Tag Archiv für Rezension

Königsweg

Die Staufer

Die StauferWenn man an Deutschland im Spätmittelalter denkt, kommt einem unwillkürlich der Name Friedrich Rotbart bzw. Barbarossa in den Sinn. Kaum jemand – Geschichtsstudenten und -Professoren einmal ausgenommen – weiß aber, das das Stauferreich nicht, wie meist angenommen wird, unter ihm die größte Ausdehnung hatte, sondern dass es erst sein Sohn Heinrich VI. War, der die größte Ausdehnung erreichte. Geboren in Nimwegen, gekrönt in Aachen im Alter von 3 Jahren, Regierungssitz in Straßburg, verheiratet in Mailand – Heinrich würde man heutzutage als Globetrotter bezeichnen. Er starb bereits im Alter von 32 Jahren und liegt im Dom zu Palermo begraben.

Diese Stationen sind – nicht unbedingt in historischer Reihenfolge – auch wesentliche Stationen im Spiel Die Staufer. Allerdings ist das eigentliche Spiel eher abstrakt, das Staufer-Thema wirkt nur als Tünche.

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Abwärts

Gravity Maze

Gravity MazeThinkfun ist bekannt für Spiele, die die Hirnzellen auf das äußerste beanspruchen. Die von uns besprochenen Amaze und auch WordARound sind hierfür gute Beispiele. Und auch das Gravity Maze fällt wieder in diese Gruppe.

Das Spiel ist insofern im selben Genre wie Amaze als dass es um ‘Labyrinthe’ geht, bei denen der Weg von A nach B gesucht werden muss. Aber damit endet dann auch schon die Verwandtschaft: Bei Gravity Maze baut man das Labyrinth, und wenn es erst einmal richtig gebaut ist, tun eine Kugel und die Schwerkraft den Rest. Insofern erinnert es auch an die kompetitive Version von Cuboro,

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Expeditionsleiter

Adventure Tours

Adventure ToursEs gibt Spieleautoren, die berühmt sind – Alex Randolph, Sid Sackson, Wolfgfang Kramer oder auch Klaus Teuber sind wohl so ziemlich jedem ein Begriff. Andere Autoren kennt man aber eher nicht – obwohl ihre Spiele auch recht beliebt sind. Ich rede hier nicht von Autoren wie Elizabeth Magie, Charles Darrow oder auch Werner Schöppner, die schon vor langer Zeit Monopoly und Malöefiz erfanden, sondern von ‘modernen’ Autoren, die neue Spiele schreiben.

Eines dieser unbekannten … ich möchte fast “Genies” sagen … ist der Japaner Seiji Kanai, der in Japan mit der Kanai Factory einen eigenen Verlag hat, und aus dessen Feder Spiele stammen wie das von uns besprochene RRR oder auch das sicherlich deutlich bekanntere Love Letter, von dem es inzwischen mehrere Versionen bei Pegasus gibt. Auch Schmidt Spiele hat eines der Spiele von Kanai-san produziert: Bei Adventure Tours versuchen sich die Spieler als Expeditionsleiter, die eine Expedition in entlegene Gegenden unseres Globus ausrichten wollen und hierfür Sponsoren und Teilnehmer suchen.

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Monstereis

Hellfrost Kreaturenhandbuch

HellfrostKreaEs ist schon einige Zeit her, dass ich das Basis-Settingbuch für Hellfrost besprochen habe. Inzwischen ist eine Menge Wassen den Rhein hinabgeflossen, und neben einer Reihe anderer Produkte erschien auch das ‘Kreaturenhandbuch’.

Nun so ein weltgebundenes Kreaturenhandbuch manchmal nur eine versteckte Methode von ‘wir machen mit dem gleichen Inhalt noch einmal Umsatz’ (sprich: aus dem systemgenerischen Kreaturenbuch werden alle mögliche Tiere noch einmal herauskopiert und wiederholt), so dass man sich den vorhandenen Band genauer ansehen will, inwieweit der Band wirklich neu ist und inwieweit er Bekanntes nur aufwärmt. Und ich will gleich hier (und noch vor dem Absatz mit dem Link zum Weiterlesen) sagen: die Monster sind tatsächlich (nahezu) komplett weltspezifisch, auch wenn man sie natürlich in anderen Welten verwenden kann; man findet sie nur eben nich in anderen Büchern.

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Hausbau für Eingeborene

Mangrovia

Mangroven sind keine einheitliche Baumart, sondern eine ganze Reihe verschiedenster Bäume, die sich in der Regel dadurch auszeichnen, dass sie in Salzwasser an der Küste stehen. Durch ihre Biologie sind sie nicht in der Lage, in Gegenden zu überleben, in denen der Winter einen Laubabwurf notwendig macht, so dass – neben der Antarktis und der Arktis – Europa der einzige Kontinent ist, auf dem Mangroven nicht natürlich vorkommen. Allgemein werden Mangroven als Zeichen tropischer Gegenden angesehen; und viele Menschen verbinden mit Mangroven ‘primitive Völker’ und ‘einfaches Leben’.

Dementsprechend geht es bei Mangrovia von Zoch-Spiele auch um ein Dorf eines solchen einfachen Stammes, das auf der Suche nach einem neuen Häuptling ist. Wer Hütten auf den besten Plätzen baut und kostbare Amulette sammelt, darf sich eine Chance ausrechnen, dem alten Häuptling nachzufolgen.

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Känguru-Buffet

Mahé

MahéZum 10. Todestag von Alex Randolph erschien eine neue Ausgabe eines seiner früheren Spiele, mit neuem Design und Thema, aber dem gleichen Spielmechanismus. Statt Kängurus hüpfen zu lassen oder sich in die heiße Schlacht am kalten Buffet zu stürzen (wer erinnert sich heutzutage auch schon noch an das Chanson des gleichen Namens?) schwimmen jetzt Schildkröten um eine Tropeninsel, auf der Suche nach Eiablagestellen.

Die neue Version von Franjos bietet die Chance, das Spiel auch in Großbritannien besser zu verkaufen: Die englische Regelübersetzung der heißen Schlacht enthielt nämlich einen groben Fehler, durch den das ganze Spiel unspielbar wurde.

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Hauskreislauf

Takamatsu

TakamatsuIn Mönchengladbach ist der Verlag Mücke-Spiele beheimatet, benannt nach dem Geschäftsführer Harald Mücke. Die Spiele des Verlages reichen von Beer-n-Pretzels-Spielen wie das kürzlich von uns besprochene Lunte bis hin zu taktischen Sahnestückchen wie Lignum, das vor kurzem bei der Spieleschmiede finanziert wurde.

Auch Takamatsu gehört zu letzteren Spielen, ein Spiel, das uns ins feudale Japan unter Tokugawa Ieyasu entführt. Um zu entscheiden, wer ein neues Lehen verliehen bekommen soll, veranstaltet der Shogun eine Art Schnitzeljagd im Anwesen, und wer die meisten Punkte gewinnt, soll das Lehen erhalten.

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Fluchaktiv

VuDu’

VuDu'Ob bei den Kelten, den alten Ägyptern oder auch auf Haiti – Flüche sind ein Teil des Lebens. Wer sich plötzlich gezwungen fühlt, zu gackern wie ein Huhn oder ständig auf dem Boden zu sitzen, kann davon ausgehen, dass ihn ein Fluch eines missgünstigen Mitmenschen getroffen hat. Wenigstens kann man sich dann beruhigt zurücklehnen, denn der nächste Fluch trifft jemand anderes – garantiert.

So geht es zu bei VuDu’, einem Spiel von Red Gloive, das in Deutschland vom Nordlandsippe-Spielvertrieb herausgegeben wurde. Eine kleine Schachtel mit comichaftem Titel und dem großen Vermerk “Fun Collection” weist bereits darauf hin, dass das Spiel eher in den Bereich Beer&Pretzels fallen dürfte. Aber hä#lt es auch, was das Cover verspricht?

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Cowboys des Südens

El Gaucho

El GauchoGauchos sind grundsätzlich das Gegenstück zum nordamerikanischen Cowboy, allerdings ist die Herkunft des Begriffs in Südamerika nicht ganz deutlich. Durch die Vermengung verschiedenster Sprachen (Spanisch, Portugiesisch, Ketschua, Araukani, Arabisch…) gibt es eine ganze Reihe möglicher Etymologien für das Wort.

Ihre Rolle für die Viehzucht war aber nahezu identisch: hier wie dort zogen sie durch das Land, heuerten bei Landbesitzern an, fingen und trieben für sie Rinder etc. Genau das tun auch die Gauchos im Brettspiel El Gaucho von Argentum. Die Spieler stellen aber nicht selber Gauchos dar, sondern ihre Herren, die Rancheros. Sie setzen Gauchos ein, um Rinder zu fangen und hiermit möglichst viel Geld zu verdienen. Hierbei gilt, wie so oft: je größer die Herde, desto wertvoller.

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Nicht verloren

First to Fight

First to FightEs gibt Armeen, die haben – zu recht oder auch zu unrecht – einen schlechten Ruf. Während des 2. Weltkrieges gilt dies natürlich vor allem für die französische (deren Panzer bekanntlich Rückspiegel hatten, damit die Fahrer die Front im Auge behalten konnten) oder die italienische (die, nachdem sie sich ausgerechnet bei den Franzosen blutige Nasen geholt hatte, in Griechenland aktiv wurden. Immerhin hatten sie Überzahl, waren motivierter und besser ausgerüstet – aber leider hat das niemand den Griechen erklärt…). Noch wesentlich weniger (aber dadurch wenigstens auch keinen so schlechten) Ruf hat die polnische Armee der gleichen Zeitperiode – sie wird meist ignoriert, gerade als habe Polen zu Beginn des 2. Weltkrieges keine eigene Armee gehabt. Das verwundert nicht, denn nachdem Polen vom Angriff Deutschlands überrascht worden war, wurde das Land überrollt, bevor die Armee sich organisieren konnte.

Allerdings hatten die polnischen Truppen sich nach der Niederlage des Heimatlandes nicht aufgelöst, sondern ab 1941 in Russland an der Verteidigung gegen die Truppen der Achsenmächte beteiligt. Von Russland über den Balkan, Arabien und Afrika bis hin zur Eroberung von Monte Cassino 1944 bewährten die ‘wandernden Soldaten’ sich auf beinahe allen großen Schauplätzen des Krieges. Viele von ihnen konnten auch nach dem Weltkrieg nicht in die Heimat zurückkehren, und mussten bis zur Neuordnung Europas nach dem Fall der Mauer warten, bis sie 1989 dann endlich die Heimat wiedersahen. Den Anteil, den diese polnischen Soldaten am 2. Weltkrieg hatten, veranschaulicht das Spiel First to Fight.

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