Tag Archiv für Besprechung

Aleas iactare

JakHigJackal & High

Zoch ist ein Verlag, der bekannt ist für Spiele, die wie Kinderspiele aussehen, die aber auch Erwachsenen viel Spaß bereiten können. Weniger bekannt ist, dass der Verlag auch richtige Familienspiele herstellt, wie zum Beispiel das an dieser Stelle bereits besprochene Mille Grazie. Irgendwo zwischen diesen beiden Optionen liegt Jackal & High, das sich von der Verpackung her in diesem Bereich nicht festlegt, obwohl das Motiv gut zum Spiel passt.

Auf der Schachtel (Format: ca. 13 cm×13 cm×4 cm) sieht man zwei … naja, es sollen Schakale sein, auch wenn sie mich in der Farbgebung eher an Koyoten erinnern – gerade der vordere hat eine typische Fellzeichnung für einen nordamerikanischen Koyoten. Der eine der beiden hat eine Karte in der Pfote, der andere drei Würfel, die dem unbedarften (und unwissenden) zufälligen Betrachter verformt vorkommen. Wer genauer hinsieht, stellt fest, dass auf den dreieckigen (!) Seiten wohl auch die Zahl 7 zu sehen ist, was den Schluss zulässt: es handelt sich hierbei um achtseitige Würfel. Heutzutage auch bei Nicht-Rollenspielern nicht mehr absolut unbekannt, aber dennoch selten.
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Animalis Rotare

bimbammBim Bamm!

Drei Hasen in der Abendsonne ist ein neuer Verlag, dessen Spiel Sonne und Mond ich bereits vor einiger Zeit besprochen habe. Allerdings erschien neben diesem Spiel noch ein zweites, mit dem lautmalerischen Titel Bim Bamm!. Der Titel lässt eher vermuten, dass man ein reines Kinderspiel vor sich hat – was allerdings nur teilweise stimmt.

Auch das Aussehen und Format der Schachtel scheinen diese Vermutung zu unterstreichen: Die Schachtel hat mit etwa 13 cm×13 cm×4 cm ziemlich genau dieselbe Größe wie beispielsweise Jackal & High von Zoch (Rezension dieses Spiels in den nächsten Tagen).

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Seehelden

AC2Achtung Cthulhu! Heroes of the Sea

Vor einiger Zeit habe ich ja aus der Achtung-Cthulhu!-Kampagne im 2. Weltkrieg das Abenteuer um die drei Könige des Tschechischen Widerstands besprochen. Inzwischen gibt es – bereits seit einiger Zeit – das zweite Abenteuer der Serie mit dem Titel Heroes of the Sea. Wie auch das erste, kann man das Abenteuer auch bei Drivethrough erwerben – was in diesem Fall mein Glück war.

Der Datenträger, auf dem ich die Dateien für dieses Abenteuer hatte, ist nämlich vor einiger Zeit ‘verstorben’ (eine externe Festplatte, die auf den Boden fällt, macht so etwas manchmal…). Als ich jetzt letztens bei Drivethrough meine Bibliothek durchsah, stellte ich fest, “He, das habe ich ja auch noch, das müsste ich aber dringend ‘mal rezensieren”. Getestet hatte ich es wenigstens schon…

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Gentes Iaponiæ

ShinobiShinobi – War of Clans

Japan, Zeit der Clankriege. Die Situation ist verworren, man weiß nicht, wessen Loyalitäten bei welchem Clan liegen. Dennoch versuchen die Clans, ihre Streitmächte auszubauen, um die macht in Japan zu übernehmen. Es war eine Zeit, die wie geschaffen scheint für das eine oder andere Brettspiel, aber es gibt nur wenige. Das alte Shogun / Samurai Swords / Ikusa dürfte dem einen oder anderen noch bekannt sein, aber das ist eine große Ausnahme.

Um so überraschender, dass ausgerechnet aus Russland ein Spiel kommt, das die Wirren der Sengoku-Periode, wie diese Zeit in Japan heißt, thematisiert. Man versucht, die Armeen des eigenen Clans zu vergrößern und die der anderen Clans klein zu halten. Leider aber versuchen die anderen Spieler dasselbe – und von denen favorisiert jeder einen anderen Clan.

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Calipha Quintus

alrashidAl-Rashid

Harun al-Rashid (oder auch ar-Rashid) war der 5. Kalif der Abbasiden und ist in der westlichen Welt vor allem bekannt als der Kalif, der in vielen der Geschichten von Tausendundeiner Nacht erwähnt wird. Historisch ist er auch und vor allem unter Muslimen umstritten, da seine Taten teilweise doch arg brutal waren und auch sein Lebenswandel nicht immer zu Jubelstürmen Anlass gab. So ließ er seinen Bruder ermorden, um selber auf den Thron zu gelangen oder auch Anatolien verwüsten. Neben seiner Tätigkeit als Kriegsherr ist er aber auch bekannt für die weitreichenden Handelsbeziehungen seines Reiches, die bis nach Franken, Indien und China reichten.

Der italienische Verlag Yemaia ist noch recht klein: Er hat erst zwei Spiele produziert. Eines davon heißt wie der Herrscher Al-Rashid, auch wenn man selber den Herrscher nicht spielt. Stattdessen spielt man eine Familie, die versucht, die Gunst des Herrschers zu erlangen.

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Hände hoch

bonbanDer Banküberfall

Wer als Neuling eine Einführung ins Rollenspiel haben möchte (zum Beispiel, weil man schon viel davon gehört hat, aber niemanden kennt, der es regelmäßig macht), kann versuchen, auf Rollenspielcons eine anfängergeeignete Runde zu finden. Viele dieser Runden werden von Supportern der verschiedenen Verlage angeboten – der Schreiber dieser Zeilen beispielsweise bietet genau das (Einsteigerrunden) für das System Cthulhu an, aber auch für andere Systeme sind immer wieder Einsteigerrungen zu finden. Man kann fast sicher sein, anfängergeeignete Runden von Supportern für Systeme wie Shadowrun, Das schwarze Auge, Midgard und Savage Weorlds zu finden, aber auch eine Reihe anderer Systeme wird immer wieder angeboten.

Ein Anfängerabenteuer muss aber zwei Dinge bieten: zum einen ein einfacher Einstieg in das System, zum anderen ein Abenteuer, das die Möglichkeiten möglichst gleichmäßig beleuchtet, ohne die Spieler mit mengen an Sonderregeln zu verschrecken. Und für Spielleiter, die so etwas leiten wollen, ohne Supporter zu sein, wird dies noch einmal schwieriger: Supporter haben meist aus früheren Runden entsprechende Erfahrung, worauf es zu achten gilt. Für hoffnungsvolle Spielleiter von Einsteigerrunden bietet der Mantikore-Verlag daher mit Der Banküberfall ein Einsteigermodul mit einem eigenen Regelset an, das genau für solche Gelegenheiten entworfen ist. Als ‘Mikro-Modul #1′ scheint angedeutret zu sein, dass noch weitere Module folgen sollen – aber was und in welcher Form, dazu hat der Verlag sich noch nicht geäußert.

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Fünf gewinnt

ZombieZombie! Run for Your Lives!

Zombies sind ein recht beliebtes Thema für Spiele, nicht nur bei Twilight Creations. Und wie in den Filmen ist es schwer. Ihnen zu entkommen – sie sind zwar langsam, aber eben auch sehr ausdauernd. Im Film ist es oftmals nur einer, der entkommt, und ‘es wird nur einen geben’ ist auch das Motto des Spiels Zombie! Run for Your Lives! vom Verlag Rightgames, der auch bekannt ist unter dem Namen Russian Boardgames.

Die Spieleschachtel hat mit 18,5 cm × 16,5 cm × 4 cm und als Schuber ausgelegt ein etwas ungewöhnliches Format – man ist geneigt, an alte Computerspiel-Kartons aus der Zeit von Historyline: 1914-1918 oder Amberstar zu denken. Aber die Schachtel enthält ein reines Kartenspiel.

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Auctio in mercatu

CentralMarketCentral Market

In den letzten Wochen war es hier ja ein wenig ruhiger. Der Grund hierfür ist einfach: Ich bin inzwischen durch die Rezensionsexemplare, die bei mir lagen, beinahe komplett durch – nur ein, zwei Spiele, die demnächst auf Deutsch erscheinen sollen, liegen noch ‘auf Halde’, damit die deutsche Version getestet (und verglichen) werden kann. Am Wochenende habe ich bei meinem Mit-Redakteur dann einige Spiele mitgenommen, so dass jetzt wieder ein paar Tage lang Rezensionen kommen können – dank sei meinen Spieletestern.

Ich fange einmal mit einem kleinen Spiel von einem Verlag an, von dem ich seit der SPIEL bereits drei Spiele rezensiert habe. Hier werden Marktwaren versteigert – aber nicht in der Form, dass die Käufer sich gegenseitig hochbieten, sondern dass die Verkäufer sich gegenseitig zu unterbieten versuchen. Dies ist keine sog. Holländische Auktion (wie sie auf dem Blumenmarkt in Straelen üblich ist), sondern der niedrigstbietende Verkäufer erhält den Zuschlag.

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Außerordentliche eierlegende Wollmilchsau mit Dampfantrieb

WolsungWolsung

Rollenspiele kommen ja mittlerweile aus immer mehr Ländern… die Zeiten, wo so etwas einfach aus den USA zu kommen hatte, sind lange vorbei, und neben deutschen Eigenproduktionen haben mittlerweile auch Systeme aus Großbritannien, Frankreich, Japan, Australien, weiß der Geier woher die deutsche Spieleszene erreicht… und nun reiht sich auch Polen in den Reigen ein. Moment mal, Polen? Vermutlich hatten viele unser östliches Nachbarland nicht wirklich auf der Rechnung wenn es darum geht, woher neue Spielsysteme kommen. Aber mit Wolsung haben die Autoren schon ein ziemliches Ding herausgebracht, über 500 Seiten in einem eher ungewohnten, aber dafür sehr angenehm zu lesenden Format, effektiv ein Trade Paperback (stabiler als viele Softcover, dafür nicht so unhandlich wie ein Hardcover).

Das Material fühlt sich auch an wie ein stabiles Taschenbuch, und der Schnitt hat Indizes ähnlich einem Telefonbuch, so daß man die Hauptkapitel einfacher finden kann – insgesamt eine sehr durchdachte, pragmatische Aufmachung. Und das pragmatische zieht sich auch weiter durch das ganze Werk – man merkt, daß die Autoren wert auf ein flüssiges, atmosphärisches Spiel legen, und auch die Regeln, wenn sie auch erst kompliziert aussehen, eigentlich für einen recht schnellen Spielfluß sorgen, und das ganze auch recht cinematisch gestalten.

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Ansatzstücke

harkunaLegenden von Harkuna

Das Reich des Krieges

Soloabenteuer bzw. ‘Fantasy-Spielbücher’ waren Ende der 80er Jahre ein großer Geschäftszweig, inzwischen sind sie aber nahezu ausgestorben. Nur der Mantikore-Verlag legt zur Zeit noch regelmäßig und in größeren Mengen – sowohl, was die Auflage als auch, was die Anzahl verschiedener Produkte angeht – derartige Bücher auf.

Neben der Serie um den Einsamen Wolf und der Abenteuer Geschichte erscheinen hier auch Bücher aus der Serie Legenden von Harkuns. Auch dies ist eine größere Serie, aus der mir der erste Band, Das Reich des Krieges vorlag. Auf ca. 370 Seiten und in 680 Abschnitten entsteht hier ein Bild eines kleinen Teils der Welt Harkuna.

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