Tag Archiv für Denkspiel

Siedlungsplanung

Oklahoma Boomers

Oklahoma Boomers

Wir feiern den 23. April 1889 und befinden uns auf 35° 28′ N, 97° 31′ W. Mehr als 10.000 Siedler haben auf dem Land, wo später Oklahoma City liegen wird, ihre neue Heimat erworben – im Rahmen des Oklahoma Land Runs am gestrigen Tage. Noch herrscht das Chaos, denn auch wenn die Siedler sich auf ‘ihrem’ Land befinden (das soeben erst den Indianern abgenommen wurde), sind die Grenzen zwischen den einzelnen “Homesteads” noch alles andere als klar, und jeder versucht, sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen zu sichern.

Das ist die Ausgangslage in Oklahoma Boomers, das der ehemals Nijmegener, jetzt Venloer Spieleautor Martyn F im Eigenverlag herausgegeben hat. Finanziert wurde es über die SpieleSchmiede, und genau zum geplanten Zeitpunkt ausgeliefert, so dass es auch zur SPIEL verfügbar war. Während der Finanzierung bei der Schmiede hat sich noch der Mönchengladbacher Mücke-Verlag eingeklinkt, so dass sowohl das Logo von Mücke als auch das des Spieleverlags von Martyn F, Emma Games, auf der Schachtel prangt.

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Das vierte Symbol

rockpaperscissorsbangRock – Paper – Scissors – Bang

Das “altbekannte” Papier-Stein-Schere ist gar nicht so alt, wie viele vielleicht denken mögen, zumindest in der westlichen Welt. Wann genau es aus Asien – wo es allem Anschein nach schon vor Jahrhunderten gespielt wurde – nach Europa kam, ist umstritten. In der deutschen Wikipedia wird das 19. Jahrhundert genannt, laut der englischen Version soll es erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts Bekanntheit gewonnen haben.

Neben vielen japanischen Spielen, in denen das Spielprinzip verwendet wird, und einigen Erweiterungen (wie Stein-Schere-Papier-Echse-Spock) wird das Spielprinzip aber auch in Brettspielen verwendet, die aus anderen Ländern stammen. So zum Beispiel in einen Brettspiel von North and South Games, einem kleinen Verlag aus Großbritannien, der das Spiel in einer ersten Ausgabe für 2 Spieler und in einer Mini-Auflage von 100 Stück produzierte, und in Essen dann die 2. Ausgabe mit Material für bis zu 4 Spieler präsentierte. Neben Papier, Schere und Stein gibt es hier noch ein viertes Motiv: eine Dynamitstange.

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Ausziehn!

ExodusThe Exodus

In Korea beheimatet ist der Verlag Gamesapiens, Laut eigenen Angaben wurde der Verlag 2005 gegründet und hat 2013 insgesamt acht Spieler herausgebracht. Diese haben eine ziemliche Bandbreite, aber eine Gemeinsamkeit: getreu dem Motto, den der Verlag sich mit dem Namen gegeben hat, erfordern die Spieler oftmals ziemliche Denkarbeit.

Eines der Spiele dieses Verlages ist The Exodus, dessen Basis die Ereignisse von Kapiteln 13 und 14 des Buches Exodus formen. Allerdings geht das ganze ziemlich abstrakt zu – Moses versucht einen Weg in die Freiheit zu finden, der Pharaoh versucht, die Israeliten nach Ägypten zurückzuholen. Die berühmte Säule aus Feuer und Rauch spielt auch eine Rolle.

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Verbundmuster

villitkuviotVillit Kuviot

Aus Finnland kommt der Verlag Roll D6 Games, der in den letzten Jahren mit der Arctic Union auf der SPIEL stand. Arctic Union ist ein loser Zusammenschluss von Herausgebern, der insbesondere für die Präsenz auf der SPIEL zusammenarbeitet und versucht, auch eine Anlaufstelle für kleine, neue Verlage zu sein. 2013 sahen wir zum ersten Male bewusst auch Spiele, die eher als Familienspiele gelten dürfen, neben den aus Finnland bekannten Expertenspielen.

Roll D6 Games ist ein Verlag, der gerade im Familienspielbereich sehr aktiv ist, und das gilt natürlich auch für Villit Kuviot, was sich grob übersetzen lässt als “Wilde Muster” oder “Wilde Figuren”. Und genau um Muster bzw. Figuren geht es auch in dem Spiel. (Übrigens: ‘Villit Kuviot’ ist auch der finnische Titel des Films Wild Things – der allerdings nichts mit dem Spiel zu tun hat.)

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Wo(h)ingenau?

cafemelangeCafé Melange

Keine Angst, der Titel ist kein Tippfehler, und wir ändern das Blogthema auch nicht auf Pokémon um. Wohin genau ist vielmehr die Frage, die sich dem Kellner im Spiel Café Melange stellt, wenn es darum geht, Gäste in seinem Café auf Stühlen zu platzieren. Die Gäste haben nämlich so ihre eigenen Vorlieben, und wollen, wenn möglich, auch noch mit irgendeinem Prominenten am Tisch sitzen, was zu einer Menge Denkarbeit führt.

Café Melange ist ein Spiel von Clicker, von denen wir ja in den letzten Jahren bereits unter anderem Schinderhannes und fleet 1715 besprochen haben. Beides sind sehr schöne Spiele, die als Solo- bzw. als kompetitives Spiel logische Denksportaufgaben anbieten – und dasselbe geschieht auch wieder bei Café Melange. Spielen tut das, wie der Name bereits vermuten lässt, in einem Wiener Caféhaus, und zwar im ersten Quartal des Jahres 1910. Man muss aber nicht auch noch Melange (Kaffee und Milch in gleichen Teilern unter einer Haube aus Milchschaum, also einem Zwischending zwischen Latte Macchiato und Cappuccino nicht unähnlich) trinken, um es zu spielen.

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Schräge Nummer

Parallelo

Der Verlag Gerhards, der nicht nur Spiele, sondern auch anderes nützliches aus Holz herstellt, hat uns auch dieses Jahr eine sehr interessante Neuheit eingereicht: Hinter der eher schlichten Verpackung aus einfachem braunen Karton, die allerdings typisch für den Verlag ist, verbirgt sich erst einmal ein schönes massives Spielbrett aus Buchenholz – 20 x 20 x 2 cm – sowie ein Säckchen mit 36 Setzsteinen in sechs Farben (ebenfalls Holz, lackiert in weiß, gelb, orange, dunkelrot, hellgrün und dunkelgrün). Dazu kommt noch die (angenehm kurze) Spielanleitung in Deutsch und Englisch, und das war es auch schon – die Schachtel ist damit aber auch randvoll.
 
Worum also geht es? Dazu sei erst einmal erklärt – wir wissen doch alle, was ein Parallelogramm ist, oder? Wenn nicht – Geometrie nachholen, oder weiterlesen: Ein Parallelogramm ist ein Viereck, dessen jeweils sich gegenüberliegende Seiten gleich lang sind. Und eben solche Parallelogramme möchte man in Parallelo eben errichten – auf einem Spielfeld, in dem es 36 Mulden gibt, die in 6 Reihen und 6 Spalten angeordnet sind, allerdings leicht versetzt – auch ein Parallelogramm eben.

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Verirrung muss sein

amazeAmaze

Für die Nische der Einpersonen-Denkspiele, die zwar von vielen Verlagen bedient, aber dennoch meist eher stiefmütterlich behandelt wird, macht sich in letzter Zeit vor allem HCM Kinzel stark. So haben wir bereits vor kurzem das Solospiel Lonpos besprochen. Allerdings ist das selbstverständlich nicht das einzige Solo-Spiel, das der Verlag im Angebot hat.

Genau wie Lonpos besteht auch Amaze aus harter, griffiger Plastikmasse, und ist überraschen handschmeichlerisch. Offizieller Hersteller des Spiels ist ThinkFun aus Alexandra, Va. in den USA, der von sich behauptet “der weltweite Marktführer im bereich der Denk- und Logikspiele” zu sein. Physisch wird das Spiel in China hergestellt. Die Erklärung findet man auf der Rückseite der Verpackung, in der Verpackung selbst ist allerdings nicht nur das Spielmaterial.

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Geister, Hexen, Kürbisse

purehallPure Halloween

In die Jahreszeit passt Pure Halloween ganz sicher – allerdings ist diese Thematik nicht unbedingt notwendig, das stellt man schnell fest, wenn man das Spiel einmal genauer anschaut. Lediglich die Spielsteine tragen Symbole, die zur Halloween-Thematik passen – jeweils als gelbe und rote Steine liegen 3 Geister, 2 Sensenmänner, 2 Fledermäuse, 2 Hexen, 2 schwarze Katzen und 1 Kürbis vor. Dazu kommt noch ein Spielbrett, schlichtes Schwarz, das an ein Sudokubrett erinnert – also 9 große Quadrate, die jeweils in 9 kleine Quadrate unterteilt sind.

Was tut man nun damit – nun, man möchte als erster alle Gebiete besetzen – also in allen 9 großen Quadraten zumindest eine Figur stehen haben. Zu Beginn des Spieles stehen noch gar keine Figuren auf dem Brett; wer an der Reihe ist, kann eine Figur einsetzen, oder eine ziehen. Trotz der stellenweise etwas holprigen Übersetzung der Regel (vorhanden in Deutsch, Englisch, Rumänisch und Ungarisch – wo Deutsch nicht eindeutig war, hat Englisch geholfen) ist folgendes Prinzip einfach zu verstehen: Ein Spielstein – außer dem allerersten – kann nur eingesetzt werden, wenn er einen anderen (ab dem 2. eingesetzten einen eigenen) Spielstein berührt; außerdem darf er nicht in ein völlig unbesetztes großes Quadrat eingesetzt werden. Gezogen werden darf nur so, dass kein Stein unverbunden zurückbleibt, was viele Taktiken der Fesselung erlaubt. Jede Art Spielstein hat eine eigene Bewegungsregel – die meisten dürfen dabei über andere Steine hinweg bewegt werden, eine Ausnahme bildet der Sensenmann (und der Kürbis, aber der bewegt sich ohnehin nur ein Feld weit).
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Blüten im Teegarten

OkiyaOkiya

Der französische Verlag Jactalea hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen für schöne, handliche Zweipersonenspiele gemacht, und auch Okiya ist wieder ein Kandidat für diese Kategorie. In der handlichen kleinen Schachtel (11 x 11 cm und 3 cm hoch) findet man 8 schwarze und 8 rote Geishamarker, sowie insgesamt 16 Gartenmarker, deren Motive bekannt vorkommen, wenn man Hanafuda, ein traditionelles japanisches Kartenspiel, kennt. Die Marker müssen vor dem ersten Spiel aus Stanzrahmen ausgelöst werden, was aber problemlos ging; sie sind aus stabilem Karton und sind sehr hübsch gestaltet. Ansonsten ist noch das Regelheftchen enthalten – Spielregeln in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch, kurz und gut verständlich.

Die Hanafuda-ähnlichen Marker, die den Garten darstellen, zeigen jeweils eine Pflanze (Ahorn, Kirsche, Pinie oder Iris), sowie ein weiteres Motiv – Sonne, Wolken, Vögel oder Band/Flagge. Also gibt es jede Kombination genau einmal, und zu Beginn des Spieles werden alle 16 Plättchen in einem 4×4 Quadrat zufällig ausgelegt.

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Gestapelte Himmelskörper

SolunaSoluna

“Sonne Mond und Sterne” – nein, hier geht es nicht verfrüht um Martinslieder, sondern um eben diese Himmelskörper als Symbole. In der kleinen Schachtel aus dem Hause Steffen Spiele findet der geneigte Spieler 12 dunkelblaue Holzscheiben, die beidseitig mit den Symbolen Sonne, Mond, Sterne oder Komet versehen sind (jede Kombination ist zweimal vorhanden). Dazu gibt es noch neun gelbe Holzsterne als Wertungsmarker (obwohl in der Anleitung und auf der Schachtel von 7 die Rede ist), ein Stoffbeutelchen um das alles aufzubewahren und die Spielanleitung auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch.

Was tut man also mit diesen Scheiben? Nun, erst einmal wirft man sie auf die Spielfläche, denn wie sie dann landen ist immer unterschiedlich, und von daher wird das Spiel auch immer anders verlaufen. Jedes der vier Himmelskörpersymbole kann also 0-6 mal vorhanden sein.

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