Tag Archiv für -dr

Etwas andere Endzeit

No Return Corebook

„Mal wieder Endzeit?“ war der erste Gedanke den ich hatte, als mich in Herne jemand ansprach und auf den Stand von No Return deutete. Endzeitsettings gibt es ja eine ganze Reihe, von vielen davon bin ich eher wenig begeistert (es gibt Ausnahmen, was bei mir vor allem dann der Fall ist, wenn man sich nicht wie in irgendeinem Zombiefilm vorkommt).

Nun also die Frage – ist dieses hier das sich No Return nennt eine solche Ausnahme? Der freundliche Mensch mit Mütze, der mir dieses Corebook in die Hand drückte, sagte, dass dem so sei, und ein erster Überblick überraschte auch eher positiv, also habe ich mich getreu unserem Motto „if it’s a game, we’re game“ drauf eingelassen, und – das hat sich gelohnt.

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Pantheon-Splitter

Splittermond – Die Götter

Hier liegt mir nun ein Band vor, auf den ich schon sehr gespannt war, und der auf der letzten SPIEL dann endlich da war – wer auch einen Priestercharakter durch Lorakis führt, wird es sicherlich nachempfinden können. Zwar waren solche Charaktere schon von Beginn an spielbar, aber über ihren Hintergrund – insbesondere eben über die Götter, in deren Auftrag sie ja unterwegs sind – war nicht allzu viel veröffentlicht worden.

Inwieweit hat sich das nun mit diesem Band gebessert? Deutlich, würde ich sagen, wenn auch in bekannter Splittermond-Manier nicht total in Stein gemeißelt. Wie auch schon in anderen Publikationen wird auch hier dem Spieler wie auch dem Spielleiter eine ganze Menge Freiraum gelassen – etwas, was Splittermond-Spieler erfahrungsgemäß eher schätzen.

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Diablo vu?

Im Feuer der Dämonen

Ein Spielbuch zu rezensieren ohne dabei allzu viel über den Inhalt zu verraten, denn den soll der Leser ja entdecken – normalerweise ganz schön schwierig, in diesem konkreten Fall fällt es mir aber etwas leichter.

Im Feuer der Dämonen ist der zweite Band der Reihe „Destiny Quest“ – das Abenteuer setzt sich aus mehreren Quests zusammen, die jede für sich einen eigenen Subplot bieten, deren Reienfolge zwar nicht völlig frei wählbar, aber in einem bestimmten Rahmen schon variabel ist. Schon an dieser Aufmachung erkennt man, welches Genre hier Pate gestanden hat, oder sogar konkret, welche Serie – wer Blizzards „Diablo“-Spiele kennt, wird manches Déja vu haben, was dem Spiel aber keinen Abbruch tun muss.

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Give Me Five!

Five

Spiele bringen Menschen zusammen. Schon seit Urzeiten setzen sich Menschen an einen Tisch (oder sonstwohin), um miteinander zu spielen und dabei treten Kommunikations­hindernisse, wie zum Beispiel verschiedene Sprachen, oft in den Hintergrund.

Und Spielen macht Spaß Es zerstreut, lenkt vom Alltagsstress ab, lässt bestenfalls Probleme vergessen, und man lernt sogar oft unterbewußt noch etwas. Von daher sind Spiele sicherlich gut geeignet, Kontakte zu knüpfen ein Gedanke, der seitens des Verlages Steffen-Spiele dazu führte, angesichts des großen Flüchtlingsstroms, der Deutschland 2016 erreichte, eine Spielesamlung herauszugeben mit verschiedenen, einfach zu erklärenden Spielen, und mit Anleitungen in den häufigsten Sprachen der Flüchtlinge.

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Re-View ein Blick zurück auf 2016

DelRoh kommentiert mal 2016

und was hat das mit Spielen zu tun? Nun, teilweise auch damit und mit Entwicklungen, Zeitgeschehen, was auch immer. Und da sowieso zum Jahreswechsel alle möglichen Leute da ihre Kommentare publizieren tue ich, DelRoh, das jetzt auch mal.
Warum auch nicht? immerhin ist 2016 so einiges passiert, vieles davon eher unerfreulich, aber wenn man schon nach vorne blicken will, sollte man doch auch mal im Kopf behalten, was gerade passiert ist. Insofern: Das was jetzt kommt, ist eine persönliche Meinung, die ihr natürlich nicht teilen müsst, wieso auch? Aber vielleicht interessiert euch ja auch mal meine Sichtweise anderer Dinge als nur Spiele.

Dass dank diverser Konflikte Flüchtlinge nach Europa, und eine Menge davon auch nach Deutschland strömen, ist, denke ich, hinreichend bekannt. Dass damit einige Leute ein Problem haben, und gerne alles über einen Kamm scheren, ist leider eine Tatsache. Insofern ist es natürlich zu begrüßen, wenn man spielerisch dabei helfen kann, gegen Vorurteile und Integrationsprobleme vorzugehen. Einen Ansatz dazu gibt es mit einem netten kleinen Spiel, dessen Rezi gleich im Anschluss an diesen Artikel folgt.

Dass die Spieleszene auch immer internationaler und bunter wird, haben wir nicht nur auf der diesjährigen SPIEL gemerkt. Auch scheinen sich Spieler-Typen breiter zu fächern oder zu vermischen. Es fiel mir dieses Jahr zB auf der RPC, aber auch auf der NordCon oder der FeenCon auf, dass vermehrt auch Brettspiele, die nicht unbedingt genre-verwandt mit den klassischen Rollenspielen sind, auf Cons Einzug halten.

Rollenspieler, die Quadropolis spielen – schönes Spiel, aber auf der RPC? Ich war überrascht. Offenbar klappt hier das Crossover besser als mit den Computerrollenspielern. Und was das Internationale angeht: Immer mehr internationale Verlage schaffen es, den Standard des German Games bzw Eurogames zu erreichen. Die Finnen schaffen das schon seit Jahren, die Japaner schaffen es nun aber auch (Minerva 2015 war der Anfang, Yokohama ist der nächste Schritt, Rezi dazu demnächst), und der Trend zum eher hochwertigen Spiel führt dazu, dass in Spielgruppen nicht mehr jeder das Spiel selbst haben muss; zumindest sind das die Tendenzen, die ich beobachten kann. Es wird eher abgewägt: Wer von unseren Mitspielern kauft sich welche Neuheit?, als dass alles einfach eingesackt wird, dafür sind viele Spiele einfach eine Ecke teurer geworden, als dass das noch so einfach ginge.

Die Rollenspiel-Elemente sind aber auch ins Brettspiel mehr eingeflossen solche mit ansatzweise Tabletopcharakter werden häufiger, und die Qualität steigt. Koop-Spiele gegen das Spiel oder gegen einen Leiter im Sinne von Dungeon Crawls sind wieder in, und sind um vieles komplexer geworden als seinerzeit beispielsweise Hero Quest, was ja viele heute noch kennen und spielen (wenn auch mit massenweise Hausregeln – war einfach zu einfach).

Abenteuercharakter haben auch diverse Escape-Room Spiele, die man fast als das Gesellschaftsspieläquivalent von Abenteuermodulen sehen kann es bleibt zu beobachten, ob von daher vielleicht der ein oder andere zum Rollenspiel finden wird.

Dann mal etwas persönliches und was auch das Blog betrifft. Ihr habt es ja sicherlich gelesen, letztes Jahr hatte unsere Lieblingskakerlake einen Schlaganfall. Dass Roach mir davon selber berichten konnte und zwar schon wenige Tage danach, beruhigt zwar ein wenig, aber ich war trotzdem ganz schön von den Socken. Immerhin er ist ja nur 10 Jahre älter als ich und nicht nur mein Kollege, sondern auch mein bester Freund. Bitte alle Daumen drücken, dass er schnell wieder voll einsatzfähig ist. Seit ich das Blog soweit größtenteils alleine geschrieben habe merke ich umso mehr, wie viel Arbeit Roach da reinsteckt Danke dir dafür, Roach du wirst wieder, das weiß ich.

Wer leider nicht wieder wird das sind seit 2016 eine ganze Menge Leute. Es hat mich teilweise ganz schön geschockt, wer da alles einfach tot umfällt das fing Anfang des Jahres mit David Bowie an (grüß Major Tom), kurz darauf Colin Vearncombe … wer das ist? Nun, Leute meiner Altersklasse kennen ihn vermutlich als Black, der hat Musik gemacht, mit der ich groß geworden bin dann im Februar Peter Lustig. Ja, der mit dem Löwenzahn, kennt ihr auch noch (nein, bitte nicht abschalten). Dann mal ein Politiker, den ich ernstnehmen konnte (recht selten der Fall): Hans-Dietrich Genscher im März. Als der im Amt war, konnte man die FDP noch ernst nehmen, und ich denke, er hat geholfen, einen dritten Weltkrieg zu verhindern. Sowas fehlt heutzutage.

Im April wardann Prince der nächste aus der Musikerriege, einer der ganz Großen, auch wenn er eher klein war, seine Stimme umso größer Purple Rain ist eines der geilsten Musikstücke überhaupt, dammit und im Mai – wer die nicht kannte, hat nie Privatfernsehen geschaut – Erika Berger.

Der Juni war dann das Finale der Fäuste erst Cassius Clay aka Muhammad Ali, dann zwei Schauspieler, die ich sehr mochte: Götz George (Schimanski war ein Grund, überhaupt Tatort zu gucken, der war wenigstens nicht so fürchterlich korrekt, der war glaubhaft), dann Carlo Pedersoli, euch sicherlich besser bekannt unter seinem Künstlernamen Bud Spencer. Irgendwie kenne ich fast niemanden, der den nicht mochte, und der hatte weit mehr drauf als nur lustig irgendwelche Mooks zu verdreschen. Bin ja früher manchmal sogar mit ihm verglichen worden Ciao, Bulldozer, Sheriff Craft, Kommissar Rizzo, oder wie auch immer er in seinen Rollen hieß.

Im Herbst dann ein großer Verlust für die Spieleszene Harald Bilz. Wem der Name nicht direkt was sagt, dem sei gesagt, dass es den Heidelberger Spieleverlag in dieser Form ohne ihn sicher nicht gäbe. Ihr hattet ihn sicher mal gesehen, ohne es vielleicht zu wissen: der mit dem Hut. Der spielt jetzt auch in einer anderen Liga.

Im November waren dann einmal mehr Künstler an der Reihe erst Oleg Popov, dann Leonard Cohen Ende des Monats verschwand plötzlich Fidel Castro von der Bildfläche, ob das wohl ein Schock nach der US-Wahl war?

Und im Dezember waren es für George Michael dann wirklich die Last Christmas, da ist wieder ein ganz Großer weniger auch Musik, mit der ich groß geworden bin, herrlich provokant zu guter letzt Carrie Fisher weilt auch nicht mehr unter uns. Möge die Macht mit dir sein, Leia!

Eine ganze Menge Promis weniger, vielleicht mehr, als man auf dem Schirm hatte, und es waren noch viel mehr, ich habe jetzt einfach mal diese heruasgepickt, weil es Leute sind, mit denen ich mich, wieso auch immer, zumindest mal beschäftigt habe, viele davon habe ich gemocht. Und ich? ich bin 2016 die Antwort geworden, zumindest laut Douglas Adams. Und was machen die Amis? Die wählen Donald Trump! Na, happy new year, sag ich da nur.

Okay. Trübsal blasen ist nicht. Eben hat es geschneit der erste Schnee ich freu mich drüber, auch wenn viele fluchen. Schnee gehört dazu. Ist schließlich Winter. Genauso wie Spielen zum Leben dazugehört. Es geht weiter, das Spielen geht sowieso weiter, und ich bin gleich auf dem Spielemarathon in Mülheim, und Ende der Woche auf der Morpheus in Herne zum Spielen. Vielleicht sieht man sich.

Jede Menge bunte Plättchen

Tintas

Schon seit mehreren Jahren rezensieren wir hier immer wieder sehr schöne kleine Spiele meist für 2 Personen des Verlages Gerhards Spiel und Design. Diese zeichnen sich stets durch sehr hochwertiges Material in einer sehr schlichten Verpackung aus, wie auch durch ein eigentlich einfaches Spielprinzip, das aber sehr viele Möglichkeiten offenlässt.

So ist das auch bei Tintas und irgendwie verwundert es mich, dass keine spanische Spielanleitung beiliegt, bedeutet das Wort doch nichts anderes als Farben auf Spanisch. Und um Farben geht es auch man möchte Spielplättchen der möglichst selben Farben einsammeln (und diese nicht dem Gegner überlassen).

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Retten wir doch mal den Rock

Metal Heroes and the Fate of Rock

die Welt rettet doch sowieso schon irgendwer, oder? Wieso also nicht mal Gute Musik retten gerade im Jetzt, wo man alle Nase lang mit irgendwelcher akustischer Vergewaltigung zugedröhnt wird, eigentlich eine gute Idee.

Diese Idee wurde von Swen Harder zu einem wirklich umfangreichen Spielbuch verarbeitet erschienen ist es bei Mantikore, und nun wirds auch noch multimedial – dem Buch liegt eine CD bei, und die enthaltene Musik spielt in der Story sogar eine entscheidende Rolle.

Nun das Prinzip der Spielbücher kennen die meisten ja und man zeige mir mal einen Rollenspieler, der Metal bzw Hard Rock nicht zumindest mag (mag es geben, ist aber eher die Ausnahme). Das hatte sich wohl auch der Autor gedacht, als er dieses Epos zusammengetextet hat.

Wie berichte ich euch also nun, was euch in diesem massiven Wälzer erwartet, ohne zu spoilern schwer genug, ein paar kleine Details dürfen es schon sein, um es euch schmackhaft zu machen, denn es macht Spaß, insbesondere wenn man wirklich etwas für Metal übrig hat. Man spielt einen älteren Metalhead, der noch die gute alte Zeit kennt (irgendwie mußte ich da auch an früher denken he, mein erstes Metalkonzert, das war Dio, und Warlock als Vorgruppe frühe 80er meine ersten eigenen Scheiben waren die beiden Keepers von Helloween ah, diese Nostalgie), und der durch na, sagen wir mal ungewöhnliche Umstände in die Lage gerät, eine junge, aufstrebende Band ein wenig zu na, sagen wir mal lenken.

Dementsprechend steuert man die Bandmember, die alle unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten haben, durch die verschiedenen Kapitel (die in die üblichen Abschnitte mit Nummern unterteilt sind). Ab und an müssen die Bandmitglieder auch mal beweisen, wie gut sie in irgendetwas sind, und nach und nach entwickeln sie sich auch aber so wie sie besser werden, bekommen sie auch hin und wieder Star-Allüren (wie heftig das ist, kann man über drei verschiedene Schwierigkeitsgrade spielen ich empfehle euch, spielt es auf Freak, oder zumindest Rocker).

Das besondere dieses Mega-Werks ist die beigelegte CD. Diese sollte man nämlich in einen Player einlegen und bestimmte Tracks dann abspielen, wenn man dazu aufgefordert wird. Und das ist nicht nur eine schöne musikalische Untermalung das ist vor allem auch eine Informationsquelle, denn man bekommt oft eine Frage zum entsprechenden Stück gestellt, und kommt mit deren richtiger Beantwortung den (oft entscheidenden) Schritt weiter. Und diese kleine Scheibe hat es in sich schöne Stücke zB von Alestorm, Huntress, Delain, Cavalera Conspiracy oder Grave Digger bringen schon die richtige Atmosphäre, also hier mal ein Spielbuch, das alle Sinne anspricht.

Im Verlauf der Story lernen die Metal Heroes (na, dass die Band sich so nennt, konntet ihr euch ja nun denken) immer mehr unterschiedliche Stilrichtungen des Metal, sowie auch neue Songs, und aus diesen darf man dann auf verschiedenen Auftritten die Setlist zusammenstellen wenn es gelingt, den Geschmack des Publikums zu treffen, wächst natürlich die Fanbase, und die braucht man spätestens zum Schluss denn dass die Welt nicht genug ist, wusste schließlich schon James Bond.

Der Schreibstil des ganzen Werks ist schön schmissig, ein Klischee jagt das nächste, und dementsprechend hat man auch einiges zu lachen. Man fühlt sich nachher wie in einem Cocktail aus Waynes World, School of Rock, etwas Hellboy und vielleicht auch einem Schuss from dusk til dawn zumindest was den oft schrägen Humor angeht, und tourt mit jedem Kapitel weiter in der Weltgeschichte in noch größere Skandale und Katastrophen oder auch größere Erfolge (letzteres wäre natürlich wünschenswert). Zumindest sollte man es irgendwie verhindern, dass den Jungs eine Sicherung durchbrennt wäre für die Band wirklich hinderlich

Die Illustrationen sind wieder gut gelungen Fufu Frauenwahl, der ja schon vorher mit Swen Harder zusammengearbeitet hat, leistet ganze Arbeit, und auch die Artwork darf nicht einfach überblättert werden es gibt Hinweise, die für die Story sehr wichtig sind so muss man das ein oder andere Detail erkennen. Auch ist es sicher nicht verkehrt, von Metal und Hard Rock zumindest Ahnung zu haben an einer Stelle gibt es zB en Quiz, das mir zwar leicht gefallen ist, aber das liegt eben an der Kenntnis der Materie Rock und Metal. Hinweise zu den richtigen Antworten gibt es in der Realität, nicht unbedingt im Buch (obwohl man das ein oder andere draus lernen könnte).

Insgesamt ein ziemlicher Spaß. Und für den Metaller, der schon alles hat, aber gerne rollenspielt vielleicht sogar ein gutes Weihnachtsgeschenk. Mir hat die Tour mit den Jungs jedenfalls mächtig Spaß gemacht. Und dementsprechend sollten auch andere Metalheads daran teilhaben erhältlich ist es am einfachsten über den Manti-Shop des Verlages.

Hersteller Mantikore
Autor Swen Harder
Illustrationen Fufu Frauenwahl
Denken RPG (8)
Glück RPG (1)
Geschicklichkeit RPG
Preis ca. 19,95 €

Metal Heroes and the Fate of Rock bei Amazon

Stadt Land Gurkensalat auf Speed

Speedy Words

Stadt-Land-Fluss ist sicherlich so ziemlich jedem bekannt, oftmals als Pausenfüller aus Freistunden, von Klassenfahrten oder eben einfach so. Dieses an sich relativ simple Spielprinzip greift nun Speedy Words aus dem Schweizer Verlag Game Factory auf.

Wie schon in der jüngeren Vergangenheit bekommt man auch hier ein kompaktes, kleines Spiel in einer hübschen, handlichen Blechdose, die sich aufgrund der Größe auch gut mitnehmen lässt praktisch, denn Speedy Words ist ein Zwischendurchspiel für durchaus größere Gruppen, die gerade einmal ein paar schnelle Partien durchzocken wollen.

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SPIEL Tag 4 und Nachbetrachtung

Escape Rooms, Piraten, Stoffwechselendprodukte und ein leicht bitterer Nachgeschmack
spiel-2016
Ja, wir haben überlebt… so hörten sich viele Besucher der diesjährigen SPIEL an, sei es nun, weil sie in einem der verschiedenen Escape Room Spiele mitgespielt haben, oder weil sie schlicht dem großen Gedränge entkommen waren. Die Verkehrsbetriebe hatten ihre liebe Mühe gehabt, der Meute Herr zu werden; am Donnerstag hatte es an den Parkhäusern massive Staus wegen technischen Problemen an den Schranken gegeben, und – natürlich war es wieder alles mehr geworden, die Fläche, die Zahl der Aussteller, die Neuheiten, die Zahl der beteiligten Länder – die diesjährige SPIEL hat so ziemlich alle Rekorde mal wieder getoppt, und der Merz-Verlag hat das alles gewohnt professionell unter einen Hut bekommen.

Neben den schon erwähnten Escape Rooms hat sich diesmal die Thematik „Piraten“ bei vielen Anbietern breitgemacht, und in ganz unterschiedlichen Genres Fuß gefasst – sei es ob man eine Piratenmannschaft organisieren soll, Beute aufteilen möchte, oder was auch immer sonst. Das Kuriosum sind sicherlich die Spiele mit einem recht anrüchigen Thema – obwohl Noris ja weiß, dass Geld immer noch nicht stinkt, gibt’s mit „Scheiß drauf“ gleich eine weitere Ladung, und wo bei unseren japanischen Freunden gefragt wurde „Who soiled the toilet?“ – finden sie die Antwort vielleicht bei „Kacke – das Spiel“ (Breaking Games).

Weniger schön ein Ereignis vom Samstag: Bei Ludicreations wurde die Kasse samt Tageseinnahmen entwendet. Kurzerhand wurde schnell ein kleines Spiel mit dem Namen Steal this game auf Kickstarter gesetzt, und schon finden sich solidarische Spieler, um bei der Verlustminimierung zu helfen – worüber sich der eher kleine Verlag sicherlich freut.

Was auch ungewohnt auffiel: Bei einigen „Großen“ blieben manche Tische leer, sogar am Samstag, wo die Messe an sich extrem überlaufen war. Dafür staute es sich bei kleineren Verlagen, und die Spieler gaben sich den Stuhl quasi in die Hand. Wie kommt sowas? Einige entsprechende Fragen an die Besucher bestätigen den ersten Verdacht: Es kommt wohl zu oft vor, dass die örtlichen Erklärbären der Großverlage selbst kaum Ahnung vom Spiel haben – und darauf hat das Publikum keine Lust, und zieht weiter zu besser geschulten Erklärern, die sie bei kleineren Häusern leichter finden. Vielleicht ist da mal ein wenig mehr Einarbeit erforderlich als bisher…

Positive Neuerung war sicherlich die Möglichkeit des Paketversands – die Standcrew dort hatte mehr als genug zu tun, und hat schon angekündigt, im nächsten Jahr mit einem größeren Stand und auch mehr Personal aufzuwarten. Auch eher positiv fiel die einigermaßen zivile Preisgestaltung bei der Verpflegung auf – den ein oder anderen Ausreißer nach oben mochte es geben, aber dafür, dass es hier um eine Messe geht, waren die Preise durchaus erträglich (den Anbietern scheint es klar geworden zu sein, dass Spieler eher hungern als so viel Geld auszugeben, dass sie sich dafür ein neues Spiel leisten könnten).

Mein persönliches Fazit: Viel neues, und trotzdem habe ich keine neuen Füße (obwohl mir die sicher gut getan hätten), dank der „Einzelspielervariante“ dementsprechend auch Muskelkater in den Armen von der Schlepperei; freundliche, patente Japaner, spaßige, etwas überrumpelte Kanadier, überraschende Kolumbianer, gewohnt lustige Finnen und sogar ein Spiel aus Aserbaidschan. Außerdem an dieser Stelle in Roachs Namen ein herzliches Dankeschön für die vielen Genesungswünsche, wir wollen hoffen, dass unsere beliebte Kakerlake bald wieder mit von der Partie ist.

In diesem Sinne – wir sehen uns, sei es auf einem Spieletreffen, oder auch auf der nächsten SPIEL – die nächstes Jahr erst verhältnismäßig spät stattfinden wird, den Herbstferien sei Dank.

SPIEL Tag 3 – Big Players und ausverkaufte Titel

…und wieder ein Besucherrekord gebrochenspiel-2016

Menschentrauben – das war schon am Bahnhof ein Eindruck, der schon eine Stunde früher als Freitag entstand. Die Essener Verkehrsbetriebe versuchten das ein oder andere per Sonderzug auszugleichen, aber der Andrang ließ einfach nicht nach – kein Wunder, dass es auf der SPIEL selbst dann größtenteils ähnlich aussah.

Für mich waren diesmal hauptsächlich die Hallen 3 und 4 dran – In der 3 finden sich vor allem die großen Stände der Szenegrößen, und ein paar kleinere Verlage am Rand; die 4 ist eine eher kleine Halle, in der sie Verlagsmischung wirklich recht bunt ist. Und natürlich galt es auch noch den ein oder anderen zu erwischen, der bisher nicht erreichbar war – resultiert natürlich in viel Lauferei.

– Für „zwischenmenschliche Interaktion“ der etwas anderen Art sorgt Bohéma aus Ungarn (6-C-127); Schmuse-Duell ist ein Partnerspiel, wohingegen „Die Partykracher“ sich wohl am besten auf einer solchen spielen lassen.

– bei Incorporated (7-G-111) Geht es um Global Players im Hintergrund, die versuchen, die Wirtschaftswelt ein wenig zu steuern und dabei möglichst viel Geld zu machen), dabei aber die Weltpolitik auch nicht aus den Augen lassen sollten.

– BeWitched (3-M-106) hat ein kleines Upgrade zu Hossa am Start – „Hossa op Kölsch“. Direkt nebenan bei 2F (3-M-108) finden sich dieses Jahr mit Fabelsaft, Futschikato und der Kartenspielversion zu Funkenschlag drei Neuheiten ein.

– Drei Hasen in der Abendsonne präsentieren drei Spiele in Halle 3 (3-G-101) – zB das Deduktionsspiel Gauner raus, das mich von der Deduktionsidee ein wenig an Galaxis als Kartenspiel mit Block erinnert; bei „Länder toppen“ muß man mit Ländern der Welt, oder vielmehr ihren Daten, quasi ein wenig pokern, um damit in bester Trumpf-Quartett-Manier in den unterschiedlichen Kategorien zu gewinnen – aber man setzt eine ganze Reihe Länder, bevor man vergleicht.

– Viele Neuheiten gibt es auch bei Blackrock aus Frankreich (3-O-104 und 3-O-111); bei „Chimere“ versuchen die Spieler, ebensolche zu züchten; Haru Ichiban ist ein Zweipersonenspiel, in dem es um Wasserlilien geht, und bei Bubblee Pop versucht man, in Candy Crush Manier bunte Blasen zu zerploppen – ebenfalls ein Zweispielerspiel.

– franjos (3-M-104) Hat mit „Donkey Derby“ eine Neuauflage des 80er Jahre Klassikers „Favoriten“ neu im Programm.

– Der Schweizer Verlag Game Factory (3-F-111) hat eine ganze Palette Neuheiten aufgefahren, die sich alle eher schnell spielen lassen, aber deutlich mehr Anspruch haben als man auf den ersten Blick meint – Bei Match Madness versucht man, mit Symbolen bedruckte Quader schneller richtig anzuordnen als die Mitspieler, um ein bestimmtes Muster zu erzeugen, aber es gibt immer nur eine Lösung; Macroscope erweckt bei Kindern der 70er und 80er Jahre Erinnerungen an „Dalli-Klick“. Tripolo erfordert Schnelligkeit, und zwar sowohl der Hände als auch der Gedanken (und entsprechende Konzentration), und Top Face strengt die Gesichtsmuskeln an, denn hier geht es darum, Grimassen nachzustellen – und diese dann auch richtig zu erraten.

– Beim Kneipen-Quiz (moses-Verlag, 3-M-115) müssen die Spieler als Team beweisen, dass die fiktiven Mitbewerber wirklich solche Flaschen sind, wie sie auch aussehen, indem sie die durchaus kniffligen Fragen möglichst richtig beantworten.

– Medusa Games (6-C-117) fordert in „Nine Worlds“ die Herrscher der verschiedenen Welten der nordischen Mythologie auf, diese gegen die jeweils anderen zu verteidigen. Das Spiel macht grafisch schon mal einiges her.

– Werde der neue Zar ist ein Angebot, das Waldemar Kutsch den Spielern an Stand 4-A-107 macht – er beschreibt das Spiel selbst als ähnlich den Siedlern von Catan, mit einem Schuß Risiko und noch ein paar eigenen Ideen. Auf jeden Fall wird hier mit 3 Würfeln gewürfelt, woher die Ressourcen kommen – also sind die 10 und die 11 statistisch am lukrativsten.

– Ninja Arena (2 mt games, 4-B-125) präsentiert die erste kleine Erweiterung – und kann sich über mangelnden Andrang sicher nicht beklagen. Die Traube um den Stand ist enorm, und die Probespiele dauerbesetzt. Daß nächstes Jahr ein größerer Stand her muß ist sicher. Und da die erste Version ausverkauft ist, ist der gerade laufende Kickstarter die beste Möglichkeit für Neueinsteiger, sich die Ninjas nach Hause zu holen.

– Wizards and Unicorns von Steamdeer (6-B-121) liegt zwar erst als Prototyp vor, aber lange dauert es nicht mehr bis zum offiziellen Release dieses Spiels um einen Wettbewerb um Fans im Fantsy-Reich – der Kickstarter ist frisch gestartet und auf ebendieser Plattform zu finden.

– Henning Poehl von Sphinx (3-J-100) wandelt diesmal ein wenig auf Cthulhus Spuren und hat ein passendes Spiel herausgegeben – Iäh Cthulhu Fthaghn, sag ich da nur. Die Auflage des hübschen Würfelspiels ist limitiert und numeriert.

– Deer Lord (6-C-123) vom gleichnamigen Verlag kommt aus Belgien und ist ein interaktionsreiches Spiel für größere Gruppen, das stellenweise ein wenig an „Erwischt!“ erinnert, aber nicht nur Aufgaben, sondern auch Duelle beinhaltet. Man versucht, die Karten mit den Aufgaben loszuwerden, ohne dass die anderen merken, dass man hier Aufgaben erfüllt. Neben dem Startset gibt es auch Erweiterungen für unterschiedliche Spielertypen – introvertiert, extrovertiert und „enge Freunde“.

So…
Das war zumindest der letzte Frühstücksüberblick – der Finaltag und ein Abschluß folgen. Ich werde mich Heute noch ans „Reste einsammeln“ machen, und den ein oder anderen Termin wahrnehmen – und mich wieder ärgern, dass die SPIEL zwar größer, aber die Tage nicht länger werden. Vielleicht sehen wir uns nachher…