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BeRUFung

Cthulhus Ruf 5

Der Ruf 5

Wie denn? Jetzt ein neuer Ruf? Nein, es geht nicht um einen neuen Ruf, der wird aller Voraussicht nach zur SPIEL in einem Monat erscheinen, sondern um die fünfte Ausgabe, die bereits im Mai zur RPC erschienen war. Das Rezensionsexemplar habe ich allerdings selber auch erst auf der RPC erhalten, und konnte daher keine Erstverkaufstags-Rezension präsentieren. Und da ich recht ungünstige Arbeitszeiten habe, sieht es bei mir zur Zeit auch mit Testrunden etc. eher mau aus, so dass ich erst jetzt dazu komme, eine begründete Rezension anbieten zu können.

Zunächst einmal zum Äußerlichen: Der Ruf hat wieder einen Einband, mit dem er im Regal aussieht wie eine dicke Wochenzeitung, was sich im Regal inzwischen ganz gut macht, denn die fünf Hefte nebeneinander nehmen schon einen schönen Streifen ein. Untertitel ist “Dunkelheit ist mein Name”, und dieser Untertitel und das Bild einer Nachtclub-Sängerin vor einem Publikum aus Tentakeln geben gut das Hauptthema des Heftes wieder: Cthulhu im Setting des Noir.

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Gurken sind doch Rudeltiere

5GurkenFünf Gurken

Den Eindruck kann man zumindest bekommen, wenn man in die Schachtel von Fünf Gurken schaut – darin befinden sich nämlich, neben einer Anleitung in Deutsch und Englisch (anderssprachige Versionen gibt es bei Lizenznehmern im Ausland) 60 Karten, auf denen Gurken aufgedruckt sind, sowie 30 kleine Gurken aus Holz. Die Regeln kann man auch bei 2F-Spiele downloaden. Mehr hätte nicht in die Schachtel gepasst – die kleine Schachtel ist gut gefüllt, und somit eigentlich keine Mogelpackung. Wenn man aber genau hinschaut, ist sie das irgendwie doch, denn sie wiegt nie im Leben 555 Gramm (steht aber drauf – den Gag konnten sich 2F-Spiele wohl nicht verkneifen).

Worum also geht es? Das Spiel ist eine recht hübsche Umsetzung des skandinavischen Spiels Agurk, einem Stichspiel, bei dem es darum geht, den letzten der sieben Stiche nicht zu bekommen. Wer diesen doch mitnehmen muss, bekommt dafür Gurken – wie viele, das entscheidet die Karte, mit der dieser Stich mitgenommen wurde.

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Verrückte Stapelung

LigrettocrazyLigretto crazy

Manchmal ist eine Reaktion verräterisch. Als dieses Spiel auf den Tisch kam, meinte ein Spieler der Testrunde, der behauptet, alle Postings dieses Blogs gelesen zu haben: “Du hast Ligretto noch nicht rezensiert? Dann wird es aber Zeit.” Ja, ich hatte noch nie ein Ligretto zur Rezension vorliegen – aber wenn der Spieler alle Postings so gut kennen würde wie er behauptet, hätte ihn das nicht so überraschen dürfen. Aber auch wenn – Ligretto crazy ist so anders, dass man es doch getrennt besprechen sollte.

Die Grundidee von Ligretto ist ja die einer Zankpatience auf Geschwindigkeit, bei der alle Spieler gleichzeitig spielen. Dies wird mit der Crazy-Variante ein wenig variiert – es beginnt schon damit, dass es weniger verschiedene Kartenwerte gibt als bei anderen Ligrettos. Man kann sie also nicht kombinieren.

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Griffig

graboloGrabolo

Stragoo ist ein tschechischer Verlag, der eine ziemlich große Bandbreite an Spielen vertreibt. Von Spielen für Kinder bis hin zu Expertenspielen ist hier alles vertreten. Wir haben bereits Mafia City und Speedway Champion von diesem Verlag besprochen.

Dieses Jahr drückte man uns auf der SPIEL eine kleine runde Blechdose in die Hand, Grabolo. Wasserfest soll das Spiel sein – das haben wir zugegebenermaßen noch nicht getestet, Spritzer – auch wenn die Flüssigkeit aggressiver ist als Wasser – können die Bestandteile allerdings vertragen. Und wenn man die Blechdose – die nur gut 8 cm Durchmesser hat und 5 cm hoch ist – schließt, ist sie auch ziemlich dicht abgeschlossen.

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Piratenspiel

buccaneerbonesBuccaneer Bones

Auf der SPIEL laufen jedes Jahr gestalten herum, die leicht wiederzuerkennen sind. Da sind zum einen natürlich die Supporter der verschiedenen Verlage, die aber meist eher als ‘Supporter der Firma X’ eher anonym bleiben. Aber es gibt auch Leute wie Friedemann Friese mit seinem grünen Haar, Stephen “The Spiel” Conway mit seiner auffälligen Fragezeichen-Jacke … oder auch die Leute von Wattsalpoag mit ihren Hawaiihemden.

Dieses Jahr hatte Wattsalpoag in Essen ein Würfelspiel dabei, Buccaneer Bones. Ein Spiel, das Piraten auf Schatzsuche simuliert – das man sich aber auch als Würfelspiel, das Piraten spielen, vorstellen könnte. Finanziert wurde das Spiel über Kickstarter.

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Rollenspiel mit Karten

Atlantic CityAtlantic City

Das kleinste Spiel auf der SPIEL war dieses Jahr wohl Atlantic City von Noris. Eine winzige Schachtel in Mini-Quadratformat zeigt ein Bild, das aus der Prohibitionszeit stammen könnte – eine Dame der mondänen Gesellschaft der Zeit, Fässer, Tommyguns…

Atlantic City liegt ja an der Ostküste der Vereinigten Staaten und ist heutzutage durch zwei Dinge bekannt: zum einen ist es eine der großen Casinostädte der USA (wenngleich Las Vegas natürlich die unbestrittene Nummer Eins ist). Zum anderen fand hier von 1921 bis 2005 die Wahlen zur Miss America statt. Zur Zeit der Prohibition war Atlantic City aber auch ein wild umkämpftes Pflaster unter den Gangs, und diese Situation liegt auch dem Spiel zugrunde.

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Liniendomino

LightLineLight-Line

Ein Spieleverlag kann sich auf verschiedenen Wegen versuchen, einen Namen zu machen. Der eine verwendet immer dieselbe Farbe für die Schachteln und lässt alle Spieltitel mit demselben Buchstaben beginnen, bis es auffällt, der andere versucht, durch ein möglichst breites Angebot in das Bewusstsein der Käufer vorzudringen. Einige arbeiten mit bestimmten Materialien, andere suchen sich selbst bewusst eine besonders enge Nische, in der sie sich etablieren.

Zu der letzteren Sorte gehört wohl auch Adlung-Spiele. Ein Adlung-Spiel ist leicht zu beschreiben, wenn man rein von Äußerlichkeiten ausgeht: ein Kartenspiel mit ca. 66 Karten in einer kleinen Karton-Schachtel mit einer Größe von ca. 9 cm × 6 cm × 2 cm. Die Schachtelgröße ist normiert, und wenn man ein solches Spiel sieht, ist die Reaktion “Ah, ein Adlung-Spiel” beinahe automatisch – zumindest, wenn man schon einmal mit dem Verlag zu tun hatte. Dann weiß man aber meist auch schon, dass diese Äußerlichkeit keinen Rückschluss auf den Inhalt zulässt: Abgesehen davon, dass die Schachtel neben Platz für Karten und Regelheftchen nur noch sehr wenig Platz für Luft bietet – eigentlich gar keinen -, kann man hier so ziemlich alle Richtungen finden, in die ein Spiel gehen kann.

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Der Vierte

Cover-4Cthulhus Ruf #4

Seit dem Ende der Cthuloiden Welten, deren letzte Ausgabe vor nunmehr zwei Jahren erschien, ist als Ersatz das Fan-Magazin Cthulhus Ruf in die Bresche gesprungen. Mit ebenfalls zwei Ausgaben pro Jahr – Erscheinen jeweils zur RPC und zur SPIEL – bietet der Ruf eine ähnliche Mischung an Hintergrundmaterial, Rollenspieltipps und Abenteuern wie die Cthuloide Welten, so dass man in dieser Hinsicht von einem würdigen Nachfolger sprechen kann.

Rein äußerlich hat der Ruf ein unverwechselbares Design: der Umschlag ist eine Din A3-Seite, die um die Zeitschrift ‘herumliegt’, so dass das Magazin von der Seite aus betrachtet wirkt wie ein “Quality Newspaper” aus England (die Boulevardzeitungen in Großbritannien haben ja ein kleineres Format als die ‘seriösen Zeitungen’ wie die Times und der Guardian) und würde in einem Stapel dieser Zeitungen wahrscheinlich sogar sozusagen unsichtbar werden. Der Haupttitel der Zeitung ist Der Nebel steigt auf, was sich in erster Linie auf das Hauptthema des Bandes bezieht: Material für das Gaslicht-Setting von Cthulhu, dessen Settingsband ursprünglich zur SPIEL erscheinen sollte, der aber inzwischen verschoben wurde und jetzt spätestens zur RPC erscheinen soll.

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Blüten im Teegarten

OkiyaOkiya

Der französische Verlag Jactalea hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen für schöne, handliche Zweipersonenspiele gemacht, und auch Okiya ist wieder ein Kandidat für diese Kategorie. In der handlichen kleinen Schachtel (11 x 11 cm und 3 cm hoch) findet man 8 schwarze und 8 rote Geishamarker, sowie insgesamt 16 Gartenmarker, deren Motive bekannt vorkommen, wenn man Hanafuda, ein traditionelles japanisches Kartenspiel, kennt. Die Marker müssen vor dem ersten Spiel aus Stanzrahmen ausgelöst werden, was aber problemlos ging; sie sind aus stabilem Karton und sind sehr hübsch gestaltet. Ansonsten ist noch das Regelheftchen enthalten – Spielregeln in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch, kurz und gut verständlich.

Die Hanafuda-ähnlichen Marker, die den Garten darstellen, zeigen jeweils eine Pflanze (Ahorn, Kirsche, Pinie oder Iris), sowie ein weiteres Motiv – Sonne, Wolken, Vögel oder Band/Flagge. Also gibt es jede Kombination genau einmal, und zu Beginn des Spieles werden alle 16 Plättchen in einem 4×4 Quadrat zufällig ausgelegt.

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Abgründe der Londoner Unterwelt

ErstverkaufstagBakerstreet_10Baker Street No. 10

Was ist denn ein Krimi-Snack? Die Frage mag man sich stellen, wenn man dieses kleine Heft vom Samhain-Verlag in der Hand hält. Nun, es handelt sich um ein kurzes Rollenspielszenario für bis zu 7 Spieler (die man meiner Meinung nach auch dabeihaben sollte – die Charaktere sind alle interessant, und es ist schade, das nicht auszunutzen), die alle irgendeine Rolle im Drogen- und Rotlichtmilieu der Londoner Unterwelt spielen. Wir schreiben das Jahr 1885…

Wer ein wenig Ahnung von Geschichte hat (oder auch gerne mal Doyle liest) kann sich um so besser in die Atmosphäre hineindenken, in der dieses kurze Szenario gesetzt ist. Vor einigen Stunden ist unangenehmerweise die Leiche eines Drogenkuriers in der Themse gefunden worden, was dazu führen wird, dass der Yard herumschnüffelt – noch mehr und noch unangenehmer als er das sowieso schon tut. Um dies zu vermeiden, finden sich die Leute, die zu dem toten Jamie Cunningham zumindest eine Beziehung hatten, im Drunken Boar ein – der Wirt dieses Pubs ist auch eine der Spielfiguren, der auch ein wenig moderieren soll, schließlich finden eine ganze Menge Geschäfte gerade hier statt.

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