Tag Archiv für Englisch

Rennende Militärs

Race to Berlin

Race to BerlinWir schreiben das Jahr 1945. In Europa liegt der Weltkrieg in den letzten Zügen. Das deutsche Reich hat seine Eroberungen schon wieder verloren, und die Alliierten und Sowjettruppen machen sich bereit für den letzten Vorstoß – ins märkische Land, zur Hauptstadt des Reiches. Die Frage ist nur: Welche Seite schafft den weiten Weg zuerst?

Genau dies ist die Situation im Brettspiel Race to Berlin – auch wenn sie nicht historisch ist. Es gab zwar ein Wettrennen, aber nach dem Vertrag von Jalta (und den Schwierigkeiten und Verzögerungen, die die Westfront am Rhein erlitten hatte) gingen die Westalliierten daran, den Süden Deutschlands (die heutigen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern) endgültig zu säubern und die Osteroberung den Sowjettruppen zu überlassen. Dort aber entbrannte ein – von Stalin gefördertes – Rennen zwischen den Marshals (in etwa einem Fünf-Sterne-General bei den US-Truppen zu vergleichen) Georgy Konstantinovich Zhukov und Ivan Stepanovich Konev, wer als erster in Berlin sein würde und den Reichstag besetzen könnte. Ja, das ist eine sehr grobe Übersicht über die Ereignisse, immerhin wollten gerade die Briten sehr wohl versuchen, Berlin selbst zu erobern. In unserem Spiel geht es daher um ein Rennen zwischen West- und Ostalliierten.

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Glaubenssache

Faith – The Sci-Fi RPG

FaithAuf der Spiel geben sich bekanntlich nicht nur die Brettspielverlage ein Stelldichein – auch Tabletopper und Rollenspieler kommen dort auf ihre Kosten. Bei der Menge an Rollenspielmaterial muss man schon etwas Besonderes anbieten, wenn man ein neues Rollenspielsystem dort an den Mann bringen will. Das gilt doppelt, wenn man noch nicht als Rollenspielproduzent international bekannt ist.

Ein solcher Unbekannter ist Burning Games, ein englisch-spanischer Verlag, der auf der letzten Spiel das im vorigen Jahr erschienene Faith präsentierte. Finanziert wurde es voriges Jahr über Kickstarter, auf der Spiel waren die ersten Produktionsexemplare zu sehen, die eigentliche Auslieferung begann im November und Ende Dezember wurde die Lieferung in die USA in Angriff genommen – am 30. verließ das Schiff den Hafen und befindet sich zur Zeit westlich der Azoren. Da der Online-Store Bestellungen erst erfüllen wollte, wenn die amerikanischen Rewards verschickt sind, ist jetzt wohl der ideale Zeitpunkt für eine Rezension.

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Erdnussjoker

The Princess Bride: Miracle Pill

Miracle PillInzwischen gilt The Princess Bride ein Klassiker des fantastischen Films. Und das,obwohl der Film von 1987 ist – und beinahe nicht gefilmt worden wäre. Es hatten sich nämlich schon einige andere an dem Stoff versucht, so zum Beispiel Robert Redford, John Boorman, Ridley Scott und Francois Truffaud. Nachdem diese durch verschiedenste Umstände – zum Beispiel schloss ein Filmproduzent während der Arbeiten die Tore – galt das Buch 'Die Brautprinzessin' als unfilmbar, bis schließlich Rob Reiner einen 'Blankoscheck' von 20th Century ox nutzte und den Film drehte. Wer weiß, was sonst passiert wäre? Immerhin war in einem dieser Versuche niemand geringeres als Arnold Schwarzenegger für die Rolle des Fezzik vorgesehen.

In die Fußstapfen des Alchimisten Wundermax treten die Spieler in Miracle Pill und versuchen, möglichst mächtige alchemistische Zutaten zu sammeln und Tränke zu brauen. Das alles mit einem recht simplen Kartenspiel, das von GameSalute in Eigenregie herausgegebene wurde.

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Welchen Weltuntergang hätten’s denn gern…?

Cthulhu Wars – Basisspiel

 

Cthulhu WarsCthulhu – und überhaupt Große Alte (und äußere Götter, und was nicht noch für Geschöpfe aus der Yog-Sothothery – so hatte Lovecraft selbst das Ganze nämlich mal bezeichnet  –  kennt man in der Regel entweder aus der Literatur Lovecrafts und seiner Mitschreiber, oder auch aus dem zugehörigen Rollenspiel. Möglicherweise hat man auch einmal in der Vergangenheit solches "Viehzeugs“ als Miniaturen gesehen – gab es früher mal bei Ral Partha und RAFM, aber das ist eine Weile her… und dann… steht da plötzlich eine verdammt große Kiste im Raum, und heraus kommen zwar grellbunte, aber sehr detailliert modellierte und vor allem alles andere als kleine Miniaturen, die offenbar die ganze Welt überrennen wollen…

Willkommen in der cthuloiden Endzeit. In Cthulhu Wars übernehmen die Spieler die Rolle einer der großen Fraktionen in der… nun, sagen wir mal Meinungsverschiedenheit der Großen Alten, verfolgen an sich alle dasselbe Ziel (den Weltuntergang), aber bitte nach dem eigenen Drehbuch. Sandy Petersen, wohl jedem Mythos-Fan ein Begriff, hat – Kickstarter sei Dank – hier eine Kiste gepackt, die ihresgleichen sucht, und deren Inhalt bei meinen Spieletests dazu geführt hat, dass das Testpublikum erst einmal staunend vor dem Spieltisch stand, die Figuren fasziniert in die Hand nahm und betrachtete… und dann prompt mitspielen wollte.

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Megamind war gestern

Villainy

VillainyComic-Superhelden kennt wohl jeder – insbesondere wohl aus den Häusern Marvel und DC (obwohl die nicht die einzigen sind). Natürlich brauchen die auch Gegner, die Superschurken, im Fachjargon Villains genannt… und – nun, wenn im Comic so einige derer mittlerweile schon Charakter beweisen, sogar hin und wieder eigene Serien bekommen – ja, wieso dann nicht auch solche aus dem Hause Mayfair? Und da man bei Mayfair ja eher Spiele produziert, landen diese Superschurken in einer Spielschachtel – der von Villainy.

Insgesamt findet der geneigte Les… ähem, Spieler darin:

  • 1 Meanwhile Deck (63 Karten, davon 21 Alter Egos und 42 "Stell was an“)
  • 1 Hench Deck (33 Karten)
  • 1 Fantastiman Battle! Deck (25 Karten)
  • 3 teuflische Pläne Decks a je 9 Karten für alle drei Stufen
  • 2 doppelseitige Kampfkarten
  • 4 Villain Karten (doppelseitig, also 8 mögliche Villains)
  • 1 Free for All Deck (9 Karten)
  • 78 Münzen (Karton – 71 1er, 7 5er)
  • 102 Namensstücke
  • 8 Berüchtigt-Marker
  • 48 Spezialisierungs-Tokens
  • 1 "Help Wanted“-Marker
  • 4 Spieler-Controlpanels
  • 48 Zähler (zweiteilig, müssen vor dem ersten Spiel zusammengesetzt werden)
  • 16 Ready-Buttons (beidseitig, Karton)
  • 4 × 4 Rollenmarker (Holzwürfelchen in 4 Farben)
  • 4 Fight-Marker
  • 4 Zusammenfassungskarten
  • 4 "Kuben der Macht“ (auch schlicht "Würfel“ genannt)
  • die Spielregel in Englisch
  • Eine Ladung Ziplocks, um das alles zu verstauen

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Ein Hundeleben

Barking Up the Wrong Tree

Barking Up the Wrong TreeHundefeinde behaupten gerne, dass diese Tiere viel zu viel Lärm machen und alles verbellen, was nicht niet- und nagelfest ist. Besonders Bäume scheinen bei ihnen ein beliebtes Ziel zu sein, wenn man diesen Berichten glauben darf. Und noch attraktiver werden diese Bäume, wenn eine Katze darin sitzt – das dürfte auf jeden Fall für beide Seiten besser sein, als wenn sie sie in eine Ecke treiben, aus denen die Katze nicht mehr entkommen kann.

Grundsätzlioch ist dieses 'Verbellen' auch das Thema von Barking Up the Wrong Tree der Ragnar Brothers, das auf der Spiel gezeigt wurde. Hundezüchter schicken ihre Hunde aus, um möglichst viele und möglichst verschiedene Bäume zu verbellen, wobei der Erfolg auch davon abhängt, an den einzelnen Bäumen mehr Hunde zu haben als jeder andere Spieler.

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Der große Hunger

Chomp!

ChompDas Phänomen Zombie ist – unter anderem aus der Santeria – schon länger bekannt. Klassisch bezeichnete der Begriff allerdings einen magisch versklavten Diener eines Houngan, oder Voodoo-Priesters – wobei oftmals Tetrodotoxin verwendet wurde, um den eigenen Willen des Opfers zu unterdrücken. Die Menschenfleisch fressende Version des Zombie wurde nicht einmal im grundlegenden Werk Night of the Living Dead (Deutsch: Die Nacht der lebenden Toten) von 1968 als solcher bezeichnet: Romero nannte die Geschöpfe Ghule. Erst die Nachahmer, die den durch einen Fehler der Verleihfirma bereits mit der Veröffentlichung in den USA gemeinfreien Film kopierten, nannten sie dann Zombies – und der Rest ist Geschichte.

Fleißig bei dieser Geschichte und den verschiedenen Zombietypen bedient sich auch Chomp!, ein Rollenspiel in der Zombieapokalypse, das zur Zeit über ein Projekt bei Kickstarter finanziert werden will. Als ich das Projekt vorige Woche in den Finanzexperten erwähnte, waren noch alle Level 'US Only‘, da alle Level eine gedruckte Version oder andere physische Prämien enthielten. Inzwischen sind auch effektiv zwei PDF-only-Level hinzu gekommen: für 5 US-Dollar erhält man das Regelwerk, für 10 Dollar die komplette Produktreihe (Auslieferung über DriveThruRPG).

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Gratistag

DriveThruRPG
In den USA wird heute der Free RPG Day gehalten, die amerikanische Inspiration zum Gratisrollenspieltag.

Nebedn Gratis-Material, das man in Rollenspielläden im ganzen US-Lande mitnehmen kann, bieten einige Verlage auch Gratismaterial zum Download an. Ic h stelle hier einmal zusammen, von welchen Aktionen ich gehört habe.

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Nicht verloren

First to Fight

First to FightEs gibt Armeen, die haben – zu recht oder auch zu unrecht – einen schlechten Ruf. Während des 2. Weltkrieges gilt dies natürlich vor allem für die französische (deren Panzer bekanntlich Rückspiegel hatten, damit die Fahrer die Front im Auge behalten konnten) oder die italienische (die, nachdem sie sich ausgerechnet bei den Franzosen blutige Nasen geholt hatte, in Griechenland aktiv wurden. Immerhin hatten sie Überzahl, waren motivierter und besser ausgerüstet – aber leider hat das niemand den Griechen erklärt…). Noch wesentlich weniger (aber dadurch wenigstens auch keinen so schlechten) Ruf hat die polnische Armee der gleichen Zeitperiode – sie wird meist ignoriert, gerade als habe Polen zu Beginn des 2. Weltkrieges keine eigene Armee gehabt. Das verwundert nicht, denn nachdem Polen vom Angriff Deutschlands überrascht worden war, wurde das Land überrollt, bevor die Armee sich organisieren konnte.

Allerdings hatten die polnischen Truppen sich nach der Niederlage des Heimatlandes nicht aufgelöst, sondern ab 1941 in Russland an der Verteidigung gegen die Truppen der Achsenmächte beteiligt. Von Russland über den Balkan, Arabien und Afrika bis hin zur Eroberung von Monte Cassino 1944 bewährten die 'wandernden Soldaten' sich auf beinahe allen großen Schauplätzen des Krieges. Viele von ihnen konnten auch nach dem Weltkrieg nicht in die Heimat zurückkehren, und mussten bis zur Neuordnung Europas nach dem Fall der Mauer warten, bis sie 1989 dann endlich die Heimat wiedersahen. Den Anteil, den diese polnischen Soldaten am 2. Weltkrieg hatten, veranschaulicht das Spiel First to Fight.

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Transhumanistische Kriege

EverZone

EverZoneIn der fernen Zukunft gibt es keine Menschen mehr, sondern nur noch 'Neumenschen' (Numans), die sich entwickelt haben, nachdem die Menschheit die Erde unbewohnbar gemacht hatte und gezwungen war, , angesichts eines Angriffes durch Aliens auch das Sonnensystem zu verlassen. Wie um zu beweisen, dass auch diese Numans genauso kurzsichtig denken können wie ihre Vorgänger, bauen diese dann Roboter („Uthrons“), die sich prompt, durch einen andere galaktischen Intellekt pervertiert, gegen die Menschen wenden – ausgerechnet auf einer Mission, in der diese Uthrons die Aliens, die sich im Sonnensystem ausgebreitet haben (die 'Slurrs‘) bekämpfen sollten. Die selbständig gewordenen Uthrons erobern das Sonnensystem und versklaven die Slurrs – die sich nach etwa 200 Jahren befreien können und nun sowohl mit den Numans als auch den Uthrons abrechnen wollen.

Das Ergebnis ist ein dreiseitiger Krieg, bei dem sich Numans, Slurrs und Uthrons gegenseitig bekämpfen – und das wiederum ist dies Ausgangslage im Spiel Everzone. Herausgeber ist WinterLair, ein italienischer Herausgeber aus Cavazzona (liegt etwa auf halbem Weg zwischen Bologna und Modena).

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