Tag Archiv für -dr

Es fährt ein Zug…

Game of Trains

(Vorbemerkung: ich muss mich entschuldigen, dass diese Rezension erst jetzt veröffentlicht wird, und dass sowohl beim Verlag als auch beim Autor. Ursprünglich stand dieser Artikel nämlich seit dem 16. Mai letzten Jahres in der Dateiverwaltung, da ich aber am 18. Mai durch meinen Schlaganfall außer Gefecht gesetzt wurde, ist diese Datei irgendwie unter die Räder gekommen. Erst jetzt habe ich sie wieder gefunden – in einem guten Haushalt geht eben nichts verloren. Und so kommt heute mit fast einem Jahr Verspätung…)

Eigentlich bin ich nicht gerade ein Fan von Eisenbahnspielen (gut, es gibt Ausnahmen, wie z.B. Switching Tracks, aber die Thematik ist nicht so ganz meins), und Kartensortierspiele mag ich an sich erst recht nicht (also wie bspw. Die ganze Hornochsen-Reihe oder auch The Game)… und dann flattert mir Game of Trains auf den Tisch… und weiß es zu überraschen.

Überraschen ist ein gutes Stichwort – Brain Games aus Lettland hat in den vergangenen Jahren schon mehrfach positiv überrascht, und zwar mit erst eher etwas unscheinbar wirkenden Spielen, die sich zwar schnell spielen lassen, aber weit mehr Inhalt bzw. Komplexität bieten als man auf den ersten Blick glauben mochte.

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…etwas mehr auf dem Kerbholz gefällig…?

Mea Culpa
Dass sich 2017 die Reformation zum 500. Mal jährt, ist auch diversen Spieleverlagen aufgefallen – dementsprechend gab es das ein oder andere Spiel zum Thema „Luther“, oder zumindest drumherum – so auch dieses hier:

Der Zoch-Verlag nimmt die Mißstände der damaligen Zeit, die Martin Luther damals anprangerte, ganz bewußt satirisch-sarkastisch aufs Korn. Bei Mea Culpa geht es darum, die eigene Seele vor der Hölle zu retten – und das geht nun mal nur durch Ablaßbriefe, wie der brave Christenmensch ja weiß. Da es aber gar nicht so einfach (und schon gar nicht billig) ist, an diese zu gelangen, reicht es vielleicht ja auch, einfach weniger zu sündigen als all die anderen Sünder…?

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…wir gegen die Flaschen!

Kneipenquiz – Das Original
Seit einigen Jahren bietet der Verlag moses aus Kempen am Niederrhein neben seinen bekannten „Black Stories“ auch einige andere Spiele an – in denen es vornehmlich um Wissen geht. Gut ins Konzept paßt da natürlich das Kneipenquiz – eben jenem Trend nachempfunden, der sich derzeit recht großer Beliebtheit erfreut.

In dieser „Tischvariante“ eines solchen Kneipenquiz spielen die Spieler gemeinsam gegen vier virtuelle Teams, repräsentiert durch verschiedene Flaschen. Ziel ist es, das eigene Team, die „Eule“, in 5 Runden vor alle Flaschen zu bekommen – je nach Schwierigkeitsgrad kann das schon an unmöglich grenzen… aber schauen wir doch erst enmal in die liebevoll gestaltete Schachtel. Darin findet man:

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Give me Five!

Five!

Spiele bringen Menschen zusammen. Schon seit Urzeiten setzen sich Menschen an einen Tisch (oder sonstwohin), um miteinander zu spielen – und dabei treten Kommunikationshindernisse, wie zum Beispiel verschiedene Sprachen, oft in den Hintergrund.

Und Spielen macht Spaß – Es zerstreut, lenkt vom Alltagsstress ab, lässt bestenfalls Probleme vergessen, und man lernt sogar oft unterbewußt noch etwas. Von daher sind Spiele sicherlich gut geeignet, Kontakte zu knüpfen – ein Gedanke, der seitens des Verlages Steffen-Spiele dazu führte, angesichts des großen Flüchtlingsstroms, der Deutschland 2016 erreichte, eine Spielesamlung herauszugeben – mit verschiedenen, einfach zu erklärenden Spielen, und mit Anleitungen in den häufigsten Sprachen der Flüchtlinge.

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Re-View – ein Blick zurück auf 2016

Del’Roh kommentiert mal 2016
…und was hat das mit Spielen zu tun? Nun, teilweise auch damit… und mit Entwicklungen, Zeitgeschehen, was auch immer. Und da sowieso zum Jahreswechsel alle möglichen Leute da ihre Kommentare publizieren – tue ich, Del’Roh, das jetzt auch mal. Warum auch nicht – immerhin ist 2016 so einiges passiert, vieles davon eher unerfreulich, aber wenn man schon nach vorne blicken will, sollte man doch auch mal im Kopf behalten, was gerade passiert ist. Insofern – das was jetzt kommt, ist eine persönliche Meinung, die ihr natürlich nicht teilen müsst – wieso auch. Aber vielleicht interessiert euch ja auch mal meine Sichtweise anderer Dinge als „nur Spiele“.

Dass dank diverser Konflikte Flüchtlinge nach Europa, und eine Menge davon auch nach Deutschland strömen, ist, denke ich, hinreichend bekannt. Dass damit einige Leute ein Problem haben, und gerne alles über einen Kamm scheren, ist leider eine Tatsache. Insofern ist es natürlich zu begrüßen, wenn man spielerisch dabei helfen kann, gegen Vorurteile und Integrationsprobleme vorzugehen. Einen Ansatz dazu gibt es mit einem netten kleinen Spiel, dessen Rezi gleich im Anschluss an diesen Artikel folgt.

Dass die Spieleszene auch immer internationaler und bunter wird, haben wir nicht nur auf der diesjährigen SPIEL gemerkt. Auch scheinen sich Spieler-Typen breiter zu fächern oder zu vermischen. Es fiel mir dieses Jahr zB auf der RPC, aber auch auf der NordCon oder der FeenCon auf, dass vermehrt auch Brettspiele, die nicht unbedingt genre-verwandt mit den klassischen Rollenspielen sind, auf Cons Einzug halten. Rollenspieler, die Quadropolis spielen – schönes Spiel, aber auf der RPC? Ich war überrascht. Offenbar klappt hier das Crossover besser als mit den Computer“rollenspielern“. Und was das Internationale angeht – immer mehr internationale Verlage schaffen es, den Standard des German Games bzw Eurogames zu erreichen. Die Finnen schaffen das schon seit Jahren, die Japaner schaffen es nun aber auch (Minerva 2015 war der Anfang, Yokohama ist der nächste Schritt – Rezi dazu demnächst), und der Trend zum eher hochwertigen Spiel führt dazu, dass in Spielgruppen nicht mehr jeder das Spiel selbst haben „muss“ – zumindest sind das die Tendenzen, die ich beobachten kann. Es wird eher abgewägt „wer von unseren Mitspielern kauft sich welche Neuheit“ als dass alles einfach eingesackt wird – dafür sind viele Spiele einfach eine Ecke teurer geworden, als dass das noch so einfach ginge.

Die Rollenspiel-Elemente sind aber auch ins Brettspiel mehr eingeflossen – solche mit ansatzweise Tabletopcharakter werden häufiger, und die Qualität steigt – Koop-Spiele „gegen das Spiel“ oder „gegen einen Leiter“ Im Sinne von Dungeon Crawls sind wieder „In“, und sind um vieles komplexer geworden als seinerzeit beispielsweise Hero Quest, was ja viele heute noch kennen und spielen (wenn auch mit massenweise Hausregeln – war einfach zu einfach…). Abenteuercharakter haben auch diverse Escape-Room Spiele, die man fast als das Gesellschaftsspieläquivalent von Abenteuermodulen sehen kann – es bleibt zu beobachten, ob von daher vielleicht der ein oder andere zum Rollenspiel finden wird.

Dann mal etwas persönliches – und was auch das Blog betrifft. Ihr habt es ja sicherlich gelesen, letztes Jahr hatte unsere Lieblingskakerlake einen Schlaganfall. Dass Roach mir davon selber berichten konnte – und zwar schon wenige Tage danach – beruhigt zwar ein wenig, aber ich war trotzdem ganz schön von den Socken. Immerhin… er ist ja nur 10 Jahre älter als ich… und nicht nur mein Kollege, sondern auch mein bester Freund. Bitte alle Daumen drücken, dass er schnell wieder „voll einsatzfähig“ ist. Seit ich das Blog soweit größtenteils alleine geschrieben habe merke ich umso mehr, wie viel Arbeit Roach da reinsteckt… Danke dir dafür, Roach… du wirst wieder, das weiß ich.

Wer leider nicht wieder wird – das sind seit 2016 eine ganze Menge Leute. Es hat mich teilweise ganz schön geschockt, wer da alles einfach tot umfällt… das fing Anfang des Jahres mit David Bowie an (grüß Major Tom), kurz darauf Colin Vearncombe – wer das ist? Nun, Leute meiner Altersklasse kennen ihn vermutlich als „Black“, der hat Musik gemacht, mit der ich groß geworden bin… dann im Februar Peter Lustig. Ja, der mit dem Löwenzahn, kennt ihr auch noch (nein, bitte nicht abschalten). Dann mal ein Politiker, den ich ernstnehmen konnte (recht selten der Fall) – Hans-Dietrich Genscher im März. Als der im Amt war konnte man noch die FDP ernst nehmen, und ich denke, er hat geholfen, einen dritten Weltkrieg zu verhindern. Sowas fehlt heutzutage…
Im April dann Prince – der nächste aus der Musikerriege, einer der ganz Großen, auch wenn er eher klein war, seine Stimme umso größer… Purple Rain ist eines der geilsten Musikstücke überhaupt, dammit… und im Mai – wer die nicht kannte, hat nie Privatfernsehen geschaut – Erika Berger.
Der Juni war dann das „Finale der Fäuste“ – erst Cassius Clay aka Muhammed Ali, dann zwei Schauspieler, die ich sehr mochte – Götz George (Schimanski war ein Grund, überhaupt Tatort zu gucken, der war wenigstens nicht so fürchterlich „korrekt“, der war glaubhaft), dann Carlo Pedersoli, euch sicherlich besser bekannt unter seinem Künstlernamen – Bud Spencer. Irgendwie kenne ich fast niemanden, der den nicht mochte, und der hatte weit mehr drauf als „nur“ lustig irgendwelche Mooks zu verdreschen. Bin ja früher manchmal sogar mit ihm verglichen worden… Ciao, Bulldozer, Sheriff Craft, Kommissar Rizzo, oder wie auch immer er in seinen Rollen hieß.
Im Herbst dann ein großer Verlust für die Spieleszene – Harald Bilz. Wem der Name nicht direkt was sagt, dem sei gesagt, dass es den Heidelberger Spieleverlag in dieser Form ohne ihn sicher nicht gäbe. Ihr hattet ihn sicher mal gesehen, ohne es vielleicht zu wissen – der mit dem Hut. Der spielt jetzt auch in einer „anderen Liga“.
Im November waren dann einmal mehr Künstler an der Reihe – erst Oleg Popov, dann Leonard Cohen… Ende des Monats verschwand plötzlich Fidel Castro von der Bildfläche, ob das wohl ein Schock nach der US-Wahl war?
Und im Dezember – waren es für George Michael dann wirklich die „Last Christmas“, da ist wieder ein ganz Großer weniger… auch Musik, mit der ich groß geworden bin, herrlich provokant… zu guter letzt – Carrie Fisher weilt auch nicht mehr unter uns. Möge die Macht mit dir sein, Leia…

Eine ganze Menge „Promis“ weniger, vielleicht mehr, als man auf dem Schirm hatte, und es waren noch viel mehr, ich habe jetzt einfach mal diese heruasgepickt, weil es Leute sind, mit denen ich mich wieso auch immer zumindest mal beschäftigt habe, viele davon habe ich gemocht. Und ich… ich bin 2016 „die Antwort“ geworden, zumindest laut Douglas Adams. Und was machen die Amis? Die wählen Donald Trump… na happy new year sag ich da nur…

Okay. Trübsal blasen ist nicht. Eben hat es geschneit… der erste Schnee… ich freu mich drüber, auch wenn viele fluchen. Schnee gehört dazu. Ist schließlich Winter. Genauso wie Spielen zum Leben dazugehört. Es geht weiter, das Spielen geht sowieso weiter, und ich bin gleich auf dem Spielemarathon in Mülheim, und Ende der Woche auf der Morpheus in Herne… zum Spielen. Vielleicht sieht man sich.

Darwin lässt grüßen…

Evolution – Der Einstieg

Wer das „Großspiel“ des gleichen Namens kennt, weiß zumindest, worum es hier geht: Nur die stärksten – oder auch am besten entwickelten – werden überleben, das wußte auch schon Darwin.

Schmidt Spiele präsentiert mit Evolution – Der Einstieg eine handliche, abgespeckte Version dieses Spiels, das sich recht flink spielt, und auch gerade neue Spieler, die sich vor großen Spielen vielleicht scheuen, eher ansprechen sollte – der Untertitel „klein und gemein“ passt sehr gut. In der handlichen kleinen Schachtel im Mitbringformat findet der geneigte Spieler:

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Fürstentum im Kartenformat

Die Burgen von Burgund – Das Kartenspiel

Ein Trend der jüngeren Vergangenheit ist es, beliebte Spiele, die aufzubauen ein etwas größerer Aufwand ist, oder die schlicht viel Platz zum Spielen erfordern, als Alternativversionen mit Würfeln oder Karten herauszubringen, die das Thema und auch zumindest in etwa das Spielprinzip beibehalten.

Ein schönes Beispiel dazu ist Die Burgen von Burgund – Das Kartenspiel aus dem Hause Ravensburger, respektive Alea. Das beliebte Gesellschaftsspiel, von eingefleischten Fans liebevoll „BuBu“ genannt, nun als reine Kartenversion, in einer handlichen kleinen Schachtel, und natürlich auch günstiger als das „Original“. Und was verbirgt sich in dem kleinen Karton?

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…und hüte dich vor dem Intriganten…!

Mit List und Tücke

Dieser Rat ist durchaus ernstzunehmen – zumindest, wenn man vorhat, eine Partie Mit List und Tücke zu spielen. Die Neuheit aus dem Hause Kosmos kommt in einer handlichen kleinen Schachtel daher, die gut in die Tasche passt und sich dementsprechend gut mitnehmen lässt.

Was also soll man denn tun mit „List und Tücke“? Nun, strenggenommen… störende Individuen um die Ecke bringen… oder zumindest „entfernen“, um es mal diplomatisch auszudrücken, immerhin möchte man ja selbst den meisten Einfluss haben, und nicht irgendwer. Dazu befinden sich in der Schachtel folgende Materialien:

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Kraterkraxelei

Haus der Sonne

Haus der Sonne ist die Übersetzung des Namens des Vulkans Haleakala aus dem Hawaiianischen. Und um eben diesen Vulkan geht es in diesem hübschen Zweipersonenspiel aus dem Hause Feuerland – die beiden Spieler übernehmen die Rollen von Schamanen, die Statuen möglichst hoch auf dem Hang des Vulkans aufstellen wollen, ohne dass diese von der Lava erwischt werden.

Wie wir es von Feuerland schon gewohnt sind, weiß das Spiel mit sehr ansprechender Artwork und schönem Material zu überzeugen. Das sicherlich etwas ausgefallene Thema wird dementsprechend recht anschaulich umgesetzt – ein Blick in die rechteckige Schachtel (nennen wir das jetzt Feuerland-Format?) zeigt, dass diese recht gut gefüllt ist:

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Speisen wie ein Baratheon…

Game of Thrones – die offiziellen Kochbücher

…oder doch eher wie ein Stark? Wie – klingt nach Game of Thrones? Ja, das soll es auch. Und wer die Romane liest, weiß auch, dass dort ganz schön geschlemmt wird – wie Autor George R. R. Martin im Vprwort zugibt, kann er selbst zwar nicht kochen, aber ist doch ein Genießer… von daher entstand das „offizielle Kochbuch“ zu Game of Thrones – und etwas später – und weil davon im ersten noch wenig zu lesen war – „The Sands of Dorne“ mit Spezialitäten aus dem wilden Süden.

Moment mal… Kochbücher? Ihr rezensiert doch Spiele…? Ja, tun wir. Aber wir spielen sie auch, und im Bereich Rollenspiel (wo ja auch schon mal Game of Thrones gespielt wird), tut man das in der Regel in gemütlicher Runde, und was macht man da noch…? richtig, was leckeres essen. Umso schöner, wenn es zum Thema passt. Und das dachten sich auch die Autorinnen.

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