Tag Archiv für Brettspiel

Würfeltactic

Dicetto

DicettoEin Verlag, der sich ursprünglich auf Skandinavien richtete, aber im Laufe der Zeit sein Zielpublikum erweiterte, ist Tactic. In Deutschland ist er noch nicht vertreten, aber in den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich und einigen anderen Ländern ist er bereits anzutreffen. Deutschland ist für ihn allerdings bisher nur als Veranstaltungsort der SPIEL auf der Landkarte.

Auf der letzten SPIEL drückte man uns am Stand des Verlages das Spiel Dicetto in die Hand. Die Schachtel ist beinahe würfelförmig und enthält, wie ein Blick durch ein Sichtfenster zeigt, Würfel. Was aber mit ihnen zu tun ist, wird auf der Verpackung nur unvollständig wiedergegeben. "Wird die Würfel, schau, welche Kombinationen auf den Karten stehen und versuche die besten Karten zu sammeln" – so weit (übersetzt) die Beschreibung auf der Rückseite sowohl in der englischen wie der niederländischen Version.

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In der Klapse

The Looney Bin

The Looney BinKlingt der Titel dieser Rezension wie ein Angriff auf 'political correctness'? Wenn ja, dann dürfte ich damit ein wenig den Tenor von The Kooney Bin getroffen haben, denn auch hier wird mit schwarzem Humor ein empfindliches Thema angesprochen. Heutzutage ist die Behandlung von geistigen "Abweichungen" deutlich weiter fortgeschritten als noch vor hundert Jahren, und auch in den letzten Jahren noch weiter entwickelt. Die Situation in der Anstalt des Spiels wirkt aber eher wie die im Arkham Asylum von DC zu Batman-Urzeiten, wo man wild experimentierte mit Elektroschocks, Hypnose, Drogen und anderen "Therapien", von denen einige heutzutage als diskreditiert gelten können.

Aber mit genau diesen Hilfsmitteln versucht man als Arzt, hier seine Patienten zu versorgen und zu heilen. Leider weiß man aber nicht, welcher Patient auf welche Therapie anspricht, und jeder Patient benötigt eine Kombination aus drei Therapien, bevor er als geheilt entlassen wird. Aber immerhin nehmen die Patienten Fehltherapien nicht übel, so dass man irgendwann doch auf die richtige Kombination kommen kann.

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Höhere Artistik

Voila

VoilaManchmal überraschen Verlage uns mit ihren Spielen – besonders, wenn wir von einem Verlag Spiele einer bestimmten Art gewohnt sind und dann auch erwarten, der Verlag dann aber etwas ganz anderes produziert. So geschah es dieses Mal u.a. bei den Letten von Brain Games. Eigentlich kennen wir sie ja als Produzenten von Spielen für Gelegenheitsspieler, bei denen das Denkvermögen gereizt wird. Ein 'echtes' Geschicklichkeitsspiel kennen wir von ihnen eher nicht.

Aber genau das ist Voila!, ein Spiel im Zirkusmilieu. Auf der Jagd nach Punkten verschiebt man Zirkusartisten und macht so manche anderen Stunts, wobei Geschwindigkeit und Geschicklichkeit wichtiger sind als große Denkleistungen. Spaß kann auch so etwqas machen – wir haben uns dies Spiel deshalb auch genauer angesehen.

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Absturz

Lost Legacy

Lost LegacyEs gibt Spiele, die sieht man, und will sie sofort spielen, und will sie dann auch immer wieder auf den Spieltisch packen. Dann gibt es solche, die kommen eher unscheinbar daher, und man merkt erst beim Spielen, hey, das kann ja richtig was.

Und dann gibt es Spiele, da ist das umgekehrt. Die sehen beeindruckend aus, machen neugierig, und wenn man sie dann gespielt hat… bestenfalls noch ein Gähnen, man ist schlicht enttäuscht. So ein Exemplar habe ich nach langer Zeit mal wieder vorliegen – und auch wenn es aus dem Hause Pegasus zu uns kommt, sind die Flügelpferde nicht schuld, sie haben es ja lediglich übersetzt (Das Original ist von Alderac).

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Finanzexperten

Crowdfunding-ÜbersichtDie wöchentliche Crowdfunding-Übersicht

Willkommen, Freunde der Wolke, zur neuen Crowdfunding-Übersicht.

So langsam stellt sich das „Business as usual“ ein. Die Menge der neuen und auslaufenden Projekte ist nahezu am Normalmaß angekommen.

Eine neue Plattform gibt es zu vermelden. In Deutschland scheint die Tendenz hin zu Klein- und Privatplattformen zu gehen – nach Ulisses bietet jetzt auch Prometheus (PC) die Crowdfinanzierung der eigenen Projekte auf einer eigenen Plattform an. Während man bei einer solchen Privatplattform davon ausgehen kann, dass die meisten, die hier nachschauen, auch Interesse haben, schränkt man durch eine Privatplattform doch den Kreis der möglichen Finanziere deutlich ein.

Bei Prometheus dürfte das – auch angesichts der Verzögerungern bei früheren Projekten – Elyrion war bereits für Weihnachten 2014 (!) versprochen worden, jetzt soll endlich zumindest die reine Textversion schon einmal an die Backer verschickt werden, das Hardcover für die neue Ausgabe des SW-Grundregelwerks hat sich um zehn Monate verspätet etc. – wohl weniger Effekt haben: Die Pledger hätten wahrscheinlich auf jeden Fall gepledgt.

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Banditen im Westen

Old Town Robbery

Old Town RobberyClicker ist bekannt als ein Verlag, der sich auf Denkspiele spezialisiert hat. Die Themen sind breit gefächert: in Schinderhannes geht es um die (Un-)Taten eines Johannes Böckler, versunkene Schatzschiffe gilt es in fleet 1715 zu entdecken, und in ein Wiener Kaffeehaus geht es bei Café Melange. (Links jueweils zu unserer Rezension)

Auf der letzten Spiel gab es ein neues Spiel, das diesmal weniger dem logischen Vermögen sondern mehr dem Kurzzeitgedächtnis der Spieler eine Herausforderung bietet. In Old Town Robbery sieht der Hilfssheriff nach dem Rechten, bis ein Überfall geschieht. Aber wer ist der Täter? Ein Zeuge verweist jeweils auf den nächsten, der den Täter gesehen hat, aber wo findet man jetzt den nächsten Zeugen? Wer sich aus der ersten Runde durch den Ort noch am besten erinnert, wer sich gerade wo befindet, hat die besten Chancen.

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Bauarbeiten

New York 1901

New York 1901Anfang des vorigen Jahrhunderts war das 'Geldviertel' New Yorks einer steten Bautätigkeit ausgesetzt. Im Bereich von Broadway, Wall Street etc. schossen die Wolkenkratzer wie Pilze in die Höhe, und oftmals wurden niedrigere Häuser abgerissen, um höheren Gebäuden Platz zu machen.

Genau um diese Zeit und die Bautätigkeit in der Zeit geht es in dem Spiel New York 1901 von Blue Orange Games. Das Spiel war auf der letzten SPIEL in Essen so etwas wie ein Geheimtipp, nicht zuletzt, weil Leute, die dort ein Exemplar kauften,. An einer Verlosung für eine Reise nach New York teilnahmen. Auch die Spielfiguren waren attraktiv – und nicht zuletzt wurde auch der Spielmechanismus in den höchsten Tönen gelobt. Andererseits gab es auch Stimmen, die sich enttäuscht zeigten, nachdem sie eine Testrunde gespielt hatten. Dies könnte aber auch daran gelegen haben, dass die Erklärer laut dieser Entschuldigung nicht ausreichend geschult worden waren. Deshalb haben wir uns das Spiel auch selber angesehen um die Frage zu beantworten: Welche Seite hat denn nun recht?

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Finanzexperten

Crowdfunding-ÜbersichtDie wöchentliche Crowdfunding-Übersicht

Willkommen, Freunde der Wolke, zur neuen Crowdfunding-Übersicht.

So langsam stellt sich das „Business as usual“ ein. Die Menge der neuen und auslaufenden Projekte ist nahezu am Normalmaß angekommen.

Ein recht erfolgreiches Spiel, das 2012 über Crowdfunding finanziert worden war, ist Cards Against Humanity. Ständig erscheinen inoffizielle Erweiterungen – wer diese Kolumne verfolgt, weiß, dass kaum eine Woche vergeht, in der nicht eine weitere Erweiterung angeboten wird. Aber auch die Herausgeber des Originalspiels, die inzwischen eine große Firma um das Spiel aufgezogen haben, ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Sie bleiben dem Crowdfunding-Gedanken verbunden, beispielsweise mit Blackbox, einem Service, der Privatprojekten die Erfüllunh erleichtern will und hierbei ein beeindruckendes Komplettpaket schnürt. Aber für die heimatlichen Unternehmen – das Unternehmen ist in Chicago beheimatet – tut CAH noch viel mehr, wie Melody Kramer hier erläutert.

Über Kickstarter gesprochen: Auch Kickstarter selbst ist gewachsen. Einer der allerersten, die in das Unternehmen eintraten, als es noch jung war, war Fred Benenson, der zweite Vollzeitangestellte von Kickstarter überhaupt. Im Laufe der Zeit wuchs seine Rolle noch, und zur Zeit ist er (noch) „Vice President of Data“. Noch? Ja, denn, wie er in diesem Posting ankündigt, wird er Mitte Februar die Firma verlassen und neue Herausforderungen suchen.

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Kieselscrabble

GobbleStones

GobbleStonesWas haben Krokodile und viele Vögel gemeinsam? Sie fressen Steine. Nicht, weil sie diese besonders schmackhaft finden (dazu fehlt es zumindest an der Grillsoße), sondern weil sie diese zur Verdauung benötigen. Die Steine sorgen im Magen nämlich dafür, dass die Nahrung zerkleinert und damit überhaupt erst verdaulich wird.

Ob das auch bei Goblins so ist, darüber schweigt sich R’n’R Games beim Spiel GobbleStones in allen Tönen aus. Wichtig ist aber, dass Goblins hier Steine essen und sie auch noch lecker finden. Die leckersten Steine zu finden und zu verzehren ist das Ziel dieses Spiels.

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Rennende Militärs

Race to Berlin

Race to BerlinWir schreiben das Jahr 1945. In Europa liegt der Weltkrieg in den letzten Zügen. Das deutsche Reich hat seine Eroberungen schon wieder verloren, und die Alliierten und Sowjettruppen machen sich bereit für den letzten Vorstoß – ins märkische Land, zur Hauptstadt des Reiches. Die Frage ist nur: Welche Seite schafft den weiten Weg zuerst?

Genau dies ist die Situation im Brettspiel Race to Berlin – auch wenn sie nicht historisch ist. Es gab zwar ein Wettrennen, aber nach dem Vertrag von Jalta (und den Schwierigkeiten und Verzögerungen, die die Westfront am Rhein erlitten hatte) gingen die Westalliierten daran, den Süden Deutschlands (die heutigen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern) endgültig zu säubern und die Osteroberung den Sowjettruppen zu überlassen. Dort aber entbrannte ein – von Stalin gefördertes – Rennen zwischen den Marshals (in etwa einem Fünf-Sterne-General bei den US-Truppen zu vergleichen) Georgy Konstantinovich Zhukov und Ivan Stepanovich Konev, wer als erster in Berlin sein würde und den Reichstag besetzen könnte. Ja, das ist eine sehr grobe Übersicht über die Ereignisse, immerhin wollten gerade die Briten sehr wohl versuchen, Berlin selbst zu erobern. In unserem Spiel geht es daher um ein Rennen zwischen West- und Ostalliierten.

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