Tag Archiv für Brettspiel

…etwas mehr auf dem Kerbholz gefällig…?

Mea Culpa
Dass sich 2017 die Reformation zum 500. Mal jährt, ist auch diversen Spieleverlagen aufgefallen – dementsprechend gab es das ein oder andere Spiel zum Thema „Luther“, oder zumindest drumherum – so auch dieses hier:

Der Zoch-Verlag nimmt die Mißstände der damaligen Zeit, die Martin Luther damals anprangerte, ganz bewußt satirisch-sarkastisch aufs Korn. Bei Mea Culpa geht es darum, die eigene Seele vor der Hölle zu retten – und das geht nun mal nur durch Ablaßbriefe, wie der brave Christenmensch ja weiß. Da es aber gar nicht so einfach (und schon gar nicht billig) ist, an diese zu gelangen, reicht es vielleicht ja auch, einfach weniger zu sündigen als all die anderen Sünder…?

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Conroller

Seit meinem Schlaganfall merke ich verstärkt, wie wichtig Barrierefreiheit im täglichen Leben sein kann. Bei weitem nicht jedes Gebäude – in Deutschland nicht einmal jedes öffentliche Gebäude – ist für den Nutzer eines Rollstuhls oder eines Rollators (oder auch einer Zimmer Frame) gut zugänglich.

Leider gilt diese Beschränkung auch bei Cons. Bei manchen Cons muss man mehrere Treppen steigen, um die Spieltische zu erreichen, was für einen schwerbehinderten Spieler leicht einmal ein großes Problem darstellen kann. Dass diese Spieler dann erst gar nicht das Risiko eingehen wollen, später vor Treppenhäusern das Handtuch werfen zu müssen und unverrichteter Dinge wieder heimfahren zu müssen, kann man sich vielleicht vorstellen.

Leider ist mir bislang keine Informationsquelle bekannt, auf der man nachschlagen kann, wie es mit der Behindertenfreundlichkeit der verschiedenen Cons aussieht. Deshalb gibt es ab dem heutigen Tag ein Conwiki, das über die Menüzeile oben in diesem Block erreicht werden kann.

Zur Zeit enthält das Wiki noch ein paar wenige rudimentäre Angaben zu ein paar Cons, auf denen ich bereits häufiger war (als ich noch beweglich war), aber da mein Wunsch ist, diese Informationen für den gesamten deutschsprachigen Raum zusammen zu tragen, darf natürlich jedermann die Conliste erweitern und die Angaben bei den Einzelcons ergänzen.

Weitergehende Angaben zu den Cons, wie beispielsweise Eintrittspreise, können natürlich selbstverständlich auch hinzugefügt werden. Wer einen Kon hinzufügt wird aber gebeten, Angaben zur Barrierefreiheit mit anzugeben.

Jung, pleite, verzweifelt

Jung, pleite, verzweifelt

Barracuda

Nein, es geht nicht um das Reality-TV-Programm, auch wenn das Spielthema die Mitspieler als Barbesitzer in diese Situation bringt. Und ein Rosin, der den Spielern aus der Patsche hilft, ist auch nicht zu finden.

Eine Reihe Bars, die vom Namen her an Mittelmeer-Gefilde erinnern,sind für die Spieler zu pachten. Jeder hätte gerne fünf Anteile an Bars, aber die kosten teuer Pacht – und wer nicht mehr zahlen kann, geht pleite und scheidet aus dem Spiel aus. Wir mit seinem Geld am besten haushalten kann, hat die besten Chancen zu gewinnen. Das Spiel stammt aus dem Verlag Drei Hasen in der Abendsonne und erweckt auch mit seinem äußeren eben jenen Urlaubsflair, den ich soeben angesprochen habe..

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Kraterkraxelei

Haus der Sonne

Haus der Sonne ist die Übersetzung des Namens des Vulkans Haleakala aus dem Hawaiianischen. Und um eben diesen Vulkan geht es in diesem hübschen Zweipersonenspiel aus dem Hause Feuerland – die beiden Spieler übernehmen die Rollen von Schamanen, die Statuen möglichst hoch auf dem Hang des Vulkans aufstellen wollen, ohne dass diese von der Lava erwischt werden.

Wie wir es von Feuerland schon gewohnt sind, weiß das Spiel mit sehr ansprechender Artwork und schönem Material zu überzeugen. Das sicherlich etwas ausgefallene Thema wird dementsprechend recht anschaulich umgesetzt – ein Blick in die rechteckige Schachtel (nennen wir das jetzt Feuerland-Format?) zeigt, dass diese recht gut gefüllt ist:

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Zwei sind immer noch zu viel

Dungeon Busters

Korea hat eine ungewöhnlich aktive Brettspielszene; sogenannte „paper iyagi“-Cafes, in denen man Brettspiele testen und ausleihen kann, existieren bereits seit Anfang des Jahrtausends.

Die koreanischen Verlage haben auch meist einen großen gemeinsamen Stand auf der Spiel, wo sie für internationalen Vertrieb auch Kontakt mit anderen Verlagen aufnehmen. So hat Mayday Games mit Dive Dice kooperiert und dieses Spiel auf Englisch produziert

in einer sehr kleinen quadratische Schachtel finden wir neben einer englischen Spielregel

  • 35 Kampfkarten (je sieben in fünf Farben)
  • 15 Gegnerkarten
  • eine Schatzkarte
  • 45 Edelsteinmarker (je 15 in drei Farben)
  • ein Startspielermarker

Finanziert wurde das Ganze vor etwa einem Jahr über Kickstarter.

Die Edelsteine stecken in einem Stanzbrett, aus dem sie sich allerdings leicht herauslösen lassen. Die Gegnerkarten zeigen neben einem Monster ein oder zwei Schatzkisten mit Edelsteinen. Außerdem zeigen sie die Kampfkraft des jeweiligen Gegners an. Unterteilt sind sie in drei Gruppen zu je fünf Karten, mit steigender Kampfkraft.

Die Kampfkarten tragen Werte von 1-7 und zeigen jeweils ein Heldenbild in koreanischen Manhwastil. Sie passen hervorragend zum Thema.

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler die Kampfkarten einer Farbe bzw. weniger, wenn weniger als fünf Spieler mitspielen. Hier gibt es in der Spielanleitung einen kleinen Druckfehler. Die Gegnerkarten werden gemischt und aus jeder Fünfergruppe wird eine Karte zufällig entfernt – verdeckt. Der Startspieler (<a href=“http://www.roachware.org/2011/12/langeweiler/“>Startspieler-Witz</a>: der mutigste Spieler) übernimmt die Rolle des Anführers und deckt das oberste Monster – aus der schwächsten Klasse – auf.

Jetzt wählt jeder Spieler geheim eine seiner Kampfkarten und legt diese vor sich ab. Laut Spielregel sind unverbindliche Absprachen möglich – hierbei darf natürlich auch gelogen werden.

Auf Kommando des Anführers hin werden dann die Kampfkarten aufgedeckt. Wenn zwei Spieler oder mehr Karten mit dem gleichen Kampfwert aufgedeckt haben, nehmen Sie nicht am Kampf teil. Die Kampfwerte der übrigen Spieler werden addiert und mit der Kampfkraft des Monsters verglichen. Jetzt können zwei Situationen entstehen:
1) die Kampfkraft der Gruppe ist niedriger als die des Monsters. In diesem Fall muss der Spieler, der die niedrigste Kampfkraft gelegt hatte, aus seinen gesammelten Schätzen das größte Farbset (Satz gleichfarbiger Edelsteine) auf die Beutekarte spielen. Wenn mehrere Spieler die gleiche niedrigste Karte gespielt haben – und daher nicht am Kampf teilgenommen haben –, müssen auch sie jeweils ihren größten Satz abgeben.
2) wenn die Kampfkraft der Gruppe größer ist als die des Monsters, gilt es als besiegt. Die beiden Spieler mit den niedrigsten gewerteten (!) Karten erhalten beginnend mit der niedrigsten Karte aus dem Vorrat Schätze wie auf der Monsterkarte angegeben. Außerdem werden jetzt die Beuteschätze an die Spieler mit gewerteten Karten verteilt, immer ein Edelstein nach Wahlspielers reihum nach aufsteigendem Wert der gewerteten Karte.

Gespielte Kampfkarten bleiben offen liegen, so das man eine gewisse Übersicht hat, was die Mitspieler noch so anstellen können die Monsterkarte eines besiegten Monsters erhält der Spieler, der hier die stärkste gewertete Karte gespielt hat. Ein siegreiches Monster darf sich in die Spielschachtel zurückziehen.

Wenn die vier Gegnerkarten der 1./2. Stufe bekämpft sind, erhalten die Spieler jeweils ihre Kampfkarten zurück. Das Spiel endet, wenn die zwölfte und letzte Gegner Karte abgehandelt ist.

Punkte gibt es für gesammelte Edelsteine. Wer den größten Satz gleichfarbiger Edelsteine besitzt – dies wird nach Farbe getrennt abgerechnet –, erhält drei Punkte. Für jeden Satz dreier verschiedener Edelsteine gibt es noch einmal drei Punkte. Schließlich gibt es einen Punkt für jeden Edelstein.

Wie zu erwarten, gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten. Bei Gleichstand werden die besiegten Gegnerkarten gezählt und es gewinnt der Spieler, der die meisten besitzt.

Eine interessante Variante wäre es, keine Absprachen durchzuführen. Hierbei muss man aber damit rechnen, dass viele Gegnerkarten nicht besiegt werden.

Eine Partie ist schnell beendet, meist dauerte sie nicht länger als eine Viertelstunde. Allerdings muss vor Spielern mit Analyseparalyse gewarnt werden. Diese könne das Spiel erheblich in die Länge ziehen.

Oft entstehen durch verlorene Kämpfe große Beutestapel, um die dann gestritten wird. Da aber niemand bei der Beuteverteilung dann leer ausgehen will, werden sich die Spieler in diesem Fall überraschend gut an die Absprachen halten.

Durch die kurze Spielzeit rechnet das spielt sich ideal als Lückenfüller, Aufwärmspiel, oder auch als Absacker. Im Webshop von Mayday Games ist das Spiel für ca. 10 Dollar erhältlich.In Deutschland ist es allerdings deutlich teurer.

Hersteller Mayday Games in Lizenz von Dive Dice
Autor Tomohiro Enoki
Künstler Osamu Inoue, Yasuhito Kimura, Tori Hasegawa
Spieler -3-5
Denken 7
Glück 5
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 10 US-$

Dungeon Busters bei Amazon.

Eisige Wirbelstürme

Race to the North Pole
Race to the North Pole
Finnland. Uns mittlerweile wohl bekannt als Quelle interessanter Spiele, die gerne mal ein wenig „anders“ sind. Auch dafür bekannt, dass es dort sehr kalt ist, dass die Finnen ein lustiges, trinkfestes Völkchen sind, viel Zeit mit Spielen verbringen… und auch einen liebenswert-schrägen Humor haben.

Das alles zusammengenommen sind wohl die Gründe für die Erfindung von „Race to the North Pole“. Der ist zwar von Finnland nicht allzu weit weg, aber trotzdem ist er – zumindest in diesem Spiel – eher schwierig zu erreichen, vor allem weil es dort oben recht oft stürmt – und so ganz nebenbei noch diverse Konkurrenten genau dasselbe vorhaben, namentlich den Nordpol zu erreichen, und Konkurrenz belebt zwar vielleicht das Geschäft, aber vermasselt einem sicherlich gerne die Tour… Na, schauen wir mal in die (bunt bedruckte und lustig gestaltete) quadratische Schachtel, was uns denn da so eisiges erwartet…

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Ich würfel mir die Welt…

Roll for the Galaxyroll-for-the-galaxy
…wie sie mir gefällt – oder vielmehr das Weltall, so könnte man einigermaßen die Spielidee von „Roll for the Galaxy“ zusammenfassen. Moment mal – Weltall? Da gab es doch schon „Race for the Galaxy“…? Ja, richtig, lieber Leser, auch dieses Spiel gibt es nun als „Würfelvariante“, wie es ja im Moment ein wenig in Mode gekommen ist.

Da „Würfelspiele“ ja oft ein wenig glückslastiger sind als andere, ging ich zunächst erst einmal recht skeptisch an die Sache heran – allzu viel Glück im Spiel gefällt mir eigentlich nicht sonderlich, aber da wurde ich angenehm überrascht – ich nehme soviel mal vorneweg, dass mir in diesem Fall die Würfelvariante sogar deutlich besser gefällt als das ursprüngliche Spiel – denn der Zufalls-/Glücksfaktor ist zwar da, aber relativ überschau- und sogar kontrollierbar. Und damit steigt dann natürlich der Taktikfaktor. Aber schauen wir doch erst mal, was wir überhaupt an Material in der quadratischen Schachtel finden – das ist nämlich eine ganze Menge, und „Luft“ wird hier nicht wirklich verpackt:

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Naruto war gestern

Ninja Arena – Erstverkaufstag

Erstverkaufstag

Was bringt jemanden dazu, ein Spiel zu entwerfen, und dann auch noch auf den Markt zu bringen? Nun, sicherlich eine Idee, und unter Umständen einfach die Tatsache, dass es noch nichts vergleichbares gibt, und man so etwas gerne hätte. Und wenn man dann ein wenig herumprobiert, kommt eben etwas dabei heraus, was auch andere begeistert.

Ninja Arena

So ähnlich ist auch Ninja Arena entstanden – 2mt ist eigentlich in der Computerbranche tätig, aber die Autoren haben eben Spaß an Strategie, außerdem Interesse an fernöstlicher Kampfkunst, Ninjas und was so dazugehört. Und was bisher in diesem Bereich an Spielen vorlag, war ihnen nicht genug. Wichtig war zum einen, dass der Glücksfaktor völlig außen vor gelassen wird, und andererseits dennoch ein flexibles, variables Spiel herauskommen sollte – eben kein statisches, wie Schach (auch wenn dieses Quadrilliarden an Möglichkeiten hat, ist es doch „unflexibel“). Zu guter letzt sollte noch das Material hochwertig sein – das Motto „Weil ein gutes Spiel nicht immer aus Plastik sein muss“ erkennt man am Material definitiv wieder.

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Finanzexperten

Crowdfunding-ÜbersichtDie wöchentliche Crowdfunding-Übersicht

Willkommen, Freunde der Wolke, zur pfingstlichen Crowdfunding-Übersicht.

Diese Woche war die Ausbeute ein klein wenig kleiner, aber immer noch sehr ergiebig.

Viele Crowdfunding-Plattformen bieten unter anderem an, dass man über PayPal mitfinanzieren kann. Mitte nächsten Monats ändert PayPal allerdings seine Richtlinien dahingehend, dass der "Käuferschutz", mit dem man über PayPal eine Rückerstattung von Geldern beantragen kann, wenn bei einem Kauf mit Bezahlung über PayPal die versprochene Ware nicht geliefert wird oder anders ist als versprochen, für Crowdfunding-Projekte eingestellt wird. Es dürfte auch für PayPal schwierig sein, bei Nichterfüllung Gelder zurückzuerhalten. Allerdings dürfte die Schutzfrist in vielen Fällen sowieso verstrichen sein, so dass PayPal sich auf diesem Weg wohl vor allem die Arbeit sparen will, die ablehnenden Bescheide herauszugeben.

Ein besonderer Fall von Nichtlieferung wurde diese Woche bekannt. Die Gesellschaft, die den peachy Printer – einen 3D-Printer für damals sensationelle 100 Dollar – produzieren wollte, ist anscheinend selbst Opfer krimineller Machenschaften geworden. Wie in diesem Update erklärt wird, habe ein Mitarbeiter einen Gutteil der finanziellen Mittel veruntreut, um sich selbst ein Haus zu bauen. Die Software, Materialliste, Bauanleitung etc. für den Drucker wurden teilweise bereits veröffentlicht, der Rest soll binnen Kürze folgen. Was weiter mit der Gesellschaft etc. geschieht, steht aber noch in den Sternen.

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Schiebekugeln

Shiftago – Erstverkaufstag

ErstverkaufstagShiftagoNoch ein junger Verlag ist WiWa-Spiele aus Oberhaching. Der Verlag, der seinen Namen von den beiden Geschäftsführern (Robert Witter und Frank Warneke) ableitet, hatte bislang nur ein Spiel, Barragoon, veröffentlicht, das wir hier besprochen haben. Obwohl Barragoon ein Erstlingswerk ist, hat es den MinD Spielepreis 2016 in der Kategorie "komplexes Spiel" gewonnen. Und jetzt legt der Verlag mit Shiftago nach, das heute Erstverkaufstag hat.

Shiftago ist ein Spiel mit zu schiebenden Kugeln – wer das Spiel das erste Mal sieht, vergleicht es sicherlich mit Spielen wie Abalone oder Tomoko, stellt aber beim Spielen schnell fest, dass Shiftago mit beiden nur wenig gemeinsam hat. Und schnell ist auch das vergessen, denn das Spiel reizt wieder einmal alle Gehirnzellen.

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