Tag Archiv für SPIEL

Eisfischen für Anfänger

Go Go Eskimo

Go Go EskimoDas folgende Spiel ist das erste Familienspiel, dass ich von der SPIEL rezensiere. Es stammt vom finnischen Verlag Tactic und ich muss zugeben, dass der Titel mich an eine Begebenheit vor längerer Zeit erinnert.

Damals gab es Roachware noch nicht und ich schrieb Rezensionen für eine niederländische Clubzeitschrift – sowie ebenfalls „Messerundgänge“, obwohl diese, da ein gedrucktes Produkt, nicht tagesaktuell sein konnten sondern immer nur ein Rückblick auf die zurückliegende SPIEL. Zu einem dieser Rundgänge wurden mir Vorwürfe gemacht, da das Wort „Eskimo“ (zumindest auf Niederländisch) nicht politisch korrekt sei. Ich möge doch bitte das korrekte Wort Inuit verwenden.

Vollständig politisch korrekt kann ich also sowieso nicht bleiben, da ich den Titel nicht verfälschen möchte. So werde ich im Folgenden wohl eher von „Figuren“ reden – die Spielregel spricht auch von Abenteurer-Figuren oder auch kurz Figuren.
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SPIEL Tag 4 und Resumée

Letzte Runde mit Ricola und Wodka gegen Stimmverlust…


…gegen Verspätungen hilft das allerdings nicht. Nun, den Schlafmangel habe ich mittlerweie ausgleichen können…

So. Es ist uns gelungen – ab Samstag dann auch zu zweit, da Roach dann auch vor Ort sein konnte – möglichst viele Anbieter und Neuheiten auszukundschaften, uns Material zu organisieren, neue Verlage kennenzulernen… ich bin mir sicher, es sind einige außen vor geblieben, sei es, weil die Verantwortlichen einfach nicht am Stand waren, oder auch, weil der ein oder andere Stand wirklich ziemlich versteckt war. Und das, obwohl der Messe-Guide einen recht guten Eindruck machte. Am schwierigsten sind oft „Kombi-Stände“, also keine Pavillons verschiedener Länder, sondern solche, die sich mehrere kleine Verlage aus ökonomischen Gründen teilen. Und wenn die sich dann untereinander nicht mal kennen, kann das kompliziert werden…

Insgesamt war die Messe wieder ein Rekordbrecher, das war schon vorher klar und hat sich einmal wieder bestätigt. Die neuen Hallen sind positiv aufgenommen worden, die Aufteilung in Gänge und Stände war gut gelungen und man hatte den Eindruck, etwas besser voran zu kommen als in vergangenen Jahren. Als Presse aber erst um 9:30 in die Lounge zu können und erst 9:45 in die Halle – das ist, diplomatisch ausgedrückt, sehr ungünstig. Die SPIEL ist kurz genug, und wir sind froh genug, so manchen Verlag mal „außerhalb“ zu erwischen, bei zivilerer Lautstärke… das ist so kaum noch möglich, und es sollte sich nächstes Jahr wieder ändern, es ging doch bisher auch gut. (Und eine Anmerkung an die Deutsche Bahn… da hat man einmal ein Jahr, in dem nicht die Lokführer streiken, in dem auch nicht ein Stellwerk in Mülheim abgebrannt ist, und dann… sperren die ausgerechnet zur Messe die Strecke zwischen Duisburg und Essen komplett… wirklich, wer immer sich das ausgedacht hat, hat offenbar keine Ahnung vom Verkehrsaufkommen während der Messe, und vor allem der durch so einen Mist nötigen Umwege… das war eine Sch… Idee!!!).

Übergreifende Mottos der Messe, ja gabs die denn überhaupt? Weit weniger deutlich als manche Themen der Vergangenheit, würde ich sagen, es sei denn, das Thema „Diebe“ zählt (es gab tatsächlich einige Spiele in dem es ums Stehlen geht – aber ob die dann auch reale Diebe besonders angelockt haben?). Ansonsten vielleicht noch „Kolonisation“, und eben, wie an Tag 0 erwähnt, Spiele, wo die Spieler eben eher die „Bösen“ spielen. Die Messeverpflegung war sinnvoll gelagert – größtenteils in der Galeria, sowie in einem extra dafür abgeteilten Hallenteil, und die Preise hielten sich für eine Messe sogar in Grenzen – da sollte sich manch andere Messe vielleicht mal ein Beispiel daran nehmen (allerdings gilt das nicht für Getränke… da waren die Preise rundweg unverschämt). Erfreulich waren da eher die interessanten Neuankömmlinge, zB aus Indonesien, die einen guten ersten Auftritt hingelegt haben, wie auch der ein oder andere neue Kleinverlag, der die Messe als gutes Präsentationsmedium genutzt hat.

Summa summarum mal wieder „typisch Essen“ – wir haben viel zu testen, ich habe einige Mails zu schreiben, und vor allem bin ich auch froh, heute die Füße hochzulegen. Bleibt die Spannung, wie weit der Umbau der vorderen drei Hallen nächstes Jahr sein wird, und ob wir da eher anderswo starten als dieses mal. In diesem Sinne, frohes Spielen!

Spiel am Stock

Persönliche Nachbetrachtung zur SPIEL

Jetzt liegt sie also hinter uns, die SPIEL 2018. Wie auch schon letztes Jahr habe ich nur einen Teil der Zeit nutzen können, um auf der SPIEL anwesend zu sein. Um genau zu sein: ich war am Samstag ab etwa 11:00 Uhr und am Sonntag dann ab etwa 10:00 Uhr vor Ort und habe zumindest besucht, was in der kurzen Zeit zu besuchen war.

Hierbei habe ich dann meine jeweilige Begleitperson mehr belastet als voriges Jahr – voriges Jahr hatte ich mir ja vom Messeservice einen Rollstuhl ausgeliehen, und in einigen Hallen hatte ich das Glück, meiner Begleitperson für kurze Zeit frei geben zu können, weil viele Stände so dicht beieinanderstanden, dass ich die Abstände selbst bewältigen konnte. Dieses Jahr hingegen humpelte ich an meiner formschönen Krücke durch den Tag, und da ich immer noch auf der linken Seite so gut wie nichts tun kann, war ich dann genötigt, meine Begleitperson als "Lastesel" anzustellen. Ich muss den beiden (an jedem Tag jemand anders) allerdings ein hohes Lob aussprechen: Klagen habe ich zumindest keine gehört.
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SPIEL Tag 2

Menschen im Gleis, Verkehrschaos, Vor, Zurück und wieder andersrum – und Indonesien.

Aloha liebe Leser… Es ist mal wieder mitten in der Nacht und ich tippe das Resümee des zweiten Messetages… noch merke ich meine Füße, trotz mancher doppelter und dreifacher Lauferei. Erfahrungsgemäß ist der Freitag knapp der „leerste“ Tag, und glücklicherweise sorgt die Aufteilung der neuen Hallen eigentlich für ein etwas besseres Durchkommen und eher wenige Engstellen; trotzdem haben einige Spezialisten das Talent, auch hier noch ausgerechnet an den wenigen neuralgischen Punkten spontan stehenzubleiben… und die aufgrund ebenfalls „im Weg stehender“ Leute verspäteten Züge machen das auch nicht gerade besser.
Der Schwerpunkt lag auf Hallen 4 und 3, sowie ein paar „nachgeholten“ aus den gestrigen Hallen, wo der- oder diejenige Gesprächspartner einfach verhindert war. » Weiterlesen

BREAKING: weitere Diebstähle auf der SPIEL

Dieb

Bilöd wurde unter CC0 freigegeben – wir stehlen hier nicht!

Wir hatten ja heute morgen berichtet (im Rahmen unseres Messerundgangs), dass gestern einem Aussteller auf der SPIEL ca. 3000 € gestohlen worden waren.

Soeben meldete Artipia Games (1D137), dass ihnen etwas ähnliches widerfahren ist. Der Meldung zufolge war der Dieb nicht alleine, sondern wurde von einem Komplizen begleitet, der mit einem Taser ausgerüstet war.Auch sei der Dieb von einem Mitarbeiter eines Verlages wiedererkannt worden, dem gestern bereits Geld gestohlen wurde – es wird nicht explizit gesagt, aber die Formulierung legt nahe, dass es sich um einen Mitarbeiter von Hub Games (3P101) gehandelt haben dürfte.

Das ist leider nicht das erste Mal, dass sie sich Diebe auf der SPIEL "mausig" gemacht haben. Vor zwei Jahren war ja bereits der Verlag Ludicreations (1D122, 1D129) ebenfalls Opfer solcher Arsch Übeltäter.

Natürlich heißt das nicht, dass einfache Besucher nicht ebenfalls in das Visier von Dieben geraten können – in diesem großen Gedränge sollte man nicht überrascht sein, wenn der eine oder andere hauptberufliche Taschendieb die Gelegenheit zu einem Raubug nutzt. Es empfiehlt sich also auf jeden Fall, weiterhin die Augen offen zu halten.

Update, 18:10 Uhr: Artipia twitterte soeben, dass ein Verdächtiger in Polizeigewahrsam sich befinde, das Geld aber bis jetzt nicht aufgefunden sei.

SPIEL Tag 1

Aus alt mach neu

Das gilt zumindest für die Messehallen. Ich war am ersten Tag der Spiel vor allem in den Hallen 5 und 6 unterwegs, also am „hinteren Ende“ der Messe. Moment mal… Ende? Die ging doch letztes Jahr bis Halle 8, und ist gewachsen, wie kann denn… ja, diese Frage stellten sich einige Besucher. Die Antwort ist eigentlich einfach, und dem Veteranen auch sofort klar, wer neu ist guckt allerdings komisch.

Die Hallen 4-6 sind erneuert worden, insgesamt gibt es jetzt „nur noch“ 8 Hallen, wo einmal 12 waren. Und die ehemalige 6 & 8 entsprechen nun ungefähr der neuen 5, wo sich auch viele der Aussteller, die da vormals waren, wieder finden. Allerdings sind viele Anbieter aus dem Rollenspiel- und Tabletopsektor auch in der „neuen“ 6 gelandet, die komplett neu erstellt wurde, und deren großzügige Aufteilung hilft, weniger Staus zu verursachen.
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Messe Tag 0

Alte Bekannte, neue Zahlen, Das Böse regiert und wieder alles Scheisse

Wer uns schon länger verfolgt und die SPIEL kennt, weiß, was sich dort immer am Mittwoch vor der Publikumseröffnung abspielt. Zunächst gibt es eine Pressekonferenz, in der vor allem interessante Zahlen zu Sprache kommen (so zum Beispiel die mittlerweile 80.000m² Ausstellungsfläche der SPIEL, das diesjährige Umsatzplus von bisher schon beachtlichen 16%, und einige weitere Rekorde), und ein paar besonders bemerkenswerte oder trendtypische Spiele angesprochen werden. Und dann geht’s zur Neuheitenschau, die zum Glück seit sie in der 1A stattfindet nicht mehr in allgemeinem Gedränge ausartet.
Trends dieses Jahr? Nun, Legacy-Spiele sind nach wie vor offenbar beliebt, mittlerweile sogar bis hin zum „Unique Game“ – schade, sowas lässt sich nicht mal wirklich rezensieren, höchstens was Materialqualität angeht. Dann scheint es eine gewisse Tendenz zu Spielszenarien zu geben, wo die Spieler eher die traditionell „Bösen“ spielen und sich irgendwie verteidigen müssen… und tatsächlich wieder Scheisse, zumindest wenn es nach Mattell oder Pegasus geht.
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Alle Jahre wieder

Vorschau zur SPIEL 2018

Nächsten Donnerstag öffnet die SPIEL wieder ihre Pforten. Wie schon in den letzten Jahren findet sie genau während der Herbstferien in Nordrhein-Westfalen statt, sodass auch zu erwarten ist, dass wieder viele Schüler die Ferienzeit nutzen werden um sich dort umzuschauen.

Und wie jedes Jahr bietet die SPIEL wieder eine Menge altbekannter und auch neuer Spiele, altbekannter und auch neuer Gesichter – und sie wächst wieder einmal.

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Kraftprotze

Kraftprotze

Mucho Macho

Jedes Jahr gibt es auf der SPIEL ein paar Highlights, die mich noch nie enttäuscht haben. So freue ich mich jedes Jahr unter anderem auf die neuen Spieler aus Japan, auf die neuen Spiele von Steffen und Gerhards, oder auch auf die neuen Spiele der Russen.

Ein anderes derartiges Highlight findet sich in der Regel auf dem Stand von Abacus: Hier findet man nicht nur die dV Ediitrice – damit auch das von ihnen und von Cartamundi gesponserte „Gioco Inedito“, dass auf der Messe in Lucca in Italien über einen Wettbewerb gewählt wird. Diese Spiele haben einen vorgegebenen Umfang: Laut Wettbewerbsregeln dürfen sie nur eine bestimmte Anzahl Karten enthalten – und eventuell ein paar Kleinteile wie Marker oder ähnliches. Das bedeutet für die Produktion der Spiele (ein Teil des Preises für den Sieger ist eben, dass das Spiel von dV veröffentlicht wird), dass sie in standardisierte Verpackungen passen, die nur noch entsprechend bedruckt sein müssen. Auch gehört zur Standardausstattung ein stabiler Plastikeinsatz, in dem die Karten transportiert werden können.
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Rolli-Spiel

Die SPIEL aus der Kakerlaken- und Rollstuhl-Perspektive

Ich hatte ja versprochen, meinen persönlichen Rückblick auf die SPIEL noch zu veröffentlichen. Da ich zu der Zeit eigentlich noch in der Reha war –, und ich das Glück hatte, immerhin einen Tag Therapiepause angeboten zu bekommen –, konnte ich dieses Jahr nur freitags, samstags und sonntags die Messe unsicher machen.

Interessant fand ich vor allem einige Reaktionen, die sich auf mein verändertes Aussehen (verglichen mit 2015) bezogen. Einige Leute mussten anscheinend mehrfach hinsehen, bis sie mich erkannten. Ein Herausgeber und Geschäftsführer eines Rollenspielverlages blickte mich sogar verständnislos an und meinte: „kennen wir uns?“ Erst als ich mich mit Namen zu erkennen gab, konnte er mich – wenn auch mit einiger Mühe – erkennen. Einige Leute meinten sogar, sie hätten mich eher an meiner Kleidung (Weste, Brille, Baseballkappe mit Roachware-Schriftzug) erkannt und weniger am Gesicht… Durch den Gewichtsverlust von über 100 Kilo ist anscheinend auch mein Gesicht um einiges schmaler geworden.

Auch war ich dank der Spätfolgen meines Schlaganfalls auf der Spiel im Rollstuhl unterwegs – und hatte hierdurch einige interessante Erlebnisse.

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