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M(i)au M(i)au

Sparkle Kitty

Sparkle KittyAuch wenn der Name des Spiels es vermuten lässt, geht es hierbei nicht um vampirische Katzen. Überhaupt wirkt dieses Spiel in manchem ganz anders, als es in Wirklichkeit ist: wenn man während des Spiels zuschaut, hat man irgendwie das Gefühl, das Spiel stamme aus Japan (und auch der erste Satz der Beschreibung zum Beispiel bei BoardGameGeek tut alles um diesen Eindruck zu festigen). In Wirklichkeit aber sitzt der Herausgeber in New Jersey, womit dieses Spiel im Endeffekt ein reines amerikanisches Gewächs ist.

Eine Gruppe mächtiger Prinzessinnen wurde von einer bösen Königin in Türmen eingesperrt und versucht nun zu entkommen. Ihre üblichen Zauberkräfte stehen den Prinzessinnen nicht zur Verfügung, denn die "böse Königin Sparkle Kitty" hat dafür gesorgt, dass in diesen Türmen nur ganz bestimmte Worte ausgesprochen werden können. Mit diesem begrenzten Grundwortschatz versuchen jetzt die Prinzessinnen sich aus den Türmen frei zu zaubern.
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Auf die Nüsse

Nutz!

Eichhörnchen sind putzige Wesen. Im Sommer/Herbst sammeln sie Nüsse und Eicheln und verstecken sie, damit sie in der kalten Jahreszeit etwas zu fressen haben. Wissenschaftler haben jetzt nachgewiesen, dass sie sich überraschend gut daran erinnern können, wo sie ihre Vorräte angelegt haben, sodass sie diese fast nie vergessen. Wenn man doch einmal im Frühjahr ein „vergessenes“ Vorratslager von Eichhörnchen findet, so handelt es sich hierbei in der Regel um ein Vorratslager, das im Winter nicht angegriffen worden ist – sei es, dass die Eichhörnchen noch genug in anderen Vorratslager hatten, um den Winter zu überstehen, oder sie hatten das Lager nicht nötig, weil sie vorher verstorben waren.

Um diese Vorratshaltung von Eichhörnchen geht es in dem Spiel Nutz von blue orange. Bis zu vier Spieler versuchen, möglichst viele gute Nüsse und andere Vorräte einzusammeln und nicht so beliebte Vorräte den anderen Mitspielern unterzujubeln. Wer sich mit Gedächtnisleistung und glücklichen Bluffs durchsetzt, hat am Ende die besten Vorräte gesammelt und gewinnt.

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Das Kreuz mit der Fahrt

Baby Cruise

Dass man etwas zu erzählen hat, wenn man auf eine Reise geht, ist ja wohl allgemein bekannt.. Gerade Kreuzfahrten bieten hierfür fruchtbaren Boden – die alte Fernsehserie Traumschiff war wohl ein gutes Beispiel.

Auf eine solche Kreuzfahrt schickt die belgische Jumping Turtle Games jetzt einmal ausgerechnet Babys… oder genauer: Eltern mit solchen, wenn man der Hintergrundgeschichte laut Spielregel folgen will. Auf diesem Schiff gibt es viele Cocktails zu trinken, aber da man als verantwortungsbewusstes Elternteil nicht viel trinkt, spielt man diese lieber anderen angeblich genauso verantwortungsbewussten Eltern in die Hand.

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Behördenpost

Weihnachten und andere Amtsangelegenheiten

Weihnachten und andere AmtsangelegenheitenIn Deutschland ist so ziemlich alles behördlich geregelt. Mietpreise, Hundehaufen, Getreide, Kunst und Musik – es gibt kaum etwas, dass sich der Staat nicht einzumischen scheint. So ist es auch keine Überraschung, dass es ein Bundesamt gibt, dass Normalbürgern und magischen Wesen das Multikulti-Zusammenleben erleichtern soll.Von den Regeln zur Besteuerung im Wachdienst eingesetzter Werwölfe (sind diese Wachhunde steuerlich absetzbar) über die vorschriftsmäßige Zufütterung des gemeinen Gartendrachens während der kalten Wintermonate bis hin zu Aufbaukrediten der Blutbank für Wiederaufbau für zugewanderte Haemovore: bei allen Problemen solcher Art kann man sich vertrauensvoll an das Bundesamt für magische Wesen in Bonn wenden. Auch wenn das Straßenverkehrsamt (oder gar das Luftfahrt-Bundesamt) sich beim Erwerb des Pilotenscheins für fliegende Teppiche querstellt, hilft dieses Amt gerne und effektiv.

Nun müssen ja im Rahmen der transparenten Verwaltung die Behörden regelmäßige Arbeitsberichte vorlegen. Auch das BAfmW tut dieses, wie es sich gehört. Nachdem im vorigen Jahr Migration, Heimat- und Ausländerfragen die zentrale Aufmerksamkeit des Arbeitsberichtes auf sich zogen, erschien nunmehr der Arbeitsbericht 2017 mit dem Titel "Weihnachten und andere Amtsangelegenheiten" im amtseigenen Verlag und ist für Interessenten käuflich zu erwerben

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Kopfrechnen

Würfelblitz

WürfelblitzEin Verlag, dessen Spiele wir immer gerne rezensieren, ist Steffen-Spiele aus Krastel im Hunsrück. Kleine, aus wertigen Materialien hergestellte Spiele bieten den Spielern ungewohnte Herausforderungen.

Bis zu sechs Zahlen im Bereich 1-6 zusammen zu zählen, dürfte wohl kaum jemandem Schwierigkeiten bereiten. Aber wie sieht es aus, wenn einige der vorgegebenen Zahlen nicht addiert werden dürfen? Dieses psychologische Problem wird in der Neuropsychologie üblicherweise mit dem Begriff "Impulskontrolle" beschrieben: unter bestimmten Voraussetzungen darf man unter Druck auf ein bestimmtes Signal nicht reagieren, auf das man normalerweise reagieren muss. Bei Übungen, im Training und in der Diagnose wird dieser Druck üblicherweise dadurch geschaffen, dass der Patient möglichst schnell auf die Signale reagieren muss und diese Geschwindigkeit ebenfalls ausgewertet wird. Wenn man einfach nur ohne Zeitdruck reagieren könnte, könnte man sich ja einfach Zeit lassen.

Beim Würfelblitz sorgen die sieben Mitspieler bereits für den notwendigen Druck. Alle rechnen gleichzeitig und möglichst schnell – wer am schnellsten richtig rechnet, erhält Punkte.

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Cuia est ultio?

Auge um Auge

Es ist irgendwie schon eine Tradition: jedes Jahr erscheint ein neuer Abenteuerband zum Rollenspiel Private Eye. So steht in diesem Jahr bereits auf dem Umschlag „Abenteuerband No. 11“, diesen Band und auch den Band des Vorjahres (Liebe, Geld und andere Intrigen) habe ich dieses Jahr auf der SPIEL erhalten – und will jetzt zuerst den neueren Band besprechen, weil ich davon ausgehe, dass der ältere Band meinen Lesern schon eher bekannt sein könnte.

Jan Christoph Steines legt mit Auge um Auge einen Band mit einem interessanten Abenteuer vor, dass die Spieler, wenn sie den Fall bis in die Einzelheiten aufklären, vor einige unbequeme Fragen stellt. Wie die Spieler diese Fragen beantworten, dürfte für die jeweilige Runde sicher sehr interessant sein. Allerdings bietet dieses Abenteuer auch eine Problempunkte, die der Spielleiter überlegen sollte, bevor er das Abenteuer seiner Gruppe präsentiert.

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Klein halten

Skyjo

Einer der Gründe, nach Essen zu gehen, wenn dort die SPIEL stattfindet, ist sicher, dass man dort auch ganz neue, bislang unbekannte Verlage und Spiele finden kann. Und das nicht nur aus dem Ausland, auch auf dem deutschen Spielemarkt entstehen immer wieder kleine (Eigen-) Verlage, die hier neue Spiele vorstellen – manchmal mit eher fraglichem Spielwert, manchmal aber auch interessante, neuartige Spiele, die erst beim aktuellen Test ihre Stärken zeigen.

Solch ein neuer deutscher Verlag ist Magillano, in dem der Eigentümer Alexander Bernhardt bislang nur sein eigenes Spiel Skyjo anbietet. Sitz des Verlages ist Altenkirchen im Westerwald.

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Kraftprotze

Kraftprotze

Mucho Macho

Jedes Jahr gibt es auf der SPIEL ein paar Highlights, die mich noch nie enttäuscht haben. So freue ich mich jedes Jahr unter anderem auf die neuen Spieler aus Japan, auf die neuen Spiele von Steffen und Gerhards, oder auch auf die neuen Spiele der Russen.

Ein anderes derartiges Highlight findet sich in der Regel auf dem Stand von Abacus: Hier findet man nicht nur die dV Ediitrice – damit auch das von ihnen und von Cartamundi gesponserte „Gioco Inedito“, dass auf der Messe in Lucca in Italien über einen Wettbewerb gewählt wird. Diese Spiele haben einen vorgegebenen Umfang: Laut Wettbewerbsregeln dürfen sie nur eine bestimmte Anzahl Karten enthalten – und eventuell ein paar Kleinteile wie Marker oder ähnliches. Das bedeutet für die Produktion der Spiele (ein Teil des Preises für den Sieger ist eben, dass das Spiel von dV veröffentlicht wird), dass sie in standardisierte Verpackungen passen, die nur noch entsprechend bedruckt sein müssen. Auch gehört zur Standardausstattung ein stabiler Plastikeinsatz, in dem die Karten transportiert werden können.
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Chipmusik

S I L I C I UM

SILICIUMVor ein paar Wochen habe ich eine CD von Erdenstern besprochen, die im Rahmen des Crowdfundings für das Dresden Files-Rollenspiel finanziert wurde. Nach einer gewissen Wartezeit wurdet dieser Soundtrack auch als Internet-Download erhältlich. Ursprünglich sollte das eigentliche Rollenspiel nicht viel später an die Backer ausgeliefert werden, die warten aber m.W. immer noch…

Nachdem dieses Projekt auf Erdenstern-Seite abgeschlossen war, haben die Hamburger sich mit Elan auf ein neues Projekt gestürzt. Und so erschien vor kurzem – erst einmal wieder als Download über Bandcamp – das neue Album Silicium. Wenn man es aber lieber handfest hat: auf der Spiel in Essen soll es ebenfalls als CD verkauft werden.

Eigentlich wollte ich diese Rezension bereits Anfang diesen Monats veröffentlichen, allerdings kam mir da mehr oder weniger meine Reha in den Weg: die ganze Vorbereitungsarbeit, die ich damit hatte, verhinderte, dass ich diese Rezension schreiben konnte. Und so sitze ich „jetzt“ (während ich dies schreibe, nicht während ich dies hochlade – das WLAN ist hier nur in bestimmten Räumen verfügbar) in meinem Zimmer in der Klinik. Immerhin habe ich gerade keine Anwendungen, so das ich den Text in Ruhe vorbereiten kann. Hochladen werde ich ihn später. Eine Rehaverlängerung (bis Mitte Oktober) wurde mir bereits versprochen; sollte die Reha weiter verlängert werden, hoffe ich, für einen Besuch auf der Messe (die glücklicherweise nicht allzu weit entfernt ist) einen freien Tag zu erhalten.

Immerhin hatte ich inzwischen genug Zeit, mir die Tracks anzuhören und eine eigene Meinung zu bilden.

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Roschachbo

Weekeewachee

Es gibt Spielmechanismen, die universal zu gelten scheinen.
So wird das klassische Papier-Stein-Schere – auch bekannt als Roschambo und Jan-Ken-Po – in einer Reihe von Brettspielen verwendet; zuletzt haben wir hier ein Spiel besprochen, dass eine etwas erweiterte Version dieser Regeln verwendet.

Anders als das verlinkte Spiel ist jedoch Weekeewachee ein rein abstraktes Denkspiel in der Tradition von Spielen wie Schach, Dame, Go und ähnlichen. Insbesondere gibt es bei diesem Spiel keinen Zufallsfaktor – man ist also rein auf sein Gehirnschmalz angewiesen.

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