Tag Archiv für Lucca

Kraftprotze

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Kraftprotze

Mucho Macho

Jedes Jahr gibt es auf der SPIEL ein paar Highlights, die mich noch nie enttäuscht haben. So freue ich mich jedes Jahr unter anderem auf die neuen Spieler aus Japan, auf die neuen Spiele von Steffen und Gerhards, oder auch auf die neuen Spiele der Russen.

Ein anderes derartiges Highlight findet sich in der Regel auf dem Stand von Abacus: Hier findet man nicht nur die dV Ediitrice – damit auch das von ihnen und von Cartamundi gesponserte „Gioco Inedito“, dass auf der Messe in Lucca in Italien über einen Wettbewerb gewählt wird. Diese Spiele haben einen vorgegebenen Umfang: Laut Wettbewerbsregeln dürfen sie nur eine bestimmte Anzahl Karten enthalten – und eventuell ein paar Kleinteile wie Marker oder ähnliches. Das bedeutet für die Produktion der Spiele (ein Teil des Preises für den Sieger ist eben, dass das Spiel von dV veröffentlicht wird), dass sie in standardisierte Verpackungen passen, die nur noch entsprechend bedruckt sein müssen. Auch gehört zur Standardausstattung ein stabiler Plastikeinsatz, in dem die Karten transportiert werden können.
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Mein Scharrrtz!

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Playa Pirata!

Playa PirataPiraten gibt es auch heutzutage noch – wenn auch von dem romantisch verklärten Bild in der Realität wenig übrig geblieben ist. Einmal abgesehen von den Feuerwerkskörpern, dem Segelflugzeug und der Segelbootklasse sieht man Piraten heutzutage vor allem vor den Küsten von Somalia, Nigeria, Bangladesh, Indonesien und Südamerika – seit letztem Donnerstag werden sie aber auch vermehrt in Deutschland gesichtet. Allerdings wird erwartet, dass diese Sichtungen zeitlich begrenzt sind und bereits am Mittwoch wieder abflauen werden.

Eher das verklärte Bild vom Piraten, der seinen Schatz auf einer einsamen Insel vergräbt, wird beim Spiel Playa Pirata gezeichnet, das beim Festival in Lucca den Preis für das beste noch nicht herausgegebene Spiel errang – ein Wettbewerb, der jährlich abgehalten wird, und bei dem ein Spiel mit ganz bestimmten Eigenschaften eingereicht werden kann. Neben dem Spielmaterial (maximal 110 Karten, nur minimale andere Materialien) muss auch jeweils ein Thema erfüllt werden, für den 2013er Wettbewerb – der dann 2014 produziert und herausgegeben wurde – war das Thema "X“. Und „X“ markiert die Stelle wird – außer von Prof. Jones – allgemein immer noch geglaubt.

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Sternenkrieg

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shootingstarShooting Star

Eines der Highlights der SPIEL ist für mich jedes Jahr der Stand der dV Editrice. Nicht nur, dass der Verlag eigene gute Spiele produziert (aus dem Verlag stammt beispielsweise Bang!), ist er auch der Partner der Lucca Comics & Games, die jedes Jahr einen Preis ausreicht für das Spiel, das als Miglio Gioco Inedito noch nicht veröffentlicht wurde. Die Regeln des Wettbewerbs besagen auch, dass das Spiel ein Kartenspiel sein muss, das neben den Regeln nur aus maximal 110 Karten oder maximal 55 Karten plus einer Ziplock-Tüte mit einem Würfel und maximal fünf Spielsteinen bestehen darf.

Als Partner übernimmt dV dann die folgende Veröffentlichung zur folgenden Lucca Comics and Games. Meist ist das Spiel allerdings schon einige Tage vorher erhältlich, so dass auf der Spiel 2013 der Preisträger von 2012 zu sehen und kaufen war: Shooting Stars. Der aktuelle Wettbewerb zum Thema 'Grün' ist soeben eröffnet worden, Einsendeschluss ist der 30. Mai. Dieses Jahr wurde auch der allererste von dV veröffentlichte Titel auch neu aufgelegt, den wir auch noch besprechen werden Heute aber geht es um Shooting Star.

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Waldgeister

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kalesiaKalesia

Es gibt einige Dinge, auf die man sich jedes Jahr wieder freut. Für mich sind das zum einen besondere Conventions, die ich in mein Herz geschlossen habe – AdventureCon, NordCon -, die SPIEL, der Jahresurlaub. Und das Miglior Gioco Inedito der Lucca Comics & Games, das jedes Jahr im November während der Börse gekürt wird. Nächstes Jahr wird der Wettbewerb schon zum zehnten Male ausgeschrieben (und das Thema ist dann auch "X“, dieses Jahr war es übrigens "Das Ende der Welt“). Der Preisträger wird immer im Folgejahr von der dV Editrice hergestellt und verkauft, in diesem Jahr war es also der Preisträger von 2011: Kalesia

Die Bedingungen für die Teilnahme sind ziemlich strikt, nicht nur, was das Einsenden der Spiele betrifft, sondern auch, was das Spielmaterial betrifft: nicht mehr als 110 Spielkarten und eine Regel mit maximal 10.000 Zeichen oder 6 DIN-A4-Seiten. Das ist dann auch das Format, dem das Siegerspiel vom vorigen Jahr unterliegt.

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Ragazze e Ragazzi

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The Gang

Jedes Jahr findet in Lucca eine große Comic- und Spielebörse statt, bei der unter anderem ein Wettbewerb ausgeschrieben wird, für den zu einem bestimmten Thema ein Spiel gemacht werden soll. In der Regel sehen die Ausschreibungsregeln vor, dass es sich um ein Kartenspiel handeln muss, und eventuell noch weitere Eckdaten, die auch von Jahr zu Jahr verändern können. Der Preisträger erhält dann den Titel Vincitore del Concorso di Lucca Games – Miglior Gioco Inedito (Jahreszahl). Übersetzt also: Sieger des Preisausschreibens der Lucca Games – bestes unveröffentlichtes Spiel.

Der jeweilige Jahressieger hat dann die Ehre, dass im Folgejahr – meist zur Börse in Lucca, die etwa einen Monat vor der Spiel in Essen stattfindet – sein Spiel dann tatsächlich erscheint, als Kleinauflage beim Verlag dV Editrice. Die Spiele sind immer wieder anders, und lohnen in der Regel. 2011 erschien also dann das Siegerspiel des Jahres 2010: The Gang. Gangsterbosse schicken ihre Untergebenen in verschiedene Städte, wo sie versuchen, feindliche Gangster gefangen zu nehmen.


Das Spiel ist, wie bereits gesatgt, ein Kartenspiel, und daher finden sich in der Schachtel folgende Bestandteile:

  • die Spielregel in Englisch, Italienisch und in Arabisch (!)
  • 80 Gangsterkarten, nummeriert von 1 bis 80, wobei die ungeraden Nummern weibliche und die geraden Nummern männliche Gangster darstellen
  • 12 Spezialkarten (4 x Schmiere stehen, 4 x Spion, 4 x Der Boss will Dich sehen)
  • 3 Stadtkarten (New York, Rio, Toky Detroit, Chicago
  • 15 Tickets, die jedes eine Stadt zeigt: zur Unterscheidung von den Stadtkarten sind die Tickets hochkant zu lesen, die Stadtkarten im Querformat
  • ein sehr stabiler Kartenträger als Schachteleinsatz, der bei allen Giochi Inediti zu finden ist

Die Qualität ist gut, wie jedes Jahr. Die Karten sind sehr schön gezeichnet, die Gangster (in Anlehnung an ein Musical könnte man sie als 'Guys and Molls' beschreiben) richtig stimmungsvoll im Stil der Zigarettenreklame der 20er Jahre. Auf jeder Karte stehen neben dem Bild und der Zahl noch ein paar Pistolen abgebildet, die Siegpunkte darstellen.

Jeder Spieler erhält je ein Ticket für jede der drei Städte erhält, eine zufällige Spezialkarte (die man geheim halten sollte) und (ebenso verdeckt) vier zufällige Gangsterkarten. Zu jeder Stadt werden fünf zufällige Gangsterkarten gelegt, die in aufsteigender Reihenfolge sortiert werden.

Das Spiel unterteilt sich in vier Runden zu je vier 'Jobs‘, wobei ein Job das ist, was man normalerweise unter 'Runde' verstehen würde. In jedem Job wählt man von seiner Hand eine Gangsterkarte und entweder ein Ticket oder die Spezialkarte aus und legt sie verdeckt vor sich ab. Wenn alle ihre Karten gelegt haben, werden die Karten umgedreht und die Gangster kommen nach ihren Nummern zum Einsatz – zuerst die niedrigsten Nummern.

Ein Gangster wird in die Stadt gelegt, die das Ticket angibt, und zwar ebenfalls in numerischer Reihenfolge einsortiert. Wenn hierbei eine Gang von Guys eine Gang von Molls umzingelt (oder umgekehrt), wreden die umzingelten Gangster weggenommen und kommen in den Punktestapel des Spielers. Eine Gang besteht hierbei immer aus mindestens zwei Karten: eine einzelne Gangstermolly ist also zunächst einmal sicher, bis die sie umgebenden Kerle weggenommen wurden. Wenn alle Spieler ihre ausgelegten Karten einsortiert haben und evtl. Gangster gefangengenommen haben, werden die Städte wieder auf fünf Gangster aufgefüllt (und ja, auch hierbei wird die Reihenfolge nach Zahlen wieder hergestellt).

Nach vier Jobs hat kein Spieler mehr einen Gangster auf der Hand, und eventuell nicht gespielte Spezialkarten werden abgeworfen. Dann erhält jeder Spieler vier neue Gangster und eine neue Spezialkarte und die nächste Runde beginnt. Wenn im Laufe der die Runden das Deck mit den Spezialkarten leer wird, werden die abgeworfenen Spezialkarten neu gemischt. Wenn das Gangsterdeck leer wird, endet das Spiel – das kann bei vielen Spielern leicht passieren, sollte also nicht vergessen werden.

Am Spielende zählt jeder Spieler die Pistolen, die auf seinen gefangenen Gangsterkarten stehen, zusammen. Wer die meisten hat, hat gewonnen. Bei Gleichstand wird nachgesehen, welcher der geleichstehenden Spieler den gangster mit der höchsten Nummer gefangen hat, der hat gewonnen.

Bis hierhin sieht das Spiel aus wie eine Variation auf das System von Sechs nimmt, die Spezialkarten sorgen allerdings für einige Überraschungen. So spielt man einen Gangster, der Schmiere steht, entweder an den Anfang oder an das Ende einer beliebigen Reihe, wo die Karte dann als Joker einstzbar ist: hier kan eine Moll auch als Kerl fungieren und umgekehrt, wenn es um das Gefangennehmen geht. Nach der Gefangennahme wird die karte dann aber wieder ganz normal.

Den Spion kann man im Zug spielen, und zwar nach Wahl bevor oder nachdem man den eigenen Gangster gespielt hat. Der Spion wird auf einen beliebigen Gangster gelegt, der daraufhin für diesen Job dieses Spielers die Seiten wechselt. So kann ein einzelner Kerl, der eine schöne lange Reihe Molls unterbricht, zur Gefangennahme als eine Moll gewertet werden, oder auch der eigene Spion das Geschlecht 'wechseln' um eine große Gruppe gefangen zu nehmen.

Wenn es heißt der Boss will Dich sehen, legt man eine Karte aus einer anderen Stadt in die aktuelle Stadt, wobei diese dann an den Platz kommt, den sie laut Nummer einnehmen m+üsste. Hierdurch können wieder größere Gefangennahmen möglich werden. Leider ist hier (aus der englishcen Spielregel zumindest) nicht deutlich, ob der umziehende Gangster selber eine Wertung auslöst (somit also eine Doppelwertung möglich wird) oder nicht.

Und was auch nicht ausdrücklich in den regeln steht, aber aus den Beispielen deutlich wird: nur dadurch, dass ein Gangster gelegt wird / die Seiten wechselt, können Gefangene genommen werden, und nur der Spion kann hierbei selber gefangen genommen werden. Es gibt also kleine Kettenreaktionen oder die Wahl 'nehme ich die Gang neben dem dem Gangster oder die mit dem Gangster?'.

Wie bei Sechs nimmt ist auch hier die Planung, was die anderen Spieler eventuell spielen werden (wenn sie denn können) wichtig – aber da man sowieso nur vier Gangster in einer Runde erhält, ist der Glücksfaktor doch deutlich größer. Dennoch ist das Spiel nett, und so schnell (eine Partie dauert etwa eine Viertelstunde), dass man eigentlich sofort eine Revanche will… und noch eine… und…

Das Spiel zu finden ist außerhalb Italiens ein wenig schwierig – aber man kann diese Adresse anmailen – man versteht dort Englisch – und das Spiel bestellen. Ob noch Versandkosten hinzukommen, ist mir nicht bekannt, aber selbst dann ist das Spiel noch ein schönes Spiel zu selber haben, ein nettes Mitbringsel und auch ein schönes Weihnachtsgeschenk für Spieler.

Hersteller dV Giochi
Autor Antonello Lotronto
Spieler 2-5
Denken 6
Glück 7
Geschicklichkeit 0
Preis 9,90 €

Update: Bezugsquelle und Preis hinzugefügt