Tag Archiv für Besprechung

Lügerüben

Bad Beets

Dass Kinder bestimmte Dinge nicht essen mögen, ist nicht sonderlich ungewöhnlich meist trifft diese Abscheu auf Gemüse bestimmter Arten – oftmals ausgerechnet Gemüsesorten, die, zu Recht oder nicht, als besonders gesund gelten. Typische Vertreter hierfür sind Spinat (dessen angeblicher hoher Eisengehalt sich ja inzwischen als Ergebnis eines Schreibfehlers erwiesen hat), Brokkoli und Rote Bete – zumindest, wenn man Kinder in den USA fragt. Mir selbst ist eine derartige Aversion gegenüber den roten Rüben hierzulande weniger bekannt; ich muss jedoch zugeben, dass die gekochten roten Rüben, wie man sie in den Niederlanden erhält, meinetwegen gerne in diesem Land bleiben dürfen; in anderen Formen (als Salat, sauer eingelegt usw.) habe ich dieses Gemüse immer schon gemocht.

Diese Tatsache wiederum überraschte die Hersteller des Spiels Bad Beets, als ich sie auf der Spiel 2015 traf. In den vereinigten Staaten scheint es beinahe ein sportlicher Wettstreit für Kinder zu sein, die ihnen aufgetischt roten Rüben anderen zuzuschustern oder gar dem Familienhund damit zu füttern. Jedenfalls ist es das, was die Spieler in diesem Spiel versuchen – möglichst schnell ihre Rüben loszuwerden, wobei es noch mit die langsamste Methode ist, wenn man sie selber isst.

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Bachelor sucht…

Billionaire Banshee

Billionaire BansheeUnser modernes Fernehen strotzt ja geradezu von „Realität“. Ob Polizei, Rettungsdienste, Gerichte, Restaurants in Schwierigkeiten… Nur wenige Zuschauer interessiert, dass „geskriptete“ Realität im Endeffekt genauso fiktiv ist wie beispielsweise der Mentalist oder die Simpsons. Ob Landwirte Ehepartner suchen, Übergewichtige mit Gewalt abnehmen wollen, Individuen mit solchen konfrontiert werden, deren Persönlichkeit ihnen diametral gegenübergestellt ist – das Fernsehpublikum sitzt wie gebannt vor dem Bildschirm und saugt alles auf.

In den USA haben auch sogenannten Dating-Shows immer noch ein gutes Publikum. Es ist also kein Wunder, dass sie auch als Thema für Rollenspiele (ein Gratis-Rollenspiel findet man beispielsweise hier) oder auch in „klassischeren“ spielen am Spieltisch herhalten müssen. In der Regel sind solche Spiele dann auch satirisch bis ironisch. So wie Billionaire Banshee aus dem Hause Game Yay Fun!, das mit Hilfe von Ad Magic und Kickstarter finanziert wurde – und zu dem es auch eine Erweiterung auf Englisch gibt.

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Muh-Mau

Muh-Mau

Kuhno

KuhnoVielen Spielern sind Kühe heutzutage nur noch aus dem Fernsehen bekannt. Hand aufs Herz: wer von uns weiß heutzutage noch, wie eine Kuh sich hinlegt oder aufsteht? Denn ja, auch wenn sie nur eine halbe Stunde am Tag schläft, legt sich die durchschnittliche Kuh 16-mal am Tag hin und steht auch wieder auf.

Um Kühe geht es auch beim Spiel Kuhno von Zoch. Im Kreis um einen Kuhfladen herum sind vier Positionen vorgegeben, an denen sich die Kühe positionieren können, wobei sie einige Regeln zu beachten haben

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Aliens spielen Bridge

PaiMiAhhh

PaiMiAhhhNach einer SPIEL spielen wir in der Redaktion gerne "heiteres Länderraten"; d.h., wir sehen uns die Spiele an, ignorieren bewusst die Herstellerangaben und versuchen zu erraten, aus welchem Land ein bestimmtes Spiel stammt. Bei diesem Spiel – dessen Titel auf keine bestimmte Sprache hinweist – tippten wir auf Korea (obwohl uns die Schriftzeichen nicht gerade als koreanisch vorkamen). Für chinesisch wollten wir das Spiel eigentlich nicht halten, mussten dann aber feststellen, dass der Herausgeber HomoSapiensLab als Taiwanese wohl doch unter chinesisch fällt.

Es ist ein Kartenspiel, auf dem mehr oder weniger quadratische Gesichter in verschiedenen Farben die Kartenwerte darstellen. Die Illustrationen wirken auf den unvoreingenommenen Betrachter eben tendenziell koreanisch-japanisch, was unseren Irrtum wohl erläutern dürfte. Schon beim ersten Überfliegen der Spielregel (ohne den Text zu betrachten, nur aus den Illustrationen) weckte PaiMiAhhh den Eindruck eine Bridge-Variante zu sein.

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Etwas andere Endzeit

No Return Corebook

„Mal wieder Endzeit?“ war der erste Gedanke den ich hatte, als mich in Herne jemand ansprach und auf den Stand von No Return deutete. Endzeitsettings gibt es ja eine ganze Reihe, von vielen davon bin ich eher wenig begeistert (es gibt Ausnahmen, was bei mir vor allem dann der Fall ist, wenn man sich nicht wie in irgendeinem Zombiefilm vorkommt).

Nun also die Frage – ist dieses hier das sich No Return nennt eine solche Ausnahme? Der freundliche Mensch mit Mütze, der mir dieses Corebook in die Hand drückte, sagte, dass dem so sei, und ein erster Überblick überraschte auch eher positiv, also habe ich mich getreu unserem Motto „if it’s a game, we’re game“ drauf eingelassen, und – das hat sich gelohnt.

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Pantheon-Splitter

Splittermond – Die Götter

Hier liegt mir nun ein Band vor, auf den ich schon sehr gespannt war, und der auf der letzten SPIEL dann endlich da war – wer auch einen Priestercharakter durch Lorakis führt, wird es sicherlich nachempfinden können. Zwar waren solche Charaktere schon von Beginn an spielbar, aber über ihren Hintergrund – insbesondere eben über die Götter, in deren Auftrag sie ja unterwegs sind – war nicht allzu viel veröffentlicht worden.

Inwieweit hat sich das nun mit diesem Band gebessert? Deutlich, würde ich sagen, wenn auch in bekannter Splittermond-Manier nicht total in Stein gemeißelt. Wie auch schon in anderen Publikationen wird auch hier dem Spieler wie auch dem Spielleiter eine ganze Menge Freiraum gelassen – etwas, was Splittermond-Spieler erfahrungsgemäß eher schätzen.

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Diablo vu?

Im Feuer der Dämonen

Ein Spielbuch zu rezensieren ohne dabei allzu viel über den Inhalt zu verraten, denn den soll der Leser ja entdecken – normalerweise ganz schön schwierig, in diesem konkreten Fall fällt es mir aber etwas leichter.

Im Feuer der Dämonen ist der zweite Band der Reihe „Destiny Quest“ – das Abenteuer setzt sich aus mehreren Quests zusammen, die jede für sich einen eigenen Subplot bieten, deren Reienfolge zwar nicht völlig frei wählbar, aber in einem bestimmten Rahmen schon variabel ist. Schon an dieser Aufmachung erkennt man, welches Genre hier Pate gestanden hat, oder sogar konkret, welche Serie – wer Blizzards „Diablo“-Spiele kennt, wird manches Déja vu haben, was dem Spiel aber keinen Abbruch tun muss.

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Akteure

Ultima Ratio – Protagonisten

Eher selten erscheint etwas Neues für das System ULTIMA RATIO – Im Schatten von Mutter. Mir liegt hier ein Band mit Erweiterungsregeln vor. Unter dem Titel "Protagonisten" erhält man hier ein 64 Seiten starkes Heft mit Klammerheftung, das sich vor allem an den Spieler wendet.

Für den geneigten Spieler bieten sich hier vor allem weitere Optionen, den eigenen Charakter auszugestalten. Das Heft kommt in der von den anderen Heften hier bekannten Aufmachung daher, mit einem relativ düster wirkenden Titelblatt, und nutzt auch ein ähnliches Layout, sogar die Dreiecke, mit denen die Würfel angedeutet werden – die bei diesem System ja alle vierseitig sind – haben sich nicht verändert.

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Ganz scharf nachdenken

Sherlock

Frankreich ist als Spieleproduzent ähnlich umtriebig – gerechnet an der Größe des jeweiligen Landes – wie Deutschland, Japan, Finnland und Korea. Bemerkenswert ist vielleicht eher, dass Frankreich in der Regel absieht von Spielmaterial aus Plastik (was besonders Korea auszeichnet), und dass den Spielen oftmals Spielregeln in vielen Sprachen beilegen, was sogar in Deutschland nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Nun hat Frankreich sicher auch eigene Quellen, aus denen man Spielhintergründe schöpfen kann, für das Spiel Sherlock allerdings wird auf den klassischen "beratenden Detektiv" Sherlock Holmes zurückgegriffen, der aus Großbritannien stammt. Dabei ist es nicht einmal so, dass Frankreich keine eigenen literarischen Detektive hätte: eine klassische Figur war ja Arsène Lupin, der in seinem Romanen häufiger Kriminalfälle lösen musste, statt seinem Normalberuf – dem des Gentleman-Einbrechers – zu folgen. Zu der Geschichte, die hinter der Aufgabe in diesem Spiel steht, hätte jedoch ein anderer Kriminalbeamter noch besser gepasst: Maigret. In diesem Spiel geht es nämlich darum, durch Befragen verschiedener Zeugen einen Täter zu finden.

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Ganz scharf nachdenken

Sherlock

Frankreich ist als Spieleproduzent ähnlich umtriebig – gerechnet an der Größe des jeweiligen Landes – wie Deutschland, Japan, Finnland und Korea. Bemerkenswert ist vielleicht eher, dass Frankreich in der Regel absieht von Spielmaterial aus Plastik (was besonders Korea auszeichnet), und dass den Spielen oftmals Spielregeln in vielen Sprachen beilegen, was sogar in Deutschland nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Nun hat Frankreich sicher auch eigene Quellen, aus denen man Spielhintergründe schöpfen kann, für das Spiel Sherlock allerdings wird auf den klassischen "beratenden Detektiv" Sherlock Holmes zurückgegriffen, der aus Großbritannien stammt. Dabei ist es nicht einmal so, dass Frankreich keine eigenen literarischen Detektive hätte: eine klassische Figur war ja Arsène Lupin, der in seinem Romanen häufiger Kriminalfälle lösen musste, statt seinem Normalberuf – dem des Gentleman-Einbrechers – zu folgen. Zu der Geschichte, die hinter der Aufgabe in diesem Spiel steht, hätte jedoch ein anderer Kriminalbeamter noch besser gepasst: Maigret. In diesem Spiel geht es nämlich darum, durch befragen verschiedener Zeugen einen Täter zu finden.

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