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Känguru-Buffet

Mahé

MahéZum 10. Todestag von Alex Randolph erschien eine neue Ausgabe eines seiner früheren Spiele, mit neuem Design und Thema, aber dem gleichen Spielmechanismus. Statt Kängurus hüpfen zu lassen oder sich in die heiße Schlacht am kalten Buffet zu stürzen (wer erinnert sich heutzutage auch schon noch an das Chanson des gleichen Namens?) schwimmen jetzt Schildkröten um eine Tropeninsel, auf der Suche nach Eiablagestellen.

Die neue Version von Franjos bietet die Chance, das Spiel auch in Großbritannien besser zu verkaufen: Die englische Regelübersetzung der heißen Schlacht enthielt nämlich einen groben Fehler, durch den das ganze Spiel unspielbar wurde.

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Hauskreislauf

Takamatsu

TakamatsuIn Mönchengladbach ist der Verlag Mücke-Spiele beheimatet, benannt nach dem Geschäftsführer Harald Mücke. Die Spiele des Verlages reichen von Beer-n-Pretzels-Spielen wie das kürzlich von uns besprochene Lunte bis hin zu taktischen Sahnestückchen wie Lignum, das vor kurzem bei der Spieleschmiede finanziert wurde.

Auch Takamatsu gehört zu letzteren Spielen, ein Spiel, das uns ins feudale Japan unter Tokugawa Ieyasu entführt. Um zu entscheiden, wer ein neues Lehen verliehen bekommen soll, veranstaltet der Shogun eine Art Schnitzeljagd im Anwesen, und wer die meisten Punkte gewinnt, soll das Lehen erhalten.

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Fluchaktiv

VuDu’

VuDu'Ob bei den Kelten, den alten Ägyptern oder auch auf Haiti – Flüche sind ein Teil des Lebens. Wer sich plötzlich gezwungen fühlt, zu gackern wie ein Huhn oder ständig auf dem Boden zu sitzen, kann davon ausgehen, dass ihn ein Fluch eines missgünstigen Mitmenschen getroffen hat. Wenigstens kann man sich dann beruhigt zurücklehnen, denn der nächste Fluch trifft jemand anderes – garantiert.

So geht es zu bei VuDu’, einem Spiel von Red Gloive, das in Deutschland vom Nordlandsippe-Spielvertrieb herausgegeben wurde. Eine kleine Schachtel mit comichaftem Titel und dem großen Vermerk “Fun Collection” weist bereits darauf hin, dass das Spiel eher in den Bereich Beer&Pretzels fallen dürfte. Aber hä#lt es auch, was das Cover verspricht?

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Cowboys des Südens

El Gaucho

El GauchoGauchos sind grundsätzlich das Gegenstück zum nordamerikanischen Cowboy, allerdings ist die Herkunft des Begriffs in Südamerika nicht ganz deutlich. Durch die Vermengung verschiedenster Sprachen (Spanisch, Portugiesisch, Ketschua, Araukani, Arabisch…) gibt es eine ganze Reihe möglicher Etymologien für das Wort.

Ihre Rolle für die Viehzucht war aber nahezu identisch: hier wie dort zogen sie durch das Land, heuerten bei Landbesitzern an, fingen und trieben für sie Rinder etc. Genau das tun auch die Gauchos im Brettspiel El Gaucho von Argentum. Die Spieler stellen aber nicht selber Gauchos dar, sondern ihre Herren, die Rancheros. Sie setzen Gauchos ein, um Rinder zu fangen und hiermit möglichst viel Geld zu verdienen. Hierbei gilt, wie so oft: je größer die Herde, desto wertvoller.

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Nicht verloren

First to Fight

First to FightEs gibt Armeen, die haben – zu recht oder auch zu unrecht – einen schlechten Ruf. Während des 2. Weltkrieges gilt dies natürlich vor allem für die französische (deren Panzer bekanntlich Rückspiegel hatten, damit die Fahrer die Front im Auge behalten konnten) oder die italienische (die, nachdem sie sich ausgerechnet bei den Franzosen blutige Nasen geholt hatte, in Griechenland aktiv wurden. Immerhin hatten sie Überzahl, waren motivierter und besser ausgerüstet – aber leider hat das niemand den Griechen erklärt…). Noch wesentlich weniger (aber dadurch wenigstens auch keinen so schlechten) Ruf hat die polnische Armee der gleichen Zeitperiode – sie wird meist ignoriert, gerade als habe Polen zu Beginn des 2. Weltkrieges keine eigene Armee gehabt. Das verwundert nicht, denn nachdem Polen vom Angriff Deutschlands überrascht worden war, wurde das Land überrollt, bevor die Armee sich organisieren konnte.

Allerdings hatten die polnischen Truppen sich nach der Niederlage des Heimatlandes nicht aufgelöst, sondern ab 1941 in Russland an der Verteidigung gegen die Truppen der Achsenmächte beteiligt. Von Russland über den Balkan, Arabien und Afrika bis hin zur Eroberung von Monte Cassino 1944 bewährten die ‘wandernden Soldaten’ sich auf beinahe allen großen Schauplätzen des Krieges. Viele von ihnen konnten auch nach dem Weltkrieg nicht in die Heimat zurückkehren, und mussten bis zur Neuordnung Europas nach dem Fall der Mauer warten, bis sie 1989 dann endlich die Heimat wiedersahen. Den Anteil, den diese polnischen Soldaten am 2. Weltkrieg hatten, veranschaulicht das Spiel First to Fight.

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Keilerei um drei

Auge um Auge

Auge um AugeDer Sphinx-Spieleverlag gehört zu den kleinen Verlagen in Deutschland, und seine Spiele erscheinen in der Regel auch in Klein(st)auflagen. Die logische Konsequenz ist daher, dass seine Spiele nicht den Weg in unsere Redaktion finden – was ich oftmals nur mit einem ‘leider’ quittieren kann.

Eine Ausnahme hat jetzt aber mit Auge um Auge doch den Weg auf unseren Tisch gefunden. Erschienen ist das Spiel auch in einer Kleinauflage von 500 Stück, daher darf man davon ausgehen, dass der Restbestand nicht mehr allzu groß sein kann. Im Sphinx-eigenen Webshop kann man es aber (wie auch im unten verlinkten Webshop der Spiele-Offensive) noch finden – vollständig ist es also noch nicht ausverkauft.

Im Spiel geht es um Banden von Schlägern, die sich gegenseitig eins ‘aufs Auge geben’ wollen. Welche Bande schlägt am effektivsten zu?

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Transhumanistische Kriege

EverZone

EverZoneIn der fernen Zukunft gibt es keine Menschen mehr, sondern nur noch ‘Neumenschen’ (Numans), die sich entwickelt haben, nachdem die Menschheit die Erde unbewohnbar gemacht hatte und gezwungen war, , angesichts eines Angriffes durch Aliens auch das Sonnensystem zu verlassen. Wie um zu beweisen, dass auch diese Numans genauso kurzsichtig denken können wie ihre Vorgänger, bauen diese dann Roboter (“Uthrons”), die sich prompt, durch einen andere galaktischen Intellekt pervertiert, gegen die Menschen wenden – ausgerechnet auf einer Mission, in der diese Uthrons die Aliens, die sich im Sonnensystem ausgebreitet haben (die ‘Slurrs’) bekämpfen sollten. Die selbständig gewordenen Uthrons erobern das Sonnensystem und versklaven die Slurrs – die sich nach etwa 200 Jahren befreien können und nun sowohl mit den Numans als auch den Uthrons abrechnen wollen.

Das Ergebnis ist ein dreiseitiger Krieg, bei dem sich Numans, Slurrs und Uthrons gegenseitig bekämpfen – und das wiederum ist dies Ausgangslage im Spiel Everzone. Herausgeber ist WinterLair, ein italienischer Herausgeber aus Cavazzona (liegt etwa auf halbem Weg zwischen Bologna und Modena).

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Turmbau zu Schachel

SixMaKING

SixMaKINGSo langsam bin ich durch meinen Stapel an Spielen von der letzten SPIEL durch – ein paar habe ich noch, aber ich sehe inzwischen den Boden. Das heißt aber nicht, dass die Spiele, die ich noch in der Pipeline habe, die schlechteren sein müssten – ich wähle die Spiele nicht danach aus, ob sie mir vielversprechend aussehen oder nicht, sondern eher danach, welche Spiele für unsere Leser zum Zeitpunkt der Rezension eher interessant sein dürften – Spiele, die zu bestellen mehrere Wochen dauert (weil sie bspw. aus Fernasien kommen), werde ich nicht in den letzten zwei Wochen vor Weihnachten besprechen, weil Leute, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen, damit eher weniger anfangen können. Ob Spiele gut oder schlecht sind (oder zu sein scheinen), ist weniger ein Auswahlkriterium: es ist für einen Käufer sicher mindestens genauso wichtig, vor einer Zitrone gewarnt zu werden. Wie auf ein Goldstück aufmerksam gemacht zu werden. Deshalb wähle ich unter den aktuell interessanten zufällig aus – was liegt zur Zeit so weit oben im Stapel, dass der mir nicht um die Ohren herum zusammenstürzt, wenn ich das Spiel herausziehe?

Wäre es anders, gibt es einige Verlage, deren Spiele ich sicherlich vorziehen würde, weil sie mich bis jetzt noch immer angenehm überrascht haben – und das, obwohl ich bereits gutes von ihnen erwarte. Einer dieser Verlage wäre in einem solchen Fall mind fitness games aus Rumänien. Der Verlag ist – passend zum Namen – spezialisiert auf einfache Denkspiele, die es in sich haben – Muskelkater im Hirn ist vorprogrammiert. Das gilt auch für SixMaKING, das ursprünglich 2013 erschienen ist, zu dem aber voriges Jahr zur Spiel eine neue, erweiterte Version herauskam, die uns für diese Rezension vorlag.

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Wachstum durch die Zeit

Imperialism: Road to Domination

ImperialismSpiele, die die Entwicklung eines Landes oder auch mehrerer Länder thematisieren, beschränken sich meist entweder auf wenige Jahre (wie beispielsweise Wir sind dass Volk! oder auch Romolo o Remo? – Link führt jeweils zu unserer Rezension) oder aber über viele Jahrhunderte, wie bei der Brief History of the World. In letzterem Fall vertritt allerdings jeder Spieler in jeder Runde eine andere Nation.

Einen Zwischenweg geht Imperialism: Road to Domination von G3 aus Polen. Jeder Spieler vertritt eine ‘Großmacht’, der Zeitraum des Spiels geht vom 15. bis zum 19. Jahrhundert. Das ganze findet allerdings recht abstrakt statt, auch aggressive Länder werden keine Armeemarker auf einer Landkarte hin- und herschieben.

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Kornmauer-Pascherei

Cornish Smugglers

Penzance in Cornwall ist den meisten wahrscheinlich eher bekannt als Piratennest – das Musical Pirates of Penzance von Gilbert und Sullivan dürfte da einen nicht unwesentlichen Anteil beigetragen haben. Wenigstens ist man nicht gezwungen, das Brettspiel Conrnish Smuggler nur einmal alle vier Jahre – am 29. Februar – zu spielen.

Erschienen ist das Spiel bei Grublin Games bereits 2013, nachdem es erfolgreich über Kickstarter finanziert wurde. Wir haben unser Rezensionsexemplar allerdings erst voriges Jahr auf der SPIEL erhalten, und kamen jetzt dazu, es zu testen.

(Anm.: Eigentlich sollte diese Rezension bereits Montag on-line gehen, aber unsere Internet-Verbindung war down, und wir haben erste seit gestern Abend wieder eine zuverlässige Verbindung. Ich werde aber versuchen, trotzdem diese Woche drei Rezensionen on-line zu bekommen.)

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