Tag Archiv für Denkspiel

Anglerlatein

Charta Krymenesiae

Charta KrymenesiaeEs gibt Kleinverlage, auf deren Spiele wir uns immer freuen. Sie produzieren Spiele bestimmter Genres oder bestimmter Kategorien, und mit konstant hoher Qualität, so dass es immer eine Freude ist, ein neues Spiel auszupacken. Es sind oft diese Spiele, die mich wünschen lassen, dieses Blog nie begonnen zu haben – dann hätte ich mehr Zeit für diese Spiele. Aber andererseits würde ich wahrscheinlich auch manche dieser Verlage gar nicht erst kennen gelernt haben. So hat, wie ein bekannter Fußballspieler einmal sagte, jeder Nachteil seinen Vorteil.

Einer dieser Verlage ist der rumänische Verlag Mind Fitness, von dem wir bereits Spiele wie Rematch oder Pure Halloween besprochen haben. Auf der letzten Spiel konnten wir ein Testexemplar des neuen Mind-Fitness-Spiels Charta Krymenesiae ergattern, das schon vom Material her ungewöhnlich ist. Beim Auspacken rief einer der Spieler meiner Testrunde sofort “Hey, Delfine, cool!” Wobei er dann leicht enttäuscht wirkte, als man ihn darauf hinwies, dass es im Spiel um Orcas gehe, quittierte das dann aber mit “auch cool”. Als er auf das folgende Lachen hin verwirrt schaute, musste man ihn erst informieren, dass in der Systematik die Delfine als delfinartige in die Unterordnung der Zahnwale gehört – und dass der Schwertwal / Orca wiederum in die Familie der Delfine gehört…

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Zahlentetris

Tetmithra

TetmithraDer (süd-)koreanische Verlag Gamesapiens fällt vor allem dadurch auf, dass seine Spiele in der Regel nicht in Kartonschachteln sondern in Blechdosen verkauft werden. Oft ist um diese Dose herum noch ein Kartonumschlag, ähnlich dem Schutzumschlag eines Buches, angebracht, der mit dem bedruckt ist, was man normalerweise auf der Schachtel erwarten würde.

Das Cover zeigt zwei Roboter oder Mecha, die auf farbige Würfel einprügeln. Und auch in dem Spiel selbst findet man farbige Würfel und Roboter wieder, und das ganze ist ein Zweipersonenspiel. Allerdings findet man von den Robotern – abgesehen von der Illustration – nichts wieder. Das Spiel selbst ist eher abstrakt.

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Taschendamen

Frustr8or

Frustr8torManchmal muss man nur eine Idee haben, wie man eine klassische Denksportaufgabe in ein neues Gewand steckt, um ihr ein modernes Äußeres zu verpassen. Wenn es ungewöhnlich genug ist, ist es immer ein Hingucker, und manchmal muss man hierfür auch quer denken.

Ein solcher Fall ist der Frustr8tor (spricht sich Frustrator, also frustr-eight-tor aus). Richtig neu ist das Teil zwar nicht, aber ich konnte mich nicht erinnern, ihn schon einmal auf der SPIEL gesehen zu haben, als ich ihn im Oktober dort sah.

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Siedlungsplanung

Oklahoma Boomers

Oklahoma Boomers

Wir feiern den 23. April 1889 und befinden uns auf 35° 28′ N, 97° 31′ W. Mehr als 10.000 Siedler haben auf dem Land, wo später Oklahoma City liegen wird, ihre neue Heimat erworben – im Rahmen des Oklahoma Land Runs am gestrigen Tage. Noch herrscht das Chaos, denn auch wenn die Siedler sich auf ‘ihrem’ Land befinden (das soeben erst den Indianern abgenommen wurde), sind die Grenzen zwischen den einzelnen “Homesteads” noch alles andere als klar, und jeder versucht, sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen zu sichern.

Das ist die Ausgangslage in Oklahoma Boomers, das der ehemals Nijmegener, jetzt Venloer Spieleautor Martyn F im Eigenverlag herausgegeben hat. Finanziert wurde es über die SpieleSchmiede, und genau zum geplanten Zeitpunkt ausgeliefert, so dass es auch zur SPIEL verfügbar war. Während der Finanzierung bei der Schmiede hat sich noch der Mönchengladbacher Mücke-Verlag eingeklinkt, so dass sowohl das Logo von Mücke als auch das des Spieleverlags von Martyn F, Emma Games, auf der Schachtel prangt.

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Das vierte Symbol

rockpaperscissorsbangRock – Paper – Scissors – Bang

Das “altbekannte” Papier-Stein-Schere ist gar nicht so alt, wie viele vielleicht denken mögen, zumindest in der westlichen Welt. Wann genau es aus Asien – wo es allem Anschein nach schon vor Jahrhunderten gespielt wurde – nach Europa kam, ist umstritten. In der deutschen Wikipedia wird das 19. Jahrhundert genannt, laut der englischen Version soll es erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts Bekanntheit gewonnen haben.

Neben vielen japanischen Spielen, in denen das Spielprinzip verwendet wird, und einigen Erweiterungen (wie Stein-Schere-Papier-Echse-Spock) wird das Spielprinzip aber auch in Brettspielen verwendet, die aus anderen Ländern stammen. So zum Beispiel in einen Brettspiel von North and South Games, einem kleinen Verlag aus Großbritannien, der das Spiel in einer ersten Ausgabe für 2 Spieler und in einer Mini-Auflage von 100 Stück produzierte, und in Essen dann die 2. Ausgabe mit Material für bis zu 4 Spieler präsentierte. Neben Papier, Schere und Stein gibt es hier noch ein viertes Motiv: eine Dynamitstange.

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Ausziehn!

ExodusThe Exodus

In Korea beheimatet ist der Verlag Gamesapiens, Laut eigenen Angaben wurde der Verlag 2005 gegründet und hat 2013 insgesamt acht Spieler herausgebracht. Diese haben eine ziemliche Bandbreite, aber eine Gemeinsamkeit: getreu dem Motto, den der Verlag sich mit dem Namen gegeben hat, erfordern die Spieler oftmals ziemliche Denkarbeit.

Eines der Spiele dieses Verlages ist The Exodus, dessen Basis die Ereignisse von Kapiteln 13 und 14 des Buches Exodus formen. Allerdings geht das ganze ziemlich abstrakt zu – Moses versucht einen Weg in die Freiheit zu finden, der Pharaoh versucht, die Israeliten nach Ägypten zurückzuholen. Die berühmte Säule aus Feuer und Rauch spielt auch eine Rolle.

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Verbundmuster

villitkuviotVillit Kuviot

Aus Finnland kommt der Verlag Roll D6 Games, der in den letzten Jahren mit der Arctic Union auf der SPIEL stand. Arctic Union ist ein loser Zusammenschluss von Herausgebern, der insbesondere für die Präsenz auf der SPIEL zusammenarbeitet und versucht, auch eine Anlaufstelle für kleine, neue Verlage zu sein. 2013 sahen wir zum ersten Male bewusst auch Spiele, die eher als Familienspiele gelten dürfen, neben den aus Finnland bekannten Expertenspielen.

Roll D6 Games ist ein Verlag, der gerade im Familienspielbereich sehr aktiv ist, und das gilt natürlich auch für Villit Kuviot, was sich grob übersetzen lässt als “Wilde Muster” oder “Wilde Figuren”. Und genau um Muster bzw. Figuren geht es auch in dem Spiel. (Übrigens: ‘Villit Kuviot’ ist auch der finnische Titel des Films Wild Things – der allerdings nichts mit dem Spiel zu tun hat.)

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Wo(h)ingenau?

cafemelangeCafé Melange

Keine Angst, der Titel ist kein Tippfehler, und wir ändern das Blogthema auch nicht auf Pokémon um. Wohin genau ist vielmehr die Frage, die sich dem Kellner im Spiel Café Melange stellt, wenn es darum geht, Gäste in seinem Café auf Stühlen zu platzieren. Die Gäste haben nämlich so ihre eigenen Vorlieben, und wollen, wenn möglich, auch noch mit irgendeinem Prominenten am Tisch sitzen, was zu einer Menge Denkarbeit führt.

Café Melange ist ein Spiel von Clicker, von denen wir ja in den letzten Jahren bereits unter anderem Schinderhannes und fleet 1715 besprochen haben. Beides sind sehr schöne Spiele, die als Solo- bzw. als kompetitives Spiel logische Denksportaufgaben anbieten – und dasselbe geschieht auch wieder bei Café Melange. Spielen tut das, wie der Name bereits vermuten lässt, in einem Wiener Caféhaus, und zwar im ersten Quartal des Jahres 1910. Man muss aber nicht auch noch Melange (Kaffee und Milch in gleichen Teilern unter einer Haube aus Milchschaum, also einem Zwischending zwischen Latte Macchiato und Cappuccino nicht unähnlich) trinken, um es zu spielen.

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Schräge Nummer

Parallelo

Der Verlag Gerhards, der nicht nur Spiele, sondern auch anderes nützliches aus Holz herstellt, hat uns auch dieses Jahr eine sehr interessante Neuheit eingereicht: Hinter der eher schlichten Verpackung aus einfachem braunen Karton, die allerdings typisch für den Verlag ist, verbirgt sich erst einmal ein schönes massives Spielbrett aus Buchenholz – 20 x 20 x 2 cm – sowie ein Säckchen mit 36 Setzsteinen in sechs Farben (ebenfalls Holz, lackiert in weiß, gelb, orange, dunkelrot, hellgrün und dunkelgrün). Dazu kommt noch die (angenehm kurze) Spielanleitung in Deutsch und Englisch, und das war es auch schon – die Schachtel ist damit aber auch randvoll.
 
Worum also geht es? Dazu sei erst einmal erklärt – wir wissen doch alle, was ein Parallelogramm ist, oder? Wenn nicht – Geometrie nachholen, oder weiterlesen: Ein Parallelogramm ist ein Viereck, dessen jeweils sich gegenüberliegende Seiten gleich lang sind. Und eben solche Parallelogramme möchte man in Parallelo eben errichten – auf einem Spielfeld, in dem es 36 Mulden gibt, die in 6 Reihen und 6 Spalten angeordnet sind, allerdings leicht versetzt – auch ein Parallelogramm eben.

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Verirrung muss sein

amazeAmaze

Für die Nische der Einpersonen-Denkspiele, die zwar von vielen Verlagen bedient, aber dennoch meist eher stiefmütterlich behandelt wird, macht sich in letzter Zeit vor allem HCM Kinzel stark. So haben wir bereits vor kurzem das Solospiel Lonpos besprochen. Allerdings ist das selbstverständlich nicht das einzige Solo-Spiel, das der Verlag im Angebot hat.

Genau wie Lonpos besteht auch Amaze aus harter, griffiger Plastikmasse, und ist überraschen handschmeichlerisch. Offizieller Hersteller des Spiels ist ThinkFun aus Alexandra, Va. in den USA, der von sich behauptet “der weltweite Marktführer im bereich der Denk- und Logikspiele” zu sein. Physisch wird das Spiel in China hergestellt. Die Erklärung findet man auf der Rückseite der Verpackung, in der Verpackung selbst ist allerdings nicht nur das Spielmaterial.

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