Tag Archiv für Mantikore

Diablo vu?

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Im Feuer der Dämonen

Ein Spielbuch zu rezensieren ohne dabei allzu viel über den Inhalt zu verraten, denn den soll der Leser ja entdecken – normalerweise ganz schön schwierig, in diesem konkreten Fall fällt es mir aber etwas leichter.

Im Feuer der Dämonen ist der zweite Band der Reihe „Destiny Quest“ – das Abenteuer setzt sich aus mehreren Quests zusammen, die jede für sich einen eigenen Subplot bieten, deren Reienfolge zwar nicht völlig frei wählbar, aber in einem bestimmten Rahmen schon variabel ist. Schon an dieser Aufmachung erkennt man, welches Genre hier Pate gestanden hat, oder sogar konkret, welche Serie – wer Blizzards „Diablo“-Spiele kennt, wird manches Déja vu haben, was dem Spiel aber keinen Abbruch tun muss.

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Retten wir doch mal den Rock

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Metal Heroes and the Fate of Rock

die Welt rettet doch sowieso schon irgendwer, oder? Wieso also nicht mal Gute Musik retten gerade im Jetzt, wo man alle Nase lang mit irgendwelcher akustischer Vergewaltigung zugedröhnt wird, eigentlich eine gute Idee.

Diese Idee wurde von Swen Harder zu einem wirklich umfangreichen Spielbuch verarbeitet erschienen ist es bei Mantikore, und nun wirds auch noch multimedial – dem Buch liegt eine CD bei, und die enthaltene Musik spielt in der Story sogar eine entscheidende Rolle.

Nun das Prinzip der Spielbücher kennen die meisten ja und man zeige mir mal einen Rollenspieler, der Metal bzw Hard Rock nicht zumindest mag (mag es geben, ist aber eher die Ausnahme). Das hatte sich wohl auch der Autor gedacht, als er dieses Epos zusammengetextet hat.

Wie berichte ich euch also nun, was euch in diesem massiven Wälzer erwartet, ohne zu spoilern schwer genug, ein paar kleine Details dürfen es schon sein, um es euch schmackhaft zu machen, denn es macht Spaß, insbesondere wenn man wirklich etwas für Metal übrig hat. Man spielt einen älteren Metalhead, der noch die gute alte Zeit kennt (irgendwie mußte ich da auch an früher denken he, mein erstes Metalkonzert, das war Dio, und Warlock als Vorgruppe frühe 80er meine ersten eigenen Scheiben waren die beiden Keepers von Helloween ah, diese Nostalgie), und der durch na, sagen wir mal ungewöhnliche Umstände in die Lage gerät, eine junge, aufstrebende Band ein wenig zu na, sagen wir mal lenken.

Dementsprechend steuert man die Bandmember, die alle unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten haben, durch die verschiedenen Kapitel (die in die üblichen Abschnitte mit Nummern unterteilt sind). Ab und an müssen die Bandmitglieder auch mal beweisen, wie gut sie in irgendetwas sind, und nach und nach entwickeln sie sich auch aber so wie sie besser werden, bekommen sie auch hin und wieder Star-Allüren (wie heftig das ist, kann man über drei verschiedene Schwierigkeitsgrade spielen ich empfehle euch, spielt es auf Freak, oder zumindest Rocker).

Das besondere dieses Mega-Werks ist die beigelegte CD. Diese sollte man nämlich in einen Player einlegen und bestimmte Tracks dann abspielen, wenn man dazu aufgefordert wird. Und das ist nicht nur eine schöne musikalische Untermalung das ist vor allem auch eine Informationsquelle, denn man bekommt oft eine Frage zum entsprechenden Stück gestellt, und kommt mit deren richtiger Beantwortung den (oft entscheidenden) Schritt weiter. Und diese kleine Scheibe hat es in sich schöne Stücke zB von Alestorm, Huntress, Delain, Cavalera Conspiracy oder Grave Digger bringen schon die richtige Atmosphäre, also hier mal ein Spielbuch, das alle Sinne anspricht.

Im Verlauf der Story lernen die Metal Heroes (na, dass die Band sich so nennt, konntet ihr euch ja nun denken) immer mehr unterschiedliche Stilrichtungen des Metal, sowie auch neue Songs, und aus diesen darf man dann auf verschiedenen Auftritten die Setlist zusammenstellen wenn es gelingt, den Geschmack des Publikums zu treffen, wächst natürlich die Fanbase, und die braucht man spätestens zum Schluss denn dass die Welt nicht genug ist, wusste schließlich schon James Bond.

Der Schreibstil des ganzen Werks ist schön schmissig, ein Klischee jagt das nächste, und dementsprechend hat man auch einiges zu lachen. Man fühlt sich nachher wie in einem Cocktail aus Waynes World, School of Rock, etwas Hellboy und vielleicht auch einem Schuss from dusk til dawn zumindest was den oft schrägen Humor angeht, und tourt mit jedem Kapitel weiter in der Weltgeschichte in noch größere Skandale und Katastrophen oder auch größere Erfolge (letzteres wäre natürlich wünschenswert). Zumindest sollte man es irgendwie verhindern, dass den Jungs eine Sicherung durchbrennt wäre für die Band wirklich hinderlich

Die Illustrationen sind wieder gut gelungen Fufu Frauenwahl, der ja schon vorher mit Swen Harder zusammengearbeitet hat, leistet ganze Arbeit, und auch die Artwork darf nicht einfach überblättert werden es gibt Hinweise, die für die Story sehr wichtig sind so muss man das ein oder andere Detail erkennen. Auch ist es sicher nicht verkehrt, von Metal und Hard Rock zumindest Ahnung zu haben an einer Stelle gibt es zB en Quiz, das mir zwar leicht gefallen ist, aber das liegt eben an der Kenntnis der Materie Rock und Metal. Hinweise zu den richtigen Antworten gibt es in der Realität, nicht unbedingt im Buch (obwohl man das ein oder andere draus lernen könnte).

Insgesamt ein ziemlicher Spaß. Und für den Metaller, der schon alles hat, aber gerne rollenspielt vielleicht sogar ein gutes Weihnachtsgeschenk. Mir hat die Tour mit den Jungs jedenfalls mächtig Spaß gemacht. Und dementsprechend sollten auch andere Metalheads daran teilhaben erhältlich ist es am einfachsten über den Manti-Shop des Verlages.

Hersteller Mantikore
Autor Swen Harder
Illustrationen Fufu Frauenwahl
Denken RPG (8)
Glück RPG (1)
Geschicklichkeit RPG
Preis ca. 19,95 €

Metal Heroes and the Fate of Rock bei Amazon

Kiemen auf Zeit

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In den Fängen der Seehexe
In den Fängen der Seehexe
Das Prinzip der Spielbücher – Bücher, in denen der Leser zumindest die Richtung bestimmt, in der es weitergeht, und in der Regel auch den Protagonisten gibt (und meist in irgendeiner Art von Schlammassel steckt) ist nicht allzu neu. Im Prinzip handelt es sich dabei um Solo-Abenteuer, die für manche Leute auch schon den Einstieg zum Rollenspiel dargestellt haben (vor allem wenn sie nicht so hack&slay-lastig waren).

Früher – in der „guten alten Zeit“ – war das in Deutschland irgendwie „Männersache“ – der Verlage wegen: die drei, die solche Bücher vertrieben, waren Thienemann, Goldmann und Bertelsmann. Nur ist das mittlerweile schon etwa dreißig Jahre her, und derzeit finden sich solche Bücher vor allem bei Mantikore. Einerseits werden dort seit einiger Zeit die „Einsamer Wolf“ Bände von Joe Dever neu aufgelegt, die ursprünglich von Goldmann publiziert wurden, mittlerweile wird auch Sorcery! (auf Deutsch ursprünglich als die Analand-Saga bei Thienemann erschienen) dort neu aufgelegt, aber es gibt auch diverses eigenes und neues – so auch die Reihe „Die Welt der 1000 Abenteuer“, zu der auch „In den Fängen der Seehexe“ gehört.
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Manege frei!

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Zirkus des Schreckens

Der Zirkus des Schreckens

Schon etwas älter ist der Abenteuerband Der Zirkus des Schreckens aus der Reihe Böses kommt auf leisen Sohlen, umgangssprachlich auch als die 'Schnutenbach‘-Reihe bekannt.

Uns wurde dieser Band auf der RPC in die Hand gedrückt, und ich habe die Abenteuer inzwischen Probespielen (oder besser: -leiten) können. Insgesamt sind in diesem Band nämlich vier Abenteuer enthalten, die zwischen einem und sechs und mehr Abenden dauern können.

Auffällig an der Hintergrundwelt ist, dass sie stark an die Welt des Warhammer-Rollenspiels (und auch des Fantasy-Tabletops) erinnert, von dem aber die Seriennummern säuberlich abgefeilt wurden. Wer aber genau hinschaut, sieht schon einige Parallelen: die Gnarrf (rattenartige Humanoide, deren unterirdische Existenz als Märchen angesehen wird) kann man ohne weiteres mit den bekannteren Skaven vergleichen – sie haben sogar die Immunität gegen den Mutationen erzeugenden Warpstein … ähh, hier heißt er Sphärenstein … behalten. Nur Mutanten scheint es hierzulande etwas besser zu ergehen – sie werden zwar nicht mit unversöhnlichem Hass gejagt, aber ein Leben als Attraktionen im Gruselkabinett eines durchziehenden Zirkus dürfte für sie bereits als erstrebenswert betrachtet werden.

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Elektro-Mantikor

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mantikore-verlagKurz und knapp gemeldet: der Mantikore-Verlag hat den Soloabenteuerband Invasion der Normannen jetzt auch als Android-App herausgebracht. Die App kann im Google Play Store für nur 1,49€ heruntergeladen werden – knapp 9 MB verfügbaren Speicher auf dem Smartphone vorausgesetzt.

Wir haben die Buchversion des Abenteuers hier besprochen.

Sonne, Mond und Drachenreiter

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ReiterSSonneReiter der schwarzen Sonne

Sogenannte Spielbücher gibt es mittlerweile schon seit vielen Jahren, und für einige stellen sie sogar den Einstieg ins Rollenspiel dar. Es gibt sie in so ziemlich jedem erdenklichen Genre, in fast jeder Größenordnung, mit verschiedenen Kampfmechaniken – allerdings ist die Basismechanik schon bei allen gleich, man hat in der Regel Wahlmöglichkeiten, die dem Leser dann sagen "lies dort weiter“, und an der angegebenen Station findet man dann heraus, ob die getroffene Entscheidung eben die richtige war. So oder so wird der Leser zum Hauptdarsteller einer Geschichte, und diese entwickelt sich dementsprechend in die Richtung, die der Leser eben wählt.

So auch im vorliegenden Band Reiter der schwarzen Sonne – der Titel ist imposant, das Cover ziert die Silhouette eines berittenen Drachen vor – nun, soll es Mond oder Sonne darstellen? Das wird der geneigte Leser wohl selber herausfinden, denn in diesem Buch kann (und wird) die Spielfigur einen Drachen als Reittier bekommen (damit verrate ich nicht zu viel, was ansonsten ja bei Solo-Abenteuern immer ein kitzeliges Thema ist). Das ist schon etwas besonderes – in diesem Rahmen mir noch nicht in einem Spielbuch begegnet, und dementsprechend gibt es auch vielerorts ungewohnte Möglichkeiten, was man so tun kann (immerhin reitet man ja zeitweise einen Drachen…).

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