Tag Archiv für Essen

SPIEL Tag 4 und Nachbetrachtung

Escape Rooms, Piraten, Stoffwechselendprodukte und ein leicht bitterer Nachgeschmack
spiel-2016
Ja, wir haben überlebt… so hörten sich viele Besucher der diesjährigen SPIEL an, sei es nun, weil sie in einem der verschiedenen Escape Room Spiele mitgespielt haben, oder weil sie schlicht dem großen Gedränge entkommen waren. Die Verkehrsbetriebe hatten ihre liebe Mühe gehabt, der Meute Herr zu werden; am Donnerstag hatte es an den Parkhäusern massive Staus wegen technischen Problemen an den Schranken gegeben, und – natürlich war es wieder alles mehr geworden, die Fläche, die Zahl der Aussteller, die Neuheiten, die Zahl der beteiligten Länder – die diesjährige SPIEL hat so ziemlich alle Rekorde mal wieder getoppt, und der Merz-Verlag hat das alles gewohnt professionell unter einen Hut bekommen.

Neben den schon erwähnten Escape Rooms hat sich diesmal die Thematik „Piraten“ bei vielen Anbietern breitgemacht, und in ganz unterschiedlichen Genres Fuß gefasst – sei es ob man eine Piratenmannschaft organisieren soll, Beute aufteilen möchte, oder was auch immer sonst. Das Kuriosum sind sicherlich die Spiele mit einem recht anrüchigen Thema – obwohl Noris ja weiß, dass Geld immer noch nicht stinkt, gibt’s mit „Scheiß drauf“ gleich eine weitere Ladung, und wo bei unseren japanischen Freunden gefragt wurde „Who soiled the toilet?“ – finden sie die Antwort vielleicht bei „Kacke – das Spiel“ (Breaking Games).

Weniger schön ein Ereignis vom Samstag: Bei Ludicreations wurde die Kasse samt Tageseinnahmen entwendet. Kurzerhand wurde schnell ein kleines Spiel mit dem Namen Steal this game auf Kickstarter gesetzt, und schon finden sich solidarische Spieler, um bei der Verlustminimierung zu helfen – worüber sich der eher kleine Verlag sicherlich freut.

Was auch ungewohnt auffiel: Bei einigen „Großen“ blieben manche Tische leer, sogar am Samstag, wo die Messe an sich extrem überlaufen war. Dafür staute es sich bei kleineren Verlagen, und die Spieler gaben sich den Stuhl quasi in die Hand. Wie kommt sowas? Einige entsprechende Fragen an die Besucher bestätigen den ersten Verdacht: Es kommt wohl zu oft vor, dass die örtlichen Erklärbären der Großverlage selbst kaum Ahnung vom Spiel haben – und darauf hat das Publikum keine Lust, und zieht weiter zu besser geschulten Erklärern, die sie bei kleineren Häusern leichter finden. Vielleicht ist da mal ein wenig mehr Einarbeit erforderlich als bisher…

Positive Neuerung war sicherlich die Möglichkeit des Paketversands – die Standcrew dort hatte mehr als genug zu tun, und hat schon angekündigt, im nächsten Jahr mit einem größeren Stand und auch mehr Personal aufzuwarten. Auch eher positiv fiel die einigermaßen zivile Preisgestaltung bei der Verpflegung auf – den ein oder anderen Ausreißer nach oben mochte es geben, aber dafür, dass es hier um eine Messe geht, waren die Preise durchaus erträglich (den Anbietern scheint es klar geworden zu sein, dass Spieler eher hungern als so viel Geld auszugeben, dass sie sich dafür ein neues Spiel leisten könnten).

Mein persönliches Fazit: Viel neues, und trotzdem habe ich keine neuen Füße (obwohl mir die sicher gut getan hätten), dank der „Einzelspielervariante“ dementsprechend auch Muskelkater in den Armen von der Schlepperei; freundliche, patente Japaner, spaßige, etwas überrumpelte Kanadier, überraschende Kolumbianer, gewohnt lustige Finnen und sogar ein Spiel aus Aserbaidschan. Außerdem an dieser Stelle in Roachs Namen ein herzliches Dankeschön für die vielen Genesungswünsche, wir wollen hoffen, dass unsere beliebte Kakerlake bald wieder mit von der Partie ist.

In diesem Sinne – wir sehen uns, sei es auf einem Spieletreffen, oder auch auf der nächsten SPIEL – die nächstes Jahr erst verhältnismäßig spät stattfinden wird, den Herbstferien sei Dank.

SPIEL Tag 0 – Vorglühen

Trends im Keller – Ich will hier raus!
spiel-2016

Traditionsgemäß geht für „uns“ die SPIEL ja schon einen Tag früher los – mit der Pressekonferenz und der daran anschließenden Neuheitenschau. Deren Konsens, sehr knapp zusammengefasst: Die SPIEL bricht mal wieder mehrere Rekorde auf einmal, noch mehr Ausstellerfläche, noch mehr Verlage (diesmal über 1000 Anbieter), noch mehr Neuheiten (wer hätte es gedacht, aber vierstellig war der Bereich ja schon letztes Jahr, nur nicht so deutlich) aus noch mehr verschiedenen Ländern (50 diesmal – mit Marokko oder Kolumbien als den neuesten „Exoten“).

Das führte dazu, dass wir uns an einen neuen Satz gewöhnen müssen – hieß es sonst meist „wir sehen uns dann unten“ – muss hier ab jetzt „oben“ stehen, denn die Neuheitenschau fand in der Halle 1A statt, die quasi ein extra Kellergeschoss der Messehallen ist. Trends? Klar, diesmal besonders im Kommen sind Spiele mit Escape-Room Thematik, auf die sich auch etablierte Verlage wie Kosmos, Noris oder HCM Kinzel einlassen. Welche der jeweiligen Spielmechaniken sich da den anderen gegenüber absetzen kann – wir werden es testen. Auf jeden Fall werden die Besucher Spiele, die ähnlich den populären Escape Rooms funktionieren, ausprobierern können.

Den jüngeren vielleicht eher unbekannt, den älteren sicher eine Kindheitserinnerung – es gibt endlich ein Spiel zu Robby, Tobi und das Fliewatüüt – selbiges war sogar präsent bei HUCH. Ansonsten viel quer Beet, wobei auffiel, dass ein weiterer Schritt in Richtung besonders hochwertige Spiele erfolgt ist – gerade detaillierte Spielfiguren anstatt irgendwelcher Pöppel zeichnen viele Neuheiten dieses Jahr aus, und auch die Tatsache, dass man Material gut mitverwendet, wie man schön am „Kneipenquiz“ vom moses-Verlag sehen kann; hier spielt man als Team gegen die „Flaschen“ (virtuelle andere Teams) im Stil der gerade populären Kneipen-Quizveranstaltungen. Auch ein Thema ist – vorausschauend auf 2017 – die Thematik „Luther“ und was so dazugehört. Und dass immer mehr Verlage ihre neuen Projekte über Crowdfunding starten, ist uns zwar nicht gerade neu, aber erklärt vor allem den deutlichen Anstieg neuer Anbieter, gerade auch international.

Praktische Neuerung: Man kann sich erstmals seine Einkäufe professionell verpacken und nach Hause schicken lassen. Den passenden Stand dazu findet man in Halle 7 – das dürfte manch logistisches Problem lösen, als auch vielen ewige Schlepperei ersparen. Ich glaube ich weiß, wo sich schon jetzt am Donnerstag eine Schlange bilden wird.

Und jetzt ein paar Highlights aus der Neuheitenschau und meinem Bummel durch die Hallen, als sie noch leer waren – als Anregungen für euch:

– Wer gerne Deckbuilding-Spiele (wie zB Dominion oder Thunderstone) spielt und von der Aufbewahrung gerade vielfach erweiterter Komponenten genervt ist, bekommt bei InvetionIcon (6 E-117) eine interessante Alternative geboten, Spielzeit zu gewinnen indem lästiges Sortieren entfällt.

– Die große Nachfrage bei Ninja Arena (2 mt Games) führt dazu, dass jetzt zur Messe ein Kickstarter zu einer zweiten Auflage gestartet wurde – noch etwas hochwertiger, dafür etwas andere Optik und größere Stückzahl. Das Funding läuft noch bis zum 21.11., in Halle 4, Stand B-125 erfahrt ihr mehr.

– Bei „Captains of the Golden Age“ (6 D-111) geht es um – wer hätte es gedacht – Freibeuterschiffe, allerdings behauptet dieses Spiel aus den Niederlanden, völlig ohne Glücksfaktor zu sein – macht mich neugierig.

– einen schnellen Sellout befürchte ich bei „in Dreams & Shadows“ (2 F-109) – da sitzen zwei Messeneulinge aus Kanada mit einem recht atmosphärisch ausgestatteten Bresttspiel mit verschiedenen mythologischen Motiven. Ich bezweifle, dass die vorrätige Stückzahl den ersten Tag übersteht…

– Borzag Games (2 D-127) ist ein dänischer Verlag, der drei Neuheiten im Gepäck hat – in zweien geht es um Gartenzwerge, im dritten um Piraten (auch so ein Thema, das vielleicht nicht ganz neu, aber immer populär ist). Die Grafiken und die kurzen Erklärungen machten einen vielversprechenden Eindruck.

– Teilen tun sie sich ihren Stand mit Dragon Dawn, dem finnischen Flaggschiff der Arctic Union, die mit der 5 kg schweren Box Perdition’s Mouth einen sehr hochwertigen und vor allem der Mechanik nach anderen Dungeon Crawler präsentieren.

spiel-tag-0– Direkt gegenüber (2 D-129) präsentiert Snowdale Design (ebenfalls aus Finnland) Dale of Merchants – ein Spiel mit sehr unterschiedlichen Spieloptionen, je nachdem, welche Völker man mitspielen lässt; hier sind mir vor allem die wirklich gelungenen Grafiken aufgefallen.

– WITCH – Fated Souls ist ein neues Rollenspiel aus den Niederlanden, dessen Thematik sich durch den Namen schon erahnen lässt – macht einen ambientelastigen Eindruck, nicht zuletzt durch die Tarotkarten, die nicht nur als Prop eingesetzt werden können (2 F-108)

– Ludicreations (1 D-129) präsentiert drei interessante Neuheiten; They who were 8 lässt Spieler zu Göttern werden und dann andere derartige Wesen beeinflussen, um ein wenig Weltgeschichte zu schreiben; Crisis präsentiert ein interessantes Worker Placement System, wo manches mal auch die Frage im Raum steht ob man Skrupel hat, und Mythe ist ein schnelles kleines Spiel für die ganze Familie, das mit einer Push your luck Mechanik daherkommt.

– Um Dichtkunst, Karten und schnelle Reaktion – alles in einem Spiel – geht es bei Ogoola Karuta, nach japanischem Vorild, aber in europäischen Sprachen (6 C-118).

– Krimidinnerfans werden von Krimi Total (3 A-102) dieses Mal ins… na, sagen wir mal „Milieu“ entführt – wenn auch ins Milieu der 20er Jahre. Hinter „Nachts im Salon Rouge“ verbirgt sich einmal mehr ein Kriminalfall für 8-9 Spieler, diesmal mit passenden Cocktailrezepten.

– Steffen Spiele (3 G-109) hat einserseits einen Zaubertrank im Gepäck, in dem bis zu 4 Spieler unterschiedliche Komponenten der Elemente einsammeln wollen; andererseits ist „Five!“ eine kleine Spielesammlung, die mit wenig (wenn auch gewohnt hochwertigem) Material auskommt, und dafür fünf einfach zu erlernende Spiele bietet, die vor allem Flüchtlingen Freude bereiten soll (entsprechend sind dieSpielanleitungen unter anderem auch in Arabisch, Farsi, Urdu und Tigrinya enthalten). Nachdem schon 7000 Spiele Spenden sei dank verschenkt werden kopnnten, kann sich nun jeder, der ein Five! ersteht, insofern beteiligen, als dass für jedes gekaufte Spiel wieder eines gespendet wird.

– direkt gegenüber gibt es sehr eindrucksvolle Tricks, größtenteils mit Karten, aus den Niederlanden zu bestaunen. Wer schon immer ein wenig Bühnenzauberei erlernen wollte, ist hier richtig.

– Abacus (3 E-114) bietet dieses Jahr auch etwas „piratiges“ – Jolly & Roger ist ein Zweipersonenspiel mit „Ich teile, du wählst“ Mechanik. Die ebenfalls angekündigten neuen Sets für Anno Domini lassen leider noch ein wenig auf sich warten. Dafür gibts hier aber auch den Gewinner des deutschen Kinderspielpreises, der gleichzeitig auch das Kinderspiel des Jahres ist: Leo muss zum Friseur.

– zu guter Letzt bin ich noch bei Japon Brand (7 E-100) gelandet (wer mich kennt sollte nun wenig überrascht sein, überrascht war eher ich, als ich den notwendigen Ansprechpartner ganz anderswo getroffen habe), die dieses Mal zwei Dutzend Neuheiten mitgebracht haben – was mir besonders auffiel war zB Yokohama, das aus dem gleichen Hause wie Minerva aus dem letzten Jahr stammt, wie auch einige interessant wirkende Zweipersonenspiele. Wie gewohnt gilt hier: Die Japaner haben nur begrenzte Stückzahlen dabei, ich rechne also schon am Donnerstag mit entsprechendem Andrang – völlig zu Recht.

So… und – wo werde ich auf der eigentlichen Messe starten? Das verrate ich noch nicht. ich wünsche aber schon mal viel Spaß auf der SPIEL.

SPIEL Tag -0,5 – Halbe Kraft voraus

Morgen beginnt die SPIEL 2016 in Essen – und heute schauen wir uns das schon mal an…
spiel-2016

…wir? Schön wär’s. Die Situation hat sich leider nur etwas verbessert – Roach ist zwar auf dem Wege der Besserung, aber noch nicht „mobil“, und wird auf dieser SPIEL schlicht abwesend sein. Von daher heißt das im Umkehrschluß, dieses Jahr ist Del’Roh, also ich, alleine unterwegs. Da die teilnehmenden Verlage garantiert nicht weniger werden, eher im Gegenteil, wird das sicherlich noch anstrengender als in den vergangenen Jahren. Daß zwischendurch auch noch ein wenig die Hardware gestreikt hat etc macht das nicht einfacher, aber das soll kein Lamento werden. Vielmehr eine kleine Eröffnung; mehr zur diesjährigen Messe gibts dann im euch sicherlich vertrauten „Rundgang-Stil“, mit den ein oder anderen Highlights als Tipps für euch Besucher, wobei ich natürlich anders schreibe als Roach, aber worum es geht, ist genauso klar. Auch sollten noch während der Messe (und wenn alles klappt auch schon nachher) noch die ein oder andere Rezi on gehen, die sich entweder auf Spiele der letzten SPIEL bezieht, die von weiter her kommen (und dementsprechend hier oftmals eher schwer erhältlich sind), oder die uns in der Zwischenzeit erreicht haben (und jetzt vor Ort erhältlich sein sollten).
Ansonsten, wenn ihr mich auf der SPIEL diese Tage sehen solltet – Lederweste und das Logo auf der (beigefarbenen) Schirmmütze sollten als Erkennungszeichen reichen – sprecht mich ruhig an, aber allzu viel Zeit werde ich aufgrund der Situation (viele Verlage, gefühlt, VIEL zu wenig Zeit) wohl nicht haben. Trotzdem freue ich mich. Wird anstrengend. Die Lage ist hoffnungslos, aber das meine ich jetzt nicht allzu ernst.

Spiel und Bahn

Bahnverkehrsprobleme in Essen

Letztes Jahr war die SPIEL ja wegen eines Streiks nur schlecht mit der Bahn erreichbar. Dieses jahr stehen bei uns keine Streiks zu erwarten (anders als in Belgien, wo zumindest für Donnerstag auf Freitag Streiks angekündigt sind, was auch den Thalys 80 (Paris-Essen) betreffen könnte.

Aber … und es gibt ja immer ein aber bei der Bundesbahn. Am Wochenende hat,wie ich hörte, ein Stellwerk gebrannt, und deshalb… aber lassen wir die Störungsseite der Bahn sprechen…

Stellwerksstörung zwischen Duisburg und Dortmund
Aufgrund einer Stellwerksstörung zwischen Duisburg und Dortmund, werden Züge des Fernverkehrs in beiden Richtungen über Gelsenkirchen umgeleitet.
Die Verkhershalte (sic!) in Bochum Hbf und Essen Hbf entfallen dadurch.

Ein Ende des Störung (sic!) ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar.

Nahverkehr soll funktionieren, notfalls empfiehlt es sich, statt Essen Hbf den Bahnhof Altenessen anvisieren – die U11 zur Messe hält auch dort.

Update: Inzwischen ist auf der Seite eine neue Meldung mit mehr Details, aber hauptsächlich zu IC/ICE-Verbindungen. Auch der Nahverkehr scheint beeinträchtigt zu sein – ab Duisburg wird Schienenersatzverkehr zum Bahnhof Essen angeboten.

Spielplan

SPIELHallenpläne sind online

Die SPIEL, das jährliche Event in Essen … die weltgrößte Publikumsmesse (also mit Zugang für jedermann, nicht nur für Fachbesucher) auf dem Brettspielebereich, mit angeschlossener Comic Action. Auf ständig wachsender Grundfläche präsentiert eine ständig wachsende Ausstellerschar ihre alten und neuen Spiele. Hiermit läuten sie nicht nur das Weihnachtsgeschäft ein (traditionell die Zeit, die eigentlich ausschließlich über den Erfolg oder Misserfolg eines Geschäftsjahres entscheidet), sondern sprechen auch direkt das Publikum an, was sie sonst nur eingeschränkt über Spieletagen in Spieleläden oder auf Cons tun können – wobei das Zielpublikum dann wesentlich kleiner ist.

Dieses Jahr findet die SPIEL vom 8. bis 11. Oktober statt – so früh wie m.W. noch nie, die ersten zwei, drei Veranstaltungen vielleicht einmal ausgenommen, an die Termine kann ich mich nicht mehr erinnern. Das dürfte daran liegen, dass die Herbstferien in Nordrhein-Westfalen dieses Jahr zwei Wochen früher sind als 'üblich'. Und auch in den nächsten Jahren werden die Herbstferien hier nicht mehr so früh sein, wodurch der Termin der SPIEL sich wahrscheinlich auch wieder nach hinten verschieben wird.

Wer zur SPIEL will, hat dieses Jahr noch einmal mehr Wege auf sich zu nehmen: an Stelle der relativ kleineren Halle 4 (in der dieses Jahr das Catan Big Game stattfindet, ein paar Worte hierzu weiter unten) kommt dieses Jahr die Halle 7 hinzu, die auf dem Grundriss dreimal so groß aussieht wie die Halle vier. Insgesamt soll die Fläche noch einmal um 9% auf jetzt 63.000 qm wachsen, die Zahl der Aussteller soll die 900er Marke knacken können (letztes Jahr: 832).

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Die SPIEL wächst weiter

1, 2, 3, 4, 7, Galeria

Spiel '15Soeben kommt die erste Pressemeldung zur diesjährigen SPIEL herein. Und wieder einmal wird angekündigt, dass die SPIEL um einen erheblichen Anteil wachsen wird. Das flächenmäßige Wachstum beträgt 8,6 %; das klingt vielleicht nicht nach viel, bedeutet aber einen Zuwachs von 5.000 qm.

Nachdem voriges Jahr bereits die Halle 4 hinzugekommen war (2013 waren es noch Hallen 1, 2 und 3 und die Galeria), soll dieses Jahr auch die Halle 7 geöffnet werden. Man darf gespannt sein, inwieweit die Umbauarbeiten, die in der Messe Essen im Mai nächsten Jahres endlich starten sollen, in den nächsten Jahren die Größe wieder vermindern werden – Hallen 4 und 7 gehören zu dem Bereich, der durch den Neubau betroffen ist, während die Hallen 1, 2 und 3 meines Wissens nicht angegriffen werden.

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Elementare Codes

codincaCodinca

Da ja die Mayas, Azteken, Inkas usw. für 2012 den Weltuntergang vorausgesagt hatten (oder zumindest etwas vergleichbares), ist es kein allzu großes Wunder, dass sich 2012 einige Spiele Motive aus den Kulturkreisen der mittel- und südamerikanischen Indianerstämme zum Thema gewählt haben. Hierzu zählt auch Codinca von Back Spindle Games, einem neuen, kleinen Spieleverlag aus Nordirland. In diesem Spiel versuchen die Spieler, als erste einen Inkatempel zu öffnen, indem sie die – für sie – jeweils richtigen Codes bewerkstelligen.

Das uns vorliegende Exemplar ist ein Vorabexemplar, das auf der SPIEL 2012 präsentiert wurde. Was das Spielprinzip angeht, wird sich hier wohl nichts ändern, wohl aber noch etwas an der Verpackung (wünschenswert, auch wenn diese schön ist, aber leider auch sehr instabil), und möglicherweise auch noch am Material (was aber nicht unbedingt nötig wäre – das vorliegende Material ist wirklich gut). Zum Spiel gehören:

  • das Spielbrett aus stabilem, beschichteten Karton
  • 24 "Schlüsselscheiben“, ebenfalls aus stabilem, beschichteten Karton
  • 16 Symbolmarkern, je 4 pro Element und mit je einem goldenen und einem silbernen Symbol versehen
  • 4 Glücksaktionskarten
  • 2 Glücksaktionsübersichtsblätter
  • 1 Schloß-„Totem“ (Holzkegel)
  • 20 Glückstokens (aus Holz)
  • 12 Fallenkarten (beschichteter Karton)
  • Die Spielanleitung (in Englisch)

Die Kartonteile müssen jeweils noch aus Stanzbögen gelöst werden, was problemlos verlief. Sehr positiv ist anzumerken, dass die Kartonteile sehr stabil und widerstandsfähig sind – also bitte nicht von dem Argument "ist doch alles Pappe“ abschrecken lassen, das merkt man kaum.
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Spiel – Nachlese


Dann war da noch…

Wie jedes Jahr auch diesmal noch einige Kleinigkeiten, Randnotizen, Takeouts und ähnliches zur Spiel.

Zur Einstimmung zunächst einmal ein paar Vergleiche zu den 'Problemen' der letzten SPIEL, die ja bekanntlich unter einigen technischen Problemen litt. Dieses Mal waren die Probleme dann auch gut 'weggearbeitet‘: ich sah nur die normalen Schlangen, und auch bei der Pressekonferenz gab es keine technischen Probleme mehr.

Irtgendwie scheint die Messe (womit ich vor allem die Messehallen, weniger die Organisation meine) ein wenig TARDIS-Technologie eingekauft zu haben: die bekannten Stände schienen durch die Bank größer zu sein, es waren mehr Stände (mehr als die paar Prozent, die durch die teilweise Öffnung der Halle 7 möglich gewesen wären) – und dennoch schien es vor allem am Donnerstag und Freitag so, als habe sich der verfügbare Platz gefühlt veranderthalbfacht. Nur durch die fehlenden Schülermassen (es waren ja keine Herbstferien zur SPIEL) können die zusätzlichen Räume kaum entstanden sein.

Allerdings war der Verkehr dann gerade am Samstag eher durch eine allgemeine Infarktsituation geprägt. Nicht nur, dass man alle anderthalb Meter auf Gangschwätzer und Abruptstopper stieß (zwei Worte, die mein Redakteur als 'überaus treffend' bezeichnete), irgendwie hingen wir auch ständig hinter anderen Journalisten, die die Standinhaber 'blockierten' (was gerade bei Vlogs wie Sofahelden und Cliquenabend zu Verzögerungen führte) – und wenn man beschloss, die eine Gruppe zu überholen und den 'blockierten' Stand später heimzusuchen, hing man prompt hinter dem nächsten… Eine Situation, die man nur mit zwei Methoden akzeptieren kann: mit Humor oder mit einem Herzinfarkt. Ich bevorzuge natürlich erstere Methode.

Auch diese Messe hatte wieder einige Themen, die sich durch die Hallen zogen. Dieses Jahtr war es allerdings weniger ein Thema sondern eine Spieltechnik: Deckbuilding Games schienen sehr populär zu sein – von den Vorreitern wie Dominion und Thundersteon über Tanto Cuore und Dynamite Nurse bis hin zu Freiedemann Frieses Freitag gab es wohl keine Halle, in der nicht indestens mein, eher mehr, Deckbuilding Game angeboten oder gezeigt wurde.

Ein anderes Thema, das allerdings voriges Jahr auch schon auftrat, war das 'ausverkauft‘-Thema. Allerdings traf es dieses Jahr nicht nur Kleinverlage – Messeneulingen wie den Herstellern der Cocodice kann so etwas schnell einmal passieren, und einige 'übliche Verdächtige' (*hüstel* Fragor Games *harrumpf*) waren auch dabei … aber dass auch so erfahrene Verlage wie dV Editrice (Bang!) oder gar Noris / Zoch (Geistesblitz / Safranito !) beim fröhlichen 'Ausverkauft‘-Reigen mittanzten, war denn doch überraschend.

Die 'Rollenspiel‘-Halle 6 hatte dieses Jahr wieder mehr LARP-Stände, sowie eine ganze Menge Essensstände (zu typischen Messepreisen). Von den Anwesenden hörte man allerdings, dass man, wenn man wählen müsste, eher die RPC schießen lassen würde, ganz einfach wegen der Kosten. Ich hoffe, dass das nicht zu einer Zweiteilung des Markts führt – Hersteller, die nur auf der RPC zu finden sind, und Hersteller, die nur auf die SPIEL gehen. Es wäre schade. Irgendwie scheinen beide Bereiche sowieso zusammen zu wachsen – dieses Jahr waren eine ganze Reihe Stände auf der SPIEL zhu sehen, die entweder auch oder gar nur Apps zu bekannten Brettspielen aboten. Meist hiess es dann "Ja, für iPad/iPhone haben wir die Apps schon, für Android kommen sie bald…“

Spiel – Tag 4


Abschlußarbeit

Voriges Jahr war heute der Tag der 'wer fehlt denn noch‘-Suche. Dieses Jahr haben wir erst einmal den halben Tag damit verbracht, die noch fehlenden Stände abzuklappern. Aber wir glauben, dass wir irgendwie doch noch alles geschafft haben.

Irgendwie hatte ich heute auch weniger Probleme mit den Füßen als gestern – was ich von meinem Mit-Redakteur leider nicht sagen kann. Ein Ersatzteillager mit neuen Füßen wäre uns aber beiden wohl sehr willkommen gewesen. Das hat uns aber nicht daran gehindert, noch alle möglichen Stände abzuklappern und allen möglichen Leuten lästig zu fallen.


So haben wir bei Spieltrieb GbR uns das neue Essence ansehen können, das ein interessantes Kommunikationsspiel zu sein scheint.

F Hein Spiele (der Dr. aus der URL ist weggefallen, nachdem Dr. Hein die Firma an seinen Nachfolger übertragen hat), hatte mit Rifftaucher ein schönes Spiel um spiegelbildliche Puzzles, die man um die Wette legen muss.

Irongames, benannt nach dem Inhaber Bernd Eisenstein, hatte zwei Spiele mit klassischem Hintergrund: in Pax versuchen entflohene römische Sklaven sich zu retten, Pergamemnon ist ein Deckbuilding Game um die antiken Völker.

Red Glove hat dieses Jahr ein Risorante Italia.

Vom weißen Pfau, also Albe Pavo kommt Saké and Samurai, in dem alles darauf ankommt, welcher Samurai den besonders ehrenhaften letzten Becher Sake erhält.

Bei Cubicle 7 hatte eine ganze Reihe interessanter Sachen. Wir haben uns (für Rezensionen) u.a. The Laundry und Airship Pirates gesichert. Letzteres ist ein Steampunk-System,. ersteres ein auf Basic RolePlaying basierendes (also in groben Zügen mit Call of Cthulhu kompatibles) System um britische Behörden im Kampf gegen Bürokratie und Cthulhu.

Surprised Stare hatte mit Papertclip Railways ein Spiel um EIsenbahnbau, bei dem sie Bahnlinien mit Büroklammern dargestellt werden. Ein interessantrer Ansatz, der dafür sorgt, dass das Speil sich an die vorhandene Spielfläche anpassen kann.

Ansonsten gab es sicher noch vieles, was mir jetzt so schnell nicht einfällt. Vielleicht kommt in den nächsten Tagen noch eine Übersicht von Del’Roh, ansonsten kommt von mir noch das Gesamtresümee mit Kommentaren und Takeouts.

Ein kleiner Teaser noch: vor kurzem hat das inzwischen fünfte Jahr für diesen Blog begonnen – am 23. September 2012 werden wir 5 Jahre alt. Ich kann und will noch nicht viel sagen – es kann ja immer noch das eine oder andere dazwischen kommen – aber wir haben ein paar Ideen, wie wir unseren 5. Geburtstag richtig interessant machen können…

Spiel – Tag 3


Kleinverlage

Wie immer, auch vom heutigen Tage eine Übersicht über die Besonderheiten, die uns auf der SPIEL ins Auge gefallen sind. Meine Füße mochten mich heute nicht mehr so sehr, das könnte aber auch daran liegen, dass wir heute relativ viel herumgestanden haben und auf alle möglichen Gespräche warten mussten.

Deshalb sind wir wir wohl heute auch sehr langsam voran gekommen – statt, wie in den letzten Jahren, Hallen 4, 5, 8 und 9 fertig zu bekommen (und damit die gesamte Messe abgedeckt zu haben, so dass wir am Sonntag nur noch die Stände anlaufen mussten, die vorher nicht verfügbar waren bzw. bei denen wir noch ein Rezensionsexemplar mitnehmen mussten), haben wir heuer Halle 5 nur knapp angerissen, und müssen uns um diese morgen noch kümmern. Was genau so lange gedauert hat, ist uns nicht ganz klar – eventuell lag es daran, dass es heute gefühlt nicht nur voller war als voriges Jahr, sondern auch dass gefühlt viel mehr Gangschwätzer und Abruptstopper den Weg versperrten.


Hallen 4 und 9 sind traditionell vor allem von ausländischen Verlagen belegt, mit einigen wenigen deutschen Verlagen dazwischen. (Halle 8 ist komplett durch die Comic*Action belegt). Daher haben wir auch viele ausländische Spiele gesehen, die aber ebenfalls zu gefallen wussten.

So hatte Japon Brand seine Produkte an zwei Ständen, einem eigenen und einem vom amerikanischen Distributor. Bei den Amerikanern lagen vor allem die neuen Deckbuilding Games aus, allen voran Dynamite Nurse Returns, ein Spiel um Krankenschwestern in einer Fantasy-Welt, und Tanto Cuore, bei dem man einen Haushalt führt und sich mit den Kümmernissen und Nöten der Dienstmädchen herumschlagen muss. Letzteres war in einer Englischen Fassung erhältlich, während die Krankenschwestern zur Zeit nur Japanisch sprechen (fehlende englische / deutsche Regeln und Kartenbeschreibungen sind auf dem Internet zu finden). Auch fand man hier Kemomimi Panic, ein Detektivspiel in einer Stadt voller Kemomimi (‚Tierohren‘, also Menschen mit solchen). Shakespeare Carduta schließlich ist ein, nein sind zwei Kartenspiele zu Zitaten aus Shakespeares Tragödien bzw. Komödien.

Von den Nachbarn aus China, von Yokagames kommt War of the Khan Succession, ein Brettspiel zu den Nachfolgekriegen nach dem Tode Dschingis Khans.

Ebenfalls aus Asien, aus Korea nämlich, kommt Hetrix, am Stand des Koranischen Pavillons zu finden. Ein interessantes abstraktes Legespiel um möglichst lange Punktketten.

Der letzte Asiate, den ich hier nennen möchte, ist Black Dove Games aus Singapur, deren For Fame & Fortune uns sehr gut gefiel – ein Kartenspiel, bei dem man gute Kartenkombinationen sammeln möchte (wer sagte da Poker?), das aber einige sehr interessante Techniken aufweist, die das Spiel doch ganz anders spielen lassen als Poker.

Aus Amerika kommt bekanntlich Wattsalpoag, die dieses Jahrganz überrascht dreinblickten: auch sie wurden dieses jahr vom 'Ausverkauft‘-Virus erfasst.  A Fistful of Doll Penguins war bereits gestern ausverkauft.

Aus Frankreich kommt Burdigala von Id&aL Editions, die so weit ich weiss nur eine Website haben für ihr Spiel Kahmaté. Im kleinen Gallischen Dorf Burdigala (also weit entfernt von Kleinbonum, Babaorum, Laudanum und Aquarium), aus dem irgendwann einmal Bordeaux werden soll, sollen noble Gebäude entstehen, die das Ansehen der Römer steigern. Die Spieler sind (natürlich) mit dieser Aufgabe betraut.

Ebenfalls in Frankreich beheimatet ist iello, die in einer schönen Verpackung mit Magnetverschluss Innovation verkaufen, ein Spiel um Erfindungen.

Aus England (Bedfordshire) kommt Numenko, ein Spiel, das man ganz grob als 'Scrabble mit Zahlen' beschreiben könnte. Anders als viele andere 'Zahlenscrabble' scheint Numenko aber tatsächlich spielbar zu sein, was durch zwei raffinierte, aber einfache Tricks erreicht wird; der eine davon sind 'Multi-purpose computing signs'.

Die Italiener von Cranio Creations bieten mit einer neuen Version von Horse Fever ein Spiel für alle Rennbahnbegeisterten.

Wer dahingegen eher den Benzingeruch von Speedway-Rennen liebt, sollte sich bei der CBG anstellen, die mit Speedway Champion ein Spiel um eben diese Rennen haben. Auch sahen wir dort ein Spiel um Lupin III.

Das ist nur ein kleiner Auszug dessen, was wir alles gesehen haben, aber was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Jetzt gehe ich erst einmal meine Füße hochlegen, damit ich den morgigen Tag noch überlebe.