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Von Null auf Held

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Runebound

Descent, RuneWars, Rune Age … es gibt eine ganze Reihe von Spielen von Fantasy Flight Games, die in der gleichen Welt spielen. Manchen Spielern macht es besonders viel Spaß, wenn sie bereits bekannten Figuren wieder begegnen können. Und so kann man auch in Runebound wieder die Reiche von Terrinoth bereisen und dort Abenteuer erleben – allerdings in einem ganz anderen Maßstab als beispielsweise bei Descent.

Bis zu sechs Helden machen sich so auf die Reise, einen Erzschurken zu besiegen. Sie gehen auf Christen, erforschen unbekannte Gegenden und Ruinen und erleben verschiedenste Abenteuer. Zu Spielbeginn ausgerüstet mit nur wenigen Fähigkeiten und Goldstücken, können Sie über diese Abenteuer Gold und bessere Ausrüstung erwerben und ihre eigenen Fertigkeiten trainieren, bis sie schließlich am Ende den großen Bösen (den untoten König Vorakesh oder den Drachenlord Margath) bekämpfen können. Bis dahin schwebt über ihnen aber wie ein Damoklesschwert ein – je nach Szenario – mehr oder weniger enger Zeitrahmen, bevor dieser Gegner das Land erobert.

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A-historisch korrekt

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Generalship

GeneralshipIn Essen stehen Verlage aus allen möglichen Ländern, aus allen Ecken der Welt. Das führt dazu dass auch verschiedenste Spielstile und Spiel-Methoden zu finden sind, die teilweise landes- oder regionstypisch angehaucht sind. Besonders überraschend ist dann immer, wenn ein Verlag ein Spiel herausbringt, das diesen typischen Thematiken zuwiderläuft.

Ein solches Spiel ist Generalship vom südkoreanischen Verlag Baccum. Spiele mit militärischem Hintergrund sind in Südkorea ja nicht ungebräuchlich, allerdings sehen wir normalerweise von dort Brettspiele mit koreanischem oder auch asiatischem Hintergrund. Dieses Spiel – dessen voller Name Generalship – from the 4th century B.C. to the 19th century lautet – ist insofern ungewöhnlich, als dass es hier um europäische Feldherren geht, von Alexander und Pyrrhus bis zu Napoleon und Wellington.

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Eisbiss

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Winter der Toten

Winter der Toten"Winter is coming" – nein, hier geht es nicht um ein Spiel zum Game of Thrones, aber es geht um Winter. Und Zombies. Und Zombies im Winter. Und Verräterzombies im Winter. Und… Ähh, nein, keine Verräterzombies. Verräter gibt es aber doch in diesem Spiel von Plaid Hat Games und Heidelberger.

Ja, es ist Winter, und aus irgendeinem Grunde hält nichts die Toten in ihren Gräbern. Sie zeigen deutliche Anzeichen von Bissigkeit (wer jetzt Stutenbissigkeit sagt, fliegt…) In einer kleinen Kolonie haben sich einige Überlebende zusammengefunden und versuchen, zu überleben. Aber leider sind Menschen eben Menschen und haben ihre eigenen Ziele, und es kann auch noch sein, dass sich Verräter eingefunden haben, denen nichts mehr Freude bereiten würde, als zuzusehen, wie diese Bastion der Menschheit fällt.

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Brille nicht nötig

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Zombietower 3D

Zombie Tower 3DNicht erst seit gestern sind Zombies im Horrorfilm recht beliebte Gegner. An ihnen fasziniert viele, dass sie unermüdlich scheinen, nahezu unkaputtbar sind und überall da auftauchen, wo man sie am wenigsten gebrauchen kann. Und dazu klommt dann noch, dass sie – anders als die meisten anderen typischen Horrormonster eher als stupide dargestellt werden.

Genau diese Eigenschaften machen Zombies auch für Spiele interessant. Wenn man keine AI nutzen kann (wie bei einem Computerspiel), hat man ansonsten das Problem, dass ein Spieler intelligent agierende Gegner darstellen müsste, was bei stur nach Fahrplan vorgehende Zombies nicht notwendig wird. Als einzige Alternative zu Zombies fielen mir in diesem Zusammenhang höchstens noch Zero-Tolerance-Befürworter in den USA ein…

Auf der SPIEL erhielten wir ein Exemplar der Erstauflage von Zombie Tower 3D (ja, das Leerzeichen gehört so in die englische Sprache) vom Herausgeber Group SNE – ein japanischer Herausgeber, der ausnahmsweise nicht in Japon Brand mitorganisiert ist. Der US-Distributor (und laut Projektseite auch Publisher) Cosaic hat jetzt ein Crowdfunding-Projekt bei Kickstarter gestartet, mit dem die internationale Version finanziert werden soll.

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Die schreibende Zunft

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Extra! Extra!

Extra ExtraSelten einmal kann ich bei einer Rezension einen Kreis schließen. Einen recht kleinen, aber effektiven Kreis kann ich mit dieser Rezension so halbwegs zeichnen. Im Spiel Extra Extra von Mayfair geht es nämlich um die sogenannte „schreibende Zunft“. Abgesehen von der Bauchnabelbetrachtung ist dies der kleinstmögliche Kreis: ein Journalist schreibt über ein Spiel über Journalismus.

Viele Leute machen sich falsche Vorstellungen davon, wie es in einer Tageszeitung zugeht – das ist heutzutage zwar schon einiges besser geworden als früher, schon durch die Möglichkeiten der EDV im redaktionellen Prozess. Auch sind die Sitten in verschiedenen Ländern sicherlich ein wenig unterschiedlich, auch wenn manches durch die Technik bedingt ähnlich sein dürfte. Ein wenig kommt allerdings im Spiel Lou-Grant- oder auch Clark-Kent-Feeling auf, was man schon als gutes Zeichen betrachten darf.

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Materialschlacht

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Perdition’s Mouth: Abyssal Rift

Perdition's Mouth: Abyssal RiftSeit einer Woche ist Perdition’s Mouth: Abyssal Rift inzwischen bei Kickstarter: Nach etwa einer Woche von vier ist das Spiel gut zur Hälfte finanziert. Eigentlich wollten wir für dieses Spiel eine Erstverkaufstags-Rezension schreiben, Arctic Union hatte meinem Kollegen zugesagt, dass ein Demospiel mit Figuren und allem spätestens am 2. bei ihm eintreffen würde. (Stichtag für unser Erstverkaufstagsvesprechen wäre ja der 4. gewesen). Am 6. hieß es dann endlich, das Spiel werde (von einem deutschen Spieleherausgeber) am 6. oder 9. an uns weitergesandt. Laut Lieferverlauf bei DHL wurde es dann schon am 6. versandt, am 7. allerdings – wahrscheinlich wegen einer falschen Adressierung – zurückgeschickt, so dass das Spiel seine Odyssee(!) am 9. dort beendete, wo es sie begonnen hatte. Man fragte uns aber nicht, was eventuell falsch gegangen war, so dass wir erst ein paar Tage später selber nach dem Verbleib fragen konnte (wir mussten ja davon ausgehen, dass es erst am 9.11. – zwei Tage vor Kickstarter-Start – abgeschickt worden war). Deshalb habe ich gestern Abend eine Proberunde mit der (auf der Webseite des Spiels verlinkten) Print-n-Play-Version gestartet, was allerdings nur begrenzt aussagekräftig ist.

Dass diese Rezension nur eingeschränkt sein kann, liegt natürlich vor allem daran, dass sich bis Projektschluss (oder auch hinterher) noch Dinge ändern können – hier kommt aber erschwerend noch hinzu, dass wir keine Miniaturen etc. vorliegen haben, die in diesem Spiel in großen Stückzahlen vorliegen sollen. Insgesamt sollen sechs Heldenfiguren und mindestens 35 Gegnerminiaturen mitgeliefert werden, das ist aber nicht alles, was man in der Schachtel findet.

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Die Entstehung der Eidgenossenschaft, zweite Instanz…

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Unita

UnitaDie Schweiz gehört – für manchen vielleicht überraschend – zu den ältesten Staaten Europas. Sie ist mehr als 500 Jahre älter als Italien, Belgien oder die Niederlande, offiziell wird die Gründung der Schweiz auf den 1. August 1291 gelegt mit dem historisch belegbaren Bundesbrief von 1291, sowie dem wohl eher mythischen Rütlischwur. In den Folgejahren entwickelten sich Spannungen zwischen der Eidgenossenschaft und den ursprünglich auch aus der Schweiz stammenden Habsburgern – so unterstützten die Schweizer bei der Königswahl von 1314 den Wittelsbacher Kandidaten (Ludwig der Bayer) und nicht den Habsburger Friedrich der Schöne.

Das insgesamt dritte Spiel aus der Schweizer Spieleschmiede Helvetia Games behandelt – in der gewohnt leicht phantastischen Weise – diese Unabhängigkeit Helvetiens von seinen Nachbarn. Aber außer, dass die teilnehmenden Völker lustige Pendants zu den realen Fraktionen darstellen, muss man nicht allzu sehr über Schlachten nachdenken, wohl aber über Taktik, denn alle haben hier dasselbe Ziel, und somit auch dasselbe Problem: Die anderen Spieler sind dezent im Weg.

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Bereit sein ist alles

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Assault on Doomrock

Assault on DoomrockIm Juni/Juli letzten Jahres lief bei Indiegogo ein Projekt, mit dem das kooperative Fantasyspiel Assault on Doomrock finanziert wurde. Das polnische Projekt erreichte mehr als das Vierfache des ursprünglich genannten Finanzierungsziels, so dass das Spiel rechtzeitig zur SPIEL ausgeliefert werden konnte. Leider hat der Hersteller seine Webseite bis heute aber nicht über ein 'under construction' hinausgebracht.

Das Spiel ist recht umstritten, wie man auch bei den Diskussionen auf Boardgamegeek sehen kann – dem einen ist es zu schwierig, der andere findet es genau richtig. Anderen passen bestimmte Mechanismen nicht – die wieder andere besonders gelungen weil ungewöhnlich finden. Das Spiel ist auf jeden Fall so komplex, dass ich hier nur eine grobe Übersicht geben kann.

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Machtspiele

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Der Herr des Eisgartens

Der Herr des EisgartensSelten einmal gelingt es einem 'Spiel zum Buch' international Erfolg zu haben, wenn das Buch selber nicht auf Englisch erhältlich ist. Wenn die einzige bislang verfügbare Sprache Polnisch ist, sind die Chancen auf einen internationalen Erfolg sehr gering.

Das hat den polnischen Verlag Red Imp nicht daran gehindert, zur Fantasy-Tetralogie (bzw. zur Triiogie – der vierte Band war seinerzeit noch nicht erschienen, oder auch zum Roman – laut Verpackung) Der Herr des Eisgartens (poln.: Pan Lodowego Ogrodu ) des Autors Jarosław GrzÄdowicz ein Spiel des gleichen namens herauszubringen und über Kickstarter finanzieren zu lassen. Das Projekt war sehr erfolgreich, es kam mehr als das doppelte des gewünschten Betrages herein, und das Spiel wurde im Oktober / November ausgeliefert – sogar vor dem im Projekt angegebenen Dezember-Termin (wobei auch ein Pickup in Essen angeboten worden war). Der Verlag ist zur Zeit auf der Suche nach Distributionspartnern in der nichtpolnischen Welt, die erste Auflage ist ausverkauft.

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Fiktionaler Konflikt

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Hot War

Hot War: Battle for Oil

Was wäre wenn… diese Frage stellen sich sowohl Verteidigungsminister und Generäle als auch CoSim-Spieler. Der russische Herausgeber Zvezda, der in erster Linie militäische und andere Modelle produziert, ähnlich wie das bei uns bekanntere Revell, bietet für seine Modelle mit der Art of Tactic-Reihe CoSims an, die in verschiedenen historischen und pseudo-historischen Settins spielen.

So gibt es unter anderem ein Szenario, das zum Glück nicht wahr wurde, aber durchaus hätte wahr werden können. In Hot War – Battle for Oil gab es weder Glasnost noch Perestroika, dafür aber herrscht in einem fiktiven 1990 ein Ressourcenkrieg, da, wo die Ressourcen liegen – im mittleren Osten. Amerikanische und Sowjetische Einheiten versuchen, die Vorherrschaft über eben diese zu gelangen

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