Tag Archiv für Heidelberger

Bastelstunde

Potion Explosion

Potion ExplosionEiner alten Schulweisheit zufolge, die ich hier auch schon ein paar Mal erwähnt habe, gilt: "Chemie, wenn es knallt und stinkt – Physik ist, wenn es nicht gelingt." Zumindest das erste Drittel dieser BauernSchülerregel wird genauestens befolgt im Spiel Potion Explosion, auch wenn es hier weniger die Chemie, sondern mehr die Alchemie ist, die es knallen lässt.

Eine Alchimistenschule bringt in diesem Spiel ihren Schülern das Brauen von Tränken bei, wobei die erwähnten Explosionen nicht etwa unerwünschte Nebenerscheinungen sind, sondern im Gegenteil sogar sehr nützlich. Wer diese Explosionen am besten ausnutzen kann, kann die besten Tränke brauen – und mit diesen Tränken kann man anschließend weitere Vorteile erlangen. Aber für die Schule ist nur interessant, wer welche Tränke gebraut hat – und wer die meisten und besten braut , erhält die besten Noten.

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Quergedacht

Codenames

CodenamesSeit etwa zehn Jahren ist Vlaada (eigentlich Vladimír) Chvátil ein wbekannter Brettspieleautor – sein erster großer Hit war Im Wandel der Zeiten. (Vorher hatte er im Videospielbreich gearbeitet – seither hat er noch ein paar wenige Videospiele veröffentlicht). Seither hat er mit Spielen wie Galaxy Trucker, Dungeon Petz, Mage Knight und anderen einige große Erfolge erzielt. Er stand zweimal auf der Auswahlliste des Spiels des Jahres, platzierte sich mehrfach beim Deutschen Spiele Preis, stand auf der Bestenliste des Japan Boardgame Award, wurde mehrfach für den International Gamers ward nominiert und gewann ihn einmal in der Kategorie "General Strategy – Multiplayer".

Neu auf dem deutschen Markt ist sein Spiel Codenames, ein Spiel aus dem Agentenbereich. Eine gruppe von Agenten, von denen nur der Codename bekantn sit, muss sortiert werden, nach dem Aschenputtelprinzip. Zwei Agentengruppen, die leider nicht wissen, welche Namen zu ihrer Gruppe gehören, versuchen ihre eigenen Agenten zu entdecken, und einen Attentäter zu vermeiden.

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Einzelkämpfer

Willkommen im Dungeon

Willkommen im DungeonManchmal stellt ein Spiel die bekannten Tropen komplett auf den Kopf – und funktioniert gerade deshalb. So ein Fall ist Willkommen im Dungeon von iello, dessen deutsche Ausgabe in Kooperation bei Heidelberger erschienen ist.

Man kennt von Dunegeonerforschungsspielen, dass eine Gruppe von Helden loszieht – hier ist es ein einzelner Charakter. Meist wollen alle Spieler, dass die Expedition Erfolg hat, Monster geplättet werden und Schätze gewonnen – hier will höchstens ein Spieler, dass der Dungeonforscher Erfolg hat, und auch das meist eher, weil der Spieler Pech hatte, oder seine Mitspieler falsch einschätzte. Meist versucht man, sich möglichst gut auszurüsten – hier versuchen die Spieler, den Abenteurer mit so wenig Ausrüstung wie möglich in den Dungeon zu schicken. Meist ist das Ziel, Schätze aus dem Dungeon zu holen – hier gibt es keine Schätze, sondern nur Monster. Wieso ist das Spiel dennoch so interessant?

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Eisbiss

Winter der Toten

Winter der Toten"Winter is coming" – nein, hier geht es nicht um ein Spiel zum Game of Thrones, aber es geht um Winter. Und Zombies. Und Zombies im Winter. Und Verräterzombies im Winter. Und… Ähh, nein, keine Verräterzombies. Verräter gibt es aber doch in diesem Spiel von Plaid Hat Games und Heidelberger.

Ja, es ist Winter, und aus irgendeinem Grunde hält nichts die Toten in ihren Gräbern. Sie zeigen deutliche Anzeichen von Bissigkeit (wer jetzt Stutenbissigkeit sagt, fliegt…) In einer kleinen Kolonie haben sich einige Überlebende zusammengefunden und versuchen, zu überleben. Aber leider sind Menschen eben Menschen und haben ihre eigenen Ziele, und es kann auch noch sein, dass sich Verräter eingefunden haben, denen nichts mehr Freude bereiten würde, als zuzusehen, wie diese Bastion der Menschheit fällt.

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Verloren im Nebel

Nebel über Valskyrr

Nebel über ValskyrrVoriges Jahr lief vom 10. März bis zum 2. April das Kickstarter-Projekt zu Mistfall. Das Projekt war sehr erfolgreich: nach nur sechs Stunden war die gesuchte Finanzierungssumme bereits zusammen, und am Ende der gut drei Wochen war gut das siebenfache des erforderlichen Betrages zusammengekommen. Auch die Erfüllung war vorbildlich: während als Erfüllungstermin August/September angekündigt war, wurde bereits im Juli versandt – amerikanische und australische Pledger mussten naturgemäß etwas länger warten als europäische, da aus Rumänien versandt wurde, aber auch in Australien waren die Spiele Anfang September durch den Zoll.

Ungefähr zu dieser Zeit erschien dann auch die deutsche Ausgabe unter dem Titel Nebel über Valskyrr als Kooperation des rumänischen Herausgebers NSKN und des Heidelberger Spieleverlages. Da es mit einigen anderen ähnlichen Spielen kollidierte, die teilweise über die gleiche Quelle erhältlich sind (zum Beispiel das Pathfinder Abenteuerkartenspiel: Unter Piraten (Link zu unserer Rezension), kommen wir erst jetzt zur Rezension der Nebel. Wie ich weiter unten erläutere, hatte allerdings das Regelheft auch seinen Anteil an der Verzögerung.

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Geisterpatience

Siggil

SiggilWenn der Begriff Mahjongg fällt, denken viele eher an das Computerspiel, das zwar mit den traditionellen Mahjongg-Steinen gespielt wird, mit dem Sperlingsspiel aber ansonsten nicht viel gemein hat. Beim Computer-Mahjongg (das man auch mit einem ‚echten‘ Mahjongg-Spiel spielen kann) geht es darum, eine Auslage aus Steinen abzubauen, indem man immer zwei gleiche Steine, die ‚frei‘ liegen, abbaut. Als Computerspiel erschien es zuerst Mitte der ’80er Jahre auf dem Amiga (als Shanghai), inzwischen bestehen aber viele Klone des Spiels.

Einiges mit dem Computerspiel gemeinsam hat auch Siggil, obwohl es hierbei nicht um Kartenpaare geht, sondern um Einzelkarten. Ziel ist es hier, möglichst viele von insgesamt 7 Geistern zu beherrschen, was mit den eingesammelten Karten geschehen kann.

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Gegenüberstellung

Die unüblichen Verdächtigen

Die unüblichen VerdächtigenIn einem ist die Kriminalliteratur nur selten mit der Wirklichkeit in Übereinstimmung. Aber auch Film und Fernsehen machen sich des gleichen Fehlers schuldig: Zeugen sind nur selten hundertprozentig glaubhaft. Sie sehen Dinge, die nicht da sind, sie übersehen andere – alles, weil sie ein Gesicht sehen und sofort gewisse Vorstellungen haben, wie jemand ist. Langer Bart und wilde Haare – und schon wird jemand für einen Rocker gehalten, obwohl der Betreffende Alpenbauer ist und diese Haartracht in seiner Gegend normal. Und diese Vorurteile werden den Detektiven aufgetischt – sollen die doch sehen, wie sie damit zurecht kommen!

Um diese Vorurteile und das Einschätzen von Zeugen und Verdächtigen geht es im Spiel Die unüblichen Verdächtigen. Zwölf Verdächtige stehen da, und einen hat der Zeuge gesehen. Aber statt das Äußere zu beschreiben, erhält man Informationen wie "Sie kann Skifahren" oder "Er hinterzieht Steuern". Und aus diesen Informationen müssen die Detektive dann den richtigen Verdächtigen finden.

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Suchbilder

Boost!

BoostManchmal denkt man, man weiß, wer in welchem Markt aktiv ist – und wird dann doch überrascht. So gilt normalerweise, dass Asmodee den Vertrieb von Spielen französischer Hersteller in Deutschland übernimmt, während Heidelberger eher den osteuropäischen Raum abdeckt – und dazu noch vereinzelter amerikanische Verlage unter seine Fittiche genommen hat.

Und dann kommt ein Spiel daher wie Boost!. Eine runde Metalldose, genau wie bei Grabolo, mit ebenfalls runden Scheiben als Spielmaterial. Aber der Hersteller ist diesmal nicht Stragoo, sondern heißt Ferti – und sitzt in Merignac, nahe bei Bordeaux. Deutscher Distributor aber ist nicht Asmodee sondern Heidelberger…

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Big Brother in der WG

Rumble in the House

Rumble in the HouseNicht in jeder Wohngemeinschaft ist alles eitel Sonnenschein. Oftmals gibt es da Mitglieder, die sich gegenseitig nicht ausstehen können und die alles daran setzen, den anderen aus der Wohngemeinschaft zu vergraulen. So etwas kann natürlich die Stimmung in der Wohngemeinschaft drücken, und das wieder führt zu weiteren Reibereien, Nickeligkeiten und Gehässigkeiten. Im Extremfall bleibt nur ein Bewohner übrig, und der muss dann zusehen, wie er die Miete bezahlt – oder neue Mitbewohner findet, die dann den ganzen Kreislauf neu starten.

Genau um so eine Wohngemeinschaft geht es in dem Spiel Rumble in the House. Jeder Spieler hat ein paar Bewohner der WG unter seinem Schutz, und versucht, diese so lange wie möglich im Hause zu halten. Nur leider haben die anderen Spieler eben ihre eigenen Favoriten. So geht es abwärts, bis nur noch ein Bewohner übrig ist.

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Ko-apperativ

XCOM – Das Brettspiel

XCOMWer erinnert sich noch an die XCOM-Reihe? Seit 1994 gibt es diese Reihe rundenbasierter Computerspiele, bei denen man die Welt gegen eine Invasion (meistens aus dem All, obwohl auch die Tiefsee als Quelle der Invasoren genutzt wurde) verteidigen muss. Neben sechs Spielen (und zwei "Third-Person-Shootern“) gab es auch eine ganze Reihe weiterer Spiele anderer Hersteller (kommerziell und als Opensource-Spiele), die sich in diese Reihe einzusortieren versuchten. Da überrascht es nicht, dass die Spielidee irgendwann auch als Brettspiel umgesetzt wird.

Allerdings ist die Umsetzung ungewöhnlich geworden. XCOM – Das Brettspiel ist ein kooperatives Brettspiel, das nicht rein kartengesteuert durchgeführt wird, sondern zu einem nicht unwesentlichen Teil durch eine App gesteuert wird. Das heißt, dass ein Smartphone notwendig ist – wobei es die App sowohl für Android als auch für iOS erhältlich ist und gratis heruntergeladen werden kann. Ohne die App kann man das Spiel allerdings nicht spielen – aber die App ist ohne das Spiel ebenfalls ziemlich nutzlos.

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