Tag Archiv für Essen

Elementare Codes

codincaCodinca

Da ja die Mayas, Azteken, Inkas usw. für 2012 den Weltuntergang vorausgesagt hatten (oder zumindest etwas vergleichbares), ist es kein allzu großes Wunder, dass sich 2012 einige Spiele Motive aus den Kulturkreisen der mittel- und südamerikanischen Indianerstämme zum Thema gewählt haben. Hierzu zählt auch Codinca von Back Spindle Games, einem neuen, kleinen Spieleverlag aus Nordirland. In diesem Spiel versuchen die Spieler, als erste einen Inkatempel zu öffnen, indem sie die – für sie – jeweils richtigen Codes bewerkstelligen.

Das uns vorliegende Exemplar ist ein Vorabexemplar, das auf der SPIEL 2012 präsentiert wurde. Was das Spielprinzip angeht, wird sich hier wohl nichts ändern, wohl aber noch etwas an der Verpackung (wünschenswert, auch wenn diese schön ist, aber leider auch sehr instabil), und möglicherweise auch noch am Material (was aber nicht unbedingt nötig wäre – das vorliegende Material ist wirklich gut). Zum Spiel gehören:

  • das Spielbrett aus stabilem, beschichteten Karton
  • 24 “Schlüsselscheiben”, ebenfalls aus stabilem, beschichteten Karton
  • 16 Symbolmarkern, je 4 pro Element und mit je einem goldenen und einem silbernen Symbol versehen
  • 4 Glücksaktionskarten
  • 2 Glücksaktionsübersichtsblätter
  • 1 Schloß-“Totem” (Holzkegel)
  • 20 Glückstokens (aus Holz)
  • 12 Fallenkarten (beschichteter Karton)
  • Die Spielanleitung (in Englisch)

Die Kartonteile müssen jeweils noch aus Stanzbögen gelöst werden, was problemlos verlief. Sehr positiv ist anzumerken, dass die Kartonteile sehr stabil und widerstandsfähig sind – also bitte nicht von dem Argument “ist doch alles Pappe” abschrecken lassen, das merkt man kaum.
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Spiel – Nachlese


Dann war da noch…

Wie jedes Jahr auch diesmal noch einige Kleinigkeiten, Randnotizen, Takeouts und ähnliches zur Spiel.

Zur Einstimmung zunächst einmal ein paar Vergleiche zu den ‘Problemen’ der letzten SPIEL, die ja bekanntlich unter einigen technischen Problemen litt. Dieses Mal waren die Probleme dann auch gut ‘weggearbeitet': ich sah nur die normalen Schlangen, und auch bei der Pressekonferenz gab es keine technischen Probleme mehr.

Irtgendwie scheint die Messe (womit ich vor allem die Messehallen, weniger die Organisation meine) ein wenig TARDIS-Technologie eingekauft zu haben: die bekannten Stände schienen durch die Bank größer zu sein, es waren mehr Stände (mehr als die paar Prozent, die durch die teilweise Öffnung der Halle 7 möglich gewesen wären) – und dennoch schien es vor allem am Donnerstag und Freitag so, als habe sich der verfügbare Platz gefühlt veranderthalbfacht. Nur durch die fehlenden Schülermassen (es waren ja keine Herbstferien zur SPIEL) können die zusätzlichen Räume kaum entstanden sein.

Allerdings war der Verkehr dann gerade am Samstag eher durch eine allgemeine Infarktsituation geprägt. Nicht nur, dass man alle anderthalb Meter auf Gangschwätzer und Abruptstopper stieß (zwei Worte, die mein Redakteur als ‘überaus treffend’ bezeichnete), irgendwie hingen wir auch ständig hinter anderen Journalisten, die die Standinhaber ‘blockierten’ (was gerade bei Vlogs wie Sofahelden und Cliquenabend zu Verzögerungen führte) – und wenn man beschloss, die eine Gruppe zu überholen und den ‘blockierten’ Stand später heimzusuchen, hing man prompt hinter dem nächsten… Eine Situation, die man nur mit zwei Methoden akzeptieren kann: mit Humor oder mit einem Herzinfarkt. Ich bevorzuge natürlich erstere Methode.

Auch diese Messe hatte wieder einige Themen, die sich durch die Hallen zogen. Dieses Jahtr war es allerdings weniger ein Thema sondern eine Spieltechnik: Deckbuilding Games schienen sehr populär zu sein – von den Vorreitern wie Dominion und Thundersteon über Tanto Cuore und Dynamite Nurse bis hin zu Freiedemann Frieses Freitag gab es wohl keine Halle, in der nicht indestens mein, eher mehr, Deckbuilding Game angeboten oder gezeigt wurde.

Ein anderes Thema, das allerdings voriges Jahr auch schon auftrat, war das ‘ausverkauft’-Thema. Allerdings traf es dieses Jahr nicht nur Kleinverlage – Messeneulingen wie den Herstellern der Cocodice kann so etwas schnell einmal passieren, und einige ‘übliche Verdächtige’ (*hüstel* Fragor Games *harrumpf*) waren auch dabei … aber dass auch so erfahrene Verlage wie dV Editrice (Bang!) oder gar Noris / Zoch (Geistesblitz / Safranito !) beim fröhlichen ‘Ausverkauft’-Reigen mittanzten, war denn doch überraschend.

Die ‘Rollenspiel’-Halle 6 hatte dieses Jahr wieder mehr LARP-Stände, sowie eine ganze Menge Essensstände (zu typischen Messepreisen). Von den Anwesenden hörte man allerdings, dass man, wenn man wählen müsste, eher die RPC schießen lassen würde, ganz einfach wegen der Kosten. Ich hoffe, dass das nicht zu einer Zweiteilung des Markts führt – Hersteller, die nur auf der RPC zu finden sind, und Hersteller, die nur auf die SPIEL gehen. Es wäre schade. Irgendwie scheinen beide Bereiche sowieso zusammen zu wachsen – dieses Jahr waren eine ganze Reihe Stände auf der SPIEL zhu sehen, die entweder auch oder gar nur Apps zu bekannten Brettspielen aboten. Meist hiess es dann “Ja, für iPad/iPhone haben wir die Apps schon, für Android kommen sie bald…”

Spiel – Tag 4


Abschlußarbeit

Voriges Jahr war heute der Tag der ‘wer fehlt denn noch’-Suche. Dieses Jahr haben wir erst einmal den halben Tag damit verbracht, die noch fehlenden Stände abzuklappern. Aber wir glauben, dass wir irgendwie doch noch alles geschafft haben.

Irgendwie hatte ich heute auch weniger Probleme mit den Füßen als gestern – was ich von meinem Mit-Redakteur leider nicht sagen kann. Ein Ersatzteillager mit neuen Füßen wäre uns aber beiden wohl sehr willkommen gewesen. Das hat uns aber nicht daran gehindert, noch alle möglichen Stände abzuklappern und allen möglichen Leuten lästig zu fallen.


So haben wir bei Spieltrieb GbR uns das neue Essence ansehen können, das ein interessantes Kommunikationsspiel zu sein scheint.

F Hein Spiele (der Dr. aus der URL ist weggefallen, nachdem Dr. Hein die Firma an seinen Nachfolger übertragen hat), hatte mit Rifftaucher ein schönes Spiel um spiegelbildliche Puzzles, die man um die Wette legen muss.

Irongames, benannt nach dem Inhaber Bernd Eisenstein, hatte zwei Spiele mit klassischem Hintergrund: in Pax versuchen entflohene römische Sklaven sich zu retten, Pergamemnon ist ein Deckbuilding Game um die antiken Völker.

Red Glove hat dieses Jahr ein Risorante Italia.

Vom weißen Pfau, also Albe Pavo kommt Saké and Samurai, in dem alles darauf ankommt, welcher Samurai den besonders ehrenhaften letzten Becher Sake erhält.

Bei Cubicle 7 hatte eine ganze Reihe interessanter Sachen. Wir haben uns (für Rezensionen) u.a. The Laundry und Airship Pirates gesichert. Letzteres ist ein Steampunk-System,. ersteres ein auf Basic RolePlaying basierendes (also in groben Zügen mit Call of Cthulhu kompatibles) System um britische Behörden im Kampf gegen Bürokratie und Cthulhu.

Surprised Stare hatte mit Papertclip Railways ein Spiel um EIsenbahnbau, bei dem sie Bahnlinien mit Büroklammern dargestellt werden. Ein interessantrer Ansatz, der dafür sorgt, dass das Speil sich an die vorhandene Spielfläche anpassen kann.

Ansonsten gab es sicher noch vieles, was mir jetzt so schnell nicht einfällt. Vielleicht kommt in den nächsten Tagen noch eine Übersicht von Del’Roh, ansonsten kommt von mir noch das Gesamtresümee mit Kommentaren und Takeouts.

Ein kleiner Teaser noch: vor kurzem hat das inzwischen fünfte Jahr für diesen Blog begonnen – am 23. September 2012 werden wir 5 Jahre alt. Ich kann und will noch nicht viel sagen – es kann ja immer noch das eine oder andere dazwischen kommen – aber wir haben ein paar Ideen, wie wir unseren 5. Geburtstag richtig interessant machen können…

Spiel – Tag 3


Kleinverlage

Wie immer, auch vom heutigen Tage eine Übersicht über die Besonderheiten, die uns auf der SPIEL ins Auge gefallen sind. Meine Füße mochten mich heute nicht mehr so sehr, das könnte aber auch daran liegen, dass wir heute relativ viel herumgestanden haben und auf alle möglichen Gespräche warten mussten.

Deshalb sind wir wir wohl heute auch sehr langsam voran gekommen – statt, wie in den letzten Jahren, Hallen 4, 5, 8 und 9 fertig zu bekommen (und damit die gesamte Messe abgedeckt zu haben, so dass wir am Sonntag nur noch die Stände anlaufen mussten, die vorher nicht verfügbar waren bzw. bei denen wir noch ein Rezensionsexemplar mitnehmen mussten), haben wir heuer Halle 5 nur knapp angerissen, und müssen uns um diese morgen noch kümmern. Was genau so lange gedauert hat, ist uns nicht ganz klar – eventuell lag es daran, dass es heute gefühlt nicht nur voller war als voriges Jahr, sondern auch dass gefühlt viel mehr Gangschwätzer und Abruptstopper den Weg versperrten.


Hallen 4 und 9 sind traditionell vor allem von ausländischen Verlagen belegt, mit einigen wenigen deutschen Verlagen dazwischen. (Halle 8 ist komplett durch die Comic*Action belegt). Daher haben wir auch viele ausländische Spiele gesehen, die aber ebenfalls zu gefallen wussten.

So hatte Japon Brand seine Produkte an zwei Ständen, einem eigenen und einem vom amerikanischen Distributor. Bei den Amerikanern lagen vor allem die neuen Deckbuilding Games aus, allen voran Dynamite Nurse Returns, ein Spiel um Krankenschwestern in einer Fantasy-Welt, und Tanto Cuore, bei dem man einen Haushalt führt und sich mit den Kümmernissen und Nöten der Dienstmädchen herumschlagen muss. Letzteres war in einer Englischen Fassung erhältlich, während die Krankenschwestern zur Zeit nur Japanisch sprechen (fehlende englische / deutsche Regeln und Kartenbeschreibungen sind auf dem Internet zu finden). Auch fand man hier Kemomimi Panic, ein Detektivspiel in einer Stadt voller Kemomimi (‘Tierohren’, also Menschen mit solchen). Shakespeare Carduta schließlich ist ein, nein sind zwei Kartenspiele zu Zitaten aus Shakespeares Tragödien bzw. Komödien.

Von den Nachbarn aus China, von Yokagames kommt War of the Khan Succession, ein Brettspiel zu den Nachfolgekriegen nach dem Tode Dschingis Khans.

Ebenfalls aus Asien, aus Korea nämlich, kommt Hetrix, am Stand des Koranischen Pavillons zu finden. Ein interessantes abstraktes Legespiel um möglichst lange Punktketten.

Der letzte Asiate, den ich hier nennen möchte, ist Black Dove Games aus Singapur, deren For Fame & Fortune uns sehr gut gefiel – ein Kartenspiel, bei dem man gute Kartenkombinationen sammeln möchte (wer sagte da Poker?), das aber einige sehr interessante Techniken aufweist, die das Spiel doch ganz anders spielen lassen als Poker.

Aus Amerika kommt bekanntlich Wattsalpoag, die dieses Jahrganz überrascht dreinblickten: auch sie wurden dieses jahr vom ‘Ausverkauft’-Virus erfasst.  A Fistful of Doll Penguins war bereits gestern ausverkauft.

Aus Frankreich kommt Burdigala von Id&aL Editions, die so weit ich weiss nur eine Website haben für ihr Spiel Kahmaté. Im kleinen Gallischen Dorf Burdigala (also weit entfernt von Kleinbonum, Babaorum, Laudanum und Aquarium), aus dem irgendwann einmal Bordeaux werden soll, sollen noble Gebäude entstehen, die das Ansehen der Römer steigern. Die Spieler sind (natürlich) mit dieser Aufgabe betraut.

Ebenfalls in Frankreich beheimatet ist iello, die in einer schönen Verpackung mit Magnetverschluss Innovation verkaufen, ein Spiel um Erfindungen.

Aus England (Bedfordshire) kommt Numenko, ein Spiel, das man ganz grob als ‘Scrabble mit Zahlen’ beschreiben könnte. Anders als viele andere ‘Zahlenscrabble’ scheint Numenko aber tatsächlich spielbar zu sein, was durch zwei raffinierte, aber einfache Tricks erreicht wird; der eine davon sind ‘Multi-purpose computing signs’.

Die Italiener von Cranio Creations bieten mit einer neuen Version von Horse Fever ein Spiel für alle Rennbahnbegeisterten.

Wer dahingegen eher den Benzingeruch von Speedway-Rennen liebt, sollte sich bei der CBG anstellen, die mit Speedway Champion ein Spiel um eben diese Rennen haben. Auch sahen wir dort ein Spiel um Lupin III.

Das ist nur ein kleiner Auszug dessen, was wir alles gesehen haben, aber was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Jetzt gehe ich erst einmal meine Füße hochlegen, damit ich den morgigen Tag noch überlebe.

Spiel – Tag 2


Die ‘Großen’

Heute war also der zweite Tag der Internationalen Spieltage. Wie auch voriges Jahr haben wir diesen Tag genutzt, um uns um die Hallen 10-12 zu kümmern. Anders als letztes Jahr haben wie dieses Jahr – so glauben wir – so ziemlich mit allen gesprochen, die dort einen Stand hatten. Bei ein paar davon haben wir zwar erst kurz nachdenken müssen, ob bzw. wo sie waren.

Was uns allerdings sicherlich auch dabei geholfen hat, war, dass zumindest gefühlt die Stände der Großverlagen und Komglomerate noch größer waren, und ein paar ‘Kleine’, die man sonst hier fand, dieses Jahr nicht gesichtet wurden – bzw. ihren Hauptstand in einer anderen Halle hatten.

Schmidt Spiele (zu denen auch Drei Magier und Hans im Glück gehören) hatte ja dieses Jahr mit Quirkle eines der Spiele des Jahres im Sortiment. Neben diesem gab es ein weiteres Spiel, das ähnlich aussieht, sich aber ganz anders spielt. Crosswise ist ein sehr taktisches Partnerspiel auf einem Sudoku-artig eingeteilten Spielbrett. Anders ist es bei Space Mission, das auch anders als Crosswise kein abstraktes Spiel ist:mWeltraumreisende erforschen fremde PLaneten, suchen Bodenschätze und erwerben so Rum und mit etwas kartenglück den Sieg. Ligretto Twist kombiniert das Prinzip von Ligretto mit dem von Twister: die Hand, die eine Karte abgelegt hat, bleibt auf der Karte und blockiert diesen so, bis die andere Hand eine Karte auf einen anderen Stapel legt, dort verbleibt und diesen blockiert… Hawaii,d as unter dem Label Hans im Glück erscheint, ist ein Aufbauspiel um die Insualaner.

Out Of The Box war leider dieses Jahr nicht mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten, wodurch pegasus einen etwas größeren Stand hatte. Schade, denn die Spiele von Out of the Box Games gehören zu meinen persönlichen Lieblingen – und das nicht nur, weil John Kovalic einer der Eigentümer des Verlages ist.

Hiku-Spiele – ein anderer meiner Favoriten, wegen des schönen Spielmaterials – war auch nicht zu finden.

Indie Boards and Cards war ein Opfer einer Entwicklung, die voriges Jahr massiv einsetzte, und dieses Jahr fortgesetzt wurde: vorzeitig audsverkauft. Hier war es Flash Point: Fire Rescue, das von diesem Schicksal ereilt wurde. Immerhin hatte man noch die schönen Spiele Haggis und vor allem The Resistance – ein Werwolf-artiges Spiel im Geheimdienstmilieu, das bereits ab 5 Spielern spielbar ist -, die man sich dort noch holen kann.

Diesmal verbrachten wir weniger Zeit beim Stand von Adlung Spiele, konnten aber dennoch einige interessante Spiele sehen. Fliegende Teppiche ist beispielsweise ein strategisches Geschicklichkeitsspiel, bei dem man versucht, seinen fliegenden Teppich auf möglichst wertvollem Gelände landen zu lassen. Kikerikimäh ist ein Spiel um Tiere, Beschreibungen der Behausungen, Tierlaute nachmachen, Bewegungen nachstelen etc. – alles wird nötig, damit man seine Handkarten so schnell möglich ablegen kann. Tuareg ist ein eher taltisches Kartenspiel in der Wüste, und Marienkäfer und so ist ein Suchspiel, bei dem es um eben diese siebengepunkteten Tiere geht.

Über Siebenpunkte gesprochen: Siebenpunkt ist der Name eines Spiels von Urs Hostetters Verlag Fata Morgana, bei dem man versucht, seinen Acker so anzulegen, dass er möglichst viele verschiedene Tiere anzieht.Außerdem gibt es wieder ein neues Anno Domini: diesmal ist das Thema der Süden.

Der aktuell-spiele-verlag hatte diesmal ein Spiel für die Familie (mit mindestens einem 7-14jährigen).

Steffen Spiele hat mit Schokoly – süß & fies das kürzlich besprochene Scho K.O. mit Vollmilchschokolade und frei plazierbaren Smarties aufgewertet. Außerdem bietet der Verlag Kulami an – allerdings muss ich zugeben, dass ich bei dem Schachtelaufdruck ‘Das Glasperlenspiel’ an den Roman von hermann hesse denken muss – und weniger an die Band oder das Album von James Blackshaw.

Über musik gesprochen: während ich dies schreibe, horche ich gerade in die ersten Stücke von Into the Light von Erdenstern hinein – was ich bis jetzt gehört habe, gefällt, das Album ist allerdings eher in Halle 6 zu erwerben.

Ich hatte ja gerade die ‘Ausverkauft’-Epidemie angesprochen: das größte Opfer dürfte dieses Jahr wohl dV Giochi sein, deren neue Ausgabe von Bang bereits ausverkauft war, als wir dort auftauchten. Fast noch wichtiger für mich ist der Preiträger von Lucca, dieses Jahr heisst das ‘miglior gioco inedito’ The Gang, und sieht wieder sehr vielversprechend aus. Und es ist noch(!) erhältlich.

Wirklich schöne Spiele macht die Clemens Gerhards KG, wunderschöne Hinrverzwirner aus Holz und evtl. Glas. Neu dieses Jahr unter anderem Paletto und Schwarze Löcher, die mir sehr gut gefielen. (Kutze Bitte: sollte jemand aufgrund dieses Berichts oder einer Rezension dort einkaufen, wäre es nett, uns als Informationsquelle zu nennen – Gerhards Spiel und Design hat viele Stammkunden, die sowieso kaufen und keine Online-Rezensionen lesen, und manist sich dort nicht sicher, ob sich Online-Rezensionen für den Verlag überhaupt lohnen.)

Isensee hat dieses Jahr ein sehr klein verpacktes Spiel, das fast nicht in dei Schachtel passt: das Spielmaterial von Aktienrausch beult die Schachtel deutlich nach außen aus.

Friedemann Friese, den heute jemand wegen seiner Haarfarbe ‘den wandernden Wackelpudding’ nannte (wer, weiss ich nicht, ich stand zufälligerweise ganz in der Nähe), hat mit Freitag sein erstes echtes ‘Solo-Spiel’ herausgebracht. Man versucht, Robinson bei seinem Abenteuer auf der einsamen Insel zu helfen, ihn überleben zu lassen und zu verstärken, dass er am Spielende die gefgährlichen Piraten besiegen kann. Die Mechanismen einnern dabei teilweise an ein Deckbuilder-Spiel, weisen aber auch genug Unterschiede auf, dass ich es nicht als reines DB-Spiel bezeichnen möchte. Außerdem gibt es vom ‘Verlag mit dem F’ noch Funkenschlag: Die ersten Funken, ein Funkenschlag-Ableger in der Steinzeit, bei dem auf veränderlichen Spielplänen auf der Funkenschlag-Basis gespielt wird.

Abschließen möchte ich mit einem weiteren schönen SPiel aus derselben Ecke (demselben Stand, um genau zu sein) wie die letztgenannten beiden Spiele: Andrea Meyer von BeWitched hat mit Frigiti ein herrlich schräges Spiel um erfundene Wörter. Für mich eines der Highlights der SPIEL.

Dies waren, wie üblich, nur die Sachen, die am meisten ins Auge gefallen sind. Wie in allen Hallen gibt es aber noch viel mehr Interessantes zu entdecken. Wer also noch zweifelt: auch an den traditionell ‘volleren’ Tagen Samstag und Sonntag lohnt der Besuch sich noch, und die meisten der genannten Spiele sind noch erhältlich.

Spiel – Tag 1

Rollenspielhalle und mehr

Wir haben ja mittlerweile einen Standardplan, wie Del’Roh und ich die Spiel ‘abarbeiten’. Am ersten Tag ‘grasen’ wir die Rollenspiele-Halle ab und, wenn dann noch Zeit übrig ist, die benachbarte Halle. Da dieses Jahr zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder ein Teil der Halle 7 offen war, haben wir diese ‘Kleinhalle’ vor die Halle 4 geschaltet.

Irgendwie erschien uns die Halle 6 dieses Jahr ziemlich ‘leer’. Es gab eine Menge Verkaufsstände – nicht nur Rollenspielläden und LARP-Läden sondern auch wieder mehr Sammelkartenstände. Außerdem hatte ich in einigen Gängen das Gefühl, dass sie breiter wären als noch voriges Jahr. Das kann allerdings auch daran liegen, dass in NRW keine Schulferien sind und daher die Schulkinder so erst ab Freitagmittag erwartet werden.

Daher haben wir uns bei einigen Ständen viel Zeit lassen können. Zum Beispiel bei 13Mann: hier gab es nicht nur das vollfarbige Spielleiterhandbuch von Rolemaster zu bewundern, sondern auch die neue (‘limitierte’) Ausgabe des Traveller-Spielerhandbuches. Das sah richtig gut aus, soweit wir es in der Kürze der Zeit sehen konnten. Auch die Illustrationen – bei dem Psionik-Buch ja noch ein kleiner Kritikpunkt – sahen sehr gut aus.

Neben dem Stand von Uhrwerk hatte ein SPIEL-Neuling seine Zelte aufgeschlagen: Cubicle 7, Herausgeber von u.a. dem Doctor Who Role Playing Game, aber auch von Schätzchen wie The Laundry oder Hell and Hockeysticks.
 
Auch bot Uhrwerk eine Reihe eigener Produkte an, die alle gut aussahen und von denen ich hier nur Sorcerer Wars stellvertretend nennen möchte – wer sich für Rollenspiele interessiert, kennt das aktuelle Programm von Uhrwerk sowieso zum Beispiel vom Edieh-Blog. Am Uhrwerk-Stand hat auch noch ein gewisser Hubert Featherly mein Interesse geweckt.

Schräg gegenüber war der Stand vom Mantikore-Verlag. Wir haben uns schon lange gefreut auf die neue deutsche Ausgabe von Paranoia – in Deutschland war Paranoia bislang ja recht unbekannt -, die wirklich schön geworden ist.

Jan Christoph ‘Janni’ Steines, seines Zeichens Verlagsleiter von Pegasus, hat ein ziemlich düsteres Abenteuer für Private Eye geschrieben. Auf 80 Seiten gibt es hier hohe Politik und viel Geheimdienstalktivitäten im Viktorianischen England.

Gehen wir ‘mal in die nebenanliegenden Hallen…

Ganz zu Tagesbeginn hatten wir einen Termin bei NeuroSky und Home of Attention, die die Chips für den MindStorm von Mattel produziert hatten, aber mit ihren Produkten höhere Ziele verfolgen. Die ‘Kopfhörer’ con neuroSky schienen jedenfalls besser zu funktionieren, und sollen sowohl eingesetzt werden, um echte Fälle von ADS behandeln zu können wie auch, langfristig, zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, durch beispielsweise Herzinfarkte frühzeitig erkennen zu können und so den Fahrer zum Anhalten zu bringen bevor er durch den Anfall einen Unfall verursacht.

Ein anderer technischer Aussteller war die German RepRap Foundation, die dort drei 3D-Printer präsentierten. Diese sind natürlich vor allem für die Aussteller interessant: 3D-Druck hat gute Chancen, die Zukunft des Prototyping zu bestimmen.

In Hallen 4 und 7 findet man viele ‘Ausländer’, sprich: Hersteller, die nicht in Deutschland ansässig sind. Unter anderem sahen wir dort die Cocodice von Sandton Group Kft aus Budapest. Dies sind magnetische Würfel, die immer abwechselnd schwarz und weiss in beliebiger Ausrichtung aneinander festhaften – und schon ausverkauft waren. Auf der Neuheitenshow hatte jemand ihnen den kompletten Messevorrat (1.000 Stück) abgekauft!

Schön auch die Spiele aus Griechenland: afgames hat eine ganze Reihe Spiele mit einem unterschwelligen edukativen Auftrag, wie zum Beispiel Akropole, ein Spiel, in dem man einzelne Gebäude der Akropolis zu erobern versucht mit dem Ziel, am Ende die meisten und wertvollsten Gebäude gesammelt zu haben. Die Regeln eröffnen hierbei jede Menge Möglichkeiten, den lieben Mitspielern das Leben schwer zu machen.

Über Spiele mit informativem Charakter gesprochen: der Drei-W-Verlag arbeitet u.a. mit der Schuldenberatung Essen zusammen, für die er das Spiel Kohlopoly herausgibt, ein Spiel, in dem man am Ende gleich viel Spaß- und Geldchips übrig haben will. Für Gewaltprävention und das Erlernen des Umgangs mit Gefühlen bietet man das Poker mit Herz, das auch sehr nett aussah.

Aus Dänemark kommt Der dicke Pinguin, ebenfalls ein ‘Kennenlern-Spiel’, das schon durch die Spielfiguren für Aufsehen sorgt.

Für manchen Deutschen ist ja auch Bayern tiefstes Ausland, und so fand man auch Funtomas-Spiele und Kiehly hier. Ersterer produziert mit Fußball-Poker ein schnelles Bietspiel um Fußballprofis mit wirklich nett gezeichneten Fußballer-Karikaturen. Letzterer hat mit Moeraki-Kemu ein wunderschönes Legespiel mit Kugeln – abstrakt, aber eben wunderschönes Material, und der Preis war auch sehr zivil. Wir hätten auch als Pressepreis höhere Beträge erwartet…

Ich möchte den heutigen Rundgang abschließen mit den Cambridge Games aus den USA, die eine ganze Reihe sehr schöner Spiele im Vorverkauf hatten. Pala ist ein Stichspiel, in dem man die Trumpffarbe während des Stichs noch verändern kann – von Grund- zu Mischfarben oder umgekehrt, das muss ich noch näher betrachten.

Mogen trifft man uns dann in den Hallen 10-12 an, also bei den ‘Schwergewichten’ unter den Verlagen.

Spiel – Tag 0

Pressekonferenz, Vorschau

Wie jedes Jahr, war auch heute wieder am Vortag der Messe-Eröffnung die Pressekonferenz und Eröffnung der Neuheitenshow. Außerdem sehen wir uns dann immer schon die Hallen ein erstes Mal an, auch um evtl. noch Termine zu vereinbaren, um mit Herausgebern zu sprechen.

Auch dieses Jahr Jahr ist die SPIEL weiter gewachsen: Mehr als 800 Aussteller aus 34 Nationen sind ein neuer Rekord, und auch der Auslandsanteil ist weiter gestiege, – er liegt jetzt bei 48 Prozent – also fast der Hälfte aller ussteller.

Dieses Jahr war bei den Inlandsumsätzen ein Rückgang zu verzeichnen, den die Fachgruppe Spiel aber auf den späten Ostertermin und das gute Wetter zurückführt: Ostern ist neben Weihachten die größte Geschenkgelegenheit in Deutschland, und bei gutem Wetter greift der Kunde eben eher zu Freizeitartikeln als zu Spielen.

Auch dieses Jahr waren wieder viele Stände auf der Neuheitenshow verwaist, was natürlich nicht schön war. Hoffentlich kriegen wir noch Kontakt mit den entsprechenden Ausstellern…

Einige Verlage fehlten überraschenderweise – neben den Rollenspielverlagen, über die Ron im Ediehblog bereits berichtete, fiel mir vor allem das Fehlen eines Standes von Out Of The Box Games auf – der Verlag, der u.a. John Kovalic gehört. In den letzten Jahren war das für mich immer ein Highlight. Auch fehlt Onni Games. Dafür hat Hasbro dieses Jahr wieder einen großen Stand. Aber gehen wir zu einzelnen Spielen.

Auch dieses Jahr gibt es neue Spiele aus der Lego-Reihe: die Spiele der Heroica-Serie sehen ganz danach aus, als ob sie das nächste HeroQuest werden könnten. Es sind vier Spiele, die jedes für sich spielbnar sind, aber auch zusaamengefasst werden können. Außerdem gibt es eine Sonderausgabe (mit zwei der vier Spiele), zu der auch eine schöne Landkarte gehört, auf der die Spielteile aufgebaut werden können.

Ebenfalls hochinteressant sahen London und New Xork aus der neuen 4D-Puzzle-Serie von Jumbo (Achtung: die Puzzles werden nicht in der deutschen Webseite wedergegeven, sondern nur in ausländischen). In diesen Puuzzles wird nicht nur eine ‘historische’ unter eine moderne Karte gepuzzelt, sondern werden auch noch die Gebäude der Skyline in zeitlicher Reihenfolge aufgebaut…

Be-Witched bietet mit Frigiti ein Spiel um Nicht-Wörter, dasd in der Kurzerklärung sehr nett klang.

Cwali hat dieses Jahr vier Spiele, unter anderem Ab in die Tonne, Mondrian 2020, Meltdown 2020 und Soccer Manager 2020. Letzteres Spiel dürfte mit der kommenden Europameisterschaft für den ‘Normalspieler’ interressant werden können, auch wenn neben der Niederlande und Deutschland die Nicht-Europäer Argentinien und Brasilien, aber nicht zum Beispiel Spanien oder Italien in der Schachtel sind. (Ehrlich gesagt: mir gefällt das SPiel auch, weil… man sehe sich nur die Reklamebanner in der Ecke bei der roten Auswechselbank an ;) )

Witzig ein Spiel von den Cat&Chocolate-Machern ArcLight: Tanto Cuore ist ein Deck-Building-Game – die scheinen zur Zeit übrhaupt sehr populär zu sein -, aber mit einem Thema, das wohl nur Japanern einfallen kann: es geht um DIenstmädchen. Dienstmädchen einstellen, versorgen, Krankheiten und schlechte Laune behandeln/ertragen…

Mehr über diese und andere Spiele ab morgen, wenn die eigentliche Messe ihre Pforten öffnet.

Spiel 2010 – Nachbetrachtung


Betrachtungen einer unabhängigen Messebesucherin

Spiel 2010
Die Messe für Spiel und Spaß
von AmiraLee

Es ist Sonntag morgen kurz nach acht. Wie immer eigentlich schon viel zu spät, wenn man um zehn bei Öffnung der Türen zur Spiel da sein möchte, keinen Presseausweis und auch keine Dauerkarte besitzt und auf ein Transportmittel angewiesen ist. Also nichts wie raus aus den Federn, rein in die Klamotten und ab durch die Mitte. Am Ende einer fast einstündigen Fahrt steht dann noch die leidige Parkplatzsuche, mehr oder weniger unterstützt durch einige freundlich winkende Herren in Warnwesten und eine Fahrt mit dem Shuttlebus zum Eingang. Nun, der nächstgelegene Eingang wäre der Eingang Ost gewesen, wo ich mich eigentlich mit einem Freund treffen wollte und daher gerne ausgestiegen wäre. Aber nun was soll ich sagen? Wo mehr als 4 Personen aufeinander treffen greift Murphy´s Gesetz um so besser. Also, der Bus entführte mich zum Eingang Mitte, also raus aus dem Bus, und ab zurück zum Osteingang. Unterm Strich hätte ich auch den Bus Bus sein lassen können und wäre besser gleich vom Auto aus gelaufen. So hätte ich dann wenigstens noch meinen Freund von der Presse getroffen und würde jetzt seinen Artikel lesen, anstatt selbst etwas zu schreiben.

Nun gut, hier soll es ja um die Spiel 2010 gehen und nicht um Murphy´s Gesetz, also…

Abgesehen von den sehr vielen Menschen aller Herren Länder und der sehr geräuschstarken Umgebung war es wieder mal sehr informativ.

Neben sehr vielen neuen und alten Spielen von allen nur erdenklichen bekannten und unbekannten Verlagen konnte man noch die volle Bandbreite sämtlicher europäischer Sprachen und noch einige andere darüber hinaus vernehmen.

So passierte es mir doch tatsächlich, dass ich an einen Stand geriet, der mit einem sehr interessant klingenden Wissensspiel zum Thema Ernährung warb. Als ich dann Interesse bekundete und gerne ein paar Informationen haben wollte fragte der freundliche Verkäufer, ob er denn auch Englisch sprechen könne, da er kein Deutsch spräche. Nun, kein Problem, also alles auf Englisch. Doch kurz darauf wurde mir bewusst, dass es dieses Spiel tatsächlich nur auf eben Englisch gab. Meiner Nachfrage bezüglich einer doch etwas leichter zu spielenden deutschen Version wurde mit dem Hinweis begegnet, dass es dieses Spiel zur Zeit nur in Englisch und Afrikaans gäbe. Da ich von der Spielidee dennoch begeistert bin, werde ich wohl etwas abwerten und dann die netten Leute dieser Firma noch einmal kontaktieren um zu erfahren, ob es mittlerweile vielleicht doch eine deutsche Ausgabe gibt.

Nun, neben den Klassikern der Brett- und Kartenspiele waren auch wieder Comics, Rollenspiele und elektronische Spiele sowie viele Bewegungsspiele vertreten. Viel Spaß machte auch das Ausprobieren einiger Jongliersachen und JoJos, sowie Geschicklichkeitsspiele. Natürlich war es nicht immer leicht die Dinge, die einen interessierten auch ausprobieren zu können, denn an mancher Stelle waren einfach sehr viele Interessierte auf kleinem Raum oder nur wenige Mitarbeiter auf zu viele Besucher. Jedoch bot auch der Spieletrödel eine Möglichkeit recht günstig an das ein oder andere Spiel zu kommen um es dann vielleicht doch lieber zu Hause um stillen Kämmerlein im Kreise von Freunden und Familie intensiv zu testen.

Spiel 2010 – Nachschlag

von Del’Roh

Die internationalen Spieletage in Essen… jedes Jahr sind das 5 Tage im Oktober (eben inklusive des Pressetages), nach denen ich meine Füße am liebsten an der Garderobe abgeben möchte… aber sie machen auch einen Mordsspaß.

Traditionsgemäß gab es wieder eine Suppe auf der Pressekonferenz (Kompliment an die Küche, die Shrimps waren super), und nun wissen wir immer noch nicht was ein “Dubbel” ist – wohl wissen das aber die Kinder, die “Ruhrpott-Party” entworfen haben. Bleibt zu hoffen, daß dieses Projekt fortgesetzt wird, denn wie viel liebevolle Arbeit die Kinder in ihr Spiel gesteckt haben konnte dann jeder auf der Neuheitenschau bewundern.

Auch viel Bewunderung gab es für Mattels Vorstoß in die Sektion der “Gedankensteuerung” – mit Mindflex wurde hier der erste Schritt getan. Entsprechend umlagert war der kleine Parcours, der mit einem Ball durchquert werden sollte – sowohl auf der Neuheitenschau wie auch an den darauffolgenden Tagen auf der eigentlichen Messe.

Der Gesamteindruck der Messe war sehr variabel – zwar waren auch einige Verlage der “üblichen Verdächtigen” diesmal tatsächlich ohne eine Neuheit aufgekreuzt (wobei die Aussage “besser mal keine Neuheit als was halbgegorenes” durchaus wahr ist), aber dafür hatten andere mehr als nur Kai in der Kiste und damit so manche Überraschung parat. Zudem wurden wir in unserer “Stammhalle”, der guten alten 6, ziemlch überrascht – da waren doch einige eher “untypische” Stände reingerutscht; umso mehr hat es mich gefreut, Spieltrieb dort zu entdecken, und auch deren Neuheit, Jets, das sicher Fans von Spielen wie Car Wars, KRASH oder Blood Race begeistern dürfte, denn hier geht es um Rennen durch die Wüste in hochgetunten “Jets”, die sich gegenseitig das Rennen umso schwerer machen… wer meint, daß Podracer-Rennen brutal sind, kann ja hier mal mitmachen – wir sehen uns dann am neunten Tor…

Die goldene Gurke für inkompetentes Standpersonal geht diesmal an Days of Wonder – daß Leute mit Pressekarte vielleicht was anderes wollen als ein Spiel zu kaufen, sollte eigentlich sogar einer Aushilfe klar sein, und während zwei Angestellte, von denen – der Shirtfarbe nach zu urteilen – wenigstens einer was zu melden hatte, munter Spiele zusammenpackten und verkauften, dauerte es eine gefühlte halbe Stunde bis denn mal erklärt wurde, außer der neuen Smallworld-Erweiterung habe man nichts, und Rezimaterial auch nicht – sicher, wir haben ja auch so viel Zeit, einfach nur am Stand rumzustehen… Da sind doch viele kleinere Verlage weit umsichtiger und freundlicher, obwohl sie weit weniger Personal auf dem Stand haben… An dieser Stelle auch mal ein Appell an die Verlage, die ihre Produkte über einen großen Generalvertrieb laufen lassen: Sagt euren Vertreibern, daß ihr auch Rezis wollt, denn ohne Rezensionsexemplar können wir nicht arbeiten, und mehrere große Vertreiber stellen sich da in schöner Regelmäßigkeit reichlich dumm, bzw. vor allem taub an…

Bei BeWitched gab es diesmal unter anderem Impro-Theater, dafür verschwand immer mehr die reale Stimme der Designerin – an dieser Stelle noch mal gute Besserung – und gleich auch ein Lob an die Spiele, auch hier freuen wir uns sehr über die Reziexemplare; ebenso ein “Danke” an den Zoch Verlag (dessen “Spieleerklärer” übrigens unsere goldene Stimmgabel erhält, das war sehr gut erklärt, ausführlich und trotzdem auf den Punkt und genau die Spiele die uns interessierten, weiter so!); bei Adlung haben wir uns wirklich mal wieder “festgezockt”, was auch für die Spiele spricht, wodurch wir tatsächlich einige der Stände noch am Samstag abklappern “mußten” – hat aber geklappt, und wir bekamen eine Rezi des von uns gefühlt “schwersten” Spiel der Messe (und das meint nicht den Schwierigkeitsgrad, sondern das Gewicht pro Packungsvolumen) – Geschenke für den Radscha von Isensee.

Den wieder mal sehr vollen Samstag verbrachten wir also mehr oder weniger in den “Überbrückungshallen” 4, 5 und 9, wo wir vor allem viel internationales Spielmaterial fanden – und die diesjährigen Träger des goldenen Rettichs für Dreistigkeit, der geht an eine Gruppe Belgier, die sich in der 9 konsequent vordrängelte und offenbar meinte, sie wären alleine auf der Welt – was waren wir froh als wir die endlich überholt hatten. Noch ein Hinweis an die “kleineren” verlage – wenn ihr eure Produkte über Distributoren vertreiben laßt, bringt eine entsprechende Notiz an, das spart uns (Warte)zeit, denn Zeit ist so ziemlich das “teuerste”, was wir so zur Verfügung haben – auch auf dieser Messe fiel das wieder auf. Highlights des Tages: Das sensationelle Tempo, in der die Japaner bei Japon Brand Cat and Chocolate verkauft haben – erst stand die Ware noch beim Zoll rum, kam dann am Samstag Vormittag und war Samstag Nachmittag schon ausverkauft – immerhin hatten wir Donnerstags eine kurze Demo bekommen, aber ohne Ware auch keine Rezis, Zoll sei Dank. Allerdings setzte sich dieses Motto “Ausverkauft/sold out” doch an einer ganzen Reihe Stände fort, teils schon Freitag Nachmittag, dann wieder irgendwann im Laufe des Samstages… den Rekord der Schotten von vor einigen Jahren (Noch vor der Eröffnung, sondern am Mittwochabend dank anderer Aussteller und Presse schon ausverkauft zu sein) toppte zwar niemand, aber dennoch – die Nachfrage nach Spielen, insbesondere nach solchen von “auswärts”, steigt und steigt.

Lustige “Takeouts” vom Sonntag: Eine besonders aufmerksame Standbetreuerin vom Korea-Pavillion: Die hatten wir am Donnerstag nach Caterpillar – Age of Tank vom letzten Jahr gefragt, weil wir immer noch eine Rezi machen wollten… erst hieß es, davon hätten sie dieses Jahr keine da, und als ich am Sonntag am Stand von Moskito stand, kam sie plötzlich irgendwo aus der Menge, erkannte mich wieder und meinte, sie hätten doch welche am Stand – entsprechend schnell war ich dann da, und erwischte so gerade noch die Demo Copy… Mädel, wenn du nächstes Jahr wieder da bist geb ich dir einen aus. Zweites Kuriosum: Der Standbetreuer von La Mancha (der spanisch anmutende Verlagsname läßt uns darauf schließen daß die Firma aus – Richtig, Singapur kommt…) konnte verdammt gut deutsch – naja, es war ja auch ein Tiroler, und weil er wirklich alle Exemplare von “Showboat” (dessen Designer offenbar Italiener ist) schon vergeben hatte, gabs zum Trost dann belgisches Bier… soviel zum Thema “international”…

Auch ein kleiner “Wermutstropfen” – es gab diesmal kaum Nachmeldungen. Da in der Spielebranche oft mit einer sehr heißen Nadel gestrickt wird, war das in der Vergangenheit alles andere als unüblich, seitenlange “Nachmeldungen” mit Neuheiten, die auf den letzten Drücker doch noch kamen, reingereicht zu bekommen – diesmal war diese Liste extrem überschaubar, nicht mal eine A4 Seite… und laut Merz-Verlag wollen sie das wohl auch von jetzt an so halten, also eine frühere Deadline. Ob das der Spielemesse unbedingt so gut tut, bleibt abzuwarten.

Da die SPIEL wie schon seit geraumer Zeit auch diesmal wieder mit der COMIC ACTION zusammen stattfand, von mir auch hierzu ein kleiner Überblick, zumal unsere Kakerlake sich ja etwas weniger für Comics interessiert… einige limitierte Sonderauflagen wurden – samt Zeichnerautogrammen – unters Volk gebracht, aber insgesamt scheint der Trend, dort “Schnäppchen” wie auf mancher Börse ergattern zu können, zurückzugehen – auch die Merchandise und insbesondere die Manga-Szene waren eher weniger und stellenweise auch einfach nur überteuert vertreten, weshalb manche Händler sie auch schlichtweg aus dem Programm nehmen – die eigentliche Ursache für diese Preispolitik bleibt leider ein wenig im Dunkeln. Schön hingegen war sicherlich die Artist Gallery hinten in der Halle 8, wo sich Zeichner vieler verschiedener Genres austoben konnten und die Kunden auch den direkten Kontakt mit den KünstlerInnen haben können – nicht jeder hat das Glück, eine Zeichnerin am Donnerstagabend auf dem Rückweg von der Messe im Zug kennenzulernen (an dieser Stelle darf sich natürlich Themis gegrüßt fühlen, und nochmals danke für die Zeichnung!).

So… nun warten wir unter anderem noch auf Post, obwohl wir schon Dutzende interessanter Reziexemplare direkt mitnehmen konnten, werden uns noch einige Verlage – insbesondere die eher “großen” – Rezis zuschicken, denn auf der Messe haben sie gar nicht so viele dabei… insofern freuen wir uns auf viele schöne Spieletests, und ihr, liebe Leser, sicher auch wieder auf eine Menge Rezensionen…

(Ach ja… hat jemand mal ein paar Ersatzfüße?)

Spiel – Nachlese

Dann war da noch…

Wie jedes Jahr auch diesmal noch einige Kleinigkeiten, Randnotizen, Takeouts und ähnliches zur Spiel.

Man sollte ja meinen, dass nach weit über 20 Jahren die Organisation der Spiel das Ereignis im Griff hat. Aber doch: irgendetwas geschieht immer. Dieses Mal schien es wohl in erster Linie an der Messegesellschaft zu liegen. Zur Pressekonferenz begrüßte die Messe die Journalisten im komplett renovierten Saal, der such die neue, helle Vertäfelung wesentlich freundlicher wirkte. Allerdings hatte man so einiges in der Technik noch nicht so ganz im Griff, gerade was die Geräuschinstallation anging: der traditionelle Einspieler mit Clips aus der vorjährigen Spiel war ohrenbetäubend laut. Man sah auch keine Mikrofone stehen, um Fragen zu stellen, was dazu führte, dass Fragen der Journalisten von den Kollegen nur schwer zu verstehen waren. Man hofft, dass das nächstes Jahr besser klappt.

Überhaupt schien die Messe Essen ihre Technik neu organisiert zu haben. Auch an den Kassenhäuschen soll eine neue technische Installation Einzug gehalten haben, hörte ich. Dass diese den Kassierer(inne)n noch Einarbeitungsporobleme machte, soll einer der Hauptgründe für die langen Schlangen am Donnerstag gewesen sein.

Über die Messeräumlichkeiten gesprochen: der Platz war meistens knapp. Gerade am Samstag war manchmal nur unter Missachtung aller Höflichkeitsregeln überhaupt noch ein Vorankommen möglich. Hier wäre eine Ausweitung um eine Halle (auch zugunsten weiterer Aussteller) vielleicht sinnvoll – auch wenn meine Beine da sicher anderer Meinung sind: die würden eine kleinere Messe bevorzugen ;)

Auch diese Messe hatte wieder einige Themen, die sich druch die Hallen zogen. Nach vielen Jahren gab es wieder Spiele um Wein – und dann gleich ein rundes halbes Dutzend. Es ist schon interessant zu sehen, wie sich so etwas immer in Wellen entwickelt.

Ein anderes Thema war für eine ganze Reihe Verlage ein gemischtes Gefühl: ‘haben wir nicht mehr’ war überraschend oft zu hören. Auch Verlage, die seit Jahr und Tag dabei sind und daher einigermaßen einschätzen können, was wohl auf sie zukommt, waren von plötzlich knappen Vorräten gepeinigt. Wohl dem, der, wie beispielsweise Pegasus in Sachen Junta: Viva il Presidente oder Thunderstone, Asmodee in Sachen 7 Wonders (1300 Stück in 4 Stunden!) oder Spieltrieb, schnell aus dem Lager Nachschub holen konnte – und wehe, wenn dann der LKW unterwegs eine Panne hat, wie bei letzteren. Andere Verlage hatten zu weite Wege, um Nachlieferungen noch organisieren zu können, und so waren eine ganze Menge Spiele nicht mehr verfügbar. Treefrog hatte Vorbestellungen von London bereits frühzeitig gestoppt, um auf der Messe noch etwas verkaufen zu können – und hatte das letzte Exemplar der limitierten Auflage am Donnerstag im 11:20, das letzte der ‘normalen’ Ausgabe am Freitagmittag da. Countdowns waren häufiger zu sehen, so zum Beispiel bei Mars is ours von B2FGames.

LARP-Ausrüster waren dieses Jahr wieder weniger in Halle 6, wodurch wohlauch ein wenig Platz für Nicht-Rollenspieler frei wurde. Vielleicht nicht unbedingt der beste Platz, aber Jets von Spieltrieb oder auch Foodle passen irgendwie zu den Besuchern – das eine, weil es eben ein wenig Tabletop-artig ist, beim anderen geht es um richtige Ernährung.