Tag Archiv für Erdenstern

Stadtmusikanten

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The Urban Files

Auf manche guten Traditionen kann man sich verlassen, andere haben sich nach einer gewissen Zeit "ausgelebt". In der heutigen Zeit der digitalen Downloads sind die Schelllack-Zylinder der uralten Grammophone längst ausrangiert, Vinyl-Schallplatten sind eigentlich nur noch etwas für Audiophile, die sich ihre Liebhaberei auch etwas kosten lassen. Und auch die Sargträger der Vinylplatte, die CD und DVD, werden inzwischen zunehmend von digitalen Downloads verdrängt.

Auch die Hintergrundmusikmacher aus Hamburg, die unter dem Namen Erdenstern bereits eine erkleckliche Sammlung CDs produziert haben, passen sich an die Zeit an: ein deutlicher Anteil ihrer Verkäufe erfolgt bereits digital – Spielleiter, die ihre Hintergrundmusik über ein Soundboard abspielen lassen, freut dies, denn so müssen Sie nicht erst noch die CD mit der Musik rippen, bevor sie sie an das Programm verfüttern können. Passend zu den neuen Medien erschien dann von Erdenstern auch die CD The Urban Files.

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Wassermusik

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Erdenstern: Aqua

Erdenstern - AquaSchon seit vielen Jahren ist Erdenstern in Rollenspielerkreisen ein Begriff für gelungene Hintergrundmusik. Die Bibliothek der Fantastischen Musik ist mit acht Titeln (anders als auf der eigenen Webseite angegeben also neun CDs, denn Into the Light ist eine Doppel-CD) ja abgeschlossen, dennoch kann das Trio es nicht lasen und produziert weiter.

So erschien auch Aqua, eine neue CD zum Thema Wasser und Tiefsee. Anders als bei Into the Blue geht von dem Verkaufserlös ein Zehnt(el) an die XCetacean Research and Rescue Unit, eine schottische NGO zum Schutz der Wale. Eva-Maria Irek, ein Drittel von Erdenstern, ist dort ehrenamtliche Mitarbeiterin.

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Keltische Musik

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Erdenstern: Annwn – The Four Branches of the Mabinogion

AnnwnErdenstern, eine bekannte Quelle für Soundtracks, die sich gut als Hintergrundmusik für Rollenspielsitzungen verwenden lassen, hat vor einiger Zeit eine neue CD herausgebracht. Nachdem die Into The…-Reihe seit Ende 2011 abgeschlossen ist, waren die Drei vom Stern nicht untätig und hatten 2012 den Soundtrack zum MMORPG Herokon Online geschrieben, der ebenfalls als CD erhältlich ist (unsere Rezension hier. Dann hat man es etwas ruhiger angehen lassen, 2014 aber dann eiun 'neues' Werk herausgebracht.

Ich setze das 'neu' bewusst in Anführungszeichen, denn laut eigener Aussage ist Annwn genau das Gegenteil. Bevor Erdenstern mit den Into-The-CDs begann, hatte man als Konzept ein Suite geschrieben, die auf den alten, keltisch-walisischen Mythen des Mabinogi beruht. Annwn ist in der Mythologie ein teil der Unterwelt – als Begriff kann es dort übersetzt werden als 'Innere Welt‘, 'sehr tief' oder auch 'Untiefe' – die Vorsilbe An kann in beide Richtungen gehen. Man kann auch Parallelen sehen zum irisch-keltischen Andomain.

Aufpassen muss man allerdings, was den Namen angeht: Annwn ist auch der Name einer Musikgruppe, die Mittelalter- und Pagan Folk (in eigenen Worten: Mystic Folk spielt.

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Aufs Ohr

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herokonHerokon Online Soundtrack

Als Erdenstern voriges Jahr die Bibliothek der Fantastischen Musik abschloss, versprach man, dass zwar die Bibliothek abgeschlossen sei, man aber noch viele weitere Pläne habe. Das ist nicht das erste Mal, dass Erdenstern etwas derartiges macht: Die Erdensterner haben ja schon früher Soundtracks zu bestimmten Welten und Abenteuern herausgebracht, wie zum Beispiel eine CD zu Aventurien, Elyrion oder auch einen Soundtrack zu den Bergen des Wahnsinns.

Nach Aventurien zieht es die Sterne dann auch wieder zurück, in ihrer neuesten Scheibe. Der Herokon-Soundtrack besteht aus insgesamt 20 Tracks, die für das Online-Rollenspiel geschrieben wurden, aber auch selbständig als Hintergrundmusik für Rollenspiele geeignet sind.

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Luzifer

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Erdenstern: Into the Light

Erdenstern ist bekannt für seine Fantasy-Soundtracks, die bislang hauptsächlich unter dem Namen 'Bibliothek der fantastischen Musik' erschienen sind – ein paar Spezial-Produktionen zu Elyrion, DSA, Cthulhu (Berge des Wahnsinns) und die beiden Radio-Rivendell-Compilationen einmal draußen vor gelassen. Into the Green – the Blue – the Black – the Grey und so weiter, so hießen die Produkte, alle mit einer bestimmten Farbe kombiniert und einem Cover in der entsprechenden Farbe.

Als voriges Jahr Erdenstern ankündigte, mit Into the White sei die letzte CD der Serie erschienen, waren die Fans der Serie traurig, auch weil noch so einige Bereiche nicht abgedeckt waren. Daher wurde eine Umfrage gemacht, und das Ergebnis war, dass Erdenstern noch ein letztes Mal die Bibliothek öffnet, und uns statt in eine Farbe in das Licht schickt: Into the Light ist eine prallgefüllte Doppel-CD mit jeder Menge Rollenspielmusik.


Doppel-CD? Ja, anders als die anderen Teile der Bibliothek der fantastischen Musik ist Into the Light eine Doppel-CD, mit insgesamt vier Themen, die bespielt werden. Bei vier Themen ist verständlich, dass man es nicht bei einer einzigen CD belassen konnte – schon mit zwei Themen pro CD ist der Raum, der auf einer CD verfügbar ist, recht knapp.

Die Themen, die auf der Doppel-CD abgehandelt werden, sind im einzelnen:

Alte Reiche: auf insgesamt 11 Tracks werden hier alte, untergegangene Zivilisationen dargestellt, begonnen bei einem eindeutig ägyptisch angehauchten 'Initially…' bis hin zu dschungelüberwucherten Ruinen und Reliquien wie Obelisken. Die Musik würde sowohl zu Kampagnen, die direkt in dieser Zeit spielen, passen als auch zu Erforschungskampagnen um abenteuerlustige Archäologen.

Imperium des Glaubens nimmt in neun Tracks dann verschiedene Religionen 'aufs Korn'. Hier wird mit verschiedenen Klangeffekten experimentiert, so meine ich an einer Stelle ein Didgeridoo gehört zu haben, auch spielen Orgeln an einigen Stellen eine wichtige Rolle. Alles in allem decken die Stücke aber eine große Bandbreite ab, von eher mittelalterlicher Jahrmarkts- (Kir[ch]mes[s])-Musik über Stücke, die an instrumental unterlegte Gregorianische Choräle gemahnen, bis hin zu schwülstig-orgiastischen Orchester- und Chorwerken. Aber auch der 'Feuer und Schwert‘-Fraktion wird hier genüge getan mit einem Kreuzzugs-Stück, das von der Aufstellung der Ritter bis hin zum eigentlichen Kampf alles beinhaltet.

Im Zeitalter des Dampfes geht es um Steampunk. Diese Verbindung von Fantasy und frühtechnischem Zeitalter Auch hier sind neun Tracks dafür zuständig, von einem Basisgefühl bis hin zu Filmen, bei denen man vor dem inneren Auge Flugszenen aus Laputa – Castle in the Sky vor sich sieht, von Musik, die an Fritz Lang’s Metropolis denken lassen bis hin zu ´wiederum Armeeszenen in Dampfgetriebenen Tanks ein steampunkiges Gefühl aufkommen zu lassen.

Abgeschlossen wird die Tetralogie durch Endzeit. Wer hier reine kakophonische Klanggebilde erwartet, oder auch Musik, die an Zwölftonmusik gemahnt, wird überrascht sein. Auch hier bleibt Erdenstern dem grundsätzlichen melodiös-instumentalem Stil treu. So würde manches Stück hier auch wieder in die erste Gruppe Alte Reiche passen, vor allem das erste 'Land of the Dawn'. Die weiteren Stücke wiederholen manche musikalischen Themen, besonders auffällig wird das bei den Stücken Black Market und Gang Wars, die sich teilweise sehr ähneln. Schön der Bogen, der in 'They Are Coming' geschlagen wird: Nach einem sehr ruhigen Start entwickelt sich ein düsteres Bedrohungsszenario. Am stärksten actionlastig auf der ganzen Doppel-CD dürfte das vorletzte Stück 'Fight For Survival' sein, bei dem ich unwillkürlich Szenen aus Bubblegum Crisis vor mir sah. 'Some Hope' und das titelgebende 'Into the Light' hingegen schließen den kreis mit Stücken, die wieder auch zur die erstem Gruppe gehören könnten, und bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die untergegangenen Reiche eventuell die aus dem Endzeit-Teil sein könnten.

Gerade die religiösen und steampunkigen Teile sind natürlich nicht für jeden weggelegt, dazu sind die Vorstellungen der Thematiken zu verschieden. Aber für viele, wenn nicht die meisten Runden dürfte auch diese Doppel-CD wieder eine gute Ergänzung sein, um den Spieleabend mit passender Musik zu untermalen, bei der nicht ständig Gespräche aufkommen 'Das ist doch aus dem Folm X. Weißt Du noch, die Szene wo … ?'.

Mit ca. 24 Euro ist Into the Light zwar mehr als 50% teurer als die anderen Bände der Bibliothek der fantastischen Musik, aber es ist auch doppelt so viel Musik, passend für vier Richtungen, und insofern ist es sicher keine schlechte Wahl.

Was macht Erdenstern jetzt, da die 'Into the…‘-Reihe abgeschlossen ist? Nun, zum einen haben sie bereits Soundtracks zu einigen Hörbüchern, Hörspielen etc. gemacht, zum anderen wollen/sollen sie auch den Soundtrack zum Computerspiel zu Rick Future entwickeln. Und sie haben bereits angekündigt, dass sie auch in Zukunft dem Rollenspiel, der Musik und der Rollenspielmusik verbunden bleiben werden. Ich denke, man darf gespannt sein.

Neues von Erdenstern

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Into the Light

Das nennt sich Timing. Gerade habe ich die Rezension für den Soundtrack zu Berge des Wahnsinns online gestellt, da rappelt es in meiner Inbox mit Mail von Erdenstern. Nein, sie haben nicht so schnell das Posting gesehen, sondern kündeten ihre neue Scheibe an.

Wie ich bereits bei der Rezension zu Into the White schrieb, hat Erdenstern eine Umfrage gemacht, zu welchem Thema eine eventuell achte und wirklich letzte 'Into the…‘-Cd gemacht werden solle, mit dem Arbeitstitel 'Into the Unknown'. Aus dem Unbekannten wurde schließlich das Licht…

Erdenstern selber kündigt es in der Pressemitteilung wie folgt an:

Zuerst war da das Licht. Doch die Zeitmaschine war schon vorher da. Dieses Album ist eine Zeitreise durch vier Epochen. Vom Anbeginn der Zeit, als die Welt ihr Licht erblickte. Alte, mächtige Kulturen und das, was von ihnen blieb. Der Sonnengott, das Licht der Welt: die großen Kirchen haben finstere Zeiten erhellt – oder noch finsterer gemacht.

Gaslaternen beleuchten eine Epoche der mechanischen Wunderwerke, der technischen Errungenschaften und des allgegenwärtigen Dampfs, der alles antreibt. Die Letzten Tage tauchen die Welt in Düsternis, der Fortschritt hat sich gegen die Menschen gewandt, das Überleben ist ein unablässiger, zermürbender Kampf. Am Ende ist da dieses verlockende Licht.

Und wir erliegen seiner Versuchung.

Wer sich wundert und denkt 'Naja, vier Themen, da wird auf der CD wohl nicht mehr viel Platz übrig bleiben für jedes einzelne Thema‘, hat nur bedingt recht. Denn es wird keine Einzel-CD sondern eine Doppel-CD, also jeweils eine halbe CD zu den Themen Alte Kulturen, Sakrales, Steampunk und Endzeit. Damit wird die Doppel-CD natürlich auch etwas teurer als die bisherigen Einzel-CDs, aber der Preis bleibt dennoch im Rahmen: 23,99 Euro im Laden, bzw. im Vorverkauf über den Erdensternschen Webshop 20,99 Euro.

Ich denke, man darf gespannt sein und sich bereits jetzt darauf freuen.

Bergmusik

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Erdenstern: At the Mountains of Madness (Soundtrack)

Eigentlich wollte ich diese Rezension schon vor einiger Zeit online stellen, aber… Ein Bekannter meinte 'ich schreibe Dir die Rezension, da brauchst Du Dich nicht drum zu kümmern'. Das ist mittlerweile fast neun Monate her – Zeit genug für manche, um unsere Weltbevölkerung zu vergrößern, aber anscheinend nicht, um die Bevölkerung meines Blogs zu vergrößern. Deshalb schreibe ich jetzt dann doch selbst…

Erdenstern hat ja nicht nur die 'Thema‘-CDs mit Farbmotiven (Into the Red / Green / Dark / Grey / Blue / Gold / White) gemacht, sondern auch mehrere Soundtrack-CDs zu Rollenspielsystemen: eine zu Elyrion, eine zu DSA, und eben eine zum Rollenspielabenteuer Hinter den Bergen des Wahnsinns, die überarbeitete Neuauflage von Pegasus. Die CD soll also für die entsprechende musikalische Untermalung zu einzelnen Szenen der Abenteuerkampagne liefern.


Das kann natürlich nicht ein kompletter Soundtrack zum durchgängigen Bedudeln der Spielrunde sein. Das ergibt sich bereits aus der Spieldauer der CD – man kann eine komplette Kampagne in drei Bänden nicht in knapp 80 Minuten abspulen. Aber als Stimmungsmacher oder auch als Ideenlieferant, nach welcher Art Musik man eventuell suchen will, ist so eine CD sicher nützlich. Auch gibt es einige Spielleiter, die eine Szene zwar mit einem Musikstück als Untermalung beginnen, aber dieses dann nicht weiter fortsetzen, sonder nur als Einstimmung verwenden. Auch für diese Zwecke ist eine derartige Konzept-CD natürlich sehr nützlich. Und man sollte nicht vergessen, dass viele der Stücke geloopt werden können, auch wenn hierdurch deutliche Spannungsbögen schneller 'wiedererkannt' werden und dadurch nicht ganz so geeignet sind wie die Tracks auf den 'Into the…‘-CDs.

Das Cover zeigt dasselbe Motiv wie der 2. Band der Kampagne, aber weder das Pegasus- noch das deutsche Cthulhu-Logo – was an sich nicht überraschen sollte, da es auch für den französischen Markt erstellt wurde, wie man bereits am zweisprachigen Booklet (Deutsch / Französisch) erkennen kann. Ich verwende im folgenden für die (größtenteils instrumentalen) Stücke die deutschen Titel, weil sie verständlicher sind.

Insgesamt finden sich auf der CD 24 Stücke, die die gesamte Kampagne überkuppeln. Das beginnt mit einer Einleitung und einer Ouvertüre – die Einleitung mit dem Titel 1933 klingt wie eine Tonaufnahme aus der Zeit, man fühlt sich nicht nur was die Tonqualität, sondern auch die Melodieführung und Besetzung angeht, unwillkürlich erinnert an Filme wie Frankenstein mit Boris Karloff oder an Fritz Langs Metropolis. Die Ouvertüre dann erinnert an modernere 'klassische' Horrorfilme wie The Fog, passt aber, was die Andeutung eines dräuenden Unheils angeht, gut zur Kampagne.

Die nächsten Stücke überraschen vielleicht den unbedarften Hörer, der sich nicht allzu viel Gedanken gemacht hat, denn Das Abenteuer beginnt und auch Antarctic Moon klingen wie Swingmusic der 20er/30er Jahre. Keine Andeutung eines Horrofilms – aber man braucht ja auch Musik für die einführenden Szenen, die eben in diese Gegenden gehören. Gerade der Antarktische Mond erinnerte mich eher an Lounge-Musik als an alles andere.

Danach wird es dann wieder melancholisch bis düster und bedrohlich, mit den passenden Abstufungen für die verschiedenen Szenen. Intreressant war die Reaktion einiger Leute auf das 8. Stück Sabotage – einige Leute fanden es stark von Mission Imposssible inspiriert, von anderen kam die Reaktion 'Das erinnert mich an den Soundtrack zur Serie Bob Morane'.

Ein wenig verwirrend ist das 10. Stück Äquatortaufe – ich weiss nicht, ob es damals tatsächlich so war, aber die Musik und Melodieführung erinnert mich trotz des Schifferklaviers eher an eine Mischung aus Stammestänzen und dem Soundtrack zum Computerspiel 'Der erste Kaiser'.

In den antarktischen Stücken wird es dann teilweise eher melodielos, aber immer passend. Einige Stücke hätten genauso auch auf der CD Into the White stehen können. Andere Stücke, wie Das verlassene Basislager sind wie gesagt ziemlich melodiebefreit, wirken aber dennoch ganz gut.

Auch die weiteren Stücke fand ich sehr passend und stimmungsfördernd – als besonderen Höhepunkt möchte ich hier noch Die fremdartige Stadt herausheben, die das unwirkliche und geheimnisvolle der Stätte im ewigen Eis hervorragend widerspiegelt.

Alles in allem ist auch diese CD eine Bereicherung für jede Rollenspiel-Musiksammlung, auch wenn man keine arktischen oder Horror-Abenteuer plant. Mit knapp 16 Euro ist der Preis auch mehr als akzeptabel, wenn man bedenkt, wie viel sich aus so einer CD holen lässt.

Welteisscheibe

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Erdenstern: Into the White

Into the White ist die vorletzte CD von Erdenstern aus der 'Library of Fantastic Music‘, in der bislang alle Scheiben eine Farbe trugen und einem Thema folgten. Wie man bei dem Namen erwarten darf, geht es bei White um Eis und Schnee.

Allerdings ist der Umfang wesentlich größer, als man das eventuell im ersten Moment denken würde. Gerade, da auch die Berge des Wahnsinns soeben von Pegasus neu aufgelegt wurden, denkt man vielleicht automatisch an die arktischen und antarktischen Eiswüsten, übersieht dabei aber, dass das Thema deutlich mehr hergibt. Einmal davon abgesehen, dass man auch auf Hawaii noch Skiurlaub machen kann, gibt es auf unserer Welt viel mehr und variiertere Eis- und Schneegebiete als nur an den Polen.


Und genau das bietet auch die Scheibe. Neben Tracks, bei denen man eindeutig an die Schlittenfahrten der Polarforscher wir Amundsen und Scott erinnert wird, gibt es auch Tracks, bei denen man an ganz andere Gegenden denkt. Der 'Ice Palace' beispielsweise scheint mir eher im Himalaya zu stehen, und die Panflötentöne in 'The Hut' verlagern das Geschehen für mich ähnlich eindeutig in die Anden. Das 'White Realm' wiederum ist zwar von der Gegend her nicht unbedingt genau eingeordnet, bietet aber eher Eindrücke von verschneiten Landschaften und unberührter Natur, aber eben ohne die Einsamkeit und Verzweiflung, die weitab von der Zivilisation und Rettung aufkommen würden. 'First Snow' wiederum kann man sich als Hintergrund einer Szene vorstellen, in dem ein Dorf – sei es im Schwarzwald, im Bornland, im Eiswindtal, in Alba oder wo auch immer – den ersten Schneefall des Jahres feiert.

Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass auf einer früheren CD der Serie ausgiebig von Stimmen gebrauch gemacht worden wäre, was hier allerdings in mehreren Stücken geschieht. Gerade das erste Stück, 'Inuit' gewinnt hierdurch noch, und mach neugierig auf mehr. Der Walzer von 'Snow Queen' – der mich je mehr ich ihn höre, immer mehr an die japanischen Geschichten von der Schneefrau (Yuki-onna) erinnert – würde ohne die Hintergrundstimmen nur halb so verstörend wirken; in der vorliegenden Form muss ich neben der Yuki-onna auch an die Zuckerfee aus dem 'Nussknacker' denken, die nicht ohne Grund auf einer CD 'The X-Themes' zu finden ist… Und das Knurren im Hintergrund von 'Snow Creatures' ist, so sehr das Stück stellenweise an die Kampfstücke von 'Into the Red' erinnert, eine hochwillkommene Erweiterung.

Der Varianz des Themas entsprechend, ist es allerdings so, dass die Musikstücke keine eigene 'Geschichte' erzählen, wie dies bei den anderen CDs der Serie üblich war. Das ist aber kein großer Nachteil, denn wer die CDs für das verwendet, wofür sie eigentlich gedacht sind – also als Hintergrundmusik für eine Rollenspielrunde – wird sowieso die Stücke einzeln nehmen müssen und entsprechende passend einsetzen.

In gewisser Weise ist diese CD natürlich beschränkter einsetzbar als beispielsweise 'Red' oder 'Dark' – Kampf- und Horrorszenen kann man in nahezu jedem Setting einbauen, während die eher fröhlichen Stücke in 'White' weniger zu einem Hellfrost-Abenteuer passen würden, und eine Kampagne auf Tattooine wohl auch wenig mit Eis- und Schnee-Musik anfangen können dürfte. Andererseits gilt ähnliches sicher auch für 'Gold' (orientalisch-indisch) oder 'Gray' (cyberpunkig), und 'White' ist sicherlich weitaus umfassender einsetzbar als nur bei Polarexpeditionen.

Wer die Soundtracks von Erdenstern bereits kennt, sollte sich 'White' nicht entgehen lassen. Als allererste CD ist 'White' sicher nicht die beste Wahl, weil sie eben im Einsatz relativ beschränkt ist, aber wer mit seiner Runde eine Expedition ins ewige Eis oder auch die Tundra und Taiga plant, sollte auch diese CD im Gepäck haben. Mit ca. 15 Euro ist sie auch alles andere als überteuert.

Achja, wer sich bei der Einleitung fragte 'Wieso die vorletzte, Erdenstern kündigte das doch als finale siebte CD an?‘, dem sei mitgeteilt, dass seit kurzem Erdenstern eine Ideensammlung eröffnet hat für eine wirkliche Abschluss-CD zur Serie. Unter dem Arbeitstitel 'Into the Unknown' sollen Themen aufbereitet werden, die den Hörern noch fehlen, und das im Sinne eines Wunschkonzertes. Im ersten Schritt werden jetzt erst einmal Themen gesammelt. Wem also etwas fehlt: mitmachen!

Musik für Cthulhu

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Wie Frank Heller im Cthulhu-Forum (und anderswo) berichtet, wird es zu der auf der Spiel erscheinenden Großkampagne 'Berge des Wahnsinns' von Cthulhu auch eine Soundtrack-CD von Erdenstern geben.

Weltscheibe

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Die Chroniken Aventuriens

Musik im Hintergrund zum Rollenspiel ablaufen zu lassen ist ein Thema, das die Spielerschaft in zwei Lager spaltet. Der eine findet es eine gute Idee, der andere nur störend. Besonders, wenn es 'bekannte' Musik ist – wenn man beim Auftritt des großen Bösewichtes der "Imperial March“ startet, ruft das meist eher Diskussionen über die Filme hervor, als dass es einen stimmigen Hintergrund für das Spiel bietet.
Es ist also eher anzuraten, Musik zu nehmen, die nicht von Film und Fernsehen bekannt ist (von Ausnahmen wie Funky Colts einmal abgesehen). Unbekannte Musik gibt es auch zur Genüge, aber oftmals ist schon das Sichten der vorhandenen Stücke eine Heidenarbeit, und wenn man eine unbekannte CD im Laden findet, weiss man auch nicht, für welche Szenen sich die Stücke eignen. Glücklicherweise gibt es mit Erdenstern eine Musikgruppe, die sich ganz besonders den Rollenspielern annimmt und Thema-CDs macht, auf denen Stücke zur Hintergrundbeschallung zu finden sind, die zwar Stimmung machen, aber nicht ablenken.

Das heisst vor allem, dass die Stücke rein instrumental sind. Texte verleiten schließlich dazu, genauer hinzuhören, und das lenkt nur ab. Im Laufe der Zeit hat Erdenstern eine ganze Reihe von CDs produziert, meist Thema-CDs zu Rollenspielgenres, aber auch mit Elyrion und den Chroniken Aventuriens zwei CDs für bestimmte Rollenspielwelten.
Die Chroniken Aventuriens sind nicht speziell für Kenner der Welt gemacht, auch wenn die Titel der insgesdamt 19 Stücke es andeuten. Die Titel bieten eine Übersicht über die bekanntesten Orte und Ereignisse der mittlerweile über 25jährigen Geschichte des Schwarzen Auges, von den Urzeiten bis heute. Hier einmal die Trackliste, damit man sich selber ein Bild machen kann, wie viel Geschichte das ist:

  • Die Chronik Aventuriens — lyrisch, weit, erhaben
  • Im Wirtshaus zum Schwarzen Keiler — fröhlich, lebendig, folkloristisch
  • Die Verschwörung von Gareth — groß, stolz, rhythmisch
  • Die Göttin der Amazonen — fremd, kraftvoll, bewegt
  • Die Schlacht der 1000 Oger — bedrohlich, stetig, dramatisch
  • Die Weltreise des Foggwulf Phileasson — beherzt, lyrisch, vielfältig
  • Krieg in der Khôm — imposant, entschlossen, bewegt
  • Der Dritte Orkensturm — gewaltig, marschierend, brutal
  • Borbarads Auferstehung — mächtig, bedrohlich, groß
  • Schlacht auf den Vallusanischen Weiden — wild, hektisch, treibend
  • Die Sieben Gezeichneten — ruhig, einsam, bedrückt
  • Die Entdeckung Simyalas — mystisch, unwirklich, getragen
  • Myranor – das Güldenland — dynamisch, erwartungsvoll
  • Das Jahr des Feuers — zerstörerisch, gewaltig
  • Kampf um den Thron — getragen, glorreich
  • Donner und Sturm — episch, rhythmisch, kraftvoll
  • Drachenchronik — mystisch, bedeutsam, ruhig
  • Heldenzeitalter — fließend, lebendig, anmutig
  • Auf zu neuen Abenteuern! — kraftvoll, abenteuerlustig

Diese Beschreibungen sollen dem Spielleiter schon einen Hinweis geben, für welche Art Szenen sich die Stücke eignen, um beim Planen der nächsten Sitzung nicht zu viel Zeit hierauf verwenden zu müssen. Das 'vielfältig' bei Foggwulf darf gerne wörtlich genommen werden – es ist schwer eine Szene zu finden, die das ganze Stück verträgt, am ehesten fällt mir dazu noch ein Rundgang durch eine Stadt mit vielen Fremdenvierteln ein.
Dem Rollenspielleiter ist auch wichtig, dass die Stücke wenn möglich nicht offensichtlich einen Anfang oder ein Ende haben, damit man sie bei längeren Szenen endlos loopen kann. Dies gilt für fast alle Stücke von Erdenstern, auch auf dieser CD.
Dem Erdenstern-Kenner wird nicht entgehen, dass einige dieser Stücke musikalische Themen von anderen CDs wieder aufnehmen, aber variieren. Das ist gar nicht einmal schlimm, die Stücke unterscheiden sich genug, dass man sie nicht als identisch empfindet, passen aber dennoch gut genug zusammen, dass man sie als Hintergrundbeschallung kombinieren kann.
Die Stücke auf dieser CD sind allerdings ein wenig stärker actionbetont und bewogen als die auf den bisherigen 'Into the…‘-CDs von Erdenstern. Dies kann in manchen Runden ablenkend wirken, macht die CD aber auch für Verwendung außerhalb der Rollenspielrunde interessant. Ich habe sie beispielsweise oft laufen, während ich Rezensionen oder anderes am Computer schreibe – etwas, wofür mir die anderen CDs tendenziell zu ruhig sind.
Nicht nur für DSA-Fans ist diese CD also brauchbar, für einen Rollenspieler sollte sie (wie auch die anderen Erdenstern-CDs) zur Grundausstattung gehören. Noch ist die CD zu kriegen, aber das wird nicht ewig halten, da es sich um eine lmitierte Auflage andelte, was auch den verglichen mit den anderen Erdnestern-CDs höheren Preis von 17,95 Euro erklärt.