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Alles wieder eingesammelt

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SPIEL 2017 Tag 4 – und Fazit

So. Alle wieder zuhause (hoffentlich – den Bahnlautsprechern nach gab es zumindest in Richtung Norden und Osten so einige stürmische Probleme), alles verstaut und ausgeschlafen – deshalb kommt dieser Kommentar auch nicht zum Frühstück, sondern eben jetzt. Langsam merke ich meine Füße wieder als etwas anderes als Schmerz, und meine Stimme kommt auch zurück – gestern Abend war die eher auf Reibeisenkurs…

Der Sonntag war gefühlt deutlich voller als die letzten Jahre, offenbar hatten es recht viele Schnäppchenjäger auf die dann oft reduzierten Restbestände insbesondere internationaler Anbieter abgesehen. Dementsprechend gab es kurz vor Feierabend doch noch eine Reihe Ausverkäufe – die Verlage freut es sicher.

Auch für uns ist der Sonntag im Prinzip der „Tag des Einsammelns“ – zum Beispiel von Demo-Spielen. Gerade kleinere Verlage, die sich eher schwer damit tun, uns ein Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung zu stellen, können diese Möglichkeit nutzen. Solange das Spiel komplett ist, nehme ich auch gerne ein schon genutztes Exemplar, es hat sogar damit schon einen Test absolviert, nämlich den der Materialhaltbarkeit, kaum etwas strapaziert das Material mehr als eine komplette SPIEL.

Noch ein paar besondere „Fundstücke“ vom letzten Tag: „World Control“ ist ein recht satirisches (und vielleicht erschreckend realistisches?) Brettspiel um eben das – die Weltherrschaft. Kommentar des österreichischen Autors: „Die Idee hatte ich schon länger, und die Welt ähnelt dem immer mehr – da dachte ich es wäre mal an der Zeit…“

Den „Kampf gegen das Spießertum“ sagt der Schweizer Verlag Kampfhummel an – in einem sicherlich nicht sonderlich politisch-korrektem Spiel finden sich eine Menge Karten, Das Spielprinzip erinnert an Cards against Humanity oder BAM!, und viele Texte sind vor allem aktuell.

Dragon Legion / Smirking Dragon präsentieren mit „Gefährliche Geheimnisse“ ein Einsteiger-Rollenspielszenario mit einer „Automatikspielleitung“ in Form von Ereigniskarten vor einem Szenario, das die Reformation thematisiert (in einer fiktionalen, aber an die Realität angelehnten Welt).

Insgesamt war diese SPIEL mal wieder ein Rekord in so ziemlich jeder Hinsicht – sie bricht jedes Jahr wieder ihre eigenen Rekorde, das hat schon Tradition. Positiv ist aufgefallen, dass die „Freßbuden“ größtenteils abseits der Stände, meist an Knotenpunkten der Hallen aufgestellt waren – dadurch standen deren Warteschlangen nicht, wie sonst oft, im Weg herum. Auch waren die meisten Gänge gefühlt etwas breiter als zuvor, zumindest schien es weniger Engstellen zu geben.

Was noch etwas verbesserungswürdig wäre, ist die „thematische“ Anordnung der Stände. Der SPIEL-Besucher ist nun einmal kein Supermarktunde, sondern sucht meist eher gezielt, und ist irgendwann doch etwas genervt, an einer Reihe für ihn „uninteressanter“ Stände vorbei zum gesuchten Produkt zu kommen. Stellenweise klappt das doch – wieso nicht insgesamt? Es würde auch zu weniger „Querverkehr“ und Imwegstehern führen…

Ein Kompliment auch noch mal an die Essener Verkehrsbetriebe – die Sondertaktung der U-11 und die Ansagen des Personals an den Bahnsteigen waren sehr gut organisiert. Da die SPIEL jedes Jahr weiter wächst war das auch nötig – weiter so!

Und dann noch in eigener Sache ein „weiter so“ an unsere Lieblingskakerlake. Einige haben ihn ja auf der SPIEL gesehen – Roach geht es schon deutlich besser. Diesmal war er zwar größtenteils noch mit Rollstuhl unterwegs, aber er kann schon wieder – langsam und vorsichtig – gehen. Hoffen wir einfach, dass die Genesung weiter so gut verläuft.

In diesem Sinne… nun geht es ans Testen… unseren Lesern an dieser Stelle ein schönes Sammain, Halloween oder meinetwegen auch Reformationstag – meine Kürbislaterne steht schon auf der Fensterbank.

Gedränge, Zoll und Ausverkäufe

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SPIEL 2017 – Tag 3


Wie üblich war der Samstag einmal wieder der vollste Tag – und das fiel auch trotz der etwas besseren Aufteilung auf, die zwar mehr Raum ließ, aber da der deutsche Zoll ja mit von der Partie war, und manche Anbieter erst jetzt ihre Ware bekamen (immerhin – manche werden sie während der Messe gar nicht mehr bekommen), und diese dann natürlich irgendwie an den Stand musste… es wurde stellenweise doch sehr „kuschlig“.

Auf der anderen Seite werden die Ausverkäufe natürlich auch schon mehr – für internationale Verlage aufgrund der Transportkosten natürlich wünschenswert, für die Spieler, die vielleicht nur knapp zu spät kommen, natürlich etwas frustrierend. So beispielsweise der Fall beim russischen Verlag Hobby World (1-E-151) – von drei Neuheiten nur noch eins am Stand, und davon noch ganze drei Exemplare… aber Demospiele gibts natürlich noch.

So manche interessante Neuheit entdeckt man übrigens mehr zufällig aufgrund der thematisch doch etwas chaotischen Mischung. So fand ich ganz am Rand der Halle 6 (6-E-103) Heropath von Unique-Games aus Israel. Die Prototypen sahen sehr vielversprechend aus, und der Kickstarter geht im Anschluss an die Messe los – mit Goodies, die man sich als Messebesucher sichern kann. Das Spiel ist eine Kombination aus Fantasyspiel mit Charakterentwicklung und Eurogame, und kann mit sehr schöner Grafik und Material aufwarten.

Metal Mania von Petard Troll aus Frankreich (6-I-118) begegnete mir im wahrsten Sinne des Wortes – auf dem Freigelände, wo der zugehörige Metalhead gerade eine Rauchpause machte. Hier geht es darum, eine Metalband zusammenzustellen und zu managen.

Bei Dream Catchers von Play Nation (2-C-106) aus Singapur geht es um träumende Kinder – die Spieler versuchen, Alpträume von diesen fernzuhalten. Ein kooperatives Spiel mit sehr schöner Grafik und einem niedlichen Thema.

Ebenfalls um Träume geht es bei Somnicum von Gaga Games aus Russland (1-C-147). Hier ist der Sandmann verschwunden, und die Spieler versuchen, Träume zu rekonstruieren – was einfacher klingt als es sich wohl nachher darstellt.

Taiwan Boardgame Design (7-D-108) ist ein Zusammenschluss vieler Taiwanesischer Verlage mit sehr unterschiedlichen Spielen. Aus diesen sind mir besonders Emperor S4 Technology mit mehreren Kartenspielen wie auch The Wood Games (ebenfalls Karten) aufgefallen.

Capstone (7-H-103) ist ein Verlag aus Hong Kong, bei dem es unter anderem mit Hida-Furukawa ein Kartenspiel gibt, bei dem man versucht, in einer Stadt der Edo-Zeit die richtigen Geschäfte zu errichten, um der erfolgreichste Händler zu sein.

Bei Tar’Aram (Spieltrieb, 2-C-128) geht es um ein archäologisches Wettrennen von Forscherteams im alten Ägypten – es darf getrickst werden, und Rücksicht ist hier definitiv fehl am Platze. Es müssen Hindernisse in Form von Skarabäen beseitigt werden – die dürfen dann ja gerne jemand anderem im Weg stehen…

Bei Carthago (Game’s Up, 1-F-133) geht es um Schiffe und deren Fracht im gleichnamigen Hafen – ein Spiel für Opportunisten, die aus der aktuellen Situation jeweils das beste für sich herausholen wollen.

Bei Cover Me von Jumping Turtle aus Belgien (6-H-108) repräsentieren die Spieler Modelagenturen, die versuchen, das richtige Model auf Magazincover zu bekommen – es geht darum, genau das anbieten zu können, was gerade gefragt ist.

So… und in diesem Sinne auch heute wieder einen guten Appetit zum Frühstück von meiner Seite aus, es wartet der letzte Messetag… sie ist immer viel zu schnell vorbei. Ich werde auf jeden Fall noch einiges einsammeln müssen, und ob man wirklich „alles“ mitbekommt… wir versuchen ja unser möglichstes. In diesem Sinne, auch heute wieder viel Spaß in Essen!

Crowdfunding wohin man sieht

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SPIEL 2017 – Tag 2

Crowdfunding, Kickstarter, alles keine unbekannten Begriffe im Spielesektor. Mittlerweile sogar eher Standard – sogar bei einigen der wirklich „Großen“ der Branche, bei kleineren, neuen Verlagen sowieso. Und dementsprechend oft sieht man auf der SPIEL Präsentationstische mit recht weit gediehenen Prototypen, deren Kickstarter gerade läuft oder bald startet. Nutzt diese Gelegenheit, euch die Projekte live anzuschauen, besser geht es für den potentiellen Kunden nicht… so zum Beispiel „Gamebags“, beidseitig verwendbare Spiele im Beutel mit Halbedelsteinen als Material (erinnert einen irgendwie an die großen Geschwister der Hiku-Spiele), die noch gefunded werden müssen… (Elements of Games, 8-B-103).
Schon erreicht hat sein Ziel Tsukuyumi von King Racoon Games (6-C-122) – noch läuft allerdings der Kickstarter, und man kann am Prototypen schon viel erkennen und ausprobieren (und wer wollte noch nicht mal mit einem abgestürzten Mond spielen – ein Strategiespiel ohne Würfel, das Spielprinzip ist erfrischend innovativ).

Ebenfalls noch gefunded werden soll ein kooperatives Spiel, wo es um Kinder geht, die sich nicht in Monster verwandeln wollen – recht mysteriöses, grusliges Thema, schöne Miniaturen und eine Magnettechnik wecken hier das Interesse – das ganze bei AlterEgo Games aus Italien. Unter dem Label CosplaYou vertreibt der Verlag bereits realisierte Spiele – zB Sushi War, ein Spiel, bei dem man mit Eßstäbchen Würfel dreht oder auch gegen die Spielwürfel der Gegner wirft.

Kleiner Wermutstropfen für die Fans von Of Dreams and Shadows: Die Erweiterung hängt beim Zoll fest und wird während der SPIEL nicht mehr in Essen ankommen… dafür liegt bei Greenbrier eine Liste aus, damit Interessierte sofort Bezugsquellen erfahren. Außerdem gibt es am Stand (2-D-144) mit Folklore ein gothic-angehauchtes Miniaturenspiel mit Rollenspielelementen – sich weiterentwickelnde Charaktere in verschiedenen Szenarien werden durch schön detaillierte Figuren dargestellt.

Bei Mantikore (6-C-124) Gibt es eine Abenteuerkampagne für Game of Thrones, wie auch neue Spielbücher, unter anderem den vierten und letzten Band der überarbeiteten Sorcery! Reihe. Eine weitere – langerwartete – Neuauflage aus dem Rollenspielsektor ist die 3. Auflage von Arcane Codex (Nackter Stahl, 6-I-116) – 480 Seiten Hardcover sehen nicht nur gut aus, sie haben auch gehörig Inhalt.

Mit Hypnose beschäftigt sich das gleichnamige Spiel von Okus (6-D-109) aus Belgien. Der Designer ist professioneller Hypnotiseuer, aber keine Sorge – es wird dabei nicht wirklich hypnotisiert (am Stand aber schon, wenn ihr wollt).

Ein wirklich buntes Potpurri an Neuheiten gibt es bei Breaking Games (7-D-102) – unter anderem mit „Fake News“ sicherlich ein paar „Antworten“ der amüsanten Sorte, wie sie Mr Trump wohl weniger gerne hören würde…

Festival ist ein Brettspiel, in dem es um ein solches geht, und die Spieler verschiedene Aktionsaufgaben wie Pantomimen, Beschreibungen usw erfüllen müssen, um den begehrten Backstagepass zu erhalten – zu finden in Halle 8 (8-B-125).

Und einen wirklich „anderen“ Humor bietet „Don’t drop the Soap“ – der Name sollte erklären, was man tunlichst nicht tun sollte, denn die Mitspieler in diesem kleinen Kartenspiel sitzen im Knast… also jubelt die Seife lieber den anderen unter. Probespielen möglich bei Lemuria (2-B-104) aus Dänemark.

Wo werde ich mich heute so herumtreiben? Unter anderem in asiatischen Gefilden, da habe ich heute den ein oder anderen Termin (und interessante Spiele gesehen), Aber auch ansonsten „mal schauen“. Die Messe ist dieses Jahr innerhalb der verschiedenen Spiele schon ein wenig chaotischer als die letzte, aber Spaß macht es trotzdem (über ein paar neue Füße wäre ich allerdings schon jetzt dankbar).

In diesem Sinne angenehmes Frühstück, und – vielleicht sehen wir uns auf der Messe!

Buntes Durcheinander

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Spiel 2017 – Tag 1

Donnerstag ist bei der SPIEL normalerweise der Tag der „Exotenjäger“, die vor allem an (meist ausländischen) Neuheiten interessiert sind, die nur in geringer Stückzahl vorrätig sind – dementsprechend ist dann an entsprechenden Ständen auch der Andrang. Allerdings war – vom Türöffnen abgesehen – das allgemeine Gedränge und Geschiebe gefühlt etwas weniger extrem als letztes Jahr, obwohl die Besucherzahl nicht geringer ist. Liegt es vielleicht an der Aufteilung? Positiv ist aufgefallen, dass vor allem die „Freßbuden“ an einigen Stellen konzentriert stehen, nämlich meist an den Hallenübergängen, was dazu führt, dass deren Warteschlangen nicht allen anderen im Weg sind. Auch sind die Preise hier für Messeverhältnisse einigermaßen zivil – für 5 € kann man ganz unterschiedliche Essen bekommen. Dessertempfehlung: Dänisches Softeis, am Rand der Halle 2.

Die sonstige Aufteilung ist teils „traditionell“, aber auch teils überraschend; es gibt wieder Länder-Pavillons, zumindest von einigen Ländern, aber manche Verlage leisten sich mittlerweile eigene Stände, wenngleich diese auch ein wenig geographisch geordnet sind. Manche „alte Bekannte“ findet man aber an ungewohnten Stellen – wieso? Nun, weil der angestammte Platz einfach schon weg war (und zB Halle 1 gefühlt „Halle Asmodee“ ist). Die meisten „Großen“ finden sich nach wie vor in Halle 3, viele neue, vor allem internationale Verlage in der 7 und der angrenzenden 8, die 2 ist ein sehr bunter Cocktail. Hier ein paar Eindrücke vom Donnerstag:

Bei Zacatrus (7-D-118) aus Spanien gibt es – neben Popcorn – Spoilers, ein Spiel um eine ganze Menge B-Movies. Quasi „nebenan“ bei Game Brewer aus Belgien (7-F-114) gibt es unter anderem eine sehr fordernde Pixie Queen – und Chimären, die sich als Arbeiter platzieren lassen.

Freod Games (7-C-119) ist ein Verlag aus Australien, dessen Markenzeichen runde Karten sind – die Spielethemen und -mechaniken sind sehr unterschiedlich. Die Spiele wissen vor allem mit sehr schöner Artwork zu überzeugen.

Bei Mogel (7-J-111) versuchen Ritter von mehr oder weniger trauriger Gestalt, sich eine möglichst taugliche Rüstung zusammenzusuchen – wer das nicht schafft, geht unter Umständen in Unterhosen zum Turnier.

YAY Games (7-F-123) aus Großbritannien hat dieses Jahr zwei endgültige Versionen von Ominoes am Stand – letztes Jahr gab es da nur den Prototypen zu bestaunen. Das Endprodukt kann sich sehen lassen.

Der kroatische Verlag Exevio (7-M-110) bringt mit „Drinkagon“ ein Spiel, das das Trinkspiel mit Strategie koppelt – also kein Wettwürfeln oder -kreiseln wie bei vielen anderen Spielen dieses partylastigen Genres.

Drei Hasen in der Abendsonne (3-G-101) präsentieren eine Neuheit, die ein wenig an Stille Post extrem erinnert – aber mit weit verrückteren Motiven. Das ganze nennt sich „Mutabo“ – der Lateiner versteht „ich werde verwandeln“.

Bei Adlung (3-E-115) gibt es zwei neue Zoos für Manymals (Helenabrunn und Stuttgart), sowie mit „112 Brandgefährlich“ ein recht „feuriges“ Spiel.

Viel Andrang gab es erwartungsgemäß bei „Clans of Caledonia“ von Karma Games (2-F-107) – genug, dass der Tagesvorrat alsbald vergriffen war. Zum Glück kommen heute und Samstag noch weitere Spiele, der Anbieter hatte nicht alle gleichzeitig am Stand. Wie lange diese allerdings reichen ist fraglich – wer sich eigene Schotten organisieren will, sollte sich beeilen.

Für heute ist ein musikalischer Programmpunkt angekündigt: Shadows of Esteren in Concert, ab 16 Uhr im Saal Europa. Ein Ticket kostet 10 €.

So… euch erst einmal wieder ein angenehmes Frühstück… ich mache mich bald wieder auf den Weg… was steht heute an… voraussichtlich hauptsächlich „die 6“, und – ich bin nicht mehr so alleine… unsere beliebte Kakerlake mischt wieder mit, wenn auch noch nicht mit voller Kraft, aber immerhin.
In diesem Sinne – Viel Spaß auf der Messe, vielleicht sehen wir uns!

SPIEL ’17 Tag 0 – Vorglühen, und weitergeführte Trends

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Messerundgang am Pressetag

Man merkt dass wieder Oktober ist – Die Stadt Essen wird einmal wieder überlaufen, und wie wir auf der Pressekonferenz erfahren haben, wird die U-Bahn-Frequenz noch einmal verdoppelt, da wieder mit größerem Besucherandrang zu rechnen sei, wie die Messe letztes Jahr eindrucksvoll bewiesen hatte…

Wie – Messe? Na was denn… die SPIEL natürlich. gut 1100 Anbieter aus 51 Ländern präsentieren in den Hallen 1-8 dieses Jahr wieder eine Menge Neuheiten, wie gewohnt ist es wieder mal mehr geworden. Exoten? Aber sicher – zum ersten Mal ist Saudi-Arabien vertreten, aber auch mit Jordanien und dem Iran finden sich Verlage aus dem mittleren Osten, die wir bisher noch nicht kannten. Natürlich gibt es aber auch wieder jede Menge „alter Bekannter“, wenn auch teilweise mit neuem Logo (das von Asmodee hat sich dann doch sehr gewandelt).

Tradition hat – gerade bei den internationalen Gästen – auch wieder das „alles Preordered“ Phänomen. Grund dafür sind natürlich die teilweise wirklich horrenden Transportkosten; so sind zumindest bei drei Neuheiten bei Japon Brand (Sakura Hunt, Shinobi Just und Perfect Hotel) nur die vorbestellten Exemplare abzuholen – die anderen Neuheiten sind noch erhältlich, aber bei Stückzahlen von 30-100 empfiehlt es sich, schon heute dort vorbeizuschauen (7-D-100).

Wer letztes Jahr das Pech hatte, zu spät nach „Of Dreams and Shadows“ zu suchen – am Stand von Greenbrier (2-D-144) gibt es „Nachschub“, sowohl in Form von weiteren Exemplaren, als auch einer Expansion, und auch neuen Spielen. Neuheiten, die per aktuellem Crowdfunding gepusht werden können, findet man zB bei Dragon Dawn (2-F-131) – das Dungeon-Schwergewicht Perdition’s Mouth soll der Nachfrage wegen eine zweite Auflage bekommen, dafür gibt es zusätzlich die Erweiterung und einen siebten Charakter, die Kickstarter-Kampagne läuft seit Samstag.
Seit gestern läuft die Kampagne für Wattsalpoags (7-G-106) Neuheit Echidna – der Prototyp liegt zum Probespielen vor. Auch bei He does not throw dice (7-J-122) gibt es den Prototyp am Stand zum Ausprobieren (quod erat disputandum) – der Kickstarter beginnt heute.

Ansonsten setzen sich die Trends aus dem letzten Jahr sehr deutlich fort – die Escape Rooms boomen noch immer, werden noch erweitert (Noris bietet zum Beispiel eine VR-Variante mit Brillenpack für ein Smartphone – so erlebt man den Escape Room in 360 Grad). Die Piraten/Wikinger Thematik ist auch noch intensiver geworden, und – wer dachte das Thema Stoffwechselendprodukte sei schnell wieder verschwunden (womöglich im Klo?), wird feststellen, dass es sogar mehr geworden ist – diverse Spiele rund um kleine und größere „Geschäfte“ sind tatsächlich vermehrt in den Neuheiten zu finden. Da das auch irgendwo herkommen muss, ist es wohl wenig verwunderlich, auch eine ganze Reihe Neuheiten Mit dem Thema „Food“ zu finden – zum Beispiel die Sushi-Go-Party Version bei Zoch, oder Fold-It bei Goliath.

Krimi Total bietet diesmal keinen Mord, sondern einen märchenhaften Diebstahl an – ein Krimi-Spiel für 6 Kinder in märchenhaftem Ambiente. Bei Steffen-Spiele gibt es gleich vier Neuheiten, die allesamt in einer kleinen, handlichen Schachtel daherkommen und wie gewohnt hochwertiges Holz-Spielmaterial beinhalten, und aus einer eigentlich einfachen Idee ein anspruchsvolles Spiel machen.

Der neue Preis „innoSPIEL“ für das innovativste Konzept geht 2017 an „Magic Maze“, im deutschen Vertrieb bei Pegasus. In diesem kooperativen, schnellen Spiel auf Zeit ist wortloses einander Verstehen unter den Mitspielern essentiell, und Konzentration – da jeder nur ganz bestimmte Funktionen für alle Spielfiguren vornehmen kann und muss. Hier ist entsprechendes Timing und Konzentration gefragt.

In diesem Sinne – angenehmes Frühstück, und angenehmen Messestart… ich werde mich heute… ja wo treibe ich mich heute rum? Abgesehen von zwei Terminen visiere ich heute hauptsächlich die Hallen 2 und 7 an, mal sehen ob das auch so kommt.

Kegelpinguine

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Icecool

Der lettische Verlag Brain Games, der uns in den letzten Jahren immer wieder mit schönen neuen Spielideen überrascht hat, hat dieses Jahr endgültig den Vogel abgeschossen: einen flugunfähigen zwar (namentlich einen Pinguin), aber „Icecool“ ist tatsächlich (und meiner Meinung nach auch völlig zurecht) Kinderspiel des Jahres 2017 geworden. Dementsprechend ist es auch wenig verwunderlich, dass in Amigo ein deutscher Vertriebspartner gefunden wurde.

Das Thema ist insofern „eisig“, als dass das Spiel in einer Pinguinschule spielt, und diese natürlich auf Eisflächen errichtet ist. Die Pinguine sind aber alles andere als „brave“ Schüler, sondern vielmehr verfressen, und haben es auf ein paar extra Fische abgesehen.

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Bauchaos im Oval

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Die Baumeister des Colosseum

Solange das Colosseum steht, steht auch Rom – so sagten es die alten Römer. Aber dazu muss es ja erst einmal gebaut werden, und genau das ist die Aufgabe der Spieler in diesem Spiel von Schmidt.

Bis zu vier Spieler sollen die passenden Rohstoffe organisieren, die notwendig sind, die jeweiligen Bauabschnitte zu bauen. Den entsprechenden Fortschritt kann man recht hübsch auf dem dreidimensionalen Spielplan erkennen – und auch, dass es immer schwerer, sprich aufwendiger wird, weiterzubauen. Die Spielschachtel dient sogar als Sockel für den Bauplatz – und darin findet sich eine ganze Menge Material:

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Wüster Fluch

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Die Bilder des Isidor Necpla

Nach den Kurzabenteuern in den ersten beiden Urdapedias liegt nun mit dem 28seitigen Abenteuer „Die Bilder des Isidor Necpla“ das erste komplette Abenteuerszenario für Wolsung vor. Und ich bin mal wieder in dem Dilemma, wie rezensiere ich ein Abenteuer, ohne allzu viel über den Inhalt zu verraten…

Fangen wir einmal so an: Das Cover des Abenteuers zeigt eines der namensgebenden Bilder – denn dieser im Titel genannte Isidor dokumentierte eine Expedition, und das Titelbild zeigt deren Teilnehmer (minus Isidor, der hat ja das Bild gemacht). Und um diese Expedition – ins ferne Khemre – geht es auch in diesem Abenteuer, oder um das, was aus ihr wurde.

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Etwas andere Endzeit

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No Return Corebook

„Mal wieder Endzeit?“ war der erste Gedanke den ich hatte, als mich in Herne jemand ansprach und auf den Stand von No Return deutete. Endzeitsettings gibt es ja eine ganze Reihe, von vielen davon bin ich eher wenig begeistert (es gibt Ausnahmen, was bei mir vor allem dann der Fall ist, wenn man sich nicht wie in irgendeinem Zombiefilm vorkommt).

Nun also die Frage – ist dieses hier das sich No Return nennt eine solche Ausnahme? Der freundliche Mensch mit Mütze, der mir dieses Corebook in die Hand drückte, sagte, dass dem so sei, und ein erster Überblick überraschte auch eher positiv, also habe ich mich getreu unserem Motto „if it’s a game, we’re game“ drauf eingelassen, und – das hat sich gelohnt.

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Pantheon-Splitter

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Splittermond – Die Götter

Hier liegt mir nun ein Band vor, auf den ich schon sehr gespannt war, und der auf der letzten SPIEL dann endlich da war – wer auch einen Priestercharakter durch Lorakis führt, wird es sicherlich nachempfinden können. Zwar waren solche Charaktere schon von Beginn an spielbar, aber über ihren Hintergrund – insbesondere eben über die Götter, in deren Auftrag sie ja unterwegs sind – war nicht allzu viel veröffentlicht worden.

Inwieweit hat sich das nun mit diesem Band gebessert? Deutlich, würde ich sagen, wenn auch in bekannter Splittermond-Manier nicht total in Stein gemeißelt. Wie auch schon in anderen Publikationen wird auch hier dem Spieler wie auch dem Spielleiter eine ganze Menge Freiraum gelassen – etwas, was Splittermond-Spieler erfahrungsgemäß eher schätzen.

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