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Alles wieder eingesammelt

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SPIEL 2017 Tag 4 – und Fazit

So. Alle wieder zuhause (hoffentlich – den Bahnlautsprechern nach gab es zumindest in Richtung Norden und Osten so einige stürmische Probleme), alles verstaut und ausgeschlafen – deshalb kommt dieser Kommentar auch nicht zum Frühstück, sondern eben jetzt. Langsam merke ich meine Füße wieder als etwas anderes als Schmerz, und meine Stimme kommt auch zurück – gestern Abend war die eher auf Reibeisenkurs…

Der Sonntag war gefühlt deutlich voller als die letzten Jahre, offenbar hatten es recht viele Schnäppchenjäger auf die dann oft reduzierten Restbestände insbesondere internationaler Anbieter abgesehen. Dementsprechend gab es kurz vor Feierabend doch noch eine Reihe Ausverkäufe – die Verlage freut es sicher.

Auch für uns ist der Sonntag im Prinzip der „Tag des Einsammelns“ – zum Beispiel von Demo-Spielen. Gerade kleinere Verlage, die sich eher schwer damit tun, uns ein Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung zu stellen, können diese Möglichkeit nutzen. Solange das Spiel komplett ist, nehme ich auch gerne ein schon genutztes Exemplar, es hat sogar damit schon einen Test absolviert, nämlich den der Materialhaltbarkeit, kaum etwas strapaziert das Material mehr als eine komplette SPIEL.

Noch ein paar besondere „Fundstücke“ vom letzten Tag: „World Control“ ist ein recht satirisches (und vielleicht erschreckend realistisches?) Brettspiel um eben das – die Weltherrschaft. Kommentar des österreichischen Autors: „Die Idee hatte ich schon länger, und die Welt ähnelt dem immer mehr – da dachte ich es wäre mal an der Zeit…“

Den „Kampf gegen das Spießertum“ sagt der Schweizer Verlag Kampfhummel an – in einem sicherlich nicht sonderlich politisch-korrektem Spiel finden sich eine Menge Karten, Das Spielprinzip erinnert an Cards against Humanity oder BAM!, und viele Texte sind vor allem aktuell.

Dragon Legion / Smirking Dragon präsentieren mit „Gefährliche Geheimnisse“ ein Einsteiger-Rollenspielszenario mit einer „Automatikspielleitung“ in Form von Ereigniskarten vor einem Szenario, das die Reformation thematisiert (in einer fiktionalen, aber an die Realität angelehnten Welt).

Insgesamt war diese SPIEL mal wieder ein Rekord in so ziemlich jeder Hinsicht – sie bricht jedes Jahr wieder ihre eigenen Rekorde, das hat schon Tradition. Positiv ist aufgefallen, dass die „Freßbuden“ größtenteils abseits der Stände, meist an Knotenpunkten der Hallen aufgestellt waren – dadurch standen deren Warteschlangen nicht, wie sonst oft, im Weg herum. Auch waren die meisten Gänge gefühlt etwas breiter als zuvor, zumindest schien es weniger Engstellen zu geben.

Was noch etwas verbesserungswürdig wäre, ist die „thematische“ Anordnung der Stände. Der SPIEL-Besucher ist nun einmal kein Supermarktunde, sondern sucht meist eher gezielt, und ist irgendwann doch etwas genervt, an einer Reihe für ihn „uninteressanter“ Stände vorbei zum gesuchten Produkt zu kommen. Stellenweise klappt das doch – wieso nicht insgesamt? Es würde auch zu weniger „Querverkehr“ und Imwegstehern führen…

Ein Kompliment auch noch mal an die Essener Verkehrsbetriebe – die Sondertaktung der U-11 und die Ansagen des Personals an den Bahnsteigen waren sehr gut organisiert. Da die SPIEL jedes Jahr weiter wächst war das auch nötig – weiter so!

Und dann noch in eigener Sache ein „weiter so“ an unsere Lieblingskakerlake. Einige haben ihn ja auf der SPIEL gesehen – Roach geht es schon deutlich besser. Diesmal war er zwar größtenteils noch mit Rollstuhl unterwegs, aber er kann schon wieder – langsam und vorsichtig – gehen. Hoffen wir einfach, dass die Genesung weiter so gut verläuft.

In diesem Sinne… nun geht es ans Testen… unseren Lesern an dieser Stelle ein schönes Sammain, Halloween oder meinetwegen auch Reformationstag – meine Kürbislaterne steht schon auf der Fensterbank.