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Außerordentliche eierlegende Wollmilchsau mit Dampfantrieb

WolsungWolsung

Rollenspiele kommen ja mittlerweile aus immer mehr Ländern… die Zeiten, wo so etwas einfach aus den USA zu kommen hatte, sind lange vorbei, und neben deutschen Eigenproduktionen haben mittlerweile auch Systeme aus Großbritannien, Frankreich, Japan, Australien, weiß der Geier woher die deutsche Spieleszene erreicht… und nun reiht sich auch Polen in den Reigen ein. Moment mal, Polen? Vermutlich hatten viele unser östliches Nachbarland nicht wirklich auf der Rechnung wenn es darum geht, woher neue Spielsysteme kommen. Aber mit Wolsung haben die Autoren schon ein ziemliches Ding herausgebracht, über 500 Seiten in einem eher ungewohnten, aber dafür sehr angenehm zu lesenden Format, effektiv ein Trade Paperback (stabiler als viele Softcover, dafür nicht so unhandlich wie ein Hardcover).

Das Material fühlt sich auch an wie ein stabiles Taschenbuch, und der Schnitt hat Indizes ähnlich einem Telefonbuch, so daß man die Hauptkapitel einfacher finden kann – insgesamt eine sehr durchdachte, pragmatische Aufmachung. Und das pragmatische zieht sich auch weiter durch das ganze Werk – man merkt, daß die Autoren wert auf ein flüssiges, atmosphärisches Spiel legen, und auch die Regeln, wenn sie auch erst kompliziert aussehen, eigentlich für einen recht schnellen Spielfluß sorgen, und das ganze auch recht cinematisch gestalten.

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Turmbau einmal anders

trivit1Trivitria UP

Dem geneigten Leser mag es schon aufgefallen sein, dass viele der Spiele, die wir rezensieren, oft im ein oder anderen Sektor eine Nullwertung haben. Oft ist das der Faktor Geschick, manchmal auch einer der anderen, aber nur selten hat ein Spiel in allen Sektoren Punkte. Eine derartige eierlegende Wollmilchsau liegt uns jetzt mit Trivitria UP vor – hier geht es prinzipiell darum, einen Turm zu bauen, oder vielmehr zu vermeiden, dass dieser einstürzt – aber wer womit baut und für wen, das wird durch Würfel und Fragekarten entschieden.

Moment mal – Fragekarte? Würfel? Ich denke hier geht es um Turmbau? Wie passt denn das? Ja, genau. Trivitria UP passt in keine Schublade so richtig rein – das letzte Mal ist mir das mit Caterpillar – Age of Tank passiert, und das liegt schon eine Weile zurück. Das vorliegende Spiel bietet sowohl etwas für Leute mit gutem Allgemeinwissen,als auch für solche mit geschickten Fingern, aber auch für Taktiere ist etwas dabei, denn man kann auch die Mitspieler vor schwer lösbare Probleme stellen.

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Völlig fremde Welt

EWZeitDie Gefangenen der Zeit
Einsamer Wolf Band 11 – Soloabenteuerspielbuch

Wer schon lange in der Rollenspiel- und Fantasyszene unterwegs ist, kennt den einsamen Wolf sicher noch aus den 80er Jahren. Damals erschienen die gleichnamigen Abenteuerspielbücher bei Goldmann, ungefähr zur gleichen Zeit wie die Fighting Fantasy Serie bei Thienemann und die Abenteuer ohne Ende bei Bertelsmann. Für viele waren sie eine Art Einstieg ins eigentliche Rollenspiel, das zu dieser Zeit gerade die deutsche Bühne betrat, und immerhin sind sie ja auch so etwas wie ein Soloabenteuer – indem man sich entscheidet, was man – als Hauptfigur in der Geschichte – tun will, erfährt man, wo man weiterlesen soll, und dementsprechend auch, was dann passiert.

Nun hat der Mantikore Verlag die Einsamer Wolf Serie wieder aufgelegt – neues Design und Layout und eine Überarbeitung, wie auch ein etwas angenehmeres Buchformat zeichnen die neue Auflage aus. Und mittlerweile liegt Band 11 vor – den man zwar auch unabhängig von den anderen spielen kann, allerdings bietet sich die chronologische Reihenfolge schon an. Im Gegensatz zu anderen Spielbüchern ist der Spieler bei Einsamer Wolf eben immer jener Charakter, der sich den verschiedenen Widrigkeiten stellt, und es ist umso interessanter, das, was man in den vorherigen Bänden gelernt hat, auch später wiederzuverwenden – hierzu zählen insbesondere die verschiedenen Kai- bzw Magnakai-Disziplinen.

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Gilden-Klüngel

GuildhallGuildhall

Guildhall ist das neueste Produkt aus dem Hause Alderac Entertainment, einem für qualitativ hochwertige Spiele sowohl im Gesellschafts- als auch Rollenspielsektor bekannten kanadischen Verlag. Was erwartet nun den Spieler, der die mittelgroße (ca 20 x 20 cm) Schachtel öffnet, auf dem einen schon mehrere mittelalterliche Gestalten gewinnend anlächeln?

Nun, das Spiel besteht vor allem aus Karten – und zwar 120 Berufskarten (6 Berufe in 5 Farben, also je 4 Exemplare jeder Karte), 30 Siegpunktkarten und 52 Siegpunktcountern, die noch aus dem Stanzbogen gedrückt werden müssen, was recht gut ging. Die Karten haben eine angenehme Spielkartengröße und auch gute Qualität, die Grafiken sind stimmungsvoll, und die Symbolik ist passend einfach, um die jeweiligen Funktionen zu erklären. » Weiterlesen..

Spitzohrige Skalpjäger

dornDornenwald

Ein neuer Quellenband aus dem Hause Nackter Stahl erschien pünktlich zum 10jährigen des Rollenspielsystems. Dornenwald nennen die Arborim – Waldelfen – den von ihnen bewohnten Teil Arboreas (Der eher feenbewohnte Teil. Illyrien, bekommt ein eigenes Quellenbuch laut den beiden Autoren). Nun, was erwartet denn nun den geneigten Leser in diesem Quellenband?Nun, ganz übergreifend gesagt – natürlich Waldelfen. Aber das wußten wir schon vorher. Ebenso, wie, daß die Arborim mehr oder weniger rebellische Elfen waren, die weder Auris noch Anaranth folgen wollten, also weder Sidhe noch Morai wurden. Diese Abspaltung geschah schon vor sehr langer Zeit, aber bis zu diesem Quellenband waren die Details noch eher unbekannt – und außerdem dürften sie aus jeder einzelnen Völkersicht ein wenig anders aussehen.

Sicher ist allerdings, daß die Arborim sich in der als Dornenwald bekannten Region niedergelassen haben, die zwischen Drakia und den stählernen Königreichen so richtig schön eingeklemmt erscheint. Dementsprechend gibt es da natürlich auch jede Menge Konfliktpotential, und die Arborim sind sich nicht so sonderlich einig, wie mit solchen möglichen Konflikten umzugehen sei. » Weiterlesen..

Darf’s ein biss-chen Blut sein?

Vampirknutscher

Noch nichts geplant für Halloween (wie neumodisch Sammain ja gerne bezeichnet wird)? Vielleicht Lust auf ein amüsantes kleines Spiel für zwischendurch, daß sich durchaus für eine Gruppe eignet, und schon fast zum Thema paßt? Nun, hier kommt Vampirknutscher, das Event-Rollenspiel.

Was soll man sich denn unter einem “Event-Rollenspiel” vorstellen…? Ja, das haben wir uns auch erst einmal gefragt, und die Erklärung ist: Das ist was neues. Zumindest in dieser Zusammenstellung. Es hat Elemente aus verschiedenen Spielegenres, dabei eigentlich eher weniger aus dem klassischen Rollenspiel (aber das kann man problemlos einbauen), dafür eine ganze Menge aus der Gegend Mafia/Werwölfe/usw, einen Schuß Würfelspiel, und das ist es eigentlich auch schon.

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Nicht nur montags

pictoPictomania

Spiele, in denen es ums Zeichnen geht, sind ja grundsätzlich nicht so neu, und dass dann jemand raten soll, was da gezeichnet wird, ist auch eher normal – aber hier hört Pictomania auch schon auf, standard zu sein.

Zwar soll hier gezeichnet werden, aber das eigentliche Spiel hat ansonsten eher wenig mit den Montagsmalern zu tun, denn hier zeichnen einerseits alle gleichzeitig, und versuchen auch gleichzeitig alle, alles zu erraten, als auch wird überhaupt nicht dazwischengebrüllt, sondern Tippkarten abgegeben.

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Jedem Tierchen sein Pläsierchen

maniaMania!

Eine ganze Menge Karten, mit denen man ganz verschiedene Spiele spielen kann – das ist, kurz zusammengefaßt, das, was der Käufer bekommt, wenn er eine Exemplar von Mania! ersteht. Die Karten sind einfach, aber mit einer sehr schönen Grafik gestaltet – diese prägt sich schnell ein, und macht auch den Reiz der Spiele aus.

Jede Karte hat eine Farbe, einen Zahlenwert von 1-13, und einen Charakter – das punkige Rentier Bucky Rottens, das sexy Goth-Bunny Bonnie Raeven, GG Koala B, einen rappenden Koala, oder Adonis Pigalle, eine im wahrsten Sinne des Wortes geile Sau (wenn er auch eher ein Eber ist). So haben die Karten jeweils ein Kriterium mehr als gewöhnliche Spielkarten, wodurch sich weitere Spielmöglichkeiten ergeben. Zudem gibt es noch Joker, !- und X-Karten – deren Sonderfunktion auch je nach Spielvariante eine andere ist.

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Antike Gefechte

pergaPergamemnon

Normalerweise denkt man bei diesen Schlagworten eher an Tabletops – Miniaturen historischer Heere, die in großen Massen über Tische geschoben werden, um historische Schlachten zu simulieren. Pergamemnon zeigt nun eine Möglichkeit, wie man den – nun nennen wir es einmal Interessenskonflikt – von bis zu fünf antiken kriegerischen Völkern auch mit einfachen Karten simulieren kann.

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Cobra übernehmen Sie

(mostly) Harmless

Vorletztes Jahr haben wir noch gedacht “die spinnen, die Finnen – eine Box, in die das halbe Spiel nicht reinpaßt…” Auf der letzten Messe überraschten sie uns dann mit einer Erweiterung und entsprechend größeren Schachtel, und die alleine ist schon ein Grund für jeden, der “Elite als Brettspiel”, wie man Phantom League ja eigentlich bezeichnen kann, mag, diese Erweiterung auch zu erwerben.

Um diesen Insidernamen noch zu unterstreichen liegt diesmal – neben Ergänzungen und Errata – unter anderem eine Cobra Mk IV bei. Nein, nicht in Originalgröße – dann hätte die Schachtel wieder nicht gepaßt -, aber dafür mit Spielwerten und Spielmarke. Es gibt auch noch einige weitere Piloten, mehr Missionen – und einige wurden schlicht ausgetauscht (der Wortlaut auf den Karten ist nun eindeutiger).

Ein Gimmick, das auf der letzten Messe schon zu Beginn ausverkauft war, waren gedruckte 3D-Raumschiffe… das Set war zwar teuer, aber wunderschön. Ob die Finnen diesmal wieder etwas derartiges in Petto haben? Auf jeden Fall aber drücken wir ihnen die Daumen, daß sie diesmal einen gemeinsamen finnischen Pavillon haben – das hatte letztes Mal nicht geklappt…

(Werte wie für Phantom League, Preis im Laden ca. 32 € – 37 € – letzteres bei Amazon)