. Insgesamt aber ein preiswerter Zukauf für eine partytaugliche Spielothek.

Hersteller Amigo
Autor Reinhard Staupe
Spieler 5-10
Denken 7
Glück 2
Geschicklichkeit 0
Preis 9,99 €