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Lügerüben

Bad Beets

Dass Kinder bestimmte Dinge nicht essen mögen, ist nicht sonderlich ungewöhnlich meist trifft diese Abscheu auf Gemüse bestimmter Arten – oftmals ausgerechnet Gemüsesorten, die, zu Recht oder nicht, als besonders gesund gelten. Typische Vertreter hierfür sind Spinat (dessen angeblicher hoher Eisengehalt sich ja inzwischen als Ergebnis eines Schreibfehlers erwiesen hat), Brokkoli und Rote Bete – zumindest, wenn man Kinder in den USA fragt. Mir selbst ist eine derartige Aversion gegenüber den roten Rüben hierzulande weniger bekannt; ich muss jedoch zugeben, dass die gekochten roten Rüben, wie man sie in den Niederlanden erhält, meinetwegen gerne in diesem Land bleiben dürfen; in anderen Formen (als Salat, sauer eingelegt usw.) habe ich dieses Gemüse immer schon gemocht.

Diese Tatsache wiederum überraschte die Hersteller des Spiels Bad Beets, als ich sie auf der Spiel 2015 traf. In den vereinigten Staaten scheint es beinahe ein sportlicher Wettstreit für Kinder zu sein, die ihnen aufgetischt roten Rüben anderen zuzuschustern oder gar dem Familienhund damit zu füttern. Jedenfalls ist es das, was die Spieler in diesem Spiel versuchen – möglichst schnell ihre Rüben loszuwerden, wobei es noch mit die langsamste Methode ist, wenn man sie selber isst.

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Aliens spielen Bridge

PaiMiAhhh

PaiMiAhhhNach einer SPIEL spielen wir in der Redaktion gerne "heiteres Länderraten"; d.h., wir sehen uns die Spiele an, ignorieren bewusst die Herstellerangaben und versuchen zu erraten, aus welchem Land ein bestimmtes Spiel stammt. Bei diesem Spiel – dessen Titel auf keine bestimmte Sprache hinweist – tippten wir auf Korea (obwohl uns die Schriftzeichen nicht gerade als koreanisch vorkamen). Für chinesisch wollten wir das Spiel eigentlich nicht halten, mussten dann aber feststellen, dass der Herausgeber HomoSapiensLab als Taiwanese wohl doch unter chinesisch fällt.

Es ist ein Kartenspiel, auf dem mehr oder weniger quadratische Gesichter in verschiedenen Farben die Kartenwerte darstellen. Die Illustrationen wirken auf den unvoreingenommenen Betrachter eben tendenziell koreanisch-japanisch, was unseren Irrtum wohl erläutern dürfte. Schon beim ersten Überfliegen der Spielregel (ohne den Text zu betrachten, nur aus den Illustrationen) weckte PaiMiAhhh den Eindruck eine Bridge-Variante zu sein.

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Diablo vu?

Im Feuer der Dämonen

Ein Spielbuch zu rezensieren ohne dabei allzu viel über den Inhalt zu verraten, denn den soll der Leser ja entdecken – normalerweise ganz schön schwierig, in diesem konkreten Fall fällt es mir aber etwas leichter.

Im Feuer der Dämonen ist der zweite Band der Reihe „Destiny Quest“ – das Abenteuer setzt sich aus mehreren Quests zusammen, die jede für sich einen eigenen Subplot bieten, deren Reienfolge zwar nicht völlig frei wählbar, aber in einem bestimmten Rahmen schon variabel ist. Schon an dieser Aufmachung erkennt man, welches Genre hier Pate gestanden hat, oder sogar konkret, welche Serie – wer Blizzards „Diablo“-Spiele kennt, wird manches Déja vu haben, was dem Spiel aber keinen Abbruch tun muss.

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Ganz scharf nachdenken

Sherlock

Frankreich ist als Spieleproduzent ähnlich umtriebig – gerechnet an der Größe des jeweiligen Landes – wie Deutschland, Japan, Finnland und Korea. Bemerkenswert ist vielleicht eher, dass Frankreich in der Regel absieht von Spielmaterial aus Plastik (was besonders Korea auszeichnet), und dass den Spielen oftmals Spielregeln in vielen Sprachen beilegen, was sogar in Deutschland nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Nun hat Frankreich sicher auch eigene Quellen, aus denen man Spielhintergründe schöpfen kann, für das Spiel Sherlock allerdings wird auf den klassischen "beratenden Detektiv" Sherlock Holmes zurückgegriffen, der aus Großbritannien stammt. Dabei ist es nicht einmal so, dass Frankreich keine eigenen literarischen Detektive hätte: eine klassische Figur war ja Arsène Lupin, der in seinem Romanen häufiger Kriminalfälle lösen musste, statt seinem Normalberuf – dem des Gentleman-Einbrechers – zu folgen. Zu der Geschichte, die hinter der Aufgabe in diesem Spiel steht, hätte jedoch ein anderer Kriminalbeamter noch besser gepasst: Maigret. In diesem Spiel geht es nämlich darum, durch Befragen verschiedener Zeugen einen Täter zu finden.

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Ganz scharf nachdenken

Sherlock

Frankreich ist als Spieleproduzent ähnlich umtriebig – gerechnet an der Größe des jeweiligen Landes – wie Deutschland, Japan, Finnland und Korea. Bemerkenswert ist vielleicht eher, dass Frankreich in der Regel absieht von Spielmaterial aus Plastik (was besonders Korea auszeichnet), und dass den Spielen oftmals Spielregeln in vielen Sprachen beilegen, was sogar in Deutschland nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Nun hat Frankreich sicher auch eigene Quellen, aus denen man Spielhintergründe schöpfen kann, für das Spiel Sherlock allerdings wird auf den klassischen "beratenden Detektiv" Sherlock Holmes zurückgegriffen, der aus Großbritannien stammt. Dabei ist es nicht einmal so, dass Frankreich keine eigenen literarischen Detektive hätte: eine klassische Figur war ja Arsène Lupin, der in seinem Romanen häufiger Kriminalfälle lösen musste, statt seinem Normalberuf – dem des Gentleman-Einbrechers – zu folgen. Zu der Geschichte, die hinter der Aufgabe in diesem Spiel steht, hätte jedoch ein anderer Kriminalbeamter noch besser gepasst: Maigret. In diesem Spiel geht es nämlich darum, durch befragen verschiedener Zeugen einen Täter zu finden.

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Wenn einer eine Reise tut…

Atlas der bekannten Welt – Aborea

Aborea-Atlas… dann braucht er einen Atlas. Diese Binse haben sich einige Rollenspielsysteme zu Herzen genommen, wobei ihre „Reiseführer“ oftmals eher den Charakter eines Baedeker haben, und weniger den eines klassischen Atlas. In der zweiten Ausgabe von ATD&D gab es sowohl einen echten Atlas (zumindest in einer CC 2-Version) und einige Reiseführer, unter dem Namen Marco Volo. In diesen Büchern plauderte der namensgebende Charakter aus dem Nähkästchen und erzählte von dem, was er auf seinen Reisen erlebt hat.

Ähnlich umfangreich stellt sich bei Das Schwarze Auge dar. Auch hier gibt es, nach Landstrichen getrennt, eine ganze Reihe einzelner Bände, die zusammengenommen das Format einer kleinen Enzyklopädie ausmachen. Hier gibt es in bunter Folge an Sachtexte gemahnende Artikel, Erfahrungsberichte à la Marco Volo, Kommentare der Bewohner der einzelnen Landstriche und eigentlich gar nicht für einen dritten Leser gedachte Tagebuchauszüge und Ähnliches.

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Jung, pleite, verzweifelt

Barracuda

Nein, es geht nicht um das Reality-TV-Programm, auch wenn das Spielthema die Mitspieler als Barbesitzer in diese Situation bringt. Und ein Rosin, der den Spielern aus der Patsche hilft, ist auch nicht zu finden.

Eine Reihe Bars, die vom Namen her an Mittelmeer-Gefilde erinnern,sind für die Spieler zu pachten. Jeder hätte gerne fünf Anteile an Bars, aber die kosten teuer Pacht – und wer nicht mehr zahlen kann, geht pleite und scheidet aus dem Spiel aus. Wir mit seinem Geld am besten haushalten kann, hat die besten Chancen zu gewinnen. Das Spiel stammt aus dem Verlag Drei Hasen in der Abendsonne und erweckt auch mit seinem äußeren eben jenen Urlaubsflair, den ich soeben angesprochen habe..

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Juwelenblasen

Bubblee Pop

Bubblee PopSpiele vom Match-3-Typus sind ja nicht unbedingt neu. Als kleine Zwischendurchspiele für den Computer beispielsweise bei Facebook gibt es sie seit einigen Jahren, das erste dieser Art war wohl „Bejeweled“. In unserer kurzlebigen Zeit dürfte wohl Candy Crush der bekannteste Vertreter dieser Art Spiele sein. Inzwischen haben sie auch das Smartphone erobert, und bereiten sich weiter aus – sogar auf dem Brettspieltisch ist man vor ihnen nicht mehr sicher.
Aus Frankreich – genauer: aus der kleinen Gemeinde Moras, die nur ungefähr 500 Einwohner hat – kommt ein solches Spiel; der Verlag nennt sich Bankiiiz. Auch hier gibt es farbige Blasen, die auf einen Planeten herabfallen. Wenn hierbei Dreierreihen entstehen, lösen sich diese Reihen auf, und der Spieler erhält Punkte.

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Give Me Five!

Five

Spiele bringen Menschen zusammen. Schon seit Urzeiten setzen sich Menschen an einen Tisch (oder sonstwohin), um miteinander zu spielen und dabei treten Kommunikations­hindernisse, wie zum Beispiel verschiedene Sprachen, oft in den Hintergrund.

Und Spielen macht Spaß Es zerstreut, lenkt vom Alltagsstress ab, lässt bestenfalls Probleme vergessen, und man lernt sogar oft unterbewußt noch etwas. Von daher sind Spiele sicherlich gut geeignet, Kontakte zu knüpfen ein Gedanke, der seitens des Verlages Steffen-Spiele dazu führte, angesichts des großen Flüchtlingsstroms, der Deutschland 2016 erreichte, eine Spielesamlung herauszugeben mit verschiedenen, einfach zu erklärenden Spielen, und mit Anleitungen in den häufigsten Sprachen der Flüchtlinge.

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Retten wir doch mal den Rock

Metal Heroes and the Fate of Rock

die Welt rettet doch sowieso schon irgendwer, oder? Wieso also nicht mal Gute Musik retten gerade im Jetzt, wo man alle Nase lang mit irgendwelcher akustischer Vergewaltigung zugedröhnt wird, eigentlich eine gute Idee.

Diese Idee wurde von Swen Harder zu einem wirklich umfangreichen Spielbuch verarbeitet erschienen ist es bei Mantikore, und nun wirds auch noch multimedial – dem Buch liegt eine CD bei, und die enthaltene Musik spielt in der Story sogar eine entscheidende Rolle.

Nun das Prinzip der Spielbücher kennen die meisten ja und man zeige mir mal einen Rollenspieler, der Metal bzw Hard Rock nicht zumindest mag (mag es geben, ist aber eher die Ausnahme). Das hatte sich wohl auch der Autor gedacht, als er dieses Epos zusammengetextet hat.

Wie berichte ich euch also nun, was euch in diesem massiven Wälzer erwartet, ohne zu spoilern schwer genug, ein paar kleine Details dürfen es schon sein, um es euch schmackhaft zu machen, denn es macht Spaß, insbesondere wenn man wirklich etwas für Metal übrig hat. Man spielt einen älteren Metalhead, der noch die gute alte Zeit kennt (irgendwie mußte ich da auch an früher denken he, mein erstes Metalkonzert, das war Dio, und Warlock als Vorgruppe frühe 80er meine ersten eigenen Scheiben waren die beiden Keepers von Helloween ah, diese Nostalgie), und der durch na, sagen wir mal ungewöhnliche Umstände in die Lage gerät, eine junge, aufstrebende Band ein wenig zu na, sagen wir mal lenken.

Dementsprechend steuert man die Bandmember, die alle unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten haben, durch die verschiedenen Kapitel (die in die üblichen Abschnitte mit Nummern unterteilt sind). Ab und an müssen die Bandmitglieder auch mal beweisen, wie gut sie in irgendetwas sind, und nach und nach entwickeln sie sich auch aber so wie sie besser werden, bekommen sie auch hin und wieder Star-Allüren (wie heftig das ist, kann man über drei verschiedene Schwierigkeitsgrade spielen ich empfehle euch, spielt es auf Freak, oder zumindest Rocker).

Das besondere dieses Mega-Werks ist die beigelegte CD. Diese sollte man nämlich in einen Player einlegen und bestimmte Tracks dann abspielen, wenn man dazu aufgefordert wird. Und das ist nicht nur eine schöne musikalische Untermalung das ist vor allem auch eine Informationsquelle, denn man bekommt oft eine Frage zum entsprechenden Stück gestellt, und kommt mit deren richtiger Beantwortung den (oft entscheidenden) Schritt weiter. Und diese kleine Scheibe hat es in sich schöne Stücke zB von Alestorm, Huntress, Delain, Cavalera Conspiracy oder Grave Digger bringen schon die richtige Atmosphäre, also hier mal ein Spielbuch, das alle Sinne anspricht.

Im Verlauf der Story lernen die Metal Heroes (na, dass die Band sich so nennt, konntet ihr euch ja nun denken) immer mehr unterschiedliche Stilrichtungen des Metal, sowie auch neue Songs, und aus diesen darf man dann auf verschiedenen Auftritten die Setlist zusammenstellen wenn es gelingt, den Geschmack des Publikums zu treffen, wächst natürlich die Fanbase, und die braucht man spätestens zum Schluss denn dass die Welt nicht genug ist, wusste schließlich schon James Bond.

Der Schreibstil des ganzen Werks ist schön schmissig, ein Klischee jagt das nächste, und dementsprechend hat man auch einiges zu lachen. Man fühlt sich nachher wie in einem Cocktail aus Waynes World, School of Rock, etwas Hellboy und vielleicht auch einem Schuss from dusk til dawn zumindest was den oft schrägen Humor angeht, und tourt mit jedem Kapitel weiter in der Weltgeschichte in noch größere Skandale und Katastrophen oder auch größere Erfolge (letzteres wäre natürlich wünschenswert). Zumindest sollte man es irgendwie verhindern, dass den Jungs eine Sicherung durchbrennt wäre für die Band wirklich hinderlich

Die Illustrationen sind wieder gut gelungen Fufu Frauenwahl, der ja schon vorher mit Swen Harder zusammengearbeitet hat, leistet ganze Arbeit, und auch die Artwork darf nicht einfach überblättert werden es gibt Hinweise, die für die Story sehr wichtig sind so muss man das ein oder andere Detail erkennen. Auch ist es sicher nicht verkehrt, von Metal und Hard Rock zumindest Ahnung zu haben an einer Stelle gibt es zB en Quiz, das mir zwar leicht gefallen ist, aber das liegt eben an der Kenntnis der Materie Rock und Metal. Hinweise zu den richtigen Antworten gibt es in der Realität, nicht unbedingt im Buch (obwohl man das ein oder andere draus lernen könnte).

Insgesamt ein ziemlicher Spaß. Und für den Metaller, der schon alles hat, aber gerne rollenspielt vielleicht sogar ein gutes Weihnachtsgeschenk. Mir hat die Tour mit den Jungs jedenfalls mächtig Spaß gemacht. Und dementsprechend sollten auch andere Metalheads daran teilhaben erhältlich ist es am einfachsten über den Manti-Shop des Verlages.

Hersteller Mantikore
Autor Swen Harder
Illustrationen Fufu Frauenwahl
Denken RPG (8)
Glück RPG (1)
Geschicklichkeit RPG
Preis ca. 19,95 €

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