Tag Archiv für Bericht

SPIEL Tag 4 und Resumée

Letzte Runde mit Ricola und Wodka gegen Stimmverlust…


…gegen Verspätungen hilft das allerdings nicht. Nun, den Schlafmangel habe ich mittlerweie ausgleichen können…

So. Es ist uns gelungen – ab Samstag dann auch zu zweit, da Roach dann auch vor Ort sein konnte – möglichst viele Anbieter und Neuheiten auszukundschaften, uns Material zu organisieren, neue Verlage kennenzulernen… ich bin mir sicher, es sind einige außen vor geblieben, sei es, weil die Verantwortlichen einfach nicht am Stand waren, oder auch, weil der ein oder andere Stand wirklich ziemlich versteckt war. Und das, obwohl der Messe-Guide einen recht guten Eindruck machte. Am schwierigsten sind oft „Kombi-Stände“, also keine Pavillons verschiedener Länder, sondern solche, die sich mehrere kleine Verlage aus ökonomischen Gründen teilen. Und wenn die sich dann untereinander nicht mal kennen, kann das kompliziert werden…

Insgesamt war die Messe wieder ein Rekordbrecher, das war schon vorher klar und hat sich einmal wieder bestätigt. Die neuen Hallen sind positiv aufgenommen worden, die Aufteilung in Gänge und Stände war gut gelungen und man hatte den Eindruck, etwas besser voran zu kommen als in vergangenen Jahren. Als Presse aber erst um 9:30 in die Lounge zu können und erst 9:45 in die Halle – das ist, diplomatisch ausgedrückt, sehr ungünstig. Die SPIEL ist kurz genug, und wir sind froh genug, so manchen Verlag mal „außerhalb“ zu erwischen, bei zivilerer Lautstärke… das ist so kaum noch möglich, und es sollte sich nächstes Jahr wieder ändern, es ging doch bisher auch gut. (Und eine Anmerkung an die Deutsche Bahn… da hat man einmal ein Jahr, in dem nicht die Lokführer streiken, in dem auch nicht ein Stellwerk in Mülheim abgebrannt ist, und dann… sperren die ausgerechnet zur Messe die Strecke zwischen Duisburg und Essen komplett… wirklich, wer immer sich das ausgedacht hat, hat offenbar keine Ahnung vom Verkehrsaufkommen während der Messe, und vor allem der durch so einen Mist nötigen Umwege… das war eine Sch… Idee!!!).

Übergreifende Mottos der Messe, ja gabs die denn überhaupt? Weit weniger deutlich als manche Themen der Vergangenheit, würde ich sagen, es sei denn, das Thema „Diebe“ zählt (es gab tatsächlich einige Spiele in dem es ums Stehlen geht – aber ob die dann auch reale Diebe besonders angelockt haben?). Ansonsten vielleicht noch „Kolonisation“, und eben, wie an Tag 0 erwähnt, Spiele, wo die Spieler eben eher die „Bösen“ spielen. Die Messeverpflegung war sinnvoll gelagert – größtenteils in der Galeria, sowie in einem extra dafür abgeteilten Hallenteil, und die Preise hielten sich für eine Messe sogar in Grenzen – da sollte sich manch andere Messe vielleicht mal ein Beispiel daran nehmen (allerdings gilt das nicht für Getränke… da waren die Preise rundweg unverschämt). Erfreulich waren da eher die interessanten Neuankömmlinge, zB aus Indonesien, die einen guten ersten Auftritt hingelegt haben, wie auch der ein oder andere neue Kleinverlag, der die Messe als gutes Präsentationsmedium genutzt hat.

Summa summarum mal wieder „typisch Essen“ – wir haben viel zu testen, ich habe einige Mails zu schreiben, und vor allem bin ich auch froh, heute die Füße hochzulegen. Bleibt die Spannung, wie weit der Umbau der vorderen drei Hallen nächstes Jahr sein wird, und ob wir da eher anderswo starten als dieses mal. In diesem Sinne, frohes Spielen!

Spiel am Stock

Persönliche Nachbetrachtung zur SPIEL

Jetzt liegt sie also hinter uns, die SPIEL 2018. Wie auch schon letztes Jahr habe ich nur einen Teil der Zeit nutzen können, um auf der SPIEL anwesend zu sein. Um genau zu sein: ich war am Samstag ab etwa 11:00 Uhr und am Sonntag dann ab etwa 10:00 Uhr vor Ort und habe zumindest besucht, was in der kurzen Zeit zu besuchen war.

Hierbei habe ich dann meine jeweilige Begleitperson mehr belastet als voriges Jahr – voriges Jahr hatte ich mir ja vom Messeservice einen Rollstuhl ausgeliehen, und in einigen Hallen hatte ich das Glück, meiner Begleitperson für kurze Zeit frei geben zu können, weil viele Stände so dicht beieinanderstanden, dass ich die Abstände selbst bewältigen konnte. Dieses Jahr hingegen humpelte ich an meiner formschönen Krücke durch den Tag, und da ich immer noch auf der linken Seite so gut wie nichts tun kann, war ich dann genötigt, meine Begleitperson als "Lastesel" anzustellen. Ich muss den beiden (an jedem Tag jemand anders) allerdings ein hohes Lob aussprechen: Klagen habe ich zumindest keine gehört.
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SPIEL Tag 3

Abgestürzter Mond, spanische Rollenspiele und neue Hired Guns

Drei Viertel der Messe habe ich hinter mir, noch merke ich meine Füße, und mitgebracht habe ich heute… einiges an Durcheinander, aus diversen Herkunftsländern. Da fallen auch… na, sagen wir mal „Genussmittel“ drunter, denn in Halle 6 kann man zB exotische Biere (BrauArt, 6 L113) oder auch leckere Metvarianten (Der Metmann, 6 K113) probieren (Empfehlung des Tages – Ragnarok – Met mit Macadamianuss).

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Messe Tag 0

Alte Bekannte, neue Zahlen, Das Böse regiert und wieder alles Scheisse

Wer uns schon länger verfolgt und die SPIEL kennt, weiß, was sich dort immer am Mittwoch vor der Publikumseröffnung abspielt. Zunächst gibt es eine Pressekonferenz, in der vor allem interessante Zahlen zu Sprache kommen (so zum Beispiel die mittlerweile 80.000m² Ausstellungsfläche der SPIEL, das diesjährige Umsatzplus von bisher schon beachtlichen 16%, und einige weitere Rekorde), und ein paar besonders bemerkenswerte oder trendtypische Spiele angesprochen werden. Und dann geht’s zur Neuheitenschau, die zum Glück seit sie in der 1A stattfindet nicht mehr in allgemeinem Gedränge ausartet.
Trends dieses Jahr? Nun, Legacy-Spiele sind nach wie vor offenbar beliebt, mittlerweile sogar bis hin zum „Unique Game“ – schade, sowas lässt sich nicht mal wirklich rezensieren, höchstens was Materialqualität angeht. Dann scheint es eine gewisse Tendenz zu Spielszenarien zu geben, wo die Spieler eher die traditionell „Bösen“ spielen und sich irgendwie verteidigen müssen… und tatsächlich wieder Scheisse, zumindest wenn es nach Mattell oder Pegasus geht.
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Rolli-Spiel

Die SPIEL aus der Kakerlaken- und Rollstuhl-Perspektive

Ich hatte ja versprochen, meinen persönlichen Rückblick auf die SPIEL noch zu veröffentlichen. Da ich zu der Zeit eigentlich noch in der Reha war –, und ich das Glück hatte, immerhin einen Tag Therapiepause angeboten zu bekommen –, konnte ich dieses Jahr nur freitags, samstags und sonntags die Messe unsicher machen.

Interessant fand ich vor allem einige Reaktionen, die sich auf mein verändertes Aussehen (verglichen mit 2015) bezogen. Einige Leute mussten anscheinend mehrfach hinsehen, bis sie mich erkannten. Ein Herausgeber und Geschäftsführer eines Rollenspielverlages blickte mich sogar verständnislos an und meinte: „kennen wir uns?“ Erst als ich mich mit Namen zu erkennen gab, konnte er mich – wenn auch mit einiger Mühe – erkennen. Einige Leute meinten sogar, sie hätten mich eher an meiner Kleidung (Weste, Brille, Baseballkappe mit Roachware-Schriftzug) erkannt und weniger am Gesicht… Durch den Gewichtsverlust von über 100 Kilo ist anscheinend auch mein Gesicht um einiges schmaler geworden.

Auch war ich dank der Spätfolgen meines Schlaganfalls auf der Spiel im Rollstuhl unterwegs – und hatte hierdurch einige interessante Erlebnisse.

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Alles wieder eingesammelt

SPIEL 2017 Tag 4 – und Fazit

So. Alle wieder zuhause (hoffentlich – den Bahnlautsprechern nach gab es zumindest in Richtung Norden und Osten so einige stürmische Probleme), alles verstaut und ausgeschlafen – deshalb kommt dieser Kommentar auch nicht zum Frühstück, sondern eben jetzt. Langsam merke ich meine Füße wieder als etwas anderes als Schmerz, und meine Stimme kommt auch zurück – gestern Abend war die eher auf Reibeisenkurs…

Der Sonntag war gefühlt deutlich voller als die letzten Jahre, offenbar hatten es recht viele Schnäppchenjäger auf die dann oft reduzierten Restbestände insbesondere internationaler Anbieter abgesehen. Dementsprechend gab es kurz vor Feierabend doch noch eine Reihe Ausverkäufe – die Verlage freut es sicher.

Auch für uns ist der Sonntag im Prinzip der „Tag des Einsammelns“ – zum Beispiel von Demo-Spielen. Gerade kleinere Verlage, die sich eher schwer damit tun, uns ein Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung zu stellen, können diese Möglichkeit nutzen. Solange das Spiel komplett ist, nehme ich auch gerne ein schon genutztes Exemplar, es hat sogar damit schon einen Test absolviert, nämlich den der Materialhaltbarkeit, kaum etwas strapaziert das Material mehr als eine komplette SPIEL.

Noch ein paar besondere „Fundstücke“ vom letzten Tag: „World Control“ ist ein recht satirisches (und vielleicht erschreckend realistisches?) Brettspiel um eben das – die Weltherrschaft. Kommentar des österreichischen Autors: „Die Idee hatte ich schon länger, und die Welt ähnelt dem immer mehr – da dachte ich es wäre mal an der Zeit…“

Den „Kampf gegen das Spießertum“ sagt der Schweizer Verlag Kampfhummel an – in einem sicherlich nicht sonderlich politisch-korrektem Spiel finden sich eine Menge Karten, Das Spielprinzip erinnert an Cards against Humanity oder BAM!, und viele Texte sind vor allem aktuell.

Dragon Legion / Smirking Dragon präsentieren mit „Gefährliche Geheimnisse“ ein Einsteiger-Rollenspielszenario mit einer „Automatikspielleitung“ in Form von Ereigniskarten vor einem Szenario, das die Reformation thematisiert (in einer fiktionalen, aber an die Realität angelehnten Welt).

Insgesamt war diese SPIEL mal wieder ein Rekord in so ziemlich jeder Hinsicht – sie bricht jedes Jahr wieder ihre eigenen Rekorde, das hat schon Tradition. Positiv ist aufgefallen, dass die „Freßbuden“ größtenteils abseits der Stände, meist an Knotenpunkten der Hallen aufgestellt waren – dadurch standen deren Warteschlangen nicht, wie sonst oft, im Weg herum. Auch waren die meisten Gänge gefühlt etwas breiter als zuvor, zumindest schien es weniger Engstellen zu geben.

Was noch etwas verbesserungswürdig wäre, ist die „thematische“ Anordnung der Stände. Der SPIEL-Besucher ist nun einmal kein Supermarktunde, sondern sucht meist eher gezielt, und ist irgendwann doch etwas genervt, an einer Reihe für ihn „uninteressanter“ Stände vorbei zum gesuchten Produkt zu kommen. Stellenweise klappt das doch – wieso nicht insgesamt? Es würde auch zu weniger „Querverkehr“ und Imwegstehern führen…

Ein Kompliment auch noch mal an die Essener Verkehrsbetriebe – die Sondertaktung der U-11 und die Ansagen des Personals an den Bahnsteigen waren sehr gut organisiert. Da die SPIEL jedes Jahr weiter wächst war das auch nötig – weiter so!

Und dann noch in eigener Sache ein „weiter so“ an unsere Lieblingskakerlake. Einige haben ihn ja auf der SPIEL gesehen – Roach geht es schon deutlich besser. Diesmal war er zwar größtenteils noch mit Rollstuhl unterwegs, aber er kann schon wieder – langsam und vorsichtig – gehen. Hoffen wir einfach, dass die Genesung weiter so gut verläuft.

In diesem Sinne… nun geht es ans Testen… unseren Lesern an dieser Stelle ein schönes Sammain, Halloween oder meinetwegen auch Reformationstag – meine Kürbislaterne steht schon auf der Fensterbank.

Gedränge, Zoll und Ausverkäufe

SPIEL 2017 – Tag 3


Wie üblich war der Samstag einmal wieder der vollste Tag – und das fiel auch trotz der etwas besseren Aufteilung auf, die zwar mehr Raum ließ, aber da der deutsche Zoll ja mit von der Partie war, und manche Anbieter erst jetzt ihre Ware bekamen (immerhin – manche werden sie während der Messe gar nicht mehr bekommen), und diese dann natürlich irgendwie an den Stand musste… es wurde stellenweise doch sehr „kuschlig“.

Auf der anderen Seite werden die Ausverkäufe natürlich auch schon mehr – für internationale Verlage aufgrund der Transportkosten natürlich wünschenswert, für die Spieler, die vielleicht nur knapp zu spät kommen, natürlich etwas frustrierend. So beispielsweise der Fall beim russischen Verlag Hobby World (1-E-151) – von drei Neuheiten nur noch eins am Stand, und davon noch ganze drei Exemplare… aber Demospiele gibts natürlich noch.

So manche interessante Neuheit entdeckt man übrigens mehr zufällig aufgrund der thematisch doch etwas chaotischen Mischung. So fand ich ganz am Rand der Halle 6 (6-E-103) Heropath von Unique-Games aus Israel. Die Prototypen sahen sehr vielversprechend aus, und der Kickstarter geht im Anschluss an die Messe los – mit Goodies, die man sich als Messebesucher sichern kann. Das Spiel ist eine Kombination aus Fantasyspiel mit Charakterentwicklung und Eurogame, und kann mit sehr schöner Grafik und Material aufwarten.

Metal Mania von Petard Troll aus Frankreich (6-I-118) begegnete mir im wahrsten Sinne des Wortes – auf dem Freigelände, wo der zugehörige Metalhead gerade eine Rauchpause machte. Hier geht es darum, eine Metalband zusammenzustellen und zu managen.

Bei Dream Catchers von Play Nation (2-C-106) aus Singapur geht es um träumende Kinder – die Spieler versuchen, Alpträume von diesen fernzuhalten. Ein kooperatives Spiel mit sehr schöner Grafik und einem niedlichen Thema.

Ebenfalls um Träume geht es bei Somnicum von Gaga Games aus Russland (1-C-147). Hier ist der Sandmann verschwunden, und die Spieler versuchen, Träume zu rekonstruieren – was einfacher klingt als es sich wohl nachher darstellt.

Taiwan Boardgame Design (7-D-108) ist ein Zusammenschluss vieler Taiwanesischer Verlage mit sehr unterschiedlichen Spielen. Aus diesen sind mir besonders Emperor S4 Technology mit mehreren Kartenspielen wie auch The Wood Games (ebenfalls Karten) aufgefallen.

Capstone (7-H-103) ist ein Verlag aus Hong Kong, bei dem es unter anderem mit Hida-Furukawa ein Kartenspiel gibt, bei dem man versucht, in einer Stadt der Edo-Zeit die richtigen Geschäfte zu errichten, um der erfolgreichste Händler zu sein.

Bei Tar’Aram (Spieltrieb, 2-C-128) geht es um ein archäologisches Wettrennen von Forscherteams im alten Ägypten – es darf getrickst werden, und Rücksicht ist hier definitiv fehl am Platze. Es müssen Hindernisse in Form von Skarabäen beseitigt werden – die dürfen dann ja gerne jemand anderem im Weg stehen…

Bei Carthago (Game’s Up, 1-F-133) geht es um Schiffe und deren Fracht im gleichnamigen Hafen – ein Spiel für Opportunisten, die aus der aktuellen Situation jeweils das beste für sich herausholen wollen.

Bei Cover Me von Jumping Turtle aus Belgien (6-H-108) repräsentieren die Spieler Modelagenturen, die versuchen, das richtige Model auf Magazincover zu bekommen – es geht darum, genau das anbieten zu können, was gerade gefragt ist.

So… und in diesem Sinne auch heute wieder einen guten Appetit zum Frühstück von meiner Seite aus, es wartet der letzte Messetag… sie ist immer viel zu schnell vorbei. Ich werde auf jeden Fall noch einiges einsammeln müssen, und ob man wirklich „alles“ mitbekommt… wir versuchen ja unser möglichstes. In diesem Sinne, auch heute wieder viel Spaß in Essen!

Crowdfunding wohin man sieht

SPIEL 2017 – Tag 2

Crowdfunding, Kickstarter, alles keine unbekannten Begriffe im Spielesektor. Mittlerweile sogar eher Standard – sogar bei einigen der wirklich „Großen“ der Branche, bei kleineren, neuen Verlagen sowieso. Und dementsprechend oft sieht man auf der SPIEL Präsentationstische mit recht weit gediehenen Prototypen, deren Kickstarter gerade läuft oder bald startet. Nutzt diese Gelegenheit, euch die Projekte live anzuschauen, besser geht es für den potentiellen Kunden nicht… so zum Beispiel „Gamebags“, beidseitig verwendbare Spiele im Beutel mit Halbedelsteinen als Material (erinnert einen irgendwie an die großen Geschwister der Hiku-Spiele), die noch gefunded werden müssen… (Elements of Games, 8-B-103).
Schon erreicht hat sein Ziel Tsukuyumi von King Racoon Games (6-C-122) – noch läuft allerdings der Kickstarter, und man kann am Prototypen schon viel erkennen und ausprobieren (und wer wollte noch nicht mal mit einem abgestürzten Mond spielen – ein Strategiespiel ohne Würfel, das Spielprinzip ist erfrischend innovativ).

Ebenfalls noch gefunded werden soll ein kooperatives Spiel, wo es um Kinder geht, die sich nicht in Monster verwandeln wollen – recht mysteriöses, grusliges Thema, schöne Miniaturen und eine Magnettechnik wecken hier das Interesse – das ganze bei AlterEgo Games aus Italien. Unter dem Label CosplaYou vertreibt der Verlag bereits realisierte Spiele – zB Sushi War, ein Spiel, bei dem man mit Eßstäbchen Würfel dreht oder auch gegen die Spielwürfel der Gegner wirft.

Kleiner Wermutstropfen für die Fans von Of Dreams and Shadows: Die Erweiterung hängt beim Zoll fest und wird während der SPIEL nicht mehr in Essen ankommen… dafür liegt bei Greenbrier eine Liste aus, damit Interessierte sofort Bezugsquellen erfahren. Außerdem gibt es am Stand (2-D-144) mit Folklore ein gothic-angehauchtes Miniaturenspiel mit Rollenspielelementen – sich weiterentwickelnde Charaktere in verschiedenen Szenarien werden durch schön detaillierte Figuren dargestellt.

Bei Mantikore (6-C-124) Gibt es eine Abenteuerkampagne für Game of Thrones, wie auch neue Spielbücher, unter anderem den vierten und letzten Band der überarbeiteten Sorcery! Reihe. Eine weitere – langerwartete – Neuauflage aus dem Rollenspielsektor ist die 3. Auflage von Arcane Codex (Nackter Stahl, 6-I-116) – 480 Seiten Hardcover sehen nicht nur gut aus, sie haben auch gehörig Inhalt.

Mit Hypnose beschäftigt sich das gleichnamige Spiel von Okus (6-D-109) aus Belgien. Der Designer ist professioneller Hypnotiseuer, aber keine Sorge – es wird dabei nicht wirklich hypnotisiert (am Stand aber schon, wenn ihr wollt).

Ein wirklich buntes Potpurri an Neuheiten gibt es bei Breaking Games (7-D-102) – unter anderem mit „Fake News“ sicherlich ein paar „Antworten“ der amüsanten Sorte, wie sie Mr Trump wohl weniger gerne hören würde…

Festival ist ein Brettspiel, in dem es um ein solches geht, und die Spieler verschiedene Aktionsaufgaben wie Pantomimen, Beschreibungen usw erfüllen müssen, um den begehrten Backstagepass zu erhalten – zu finden in Halle 8 (8-B-125).

Und einen wirklich „anderen“ Humor bietet „Don’t drop the Soap“ – der Name sollte erklären, was man tunlichst nicht tun sollte, denn die Mitspieler in diesem kleinen Kartenspiel sitzen im Knast… also jubelt die Seife lieber den anderen unter. Probespielen möglich bei Lemuria (2-B-104) aus Dänemark.

Wo werde ich mich heute so herumtreiben? Unter anderem in asiatischen Gefilden, da habe ich heute den ein oder anderen Termin (und interessante Spiele gesehen), Aber auch ansonsten „mal schauen“. Die Messe ist dieses Jahr innerhalb der verschiedenen Spiele schon ein wenig chaotischer als die letzte, aber Spaß macht es trotzdem (über ein paar neue Füße wäre ich allerdings schon jetzt dankbar).

In diesem Sinne angenehmes Frühstück, und – vielleicht sehen wir uns auf der Messe!

Buntes Durcheinander

Spiel 2017 – Tag 1

Donnerstag ist bei der SPIEL normalerweise der Tag der „Exotenjäger“, die vor allem an (meist ausländischen) Neuheiten interessiert sind, die nur in geringer Stückzahl vorrätig sind – dementsprechend ist dann an entsprechenden Ständen auch der Andrang. Allerdings war – vom Türöffnen abgesehen – das allgemeine Gedränge und Geschiebe gefühlt etwas weniger extrem als letztes Jahr, obwohl die Besucherzahl nicht geringer ist. Liegt es vielleicht an der Aufteilung? Positiv ist aufgefallen, dass vor allem die „Freßbuden“ an einigen Stellen konzentriert stehen, nämlich meist an den Hallenübergängen, was dazu führt, dass deren Warteschlangen nicht allen anderen im Weg sind. Auch sind die Preise hier für Messeverhältnisse einigermaßen zivil – für 5 € kann man ganz unterschiedliche Essen bekommen. Dessertempfehlung: Dänisches Softeis, am Rand der Halle 2.

Die sonstige Aufteilung ist teils „traditionell“, aber auch teils überraschend; es gibt wieder Länder-Pavillons, zumindest von einigen Ländern, aber manche Verlage leisten sich mittlerweile eigene Stände, wenngleich diese auch ein wenig geographisch geordnet sind. Manche „alte Bekannte“ findet man aber an ungewohnten Stellen – wieso? Nun, weil der angestammte Platz einfach schon weg war (und zB Halle 1 gefühlt „Halle Asmodee“ ist). Die meisten „Großen“ finden sich nach wie vor in Halle 3, viele neue, vor allem internationale Verlage in der 7 und der angrenzenden 8, die 2 ist ein sehr bunter Cocktail. Hier ein paar Eindrücke vom Donnerstag:

Bei Zacatrus (7-D-118) aus Spanien gibt es – neben Popcorn – Spoilers, ein Spiel um eine ganze Menge B-Movies. Quasi „nebenan“ bei Game Brewer aus Belgien (7-F-114) gibt es unter anderem eine sehr fordernde Pixie Queen – und Chimären, die sich als Arbeiter platzieren lassen.

Freod Games (7-C-119) ist ein Verlag aus Australien, dessen Markenzeichen runde Karten sind – die Spielethemen und -mechaniken sind sehr unterschiedlich. Die Spiele wissen vor allem mit sehr schöner Artwork zu überzeugen.

Bei Mogel (7-J-111) versuchen Ritter von mehr oder weniger trauriger Gestalt, sich eine möglichst taugliche Rüstung zusammenzusuchen – wer das nicht schafft, geht unter Umständen in Unterhosen zum Turnier.

YAY Games (7-F-123) aus Großbritannien hat dieses Jahr zwei endgültige Versionen von Ominoes am Stand – letztes Jahr gab es da nur den Prototypen zu bestaunen. Das Endprodukt kann sich sehen lassen.

Der kroatische Verlag Exevio (7-M-110) bringt mit „Drinkagon“ ein Spiel, das das Trinkspiel mit Strategie koppelt – also kein Wettwürfeln oder -kreiseln wie bei vielen anderen Spielen dieses partylastigen Genres.

Drei Hasen in der Abendsonne (3-G-101) präsentieren eine Neuheit, die ein wenig an Stille Post extrem erinnert – aber mit weit verrückteren Motiven. Das ganze nennt sich „Mutabo“ – der Lateiner versteht „ich werde verwandeln“.

Bei Adlung (3-E-115) gibt es zwei neue Zoos für Manymals (Helenabrunn und Stuttgart), sowie mit „112 Brandgefährlich“ ein recht „feuriges“ Spiel.

Viel Andrang gab es erwartungsgemäß bei „Clans of Caledonia“ von Karma Games (2-F-107) – genug, dass der Tagesvorrat alsbald vergriffen war. Zum Glück kommen heute und Samstag noch weitere Spiele, der Anbieter hatte nicht alle gleichzeitig am Stand. Wie lange diese allerdings reichen ist fraglich – wer sich eigene Schotten organisieren will, sollte sich beeilen.

Für heute ist ein musikalischer Programmpunkt angekündigt: Shadows of Esteren in Concert, ab 16 Uhr im Saal Europa. Ein Ticket kostet 10 €.

So… euch erst einmal wieder ein angenehmes Frühstück… ich mache mich bald wieder auf den Weg… was steht heute an… voraussichtlich hauptsächlich „die 6“, und – ich bin nicht mehr so alleine… unsere beliebte Kakerlake mischt wieder mit, wenn auch noch nicht mit voller Kraft, aber immerhin.
In diesem Sinne – Viel Spaß auf der Messe, vielleicht sehen wir uns!

SPIEL ’17 Tag 0 – Vorglühen, und weitergeführte Trends

Messerundgang am Pressetag

Man merkt dass wieder Oktober ist – Die Stadt Essen wird einmal wieder überlaufen, und wie wir auf der Pressekonferenz erfahren haben, wird die U-Bahn-Frequenz noch einmal verdoppelt, da wieder mit größerem Besucherandrang zu rechnen sei, wie die Messe letztes Jahr eindrucksvoll bewiesen hatte…

Wie – Messe? Na was denn… die SPIEL natürlich. gut 1100 Anbieter aus 51 Ländern präsentieren in den Hallen 1-8 dieses Jahr wieder eine Menge Neuheiten, wie gewohnt ist es wieder mal mehr geworden. Exoten? Aber sicher – zum ersten Mal ist Saudi-Arabien vertreten, aber auch mit Jordanien und dem Iran finden sich Verlage aus dem mittleren Osten, die wir bisher noch nicht kannten. Natürlich gibt es aber auch wieder jede Menge „alter Bekannter“, wenn auch teilweise mit neuem Logo (das von Asmodee hat sich dann doch sehr gewandelt).

Tradition hat – gerade bei den internationalen Gästen – auch wieder das „alles Preordered“ Phänomen. Grund dafür sind natürlich die teilweise wirklich horrenden Transportkosten; so sind zumindest bei drei Neuheiten bei Japon Brand (Sakura Hunt, Shinobi Just und Perfect Hotel) nur die vorbestellten Exemplare abzuholen – die anderen Neuheiten sind noch erhältlich, aber bei Stückzahlen von 30-100 empfiehlt es sich, schon heute dort vorbeizuschauen (7-D-100).

Wer letztes Jahr das Pech hatte, zu spät nach „Of Dreams and Shadows“ zu suchen – am Stand von Greenbrier (2-D-144) gibt es „Nachschub“, sowohl in Form von weiteren Exemplaren, als auch einer Expansion, und auch neuen Spielen. Neuheiten, die per aktuellem Crowdfunding gepusht werden können, findet man zB bei Dragon Dawn (2-F-131) – das Dungeon-Schwergewicht Perdition’s Mouth soll der Nachfrage wegen eine zweite Auflage bekommen, dafür gibt es zusätzlich die Erweiterung und einen siebten Charakter, die Kickstarter-Kampagne läuft seit Samstag.
Seit gestern läuft die Kampagne für Wattsalpoags (7-G-106) Neuheit Echidna – der Prototyp liegt zum Probespielen vor. Auch bei He does not throw dice (7-J-122) gibt es den Prototyp am Stand zum Ausprobieren (quod erat disputandum) – der Kickstarter beginnt heute.

Ansonsten setzen sich die Trends aus dem letzten Jahr sehr deutlich fort – die Escape Rooms boomen noch immer, werden noch erweitert (Noris bietet zum Beispiel eine VR-Variante mit Brillenpack für ein Smartphone – so erlebt man den Escape Room in 360 Grad). Die Piraten/Wikinger Thematik ist auch noch intensiver geworden, und – wer dachte das Thema Stoffwechselendprodukte sei schnell wieder verschwunden (womöglich im Klo?), wird feststellen, dass es sogar mehr geworden ist – diverse Spiele rund um kleine und größere „Geschäfte“ sind tatsächlich vermehrt in den Neuheiten zu finden. Da das auch irgendwo herkommen muss, ist es wohl wenig verwunderlich, auch eine ganze Reihe Neuheiten Mit dem Thema „Food“ zu finden – zum Beispiel die Sushi-Go-Party Version bei Zoch, oder Fold-It bei Goliath.

Krimi Total bietet diesmal keinen Mord, sondern einen märchenhaften Diebstahl an – ein Krimi-Spiel für 6 Kinder in märchenhaftem Ambiente. Bei Steffen-Spiele gibt es gleich vier Neuheiten, die allesamt in einer kleinen, handlichen Schachtel daherkommen und wie gewohnt hochwertiges Holz-Spielmaterial beinhalten, und aus einer eigentlich einfachen Idee ein anspruchsvolles Spiel machen.

Der neue Preis „innoSPIEL“ für das innovativste Konzept geht 2017 an „Magic Maze“, im deutschen Vertrieb bei Pegasus. In diesem kooperativen, schnellen Spiel auf Zeit ist wortloses einander Verstehen unter den Mitspielern essentiell, und Konzentration – da jeder nur ganz bestimmte Funktionen für alle Spielfiguren vornehmen kann und muss. Hier ist entsprechendes Timing und Konzentration gefragt.

In diesem Sinne – angenehmes Frühstück, und angenehmen Messestart… ich werde mich heute… ja wo treibe ich mich heute rum? Abgesehen von zwei Terminen visiere ich heute hauptsächlich die Hallen 2 und 7 an, mal sehen ob das auch so kommt.