Tag Archiv für Französisch

Raumfahrt au Mouton

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Edenia

Für raumfahrende Schafe gilt, dass das Gras auf anderen Planeten immer grüner ist – ganz besonders für die Schafe auf Arridis, einem Planeten, der komplett technisiert ist, und auf dem kein einziger Halm mehr wächst. Da Schafe sich nicht gerade zum Gärtner eignen, sind sie gezwungen, den Planeten zu verlassen und sich auf die Suche nach dem legendären Planeten Edenia zu machen, wo der Klee im Überfluss wächst.

Die Reise nach diesem mythischen Planeten ist das Thema dieses Brettspiels aus Frankreich. Mit schön gestalteten Raumschiffen erforschen die Schafe einen Raumsektor, der in jeder Partie anders aussieht. Dabei kommt es nicht unbedingt darauf an, am schnellsten zu sein.Je nach Spielende sollte man zusätzlich Punkte gesammelt haben, indem man auf den Zwischenlandungen nach Hinterlassenschaften alter Rassen sucht.

In der Spieleschachtel fanden wir:

  • zwei Großplaneten als Start und Ziel
  • zwei Spielfeldränder als Begrenzung
  • Zwölf Raumschifffiguren (je drei in grün, rot, gelb und schwarz)
  • 23 Weltraumplättchen (davon ein schwarzes Loch und drei Startplättchen)
  • sechs Trifolium-Marker
  • 18 Artefakt-Marker
  • acht Sabotagemarker
  • 30 Marker „Turboklee

  • zwölf Flaggen und Flaggenfüße
  • ein Würfel
  • die Spielregeln auf Französisch und Englisch

Die Raumschifffiguren sind zwar aus Plastik, sehen aber recht nett aus – mit ein wenig Fantasie erkennt man in ihnen Schafsköpfe. Der Würfel ist aus Kunststoff, schwarz und zeigt drei verschiedene Symbole, die mit den möglichen Wegen auf dem Spielfeld übereinstimmen. Die Marker und Flaggen stecken in einem Stanzbogen, aus dem sie aber sehr leicht herausgehen (schon beim herausnehmen des Bogens aus der Spieleschachtel lösten wir ungewollt die ersten Marker heraus). Die Randstücke umfassen ein Quadrat von 5 × 5 Feldern, von denen Start-und Zielplanet jeweils ein Feld besetzen.

Umweltschonend: Statt eines Plastik-Einsatzes ist in der Spieleschachtel ein Karton-Einsatz, der natürlich auch völlig ausreicht.

Zu Spielbeginn wird das Spielfeld aus den Randstücken ausgelegt. In die genaue Mitte der Galaxie wird ein Plättchen gelegt, dass ein schwarzes Loch zeigt, die drei Startplättchen; werden aussortiert und auf einen Stapel gelegt, der aus den übrigen Weltraumplättchen gebildet wird. Je nach Spielerzahl werden Trifolium-Marker auf dem Zielplaneten abgelegt, Marker werden verdeckt gemischt bereit gelegt.

(Die Trifolium-Marker zeigen zwar jeder ein neonfarben leuchtendes Kleeblatt, aber anders als die Turboklee-Marker zeigen ausgerechnet sie vierblättrigen Glücksklee, was dem Tri im Namen widerspricht.)

Startspieler ist laut Startspieler-Witz der Spieler mit dem krausesten Haar.

Wer am Zug ist, wählt eines seiner eigenen Schafe (die zu Spielbeginn alle auf dem Startplaneten stehen). Wenn dieses scharf sich im Weltraum auf einer der eingezeichneten Spuren befindet, kann es dieser beiden Richtungen beliebig weit folgen, es sei denn, es wird von einem anderen Schaf, einem großen Planeten oder dem Rand der erforschten Galaxie gestoppt. Ein Schaf auf einem Planeten sich zuerst entscheiden, auf welchem der verfügbaren Pfade es weiterreisen will.

Ein neues, bislang unerforschtes Feld wird mit dem obersten Weltraumplättchen belegt, nachdem ein Schaf auf seinem Weg am Rand der unentdeckten Bereiche stehen bleiben musste. Nachdem ein Spieler weiß, welches Plättchen zu entdecken war, darf er auch das Schaf umkehren lassen und dem bereits gewählten Pfad in der anderen Richtung folgen.

Damit die Pfade auch aneinander anschließen, tragen alle Weltraumplättchen eine Markierung, mit deren Hilfe sie auszurichten sind

wenn einem Spieler ein fremdes Schaf im Weg steht, kann er sein eigenes Schaf auch einen Bocksprung über das Fremde Schaf machen lassen und dafür einen Turboklee bezahlen.

Auf großen Planeten, die man unterwegs entdecken kann, kann man zusätzliche Kleeblätter finden, statt Klee zu ernten, kann man auch den Planeten für sich selbst reservieren, indem man dort eine Fahne errichtet. Mitspieler, die dort landen, können die Fahne auch ganz einfach durch eine eigene ersetzen – das geht aber in beide Richtungen, weil man die entfernte Fahne zurückerhält. Allerdings kann man nur entweder Klee ernten oder eine Fahne errichten.

Wer einen Teleporter erreicht, muss stoppen. Zu Beginn des nächsten Zuges kann man auch auf einen beliebigen freien Teleporter wechseln. Diesen Teleporter kann man dann sabotieren, so das er nicht als Ziel eines Teleports dienen kann, bis jemand dorthin reist und ihn repariert.

Auf den Kleinplaneten gibt es Artefakte einzusammeln, die man im Laufe des Spiels anwenden kann. Hiermit kann man beispielsweise die Landung auf einem Planeten vermeiden, zu Zugbeginn den Pfad wechseln, wenn man nicht gerade auf einem Planeten steht, ein zusätzliches Weltraumplättchen entdecken, einen tragbaren Teleporter benutzen und mehr. Das Plättchen wird bei Benutzung aufgedeckt, bleibt aber beim Spieler liegen, da man (je nach Siegbedingung) für diese Artefakte Siegpunkte erhält.

Wer den Zielplaneten erreicht, erhält einen Trifolium-Marker nach Wahl (diese sind 7 -15 Punkte wert).

Das Spiel endet sofort, wenn eine von drei Siegbedingungen eingetreten ist:

1) ein Spieler landet sein drittes Schaf auf dem Zielplaneten
2) ein Spieler hat genau 42 Siegpunkte gesammelt
3) der letzte Trifolium-Marker auf dem Zielplaneten wurde eingesammelt.

Im ersten Fall gewinnt der Spieler, der seine drei Schafe auf in den ihr landete, egal, wie viele Punkte er gesammelt hat; im zweiten Fall gewinnt der Spieler, der 42 Punkte hat, im dritten der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Der Einsatz der Turboklee-Blätter will natürlich gut überlegt sein, weil der Vorrat nur begrenzt ist, ansonsten bietet das Spiel keine allzu große Spieltiefe – in meinen Testrunden gefiel es den Gelegenheitsspielern (auch als Familienspiel, da auch acht- bis zehnjährige Mitspieler eine reelle Chance haben), während Vielspieler eher das Gefühl hatten, vom Spiel gespielt zu werden und keinen großen Einfluss auf das Ergebnis zu haben. Dementsprechend würde ich auch das Zielpublikum dahingehend sehen, dass Familien mit Kindern am ehesten etwas an dem Spiel haben. Mit nur 2-4 Mitspielern ist Edenia auch nicht gerade ein Spiel für größere Familienfeiern – die Fähigkeiten der Artefakte, Teleporter usw. wollen auch erst einmal verinnerlicht werden.

Der Hersteller verkauft nur in Frankreich, deshalb bietet die (rein französischsprachige) Webseite auch nur die französische Spielregel (oben verlinkt) zum Download an. Laut einem Kommentar des Herstellers bei Boardgamgeek hat dieser sich dafür entschieden, die Homepage aus Kostengründen nur auf Französisch anzubieten, weil auch das Spiel vor allem in Frankreich verkauft wird.

Hersteller Blam Edition
Autor Matthieu Lanvin
Künstler Camille Chaussy
Spieler 2-4
Denken 5
Glück 8
Geschicklichkeit 0
Preis ca. 35 €

Edenia wird (wie oben angemerkt) zur Zeit nur in Frankreich angeboten, kann aber international auch bei französischen Händlern bestellt werden

Fingerfertige Wortakrobatik

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CardArt
CardArt
Was besteht aus 67 Karten und einer Spielanleitung? Richtig, ein Adlung-Spiel. Dass diese thematisch so ziemlich alles bieten können, haben wir in der Vergangenheit schon oft erlebt, und da ist es auch hier nicht überraschend, dass wieder etwas neues zum Vorschein kommt.

Bei CardArt sind die Karten Spielmaterial im doppelten Sinne – einerseits stehen auf ihnen Begriffe, die die Mitspieler erraten sollen, andererseits soll man diese Karten einsetzen, um diese Begriffe darzustellen – es darf nicht gesprochen werden (Geräusche sind erlaubt), dafür aber Karten gelegt, gestapelt, was auch immer (nur nicht geknickt oder schlimmeres).
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Studie in Schmerz

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Les Poilus

Les POilusAm Sonntag dem 2. August 1914 begann die – am Tage vorher verkündete – Generalmobilmachung für den Ersten Weltkrieg in Deutschland und Frankreich, nur einen Tag, bevor Deutschland Frankreich den Krieg erklärte. Der Krieg, von dem damals gehofft wurde, es sei "der Krieg, der alle Kriege beendet", stellt historisch betrachtet die Schwelle vom 19. ins 20. Jahrhundert dar – Oktoberrevolution, Auflösung von Österreich-Ungarn und des Osmanischen Reiches, Fall des Kaiserreiches, Oktoberrevolution … die Liste der einschneidenden Ereignisse, die durch den Krig hervorgerufen wurde, ist lang.

Die Entwicklung neuer Waffentypen – Giftgas, Tanks, Luftwaffe etc. – half dabei, das romantisch-verklärte Bild, das in weiten Bevölkerungsschichten vom Soldatenwesen bestand, zu entzaubern. Genau dieses entzauberte Bild, die Schrecken des Grabenkriegs für den einfachen Soldaten, der Kampf ums eigenen Überleben sind das Thema von Les Poilus, das auch auf Englisch als The Grizzled verkauft wird. Uns lag eine teilweise eingedeutschte Version vor.

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Suchbilder

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Boost!

BoostManchmal denkt man, man weiß, wer in welchem Markt aktiv ist – und wird dann doch überrascht. So gilt normalerweise, dass Asmodee den Vertrieb von Spielen französischer Hersteller in Deutschland übernimmt, während Heidelberger eher den osteuropäischen Raum abdeckt – und dazu noch vereinzelter amerikanische Verlage unter seine Fittiche genommen hat.

Und dann kommt ein Spiel daher wie Boost!. Eine runde Metalldose, genau wie bei Grabolo, mit ebenfalls runden Scheiben als Spielmaterial. Aber der Hersteller ist diesmal nicht Stragoo, sondern heißt Ferti – und sitzt in Merignac, nahe bei Bordeaux. Deutscher Distributor aber ist nicht Asmodee sondern Heidelberger…

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Mauloha!

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Hawaiki

HawaikiSpiele, bei denen man seine Karten so schnell wie möglich los werden muss, gibt es wie Sand am Meer. Daher muss man bei solchen Spielen immer schauen, in welchen Punkten sie sich von der breiten Masse abheben – während Uno und Mau-Mau ja eher kosmetische Unterschiede aufweisen, unterscheiden sie sich von beispielsweise Karrierepoker oder auch Tichu doch in großem Maße.

Aus Frankreich kommt mit Hawaiki ein Spiel, das sich eher in der Tradition der ersteren beiden Spiele versteht, aber doch ein paar interessante Änderungen hat. Und damit sind nicht nur die Motive der Karten gemeint, die auch ungewöhnlich sind.

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Franzosen-Drache

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Dragon Run

Dragon RunAus Frankreich kommt Blue Orange (früher Jactalea), ein Verlag, der recht nette Spiele vertreibt. Wir haben von ihnen bereits eine Reihe von Spielen vorgestellt. Normalerweise liefert Blue Orange zumindest eine englische Regel mit, oft sogar eine deutsche.

Leider ist dies nicht der Fall bei Dragon Run. In er Schachtel, die wir auf der SPIEL als Rezensionexemplar erhielten, liegt nur eine französische Version der Spielregel. Auf der SPIEL selbst soll noch ein Merkblatt mit einer englischen Übersetzung der Kartentexte erhältlich gewesen sein, aber dieses ist bislang nicht als Download erhältlich. Und auch eine englische oder gar deutsche Version der Regeln ist – obwohl zumindest die englische Version als Download auf Boardgamegeek für die Zweit zwischen dem 20. Oktober ud Anfang November diesen Jahres (2014) angekündigt war, ist sie bis jetzt noch nicht gesichtet worden. Vielleicht erscheint ja tatsächlich Anfang nächsten Jahres eine echte englische Version.

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Handeln, Schachern, Städtchen bauen

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Cité

Cité

Ein Spiel ohne Plan – so könne man im ersten Moment denken, denn ein Spielplan gehört nicht zu Cité. Allerdings bauen die Spieler das Spielfeld quasi während des Spiels, und erschaffen dadurch immer größere Stadtviertel, und darum geht es schließlich.

Das Material ist dennoch üppig und von sehr guter Qualität – sämtliche Gebäude, die die Spieler errichten können, liegen in Form von stabilen Pappkarten der entsprechenden Größe vor, aus denen sich dann langsam aber sicher die Stadt zusammensetzt (21 Bauwerke pro Spieler). Dazu gibt es Goldmünzen aus stabilem Karton, ebenso sind auch die Marker für veredelt Produkte aus Karton. Die „Grundressourcen“ sind allerdings möglichst authentisch: Steine sind Steine, Holz wird auch mit Holzwürfeln dargestellt, Metall schaut zumindest wie Erz aus (es sind silbrig gefärbte Steine), und Stoff ist wirklich das – kleine rote Textilstücke. Alles in allem mehr, als dass Zahlen vorgegeben werden.

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Französische Zombies

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OffTheDeadOff the Dead

Ludimaniac ist ein französischer Kleinverlag, der bislang nur ein Spiel herausgebracht hat: Off the Dead. Der Verlag wurde gegründet, um Spiele zu produzieren und zu vertreiben, die von sechs Freunden entwickelt werden – die Webseite sagt auch ausdrücklich, dass man keine Spiele von Dritten verlegen werde.

Der Verlag, der in Lille beheimatet ist, wollte bereits Ende letzten Jahres eine englische Version des Spiels herausbringen. Da ich diese Version aber bislang noch nicht finden konnte, haben wir uns durch die französische Originalausgabe gearbeitet, und diese getestet. » Weiterlesen

Wasndas?

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ArtExpressArt Express

Auch Frankreich hat eine lebhafte Spieleszene, die viele interessante Spiele produziert, was sie auch jedes Jahr in Essen beweist. Vereinzelt sieht man dort auch Spiele aus Frankreich, für die man fließend Französisch sprechen muss – sei es, weil die Spielregel nur auf Französisch verfügbar ist, sei es, dass das Material selber Sprachkenntnisse voraussetzt.

Einer der in Deutschland bekannteren Verlage ist Le Joueur, von denen unter anderem Spiele stammen wie die von uns bereits rezensierten Hacker, Sandwich oder L’aventure c’est dur. Relativ lange haben wir gebraucht, um eine Testrunde für Art Express zusammenzubringen, aber irgendwann klappt alles. Endlich hatten wir einmal genügend Spieler mit guten Französischkenntnissen an einem Tisch…

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Tabula Rasa

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rimtik-gobbit-onkonk

Gobb’It / Onk-Onk / Rimtik

Tabula rasa heißt übersetzt aus dem Lateinischen 'leerer Tisch‘, ersatzweise kann man das natürlich auch in andere Sprachen übersetzen. Besonders bemerkenswert wird es, wenn man es ins Französische übersetzt, denn dann kommt man auf 'table rase‘, und Collection Table Rase ist der Name einer Spielereihe von Old Chap Editions, die in Nantes beheimatet sind. Gemein haben diese Spiele nicht nur ihr Format, sondern auch die Tatsache, dass es sich hierbei um interessante Geschicklichkeits- und Reaktionsspiele handelt. Daher rührt auch der Name: vor dem Spielen sollte man alles vom Tisch entfernen, was auch nur ansatzweise zerbrechlich sein könnte.

Bislang sind drei von diesen Spielen erschienen, die ich hier in einem Rutsch abhandeln möchte. Dies nicht so sehr, weil ein einzelnes Spiel nicht den Platz einer vollen Rezension einnehmen könnte, sondern weil sie, was Preis und Ausstattung betrifft, ohne weiteres als Set verschenkt werden könnten, ohne dass man sich allzu sehr in die roten Zahlen bringen würde. In Deutschland werden sie bislang noch nicht verkauft, und was Versandkosten des Webshops angeht, so gibt dieser nur Versandpreise für Frankreich an, alle anderen müssten erst einmal nachfragen. Aber auch andere französische Versandhändler haben die Spiele im Sortiment.

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