Tag Archiv für Piatnik

Drachensalat

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Windy Woody

Windy WoodyIch kann mich noch daran erinnern, dass im Herbst, wenn die Getreideäcker abgeerntet waren und nur noch Stoppeln standen. Drachen steigen gelassen wurden. Das waren dann meist Rautenförmige Gebilde, die an einer Schur hingen, mit einem langen Schwanz mit Fransen, und die durch den Wind in der Höhe gehalten wurden. Heutzutage sieht man zumindest hierzulande diese Drachen fast nur noch bei Veranstaltungen, und nicht mehr am einfachen Herbstnachmittag. Kaum jemand weiß noch, wie man einen Drachen baut, oder ihn steigen lässt.

In anderen Ländern sind Drachen noch immer ein beliebtes Spielzeug, und auch wenn man sie nicht mehr 'live' fliegen sieht, ist ein Drachen zumindest bekannt genug, dass ein Kind weiß, was das sein soll. Auch viele Malbücher und Kinderrätsel (à la "Welcher Drachen gehört Rudi?" mit vielfach verschlungenen Leinen helfen dabei, den Drachen bekannt zu halten. Und genau diese Rätsel gibt es dann auch bei Windy Woody.

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Ich packe meinen Tierkoffer

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Jungolino

JungolinoIch muss meinen Testspielern einmal ein großes Lob aussprechen: wenn ich ein Spiel auf den Tisch packe, kommen nur extrem selten Kommentare, dass ein bestimmtes Spiel so gar nicht in den Geschmack meiner Spieler fällt – sogar, wenn ich sicher weiß, dass das sehr wohl der Fall ist. Den kleinen Aufstand bei zwei Musikspielen kann ich ihnen daher auch gerne verzeihen.

Aber bei manchen Spielen gibt es doch hochgezogene Augenbrauen. Dennoch werden auch diese Spiele getestet – bei manchen Spielen auch mit dem Gedanken „Sonst hast Du ja niemandem zum Testen“. Bei Jungolino sorgte bereits die Schachtel für erstaunte Blicke, und die Altersangabe auf der Verpackung (ab 4 Jahre) machte dann endgültig klar, dass das Spiel eigentlich für eine etwas andere Zielgruppe gedacht ist. Aber spätestens seit dem Schatz von Castellina ist man wohl einigermaßen willig, auch einmal ein Kinderspiel zu versuchen, weil diese manche Erwartungen, die man gemeinhin an ein Spiel stellt, umwerfen.

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Spion gegen Spion

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Agent Undercover

Agent UndercoverDer Begriff "Partyspiel" wird oft falsch verwendet. Ich persönlich finde, dass ein Partyspiel mindestens fünf Spieler benötigen sollte und auch mit einer zweistelligen Anzahl Spieler noch gut spielbar sein sollte. Viele Verlage stempeln das Etikett "Partyspiel" aber schon auf alles, was mit mehr als sechs Spielern gespielt werden kann – und wenn dann noch mindestens drei Spieler dabei sein sollten, ist das Etikett beinahe schon automatisch zu finden.

So auch bei dem "kreativen und kommunikativen Partyspiel" Agent Undercover von Piatnik. Einer der Spieler ist ein Undercover-Agent, der nicht weiß, wo er sich befindet, und aus den Unterhaltungen der anderen Spieler herausfinden muss, wo er oder sie sich befindet. Die anderen Spieler müssen die Identität des Agenten herausfinden. Für das ganze haben beide Seiten acht Minuten zur Verfügung.

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Blasen sortieren

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Bubbles

BubblesDer Name Bubbles ist nicht gerade selten – sei es ein Powerpuff Girl, ein Charakter aus den Trailer Park Boys oder auch Michael Jacksons Schimpanse, der sogar den Moonwalk erlernte, es bei ihm aber nicht sonderlich gut gehabt haben soll. Und so gibt es auch ein Spiel von Piatnik, bei dem es um Blasen geht.

„Helden“ des Spiels sind kleine und große, farbige Blasen mit knuddeligen Gesichtern, die man nach Größe sortieren muss. Ein wenig spielt es sich wie das japanische Uta-Garuta oder auch Hanafuda. Aus ausliegenden Karten muss man die passende suchen und für sich reklamieren. Einige Unterschiede gibt es aber dennoch.

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Buchstaben angeln

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Alfa Beta

Alfa BetaDie Spielidee, mit einer begrenzten Auswahl an Buchstaben möglichst lange oder wertvolle Wörter zu bilden ist nicht gerade neu. Wenn man also mit einem derartigen Spiel noch Umsatz machen will, muss man sich schon etwas einfallen lassen, damiot die potenziellen Käufer es nicht sofort als "Noch so’n Scrabble“ abtun.

Der österreichische Verlag Piatnik versucht, mit Alfa Beta ein neues Spielsystem zu finden und kombiniert hierzu die Spielidee von Scrabble mit der des guten alten Angelspiels. Heraus kommt ein Spiel, bei dem die Geschicklichkeit mindestens ebenso wichtig ist wie ein guter Wortschatz.

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Pyramidenbau à la Maya

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Pacal’s Rocket

Pacal's RocketK’inich Janaab' Pakal (auch 'Pacal' geschrieben, auch als 'Der Sonnenschild' bekannt) war Ajaw (Ahau) in Palenque von 615 bis 683. Als Ahau (Herrscher) ließ er fast alle heutzutage stehenden bedeutenden Bauwerke in Palenque errichten – viele davon in Pyramidenform. Nachdem sein unangetastetes Grab 1948 von Alberto Ruz Lhuillier entdeckt wurde, wurde vor allem der Deckel seines Sarkophages schnell umstritten. Vor allem Erich von Däniken, der in den 60er Jahren die Zeichnung als 'Astronaut' interpretierte, hatte großen Anteil an der Theorie, die alten Maya hätte sich beim Bau ihrer Pyramiden von Außerirdischen helfen lassen.

Diese Theorie wird aufgenommen im Brettspiel Pacal’s Rocket vom österreichischen Spieleproduzenten Piatnik. Hier spielt jeder Spieler einen der Aliens, der mit seiner Rakete Energiesteine auf dem Gelände von Palenque verteilt mit dem Ziel, Pyramidenbauten zu errichten. Hierfür müssen sie ihre 'Raketen' durch die Stadt ziehen, um an den erreichten Orten die Energiebehälter deponieren zu können (wobei jede Ähnlichkeit mit Energon-Würfeln natürlich rein zufällig ist – die Behälter sind ja nicht einmal würfelförmig…)

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Jubiläumsparty

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Activity Original, 25 Jahre

ActivityManche Spieltypen erscheinen immer wieder in neuer Aufmachung, wobei oftmals ein allgemeines 'Grundrauschen‘, bei dem die Spiele mit gewissen zeitlichen Abstand erscheinen, durch kurze Perioden unterbrochen werden, in denen plötzlich eine ganze Reihe Spiele erscheint, bevor der Erscheinungsrhythmus wieder auf den üblichen niedrigen Stand zurückgeht. So erscheinen regelmäßig kleinere Sets Werwolf-/Mafia-Spiele, seit die Werwölfe vom Düsterwald erschienen sind (Ultimate Werewolf, Coup etc.), aber seit ein paar Monaten vergeht kaum eine Woche, in dem nicht ein neues Kickstarter-Projekt mit einem neuen Kartenset erscheint. Wahrscheinlich wird das in ein paar Monaten wieder vergehen.

Ein anderes Beispiel für eine solche kurzfristige Spitze gab es Ende der 80er Jahre mit Spielen, die Scharaden, Modellieraufgaben, Zeichenaufgaben etc. kombinierten. Damals fiel mir Ein Nilpferd in der Achterbahn als erstes auf, nicht viel später erschienen dann weitere Spiele desselben Typs wie Tabu, Pictionary (das in den USA deutlich vor dem Nilpferd erschienen war) oder auch Activity von Piatnik. Letzteres feiert laut Herausgeber dieses Jahr das 25. Jubiläum, und deshalb erscheint eine neue Auflage/Ausgabe des ursprünglichen Spiels.

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Suche nach Hilfe

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Obdachlos

Eigentlich sollte dieses Spiel bereits vorige Woche zum Blog Action Day besprochen werden. Aber obwohl das Päckchen lt. Poststempel mehr als rechtzeitig abgeschickt worden war, erreichte es mich erst nach weit über einer Woche am letzten Samstag. Es wäre schön, wenn ein Laufzettel daran gehangen hätte, wo das Päckchen so lange festsaß, denn von Donnerstag dem 9. Oktober in Wien bis Samstag den 18. Oktober am Niederrhein, das ist schon eine besondere Leistung.

Armut hat viele Gesichter, aber die Obdachlosigkeit ist immer noch eines der markantesten, und im Bewußtsein des Publikums vornanstehend. Es gibt viele Institutionen und Organisationen, die Obdachlosen helfen, ihr tägliches Leben zu meistern, aber schon die Existenz dieser Organisationen und was sie eigentlich tun, wird vielfach nicht mehr wahrgenommen. Dies ist schade, denn ein wenig Aufmerksamkeit würde bereits einen großen Schritt für viele dieser Einrichtungen bedeuten.

 

Der Arbeiter Samariterbund Wien hat, um die Aufmerksamkeit für Hilforganisationen zu erhöhen, mit Hilfe des Verlages Piatnik ein Spiel mit dem Namen ObdachLOS herausgebracht. In diesem Spiel versucht man, als Obdachloser die nötige Hilfe in sechs wesentlichen teilbereichen des täglichen Lebens zu erhalten.

Das Spiel ist äußerlich eher verstaubt, die Deckelillustration erinnerte mich an die Spiele der '50er und '60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Dies ist schade, denn der Eindruck, der hiermit erweckt wird – der eines altbacken-verzopften Lehrspiels mit erhobenem Zeigefinger – stimmt so gar nicht mit dem Inhalt überein: der ist modern aufgemacht, und auch das Spiel ist alles andere als schulmeisterlich.

In der Dose findet man

  • – ein Spielbrett mit 24 Feldern in einem Rundkurs
  • – 7 Spielfiguren: einen klassischen, weißen Pöppel (die 'Glücksfee‘, sowie sechs größere, klotzige Pöppel
  • – 30 rote Plastikchips wie zum Flohhüpfen, die 'Notgroschen‘
  • – 36 Bewegungskarten mit den Zahlen 1 bis 6, jeweils sechs mal vorhanden
  • – 72 weitere Karten: Bereichs-, Aktions und Ereigniskarten.

Das erste, was auffällt, ist das Fehlen eines Würfels.

Der Spielplan ist so aufgebaut, dass jeweils auf drei Bereichsfelder eines Bereichs (Betreutes Wohnen, Servicestellen, Essensausgabe, Medizinische Betreuung, Kleiderausgabe, Infozentren) ein Bonusfeld folgt, dann drei Felder des nächsten Bereichs usw. Ausnahme ist das Startfeld (LOS), das die Position eines Bonusfeldes einnimmt. Es gibt also fünf Bonusfelder.

Zum Spielbeginn werden die Bewegungskarten, die auch einen anderen Kartenrücken haben, gemischt, jeder Spieler erhält drei Karten. Die Bereichskarten (sieben je Bereich) werden aus- und nach Bereichen sortiert. Anschließend werden je zwei Karten jedes Bereichs unter die Ereignis- und Aktionskarten gemischt. Von diesem Stapel kommen dann jeweils 7 Karten aus dem gemischten Ereignis- und Aktionsstapel zu den einzelnen Bereichsstapels gegeben und diese auch noch einmal gut gemischt. Jeder Bereichsstapel wird dann zu den entsprechenden Bereichsfeldern auf das Spielfeld gelegt.

Spielziel ist es, eine Bereichskarte jeden Gebietes zu sammeln. Durch die Mischung zum Spielbeginn ist es natürlich wahrscheinlicher, dass man Karten eines Bereichs aus dem entsprechenden Bereichsstapel zieht, aber man kann auch anderswo fündig werden.

Ein Zug besteht immer aus drei Teilschritten:

Zunächst spielt man eine Bewegungskarte aus der Hand und zieht eine neue Karte. Die eigene Spielfigur wird entsprechend viele Leerfelder (!) vorgesetzt. Man zählt hierbei also die durch Mitspieler besetzten Felder nicht mit, und landet auf einem leeren Feld.

Anschließend zieht man die Glücksfee in Gegenrichtung genausoviele Felder weit. Hierbei werden besetzte Felder allerdings mitgezählt, und die Glücksfee kann auch auf einem besetzten Feld landen. Wenn sie das tut, schenkt sie dem Spieler einen Notgroschen – zu Spielbeginn hat man zwei, und man darf nur maximal fünf haben.

Zuguterletzt zieht man eine Karte des Bereiches, in dem man gelandet ist. Zieht man hierbei eine Bereichskarte eines Bereiches, von dem man noch keine hat, legt man diese offen vor sich aus. Hat man bereits eine Karte des Bereichs, wird sie verdeckt unter den Stapel zurückgelegt. Eine Ereigniskarte muss sofort aufgedeckt werden und betrifft alle Spieler. Eine Aktionskarte wird auf die Hand genommen und darf in einem späteren Zug verwendet werden.

(Leider sind die Spielregeln hier etwas ungenau: in den Regeln steht, dass die Aktionskarten zusätzlich zu der Bewegungskarte gespielt werden können, auf einigen Karten steht aber, dass sie anstatt der Bewegungskarte gespielt werden. Auch wird nicht klar, ob man in letzterem Fall dennoch eine neue Bewegungskarte zieht, so dass man dann mit vier Bewegungskarten weiter machen würde.)

Auf Bonusfeldern darf man von einem der beiden benachbarten Bereichen eine Karte ziehen, oder beliebig viele Bewegungskarten tauschen.

Ausgespielte Ereignis- und Aktionskarten kommen auf einen Ablagestapel, ausgespielte Bewegungskarten auf einen anderen. In der Spielregel wird nicht auf die Möglichkeit eingegangen, was passiert, wenn einer der Stapel verbraucht wird (was in den Testspielen auch nicht geschah – wir waren immer vorher fertig), aber mir scheint 'dann gewinnt keiner' eine recht gute Lösung.

Achja, die Notgroschen. Hiermit kann man wahlweise einen Doppelzug ausführen oder eine zweite Karte vom selben Bereichsstapel ziehen.

Die Kartenaufmachung ist recht gut: auf den Bereichskarten sind Fotos aus den Einrichtungen sowie eine Angabe der Hilfseinrichtung mit der Wiener Adresse. Auf den Ereignis- und Aktionskarten steht unten unter dem Titel 'Wer hätte das gedacht' eine kurze Information zu den verschiedensten Hilfseinrichtungen im Wiener Land. Alles wenig aufdringlich, aber dennoch eingängig. Das Ziel, dioe Spieler für die Probleme des Obdachlosen zu sensibilisieren und über die Hilfsangebote zu informieren wird meiner Meinung nach hervorragend erreicht – die automatische Ablehnungshaltung, die bei allzu aufdringlichen Reklameaktionen erreicht wird, wird hier geschickt vermieden.

Das Material macht einen guten Eindruck, es wirkt auch weitaus moderner und ansprechender als die Spieleschachtel. Auch die Spielmechanismen sind erfrischend anders, es geht bei diesem Spiel nicht um die x-te Gänsebord- oder Mensch-ärgere-Dich-nicht-Variante, sondern um ein recht eigenständiges Spiel. Man berechnet ständig, wo die Glücksfee landen wird, ob man sich ihr in den Weg werfen kann, in welchen Stapeln die Chance auf eine Bereichskarte noch gut ist, und so weiter. Der Glücksfaktor, der durch die Karten eingeführt wurde, wird hierdurch überraschend (und angenehm) klein gehalten.

Das Spiel kann direkt vom Arbeiter Samariter Bund Wien über die Webseite bezogen werden, ind Spielwarenläden habe ich es nicht gefunden. Es ist mit einer halben Stunde sehr schnell vorbei, aber reizt, es mehrmals zu spielen. Es ist seinen Preis sicherlich wert – und eine gute Tat tut man damit auch noch, weil der Reinerlös der Obdachlosenhilfe zugute kommt.

Hersteller

Piatnik

Herausgeber

Arbeiter Samariter Bund Wien

Autor

Gerhard E. Kodys, 4FunWorx

Spieler

2-6

Denken

7

Glück

7

Geschicklichkeit

0

Preis ca

18 € plus Versand – Webshop